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Thursday, May 18, 2023

Tove Jansson - Die Tochter des Bildhauers

Tove Jansson ist Die Tochter des Bildhauers Victor Jansson und der Illustratorin Signe Hammarsten-Jansson. In diesem Band sind in kleinen Episoden ihre Kindheitserinnerungen versammelt. Da gehen unheimliche Kreaturen in dem Atelier ihres Vaters um, es werden Geschichten erzählt und Weihnachten gefeiert. Mir haben besonders die Erinnerungen an die Sommerzeit auf der kleinen Insel vor Porvoo gefallen. Überall spürt man, wie diese Erlebnisse und Träumereien später in Toves Mumingeschichten eingeflossen sind. Gleichzeitig bringen die kindliche Perspektive und Erzählweise die eigene kindliche Seite zum Klingen. Ein kleines, sehr schönes Buch.

Tove Jansson, Die Tochter des Bildhauers. Urachhaus, Stuttgart 2014.

Friday, April 14, 2023

A.M. Ollikainen - Die Tote im Container

In A.M. Ollikainens Kriminalroman Die Tote im Container ermitteln Kommissarin Paula Pihjala und ihr Team in einem grausamen Mordfall. Vor dem Gut eines wohlhabenden finnischen Unternehmerclans steht an Mittsommer ein Container mit einer ertrunkenen Frauenleiche. Offentlich wurde Wasser in den Container eingeleitet. Die dunkelhäutige Frau stammte aus Naminia, einem Land, in dem die Familie Geschäfte betrieben hat. Alle Beteiligten scheinen etwas zu verschweigen und auch der Künstler eines skurrilen Kunstprojektes, für den der Container eigentlich gedacht war scheint verdächtig.
Hartnäckig verfolgt Paula die Spuren und ermittelt gründlich, während sie gleichzeitig mit privaten Problemen zu kämpfen hat, denn einige der Aspekte des Falls wecken Erinnerungen... 

Die Idee des Falls ist faszinierend und ein wenig absurd zugleich, die "Leichen im Keller" der Familie bilden ein gutes Gerüst für die Story. Dennoch hat mich der Roman nicht ganz überzeugen können. Einige der zahlreichen Erzählperspektiven funktionierten deutlich schlechter als andere, einige empfand ich als nicht zielführend für die Geschichte. Hier scheint das Autorenteam die übrigen Ermittler neben Paula intensiver vorstellen zu wollen, was aber nur mäßig gelingt. Auch das Erzähltempo ist stark schwankend und gerade beim Showdown am Ende ging es mir zu schnell, andere Aspekte um Paulas Vergangenheit dümpelten mehr dahin, auch wenn dennoch klar war, dass hier psychologische Querverweise gezogen werden sollten. Diese wirkten aber nach meinem Erachten zu aufgesetzt. Insgesamt nur ein durchschnittlicher Krimi, in dem mehr Potenzial gesteckt hätte.

A.M. Ollikainen, Die Tote im Container. Lübbe Audio 2022.

Monday, July 11, 2022

Sommer in Finnland: Ein Tag in Helsinki

Wenn man zum zweiten Mal in eine Stadt wie Helsinki kommt, kann man das ein oder andere an Sehenswürdigkeiten getrost am Wege liegen lassen und sich voll und ganz auf die persönlichen Vorlieben einlassen.

Das Amos Rex ist ein Kunstmuseum benannt nach seinem Gründer Amos Anderson, das aufgrund von Platzmangel am ursprünglichen Ort unterirdisch erweitert wurde (Eröffnung 2018) und eine beeindruckende Architektur aufweist. Die aktuelle Ausstellung heißt „Subterranean“ und befasst sich mit dem Unterirdischen auf vielfältige Weise. Vor allem gab es sehr spannende Skulpturen zu sehen.

Das Museum von außen…

…beziehungsweise von oben.


