Was Die Spur der Angst bietet, ist leider ein schwacher Abgesang darauf. Während die ursprüngliche Idee eines Täters, der zunächst Tierkadaver makaber dekoriert und dann in seinen weiteren Taten eskaliert, recht interessant ist, verschwimmt dieser Fall in einem Gemisch aus Familiengeplänkel, nutzloser Auseinandersetzung mit dem leicht abstoßenden Detective Slidell und Tempes hirnlosem und ignorantem Verhalten. Schon in einigen der letzten Bände rannte sie im Showdown kopflos in die Falle, hier geht sie nachts allein ihren Kater suchen, obwohl sie weiß, dass ein Killer und ein Stalker unterwegs sind. Die persönlichen Probleme ihrer Familienmitglieder werden von ihr ignoriert und abgetan, es bleibt wenig übrig von ihrer Empathie und Besonnenheit. Die Forensik und die Wissenschaft bekommt keinen Raum in diesem Fall, stattdessen muss man ausführlich psychologischen Gemeinplätzen und philosophischen Ideen über das wahre Böse beiwohnen. Über die Auflösung des Falls will ich besser nichts sagen - nur so viel, dass er mit dem Rest des Romans fast nichts zu tun hat.
Es tut mir wirklich leid um diese Protagonistin und eine meiner Lieblingsreihen, aber es ist nun einmal kein gutes Buch.
Kathy Reichs, Die Spur der Angst. Random House Audio 2026.











