Ein Buch über Schulden... Der Originaltitel lautet sogar Margo has Money Problems, der deutsche Titel ist dagegen eher nichtssagend. Only Margos Protagonistin ist an Naivität kaum zu übertreffen, als sie sich a) von ihrem Englischprofessor schwängern lässt und b) entscheidet, das Kind zu bekommen. Letzteres in völliger Ahnungslosigkeit, was so ein Baby für finanzielle, zeitliche und emotionale Bedürfnisse mitbringt. So stellt es uns die Ich-Erzählerin zumindest dar. So verliert sie den Studienplatz, ihren Job, zwei ihrer WG-Mitbewohnerinnen. Dazu taucht ihr nur zum Teil nützlicher, drogenbelasteter Ex-Wrestler-Vater auf der Bildfläche auf, die Mutter und die Freundinnen wenden sich von ihr ab. Das Sozialhilfesystem der USA taugt selbstverständlich auch nicht, ihr eine Lebensgrundlage zu schaffen. Total naheliegend ist es da also, mit einem Körper, der gerade das Baby ernährt, erotischen Content für eine Onlineplattform namens Only Fans zu erschaffen. Oha. Hinzu kommen noch einige weitere bedingt unsympathische Charaktere und die mehrfache Evaluierung durch Behörden, ob Margo denn als Mutter taugt und das Baby behalten darf. Ganz schön viel (Chaos) für diesen Roman, der sprachlich einen sehr heiter-witzigen, selbstironischen Ton anschlägt. Unklar ist mir - vielleicht meiner Unaufmerksamkeit oder des Audiobooks wegen - geblieben, was das Sinnieren über die Erzählperspektive (Ich, Sie, allwissend...) tatsächlich zum Plot beigetragen hat. Am Ende ist sie jedenfalls eine Expertin für eine komplexe Business-Idee, tritt souverän auf und weist andere in ihre Schranken. Gelernt hat sie das beim Umgang mit Tiktok, Insta und Co. - ich weiß nicht so recht, ob ich das glauben kann. Milde unterhaltsam - weil schräg - ist die Geschichte schon, aber wäre es kein Audiobook gewesen, das einige Autofahrten untermalt hat, hätte ich es vermutlich nicht zuende gelesen.
Rufi Thorpe, Only Margo. Ecco 2025.