Auf halbem Weg nach unten

Der erste Ausstellungsraum

Down the rabbit hole… Bezug zu Alice im Wunderland!

Auguste Rodin


Blick nach oben, draußen…

Nach der Kunst startete die Tour durch Helsinkis Schreibwaren- und Buchläden, die Muminshops und natürlich war ich auch bei iittala und Arabia. 

Antiquariat


Academic Bookstore

…mit integriertem Muminshop.

Nach all dem Trubel klang der Tag dann an den ruhigen Ufern der Festungsinsel Suomenlinna aus. 

Stadtpanoramen von der Fähre aus (übrigens im Tagesticket des öffentlichen Nahverkehrs inklusive)




 



Wednesday, March 09, 2022

Arto Paasilinna - Die wundersame Reise einer finnischen Gebetsmühle

Arto Paasilinnas Roman Die wundersame Reise einer finnischen Gebetsmühle handelt von Lauri und Kalle, die einen Apparat erfinden, der Gebete, Predigten und religiöse Gesänge aufnehmen, wiedergeben und später wohl auch erzeugen kann. Sie begeben sich auf eine Reise, um für diese Gebetsmühle, wie sie den Apparat nennen, Produktionsstätten und Absatzmärkte zu erschließen. Dabei lassen sie sich von einer absurden Idee zur nächsten treiben und auf wundersame Weise gelingen ihnen auch noch die sonderlichsten Pläne.
Ich habe das Buch etwa zu einem Drittel gelesen und etwa an dieser Stelle treffen sie den Dalai Lama, der den Apparat super findet und sich von den beiden zwei Mungos schenken lässt, die Lauri und Kalle zuvor von einer chinesischen Delegation geschenkt bekommen haben... Paasilinna ist ein humoristischer Autor, der für seine skurrilen Geschichten bekannt ist. Erfahrungswerte zeigen, dass man ihn wohl entweder liebt oder blöd findet. Ich kann mich nicht erinnern, zuvor schon etwas von dem finnischen Autor gelesen zu haben, ich mag schräg aber sonst schon, gerade skandinavisch schräg. Diese Gebetsmühlenstory geht mir allerdings ziemlich auf die Nerven, weswegen ich das Buch jetzt als erledigt betrachte.
Es erfüllte nebenbei die Challenge, das am schlechtesten bewertete Buch von meinem Goodreads-SuB zu lesen - vor diesem Hintergrund ist ein Abbruch nicht nur nicht überraschend, sondern war zu erwarten.

Arto Paasilinna, Die wundersame Reise einer finnischen Gebetsmühle. Bastei Lübbe, Köln 2012.

Tuesday, August 03, 2021

Timo Parvela - Ella in der Schule

Timo Parvelas Ella-Serie ist in Finnland bekannt und beliebt. Der Autor hält sich nicht lange aufhalten mit Einleitungen und Vorstellungen der Charaktere. Man stürzt sofort hinein ins Geschehen in Ellas Klassenzimmer:

Mein Name ist Ella. Ich gehe in die erste Klasse. Meine Klasse ist nett, und unser Lehrer ist auch nett. Oder eigentlich war er nett, denn unser Lehrer ist nicht mehr so wie früher.

Und dann entspinnt sich eine wilde, vielleicht nicht ganz realistische Geschichte, um eine Erpressung des genannten Lehrers, der sich angesichts seiner sehr fantasievollen Klasse oft nicht zwischen Verzweiflung und lautem Lachen entscheiden kann. Die Charaktere in Ellas Klasse sind normale Mädchen und Jungen, mal mutig, mal ängstlich, mal clever und mal begriffsstutzig. Die Geschichten (nach der Erpressung folgt noch ein chaotisches Krippenspiel und ein abenteuerlicher Klassenausflug) sind in einfacher Sprache, aber sehr humorvoll erzählt. Ellas Erzählung folgt der Kinderperspektive, die Situationskomik allein sorgt für viele laute Lacher, aber auch als Erwachsener kann man unter der Oberfläche noch einiges zum Schmunzeln finden. Natürlich wird eine überaus heile Welt geschildert, die Elternhäuser und andere Probleme kommen gar nicht zur Sprache, weil nur von der Schule erzählt wird, aber wie selbstverständlich hält die Klasse zusammen, die Kinder helfen einander (auch wenn sie sich mal beschimpfen und streiten) und sie gehen gern zur Schule. Letzteres eine Prämisse, die ich für ein Buch für die Altersstufe für eine gute Idee halte. Ich mochte Parvelas Erzählstil und habe mich gut amüsiert. 

