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Saturday, September 18, 2021

Nikolai Gogol - Tote Seelen

Obwohl Nikolai Gogols Tote Seelen schon lange auf der Leseliste stand, wusste ich bisher sehr wenig über diesen Roman. Bei Librivox ist eine deutsche Aufnahme von Teil 1 und 2 vorhanden, gelesen von Eva K., der man gut zuhören kann.
Mit Satire und Zynismus wird die Geschichte des Pawel Tschitschikow erzählt, der einigen Grundbesitzern auf dem Lande tote Seelen (=Leibeigene) abkauft. Er biedert sich zunächst bei allen gesellschaftlich wichtigen Menschen an, um dann seine Geschäfte abzuwickeln. Die Handlung ist dabei weniger entscheidend als die umfassende Darstellung der korrupten, russischen Gesellschaft. Unverblümt kritisiert er offen russische Eigenarten und gewohnheiten, bindet den Leser stellenweise kumpelhaft in seine Beobachtungen ein und macht sich beständig lustig über seine stereotypen Charaktere.
Das macht über einen gewissen Zeitraum Spaß, in der Tat, aber ich muss auch zugeben, den fragmentierten Roman (für die Details siehe den wikipedia-Artikel) nicht zuende angehört zu haben. Für einen (guten) Eindruck hat es gereicht. 

Nikolai Gogol, Tote Seelen. LibriVox 2017.

Tuesday, August 11, 2020

Alina Bronsky - Baba Dunjas letzte Liebe

Die über 80jährige ehemalige Krankenschwester Baba Dunja schildert ihr einfaches Leben in dem Dorf, in dem sie geboren und aufgewachsen ist. Sie baut ihr eigenes Gemüse an, ist angesehen unter den anderen Dorfbewohnern und sie denkt über ihr Leben und ihre Familie nach. Das klingt nach einer unaufgeregten Geschichte - wäre ihr Dorf Tschernovo nicht in der Nähe des Reaktors von Tschernobyl. Sie ist entgegen aller Vorschriften und Warnungen dorthin zurückgekehrt und ist allein deswegen schon legendär. Als dann in der kleinen Gemeinschaft ein Fremder auftaucht, entwickeln sich die Dinge dramatisch...
Alina Bronsky lässt ihre Protagonistin in Baba Dunjas letzte Liebe sehr schlicht von ihrem Leben erzählen, von den kleinen Dingen und dem großen Drama. Baba Dunja nimmt sich selbst nicht wichtig, obwohl sie mit ihrem selbstgewählten und sehr selbstbestimmten Leben in der Todeszone durchaus besonders ist. Dabei beobachtet sie mit scharfem Blick, was um sie herum passiert, steht ihren Mitmenschen immer wieder bei und das einzige, das sie bereut, ist, ihre Enkelin Laura nicht kennengelernt zu haben. Obwohl das Reaktorunglück nur immer dann direkt zur Sprache kommt, wenn und weil es Baba Dunjas Geschichte beeinflusst hat oder wenn sie andere vor den Gefahren der Strahlung schützen möchte, ist es durchgehend als Teil der Geschichte präsent. Baba Dunjas Erleben dreht sich um ihren Heimatort und sie kann nicht anders, als ihn auch in seiner Verstrahlung als Heimat anzuerkennen - so wird Tschernobyl zwar einerseits verharmlost, andererseits haben sich zumindest die Bewohner von Tschernovo mit der Katastrophe ausgesöhnt.

Alina Bronsky, Baba Dunjas letzte Liebe. Tacheles 2015.

Tuesday, July 07, 2020

Tom Rob Smith - Kind 44

Als ehemaliger Kriegsheld ist Geheimdienstoffizier Leo Demidow ein geachteter Mann in Moskau im Jahr 1953. Sein Linientreue gerät ins Wanken, als ein offenkundiger Mord an einem kleinen Jungen, der nackt und verstümmelt auf den Bahngleisen gefunden wird, zum Unfall erklärt wird - denn offiziell gibt es unter Stalin in der Sowjetunion keine Verbrechen. Gleichzeitig versucht ein gekränkter Kollege ihn zu denunzieren, was nicht nur Leo, sondern auch seine ganze Familie in Gefahr bringt. Doch auch nach seiner Strafversetzung und -degradierung ermittelt er weiter, denn es stellt sich heraus, dass noch viel mehr Kinder auf die gleiche Weise ermordet worden sind. Leo muss weiter viel riskieren, bis er schließlich den Mörder findet.

