Saturday, August 29, 2020

Jo Platt - Die Bücherfreundinnen

Leider hatte ich Deine Juliet bereits gelesen und brauchte für die Popsugar Challenge 2020 noch ein Buch über einen Buchclub. Weil es in der Onleihe als Hörbuch verfügbar war, fiel meine Wahl auf Die Bücherfreundinnen von Jo Platt. Im Klappentextheißt es:
"Alice, Miriam, Sophie und Abigail sind die besten Freundinnen. Sie lachen zusammen und sie lesen zusammen. Einmal im Monat trifft sich ihr Buchclub. Doch eine fehlt – Lydia. Vor drei Jahren starb sie an Krebs. Ihr letzter Wunsch an die Freundinnen: Ihr Mann sollte in den Club aufgenommen werden, seitdem ist Jon bei jedem Treffen dabei."
Natürlich habe ich Chick-Lit erwartet, aber dennoch auf Literaturbezüge bzw. eine Verknüpfung der Liebesgeschichte mit dem Buchclub erhofft. Leider weit gefehlt. Alice, die Erzählerin, ist nahezu penetrant unfähig, ihre eigenen Bedüfnisse zu erkennen, geschweige denn zu äußern. Sie trampelt durch ihr Leben, hat angeblich mal Literatur studiert, die einzige Referenz dazu liefert sie mit einem relativ armen Kommentar zu Jane Eyre, der aber wohl auch nur der Tatsache geschuldet ist, dass der Autorin am Ende des Buches auch aufgefallen ist, dass Die Bücherfreundinnen ja noch gar nichts zu irgendwelchen Büchern gesagt haben. Was bleibt ist ein wenig unterhaltsames Gebrabbel über Beziehungskisten und Missverständnisse, das nahezu vollkommen ohne jeden Plot und erzählerische Überraschungen auskommt. Ich habe es selbst beim Putzen nur sehr widerwillig zuende gehört, wenngleich man Nana Spier zugestehen muss, dass sie in ihrer Lesung das Maximum aus den wenig einfallsreichen Dialogen herausholt.

Jo Platt, Die Bücherfreundinnen. Argon 2016.

Friday, August 21, 2020

Ellen Barksdale - Tee? Kaffee? Mord! - Der doppelte Monet

Erstaunliche 14 Folgen hat die Serie von Ellen Barksdale bereits - das Audiobook von Folge 1 wird recht ansprechend gelesen von Vera Teltz.
In dem Fall Der doppelte Monet geht um mysteriöse Vorkommnisse bei der schrulligen Miss Beresford aus Earlsraven. Aber der Fall findet nur am Rande Beachtung, denn Nathalie Ames ist gerade erst aus Liverpool angekommen, um zu entscheiden, ob sie das Erbe ihrer kürzlich verstorbenen Tante annehmen möchte. Es geht um nicht weniger als den besten Pub (mit Café und Pension) im Ort, das "Black Feather" inklusive aller Angestellten und dem interessanten Nebenjob als Kriminalistin des Ortes. Natürlich nimmt sie an, das weiß man schon nach zehn Minuten, aber die Entscheidung wird ziemlich in die Länge gezogen, während weitere Charaktere vorgestellt werden und man Nathalie und ihren unsympathischen Lebensgefährten besser kennenlernt. Der Fall ist auch recht offensichtlich.
Erwartet man Spannung und einen soliden Kriminalfall ist man bei der Reihe vermutlich völlig falsch, ist man dagegen auf der Suche nach englischem Lokalkolorit, dazu passenden Charakteren und einer leicht verdaulichen Krimihandlung, dann kann man sich sicher auf die weiteren Folgen freuen. Prinzipiell bin ich auch einem solchen Wohlfühlkrimi nicht abgeneigt, aber weder mit Nathalie noch mit den anderen Charaktere bin ich so recht warmgeworden, so dass ich vermutlich nicht weiterhören oder -lesen werde.

Ellen Barksdale, Tee? Kaffee? Mord! - Der doppelte Monet. Lübbe Audio 2018.