Timo Parvela, Ella in der Schule. Hanser, München 2013.

Saturday, March 06, 2021

Malin Klingenberg - Elchtage

Bis zu diesem Sommer waren Johanna, die Protagonistin von Elchtage, und Sandra unzertrennlich. Sie hielten sich in ihrer Hütte im Wald auf, beobachteten Tiere und verbrachten Schul- und Freizeit miteinander. Doch Sandra hat sich verändert und einer anderen Gruppe von Mädchen angeschlossen, die Johanna oberflächlich und doof findet. So ist sie von nun an allein in ihrer Hütte, wo sie eines Tages einer Elchkuh begegnet, die sie Wildstern nennt, mit Popcorn füttert und an sich gewöhnt.
Als einige Tierfänger ausgerechnet Wildstern einfangen, um sie an einen Zirkus zu verkaufen, muss Johanna eingreifen - zum Glück hat sie Hilfe von Six, dem Sohn eines der Tierfänger, den Johanna sehr mag.

Elchtage von Malin Klingenberg liest sich dank einfacher, an die junge Zielgruppe angepasster Sprache und kurzer Kapitel schnell - gleichzeitig ist aber der Umfang des Buches für die Vielzahl der angerissenen Themen nicht ausreichend. Da wäre die Frage nach der eigenen Identität: Wer bin ich? Mit wem will ich zusammen sein? Welche Freundschaften brauche ich, welche nicht? Das Thema Jagd und Tierschutz ist Thema, auch die Frage, ob man ein Wildtier zähmen sollte. Und dann bleibt noch der Bereich des Erwachsenwerdens und der ersten Liebe.
Das alles kann auf den etwas mehr als 200 Seiten nicht wirklich mit Tiefe erörtert werden, so bleibt vieles vage und nur angerissen, was eigentlich Potential für eine richtig gute Geschichte gehabt hätte. Das ist schade, denn die Protagonistin mit ihrer Fähigkeit, sich selbst zu genügen, und ihrer Kraft, eigene Wege einzuschlagen und dabei offen für Neues zu bleiben, war mir durchaus sympathisch. Dennoch ist Elchtage in der Summe ein schönes, gut lesbares Buch für junge Mädchen, das Stoff zum Nachdenken bietet.

Malin Klingenberg, Elchtage. dtv, München 2021.

