Der Prompt lautet "A book about a bachelorette trip" - da war ich froh, dass ein Thriller von Ruth Ware mit auf der Liste war (Romance wäre schlimmer). Also kam das Audiobook auf die Liste, auch wenn mir die anderen Bücher, die ich bisher von der Autorin gelesen habe, nicht allzu sehr gefallen haben: Woman in Cabin 10, Das Chalet und Hinter diesen Türen. Alle sind in einer Form "Locked-Room" Szenarien, dabei macht auch Im dunklen, dunklen Wald keine Ausnahme.
Die sehr isoliert lebende Schriftstellerin Nora erhält eine Einladung zum
Junggesellinnenabschied ihrer besten Highschool-Freundin Clare, obwohl sie diese jahrelang nicht mehr gesehen (und nicht vermisst) hat. Aber es gäbe keinen Roman, wenn sie nicht dennoch hinfährt, zusammen mit einer anderen Schulfreundin. Das Haus Im dunklen, dunklen Wald soll mit seiner Glasfassade und Abgeschiedenheit wohl schon Beklemmung auslösen, doch die Anzahl an merkwürdigen Charakteren, allen voran die Ich-Erzählerin Nora, macht von Beginn an klar, was geschehen wird. Offen bleibt nur noch das wie. Denn neben dem Bericht von diesem Wochenende steht ein Erzählstrang, bei dem Nora mit Gedächtnislücken im Krankenhaus liegt - was ist nur geschehen? Die Polizei ermittelt, sagt aber nichts. Sie erinnert sich teilweise, denkt aber nicht nach. Sie erinnert sich ein bisschen mehr, handelt aber kopflos und dumm. Sie schlussfolgert ein bisschen, handelt aber immer noch kopflos und dumm. Am Ende ist sie mehrmals halbtot durch den Wald gerannt, aber immerhin überlebt sie.
Insgesamt ist der ganze Roman schrecklich vorhersehbar, klischeehaft und man hat die ganze Zeit das Gefühl, das alles doch schon einmal irgendwo gelesen zu haben. Gerade die Einfältigkeit der Protagonistin hat mich massiv gestört, auch die Aufbauschung eines Teenagerdramas von vor zehn Jahren ist als Motiv einfach nicht plausibel. Nicht zu empfehlen, passt aber hundertprozentig zu meinen Einschätzungen ihrer anderen Romane.
Ruth Ware, Im dunklen, dunklen Wald. DAV 2016.