Sunday, August 16, 2020

Nina Sahm - Die Tage mit Bumerang

Nina Sahms Die Tage mit Bumerang spielt in einem winzigen Dorf, in dem Annu seit dem Tod ihrer finnisch-deutschen Eltern allein in einem windschiefen Haus lebt. Sie leidet unter großer Einsamkeit, nachdem sie tragischerweise den Sohn ihres besten Freundes Lars versehentlich angefahren hat. Nun gibt ihr das gesamte Dorf die Schuld daran, Lars ist weggezogen und lässt nur noch selten von sich hören - und auch Annu selbst kann sich selbst nicht mehr leiden. Mehrere Zufälle führen dazu, dass sich nach und nach das Blatt wieder wendet...
Der Roman hat viele Zutaten, die einen für ihn einnehmen können: Skurrile Charaktere - das schräge Schaf eingeschlossen - finnisches Kolorit und einige mehr oder weniger tiefsinnige Lebensweisheiten und eine große Portion Hoffnung, die schließlich aus dem Tal der Traurigkeit hinausführen. Mir persönlich hat die Geschichte zwar gefallen, aber mich nicht tief berührt. Annu sind einige Schicksalschläge zugestoßen und sie versinkt in depressiven Stimmungen. Der Weg daraus hinaus durch ihre ungewöhnlichen Begegnungen - das Schaf, das sich in ihrem Garten ansiedelt, die Mutter mit Kind, die vor ihrem Haus eine Autopanne hat,... - ist mir zu sehr vom Zufall bestimmt und basiert zu wenig auf einer wirklichen Entwicklung Annus. Auch die Auflösung ihrer Schuldgefühle durch eine schlichte Nachricht von Lars' Sohn ist mir zu platt gelöst. Die Anlage der Story hätte Potential zu einer wirklich Entwicklungsgeschichte gehabt, denn im Grunde ist Annu immer noch nur Kind ihrer Eltern, obwohl diese schon tot sind. Statt wirklich aus eigenem Antrieb zu wachsen, lässt sie sich nur mitnehmen und von anderen überzeugen, neue Wege zu gehen. Gefallen haben mir hingegen die vielen schrägen Ideen und Listen, welche die Beziehung von Annu und Lars ausmachen, und die ausgedachten finnischen Sprichwörter, die Die Tage mit Bumerang durchaus zu einem unterhaltsamen Lesevergnügen machten.

Nina Sahm, Die Tage mit Bumerang. Hanser, München 2019.

Tuesday, August 11, 2020

Alina Bronsky - Baba Dunjas letzte Liebe

Die über 80jährige ehemalige Krankenschwester Baba Dunja schildert ihr einfaches Leben in dem Dorf, in dem sie geboren und aufgewachsen ist. Sie baut ihr eigenes Gemüse an, ist angesehen unter den anderen Dorfbewohnern und sie denkt über ihr Leben und ihre Familie nach. Das klingt nach einer unaufgeregten Geschichte - wäre ihr Dorf Tschernovo nicht in der Nähe des Reaktors von Tschernobyl. Sie ist entgegen aller Vorschriften und Warnungen dorthin zurückgekehrt und ist allein deswegen schon legendär. Als dann in der kleinen Gemeinschaft ein Fremder auftaucht, entwickeln sich die Dinge dramatisch...
Alina Bronsky lässt ihre Protagonistin in Baba Dunjas letzte Liebe sehr schlicht von ihrem Leben erzählen, von den kleinen Dingen und dem großen Drama. Baba Dunja nimmt sich selbst nicht wichtig, obwohl sie mit ihrem selbstgewählten und sehr selbstbestimmten Leben in der Todeszone durchaus besonders ist. Dabei beobachtet sie mit scharfem Blick, was um sie herum passiert, steht ihren Mitmenschen immer wieder bei und das einzige, das sie bereut, ist, ihre Enkelin Laura nicht kennengelernt zu haben. Obwohl das Reaktorunglück nur immer dann direkt zur Sprache kommt, wenn und weil es Baba Dunjas Geschichte beeinflusst hat oder wenn sie andere vor den Gefahren der Strahlung schützen möchte, ist es durchgehend als Teil der Geschichte präsent. Baba Dunjas Erleben dreht sich um ihren Heimatort und sie kann nicht anders, als ihn auch in seiner Verstrahlung als Heimat anzuerkennen - so wird Tschernobyl zwar einerseits verharmlost, andererseits haben sich zumindest die Bewohner von Tschernovo mit der Katastrophe ausgesöhnt.

Alina Bronsky, Baba Dunjas letzte Liebe. Tacheles 2015.