Sunday, August 16, 2020

Nina Sahm - Die Tage mit Bumerang

Nina Sahms Die Tage mit Bumerang spielt in einem winzigen Dorf, in dem Annu seit dem Tod ihrer finnisch-deutschen Eltern allein in einem windschiefen Haus lebt. Sie leidet unter großer Einsamkeit, nachdem sie tragischerweise den Sohn ihres besten Freundes Lars versehentlich angefahren hat. Nun gibt ihr das gesamte Dorf die Schuld daran, Lars ist weggezogen und lässt nur noch selten von sich hören - und auch Annu selbst kann sich selbst nicht mehr leiden. Mehrere Zufälle führen dazu, dass sich nach und nach das Blatt wieder wendet...
Der Roman hat viele Zutaten, die einen für ihn einnehmen können: Skurrile Charaktere - das schräge Schaf eingeschlossen - finnisches Kolorit und einige mehr oder weniger tiefsinnige Lebensweisheiten und eine große Portion Hoffnung, die schließlich aus dem Tal der Traurigkeit hinausführen. Mir persönlich hat die Geschichte zwar gefallen, aber mich nicht tief berührt. Annu sind einige Schicksalschläge zugestoßen und sie versinkt in depressiven Stimmungen. Der Weg daraus hinaus durch ihre ungewöhnlichen Begegnungen - das Schaf, das sich in ihrem Garten ansiedelt, die Mutter mit Kind, die vor ihrem Haus eine Autopanne hat,... - ist mir zu sehr vom Zufall bestimmt und basiert zu wenig auf einer wirklichen Entwicklung Annus. Auch die Auflösung ihrer Schuldgefühle durch eine schlichte Nachricht von Lars' Sohn ist mir zu platt gelöst. Die Anlage der Story hätte Potential zu einer wirklich Entwicklungsgeschichte gehabt, denn im Grunde ist Annu immer noch nur Kind ihrer Eltern, obwohl diese schon tot sind. Statt wirklich aus eigenem Antrieb zu wachsen, lässt sie sich nur mitnehmen und von anderen überzeugen, neue Wege zu gehen. Gefallen haben mir hingegen die vielen schrägen Ideen und Listen, welche die Beziehung von Annu und Lars ausmachen, und die ausgedachten finnischen Sprichwörter, die Die Tage mit Bumerang durchaus zu einem unterhaltsamen Lesevergnügen machten.

Nina Sahm, Die Tage mit Bumerang. Hanser, München 2019.

Saturday, July 11, 2020

Aki Ollikainen - Das Hungerjahr

In seinem kurzen Roman Das Hungerjahr erzählt Aki Ollikainen von der großen finnischen Hungersnot (1866-1868). Die Haupterzählung berichtet von der verzweifelten Marja, die sich aus der Provinz, in der es nichts mehr zu essen gibt, mitten im Winter nach Sankt Petersburg (oder aber mindestens Helsinki) aufmacht, um sich selbst und ihre zwei Kinder zu retten. Dafür muss sie ihren sterbenden Mann zurücklassen, für den keine Hoffnung mehr besteht.
Erschreckend anschaulich werden Hunger und Verzweiflung geschildert, aber auch die unterschiedlichen Reaktionen der Menschen, denen Marja und die Kinder begegnen. Vom blinden Hass, Vergewaltigung bis zum barmherzigen Teilen des wenigen, das diese Menschen noch haben, ist alles dabei. Die ganze Bandbreite menschlichen Handelns wird unter dem Brennglas der überaus großen Not verdeutlicht. Trotz leichtem Hoffnungsschimmer, dass der Hunger mit dem kommenden Frühling ein Ende haben wird, bleibt das Buch in der Summe düster - am eindrücklichsten werden mir die albtraumartigen Passagen in Erinnerung bleiben, wenn unter dem Hunger und im Delirium die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit verschwimmen.

Aki Ollikainen, Das Hungerjahr. Transit, Schwarzenbach 2013.

Tuesday, April 07, 2020

Tove Jansson - Winter im Mumintal

Normalerweise verschlafen die Mumintrolle den Winter, so ist höchst ungewöhnt für den kleinen Mumin, als er mitten im Winter aufwacht. Nur Too-Ticky ist wach und wohnt im Winter im Badehäuschen der Mumins und Klein-Mü entdeckt die Winterwelt auf ihre eigene Weise. Es ist nicht immer leicht für Mumin, sich in der Kälte und der veränderten Natur zurechtzufinden, er wird melancholisch, lernt aber auch, die schönen Seiten des Winters zu schätzen. Leben kommt in die Geschichte, als plötzlich Besuch aus den Nachbartälern kommt und beginnt, die Marmeladenvorräte aufzuessen...

