Wie schon im ersten Band, sind der Autorin ihre Charaktere sehr wichtig und besonders Waechter und Hannes Brandl stehen hier im Fokus. Letzterer geht hohe Risiken ein bei seinen Nebenermittlungen, überschreitet seine Kompetenzen und geht bewusst über seine physischen und psychischen Grenzen. Dadurch wird er als Ermittler fast unglaubhaft, denn mit einer Neigung zu so offensichtlichem Fehlverhalten könnte er diesen Job nicht innehaben, schlichtweg unprofessionell, egal, in welchen psychologisch-biografischen Kontext man das einbettet. Waechter ist auch hochgradig problematisch, bleibt aber deutlich menschlich. Am Ende stellt sich die Frage, welche Krise eigentlich die dramatischere war: Der Fall mit seinem fanatischen Mörder oder die Sinn- und Beziehungskrise des Ermittlungsteams. Insgesamt war der Fall schon okay, aber so ganz begeistern konnte mich dieser zweite Band nicht.
Nicole Neubauer, Moorfeuer. Random House Audio 2016.