Monday, August 10, 2020

Sunday, August 09, 2020

Saturday, August 08, 2020

Thursday, August 06, 2020

Jonathan Stroud - Die Spur ins Schattenland

Jonathan Stroud gehört zu meinen Lieblingsautoren im Bereich Fantasy und während ich auf das Erscheinen seines neuesten Projektes warte, habe ich dann auch eines seiner früheren Bücher zur Hand genommen.  
Die Spur ins Schattenland (2001) handelt von Charlie, die ihren besten Freund Max auf tragische Weise verliert. Während alle davon ausgehen, dass Max im Mühlteich ertrunken ist, glaubt Charlie fest daran, dass Max in einer andere Welt entführt worden ist - in das Schattenland. In ihren Träumen folgt sie Max in diese Welt und versucht ihn dort wiederzufinden, was nicht ungefährlich ist.
Eine andere Sichtweise auf die Ereignisse gibt uns Charlies Bruder James, der sich zunehmend Sorgen um seine Schwester macht, die nicht über den Tod des Freundes hinwegzukommen scheint und sich immer seltsamer verhält.
Mit Charlie zusammen betreten wir eine schöne, seltsame und auch bedrohliche Zwischenwelt, von der wir nicht erfahren, was sie eigentlich ist, vieles muss sich der Leser selbst zusammenreimen und vieles ist offen für Interpretation. Ist Charlies Wahrnehmung zu trauen, gibt es diese fantastische Welt? Oder halten wir uns eher an James, der weiß, dass sich seine Schwester verändert hat und nicht mehr sie selbst ist - und dass ihrem Bericht daher kaum zu trauen ist?
Jonathan Stroud beschreibt sehr atmosphärisch die verschiedenen Gegenden und Phasen von Charlies Ausflügen ins Schattenland, verzichtet aber auf eine detaillierte Ausdeutung dieser Parallelwelt. Auch die Auflösung am Ende bleibt offen und mehrdeutig, was als Schwäche oder Stärke dieser ungewöhnlichen Geschichte gewertet werden kann. Mir haben die teils etwas langatmigen Schilderungen der Landschaften und von Charlies Suche nicht besonders gefallen und gingen auf Kosten meines Interesses an der Geschichte. Verglichen mit dem Humor, der Spannung und dem actiongeladenen Plot seiner Bartimäus- und Lockwood&Co-Reihen kann diese Geschichte einfach nicht mithalten.

Jonathan Stroud, Die Spur ins Schattenland. cbj, München 2016.

Art August 06

mixed media collage I, 04/2020

mixed media collage II, 04/2020

Wednesday, August 05, 2020

Art August 05 - Dark side

mixed media art journal on book pages, 05/08/2020, lyrics by Kelly Clarkson

Sylvie Schenk - Schnell, dein Leben

Sylvie Schenk erzählt in Schnell, dein Leben die Geschichte von Louise, die aus den französischen Alpen stammt, sich während des Studiums in Lyon in einen Deutschen verliebt und diesen heiratet und mit ihm nach Deutschland zieht. 
Die persönliche Geschichte des Paares wird verflochten mit den deutsch-französischen Beziehungen der Nachkriegszeit. Louise sieht sich oft hin- und hergerissen zwischen der Abscheu vor den Greueltaten der Deutschen und denen der französischen Kollaborateure, die ihr ein Freund immer wieder vor Augen führt, und dem Wunsch nach Vergebung und Freundschaft zwischen den beiden Nationen. Unversehens findet sie diesen Konflikt auch in ihrer deutschen Wahlheimat wieder, als sie herausfindet, dass der autoritäre Vater ihres Ehemanns im Krieg ausgerechnet in Lyon zur Unterdrückung und zum Mord an  Widerstandskämpfern beigetragen hat. 
Diese Verknüpfung der persönlichen Geschichte mit Historischem und den großen Fragen nach Verantwortung, Vergebung und Versöhnung funktioniert überraschend gut - man nimmt Louise diesen großen inneren Widerspruch, in dem sie sich oft wiederfindet, ab. Manchmal allerdings lässt das Schweigen aller Beteiligten den Konflikt scheinbar unnötig eskalieren - man fragt sich, warum all diese Dinge so schrecklich unausgesprochen und versteckt bleiben müssen. Damit wird allerdings nur ein weiteres Phänomen der Nachkriegszeit verdeutlicht  - die Devise war vergessen und verdrängen, auf keinen Fall wurden die Erfahrungen der Zeit ausgesprochen, all das Grässliche und die Schuld durften nicht zutage treten.