Die Stimmung dieses Mumin-Bandes ist vielleicht zunächst nicht so freudig-positiv wie andere, aber mit Mumin zusammen kann man lernen, dass auch eine Situation, die zunächst schwierig und unliebsam erscheint, ihre guten Seiten hat. Das gilt auch für Menschen, denn auch der Hemul, den zunächst keiner so recht leiden mag, hat seine liebevollen Seiten und kümmert sich um zwei Außenseiter, die durch ihn auch einen Platz in der Welt finden.
Was für eine schöne Botschaft!
Und natürlich sind Tove Janssons Illustrationen sind wunderbar wie immer.

Too-Ticky rettet den Mumintroll, nachdem dieser Mü vom Eis gerettet hat:

 “Quite, quite,' she thought with a little sigh. 'It's always like this in their adventures. To save and be saved. I wish somebody would write a story sometime about the people who warm up the heroes afterward.”



Friday, July 19, 2019

Tove Jansson - Mumins wundersame Inselabenteuer

Der Muminvater ist unzufrieden - nichts zu tun, nichts los im Mumintal! Also segelt die Familie (Eltern, Mumin und die kleine Mü) zur Leuchtturminsel, auf der der Muminvater schon immer leben wollte. Doch die Insel ist keine Trauminsel, sie ist karg, wirkt verlassen und unheimlich. Trotzdem versuchen alle, das Beste daraus zu machen und jedes Familienmitglied geht seiner Wege. Der Vater geht seinen "Forschungen" nach, schafft es aber weder, den Leuchtturm wieder in Betrieb zu nehmen, noch den Geheimnissen des Meeres auf die Spur zu kommen. Die Muminmutter versucht sich an einem neuen Garten, in dem auf der kargen Insel aber nichts gedeiht, und malt schließlich voller Sehnsucht das grüne Mumintal an die Leuchtturmwände. Mumin hat Geheimnisse vor seinen Eltern, er wartet auf die Seepferde und fühlt sich außerdem verantwortlich für die kalte, bedrohliche Morra, die ihnen auf die Insel gefolgt ist. Die kleine Mü tut, was sie immer tut, sie geht ihrer eigenen Wege, selbstbewusst und immer ein bisschen sarkastisch, obwohl sie noch so klein ist. (Ein paar Mal musste ich ihretwegen laut auflachen...) 
Die Ereignisse spitzen sich zu, als die Insel in Bewegung gerät - das Meer und die Morra haben sie in Unruhe versetzt. Ein Herbststurm bringt die Katharsis, die Insel und die Muminnd s werden ruhiger und sogar der depressive, vereinsamte ehemalige Leuchtturmwärter, der als Fischer auf der Insel lebte, kann zu seinem Posten zurückkehren und den Leuchtturm endlich wieder zum Leuchten bringen. Die Morra fasst Vertrauen zu Mumin und verliert ihren Schrecken. Ein verhalten positives Ende für ein Buch, dass ungewohnt düstere Töne in sich hat, die heitere Idylle aus anderen Bänden sucht man hier vergebens, dafür gewinnen die Charaktere eine zusätzliche Tiefe, natürlich auch dadurch, dass sich Tove Jansson für nur vier Hauptfiguren entschieden hat. Mumins wundersame Inselabenteuer ist mehr als "nur ein Kinderbuch" und birgt kleine und große Botschaften für den Einzelnen und das Miteinander.

Tove Jansson, Mumins wundersame Inselabenteuer. Arena, Würzburg 2017.

Thursday, June 06, 2019

Postcrossing - still great

After taking a break from writing cards due to serious work overload I sent out some card two and a half weeks ago. Here's what I received in return already! All my wishes fulfilled! 

A great ocean-related art card:
Vincent Van Gogh: The Sea at Les Saintes-Maries-de-la-Mer (1888)
sent by Nicole from the Netherlands

Inger Nilsson as Pippi Longstocking by Astrid Lindgren (1969)
sent by Claudia from Switzerland

A cute illustration card:
"Peekamew" by Alicia Souza
sent by Clare from the UK

first lighthouse card, sent by Lee from the USA

second lighthouse card,
Quimper lighthouse,
sent by Christelle from Brittany, France

Amazing black and white card:
Robert Doisneau; "La Sonnette", Paris 1934
sent by Tonia, an artist herself, from Paris, France

Moominmama (Tove Jansson)
sent by Raili from Espoo, Finland

Saturday, July 14, 2018

Roman Schatz - Gebrauchsanweisung Finnland

Die Gebrauchsanweisungen des Piper-Verlags bieten eine oft kurzweilige Einstimmung vor der Reise ohne den pragmatisch-touristischen Touch von Reiseführern. Der Verlag wählt Autoren mit besonderer Kenntnis des Landes aus, oftmals sind es ausgewanderte Deutsche.
Roman Schatz lebt seit 1985 in Finnland und ist dort zu einer Größe in der Medienlandschaft geworden - als Drehbuchautor, Journalist und Interviewpartner in allen deutschen Fragen. Der passende Autor also für die Gebrauchsanweisung für Finnland.
Diese deckt die verschiedensten Bereiche finnischen Daseins ab, historisch, wirtschaftlich, kulturell... oft gespickt mit kleinen Beispielen, Witzen und Anekdoten. Es ist ein leicht lesbares, auch unterhaltsames Buch, das zwar teils augenzwinkernd ironisch, aber dennoch stets wertschätzend dem Leser die Finnen und das typisch Finnische nahebringen will.

Roman Schatz, Gebrauchsanweisung für Finnland. Piper, München 2010.

Thursday, June 28, 2018

Jan Costin Wagner - Sakari lernt, durch Wände zu gehen

Die beiden Vorgänger (#4 Das Licht in einem dunklen Haus, 2011, und #5 Tage des letzten Schnees, 2014) von Jan Costin Wagners Reihe um den stillen Ermittler Kimmo Joentaa waren spannend, sprachlich interessant und erzählten ungewöhnliche Geschichten aus ungewöhnlichen Perspektiven.
In der Fortsetzung Sakari lernt, durch Wände zu gehen ist Kimmo plötzlich Vater einer Tochter, die so heißt wie seine verstorbene Frau aus Band 1, Sanna. Im Haus am See scheint er seine Familienidylle gefunden zu haben, auch wenn unklar bleibt, wo die Mutter der Kleinen ist.
Die Idylle wird durchbrochen von Kimmos Kollegen Petri, der Rat bei ihm sucht. Bei einem Einsatz in der Innenstadt von Turku hat er einen jungen Mann erschossen, der nackt mit einem Messer in einem Brunnen stand. Die Situation und der Hintergrund des jungen Mannes wirft viele Fragen auf, denen sich Petri zusammen mit Kimmo stellen will. Dabei tauchen sie ein in gleich zwei von Tragödien geplagten Familien und unter der Lupe der Ermittlung werden die verschiedenen menschlichen Reaktionen auf undenkbare, undenkbar schreckliche Ereignisse sichtbar.
Erzählt wird aus unterschiedlichen Perspektiven der Beteiligten, der Autor gibt allen eine Stimme. In der Hörbuchfassung führt dies an manchen Stellen zu Verständnisschwierigkeiten, eventuell ist zum Teil auch schlecht gekürzt worden. Denn obwohl der Roman eine ähnliche Atmosphäre hat, wie seine Vorgänger, sprang der Funke der Geschichte für mich nicht so recht über. Vieles blieb in der Luft, war psychologisch angerissen, aber nicht zufriedenstellend erklärt und in keinen ordentlichen Gesamtzusammenhang gebracht. Dennoch endet die Geschichte auf einer hoffnungsvollen Note, Menschen mit Wunden und Narben, die sich zusammenschließen, um dennoch in die Zukunft zu blicken und einen Neuanfang - symbolisiert durch das Baumhaus, dass sie gemeinsam wieder aufbauen - wagen.