Problematisch an dem kurzen Roman ist die ungewöhnliche Erzählperspektive der Du-Erzählerin. Louise spricht sich die ganze Zeit selbst an, was gelinde gesagt nicht nur ungewohnt, sondern auch irritierend ist. Vielleicht ist auch dies beabsichtigt, führte aber in meinem Fall nicht dazu, dass ich mich besser in die Protagonistin hineinversetzen konnte, sondern eher zur Distanzierung. Sophie Rois' Lesung ist phasenweise sehr dramatisierend, mit der eher rauen Stimme und dem leichten österreichischen Akzent wird sie auch manchmal laut, fast schreiend, was meines Erachtens nicht immer zur Textvorlage passt.

Sylvie Schenk, Schnell, dein Leben. Tacheles 2016.

Tuesday, August 04, 2020

Art August 04 - all that you have is you soul

mixed media art journal on black gesso, 04/08/2020, lyrics by Tracy Chapman


Wandern in der Sächsischen Schweiz

Im Juli war ich eine Woche wandern in der Sächsischen Schweiz. Mit dabei war unter anderen Judith Imgrund, die als (Wander-) Reiseleiterin in ihrem Blog ausführlich darüber berichtet.
Hier der Link zur Tour.
Und ein paar wenige meiner Eindrücke...

Blick auf die Elbe am Abend (direkt vom Camp aus)
Ausblick vom Pfaffenstein
Die Barberine auf dem Pfaffenstein
Basteibrücke (Touristenmagnet, aber dennoch beeindruckend)
Blick vom Lilienstein auf die Elbe
Schrammsteine
Aussichtspunkt am Malerweg

Saturday, August 01, 2020

Art August 01

Structures I, acrylics on canvas, 01/08/2020

SuBAP-Challenge: Stand Juli 2020

Die Monatsaufgabe des Monats Juli lautete "zufälliges Buch", die bei jedem Titel erfüllt war, da ich willkürlich/zufällig/spontan das nächste Buch auswählte. Auch das Monatsthema #Detektivroman passt zu meinen favorisierten Genres, so dass selbst bei der zufälligen Auswahl noch drei Bücher dazu passten. 
Insgesamt komme ich im Juli auf zehn Bücher mit beeindruckenden 46 Punkte, womit ich sehr zufrieden bin. 


Buch 1: Tom Rob Smith - Kind 44
- auf dem SuB seit vor 2019: 2 Punkte
- erfüllt die Monatsaufgabe: 2 Punkte
- hat über 400 Seiten: 1 Punkt
- passt zum Monatsthema: 1 Punkt
Buch 2: Agatha Christie - Dreizehn bei Tisch
- auf dem SuB seit vor 2019: 2 Punkte
- erfüllt die Monatsaufgabe: 2 Punkte
- passt zum Monatsthema: 1 Punkt
Buch 3: Tana French - Grabesgrün 
- auf dem SuB seit vor 2019: 2 Punkte
- erfüllt die Monatsaufgabe: 2 Punkte
Buch 4: Aki Ollikainen - Das Hungerjahr
- auf dem SuB seit vor 2019: 2 Punkte
- erfüllt die Monatsaufgabe: 2 Punkte
Buch 5: Alfred Döblin - Berlin Alexanderplatz
- auf dem SuB seit vor 2019: 2 Punkte
- erfüllt die Monatsaufgabe: 2 Punkte
Buch 6: Terry Pratchett - Witches Abroad
- auf dem SuB seit vor 2019: 2 Punkte
- erfüllt die Monatsaufgabe: 2 Punkte
Buch 7: Karin Slaughter - Vergiss mein nicht
- auf dem SuB seit vor 2019: 2 Punkte
- erfüllt die Monatsaufgabe: 2 Punkte
- über 500 Seiten: 2 Punkte
Buch 8: Enid Blyton - Fünf Freunde geraten in Schwierigkeiten
- auf dem SuB seit vor 2019: 2 Punkte
- erfüllt die Monatsaufgabe: 2 Punkte
Buch 9: Yrsa Sigurdardottir - DNA
- auf dem SuB seit 2019: 1 Punkt
- erfüllt die Monatsaufgabe: 2 Punkte
- über 400 Seiten: 1 Punkt
Buch 10: Jacques Berndorf - Eifel-Liebe
- auf dem SuB seit vor 2019: 2 Punkte
- erfüllt die Monatsaufgabe: 2 Punkte
- passt zum Monatsthema: 1 Punkt

Gesamt: 46 Punkte