Jan Costin Wagner, Sakari lernt, durch Wände zu gehen. Argon 2017.

Wednesday, May 09, 2018

One happy Moomin

postcrossing card by Yunxi 
- a Chinese girl studying in the UK sending out a card by a Finish author

Sunday, March 18, 2018

Tove Jansson - Fair Play

Fair Play von Tove Jansson erzählt die Geschichte zweier Künstlerinnen, Jonna und Mari. Sie sind Malerinnen, Schriftstellerinnen, Bildhauerinnen und Regisseurinnen. Sie leben zusammen in einer Dachwohnung, ihre Ateliers mit einem Gang verbunden, in der Mitte die Küche. Im Sommer leben sie, wie die Autorin auch, auf einer kleinen Schäreninsel. Sie reisen, sie zweifeln an ihrer Kunst, sie unterstützen sich, sie kritisieren und streiten sich. Ob sie ein Liebespaar sind, ist nicht relevant.
In sehr kurzen Erzählungen, eher Momentaufnahmen von Gesprächen und Begegnungen, zeichnet Tove Jansson diese spannende Beziehung zweier außergewöhnlicher Frauen. Im alltäglichen verstecken sich Weisheiten und Erkenntnisse.

Gleichzeitig ist einiges von absurder Komik: So erhält Mari einmal einen Brief einer verzweifelten Frau, die von ihr den Sinn der Lebens wissen will. "Und es eilt, sagt sie." Jonne macht verschiedene Vorschläge, was Mari ihr doch antworten soll, um Ruhe zu haben, so als wären alles mögliche Antworten: Sie soll schreiben, sie wisse es nicht. Sie soll schreiben, Liebe. " - könnte man ihr nicht das mit dem Ganz-einfache-Dinge-Erleben schreiben..." Sie soll ihr endlich schreiben, "damit das erledigt ist."

Der autobiographische Bezug ist deutlich, so war Janssons intensive Beziehung zu ihrer Partnerin Tuulikki Pietilä künstlerisch ähnlich fruchtbar wie die ihrer zwei Protagonistinnen und man kommt nicht umhin, sie darum zu beneiden, welch tiefen Gefühle unter einer Schale von Plänkeleien und Alltagsproblemen verborgen sind. Ein kleines feines Buch.

Mari hörte nicht so genau zu, ein abenteuerlicher Gedanke begann Form anzunehmen: die Möglichkeit eines ganz eigenen Alleinseins in Frieden und Erwartung, fast eine Art Jux, den man sich erlauben kann, wenn man mit Liebe gesegnet ist.

Tove Jansson, Fair Play. Urachhaus, Stuttgart 2014.

Saturday, December 30, 2017

Tove Jansson - Mumins lange Reise

Mumins lange Reise ist das erste der Mumin-Bücher von Tove Jansson und wurde erstmals 1945 publiziert.
Mumintroll und seine Mutter sind auf der Suche nach Muminpapa. Sie müssen einen Sumpf durchqueren, über den großen Ozean kommen und erst nach den Schrecken einer großen Überschwemmung finden sie ihn endlich und finden auch das zauberhafte, wunderschöne Mumintal und ziehen in ihr Haus ein. Unterwegs treffen sie zahlreiche, sehr unterschiedliche Charaktere, haben manchmal Angst, aber versuchen jedem offen entgegenzutreten, helfen und erfahren Hilfe. Was für eine Botschaft gleich in dieser ersten Geschichte! Dazu kommen die wunderschönen Zeichnungen der Autorin.

Tove Jansson, Mumins lange Reise. Arena, Würzburg 2007.

im Boot mit den Hatifnatten

der Marabuherr fliegt mit dem Mumintroll

der erste Blick auf das Mumintal