Kind 44 von Tom Rob Smith ist ein düsteres Buch, das eindringlich die deprimierenden Zustände der sowjetischen Gesellschaft dieser Zeit veranschaulicht. Dabei geht es nicht nur um die Arbeit der Geheimpolizei mit ihren Denunzierungen und Foltermethoden, sondern auch um die Strafverfolgung allgemein, die Problematik der Homosexualität und der allgemeinen Ungerechtigkeit des Systems. Deutlich wird, dass der Staat es zugunsten der Ideologie billigend in Kauf nimmt, dass Unschuldige verbannt, versklavt und getötet werden, um den Schein einer funktionierenden Gesellschaft zu wahren.
Dem Serienmörder liegt der historische Fall des Andrei Romanowitsch Tschikatilo zugrunde, der zwischen 1978 und 1990 über 50 Menschen tötete, den der Autor mit einer persönlichen familiären Geschichte verknüpft.
Die Auflösung und der Showdown hatten meines Erachtens nach Schwächen und es lief dann alles ein kleines Bisschen zu glatt für Leo Deminow und das Ende driftete ins Klischeehafte/Kitschige ab. Insgesamt ist Kind 44 aber zurecht mehrfach ausgezeichnet worden.

Tom Rob Smith, Kind 44. Lübbe Audio 2008.

Tuesday, July 02, 2019

Leo Tolstoi - Anna Karenina

Die Hörspielfassung (WDR und HR, 1967) von Leo Tolstois Anna Karenina kürzt den umfangreichen Roman auf etwa 4,5 Stunden und wurde 2009 im Hörverlag veröffentlicht.

Die Geschichte von Anna Karenina gehört zu den Klassikern der Weltliteratur und ist hinlänglich bekannt: Anna, eine gebildete Frau im Russland in der Mitte des 19. Jahrhunderts, ist verheiratet mit Alexej Karenin. Sie verliebt sich jedoch in den Grafen Alexej Wronskij, wird von ihm schwanger und verlässt ihren Ehemann. Die Liebe dauert jedoch nicht an, sie ist hin- und hergerissen zwischen Wronskij und ihrem bei Karenin zurückgelassenen Sohn Sergej. Sie zweifelt beständig an Wronskijs und an ihren eigenen Gefühlen und weiß schließlich keinen Ausweg mehr und begeht Selbstmord.
Der Roman spiegelt die bessere Gesellschaft Russlands zu der Zeit und wägt verschiedene Moralvorstellungen gegeneinander ab, ohne sich dabei für eine Sichtweise zu entscheiden. Tolstoi urteilt nicht, sondern beleuchtet das Szenario des Ehebruchs (und der unglücklichen Liebe und der lieblosen Ehe und...) von mehreren Seiten. Auch politisch relevante Themen kommen zur Sprache, jedoch fallen diese in dieser Fassung weitgehend den Kürzungen für das Hörspiel zum Opfer. Auch der im Roman nicht unwichtige Erzählstrang um Konstantin Ljewin wird stark vereinfacht.

Die schauspielerische Umsetzung lässt nichts zu wünschen übrig und trotz der doch umfangreichen Kürzungen bekommt man in diesem Hörspiel einen Eindruck von der hohen erzählerischen Qualität des Romans und den beeindruckenden Charakteren.

Sunday, November 25, 2018

Antonina Tkach

by Russian artist Antonina Tkach - Fly to dreams
postcrossing card sent by Oksana from Perm City, Russia

Friday, June 15, 2018

The course of the horse

photo is titled "The course of the horse"
postcrossing card sent by Irina from Russia

Saturday, April 28, 2018

Saturday, May 06, 2017

Monday, March 06, 2017

Learning songs

Learning a song in the Gorky Park, Moscow 1950s, Russia
- apparently a typical leisure activity at the time!
 postcrossing card by Lana from Russia

Saturday, February 11, 2017

Friday, January 13, 2017

Tuesday, January 03, 2017

Ken Follett - Kinder der Freiheit

Kinder der Freiheit ist nach Sturz der Titanen (WK I) und Winter der Welt (WK II) der dritte und letzte Teil von Ken Folletts Jahrhundert-Trilogie. Er beschäftigt sich mit den Geschehnissen von 1961 bis 1989, der Zeit des Kalten Krieges.
Wie auch in den ersten beiden Romanen schildert Follett die Ereignisse durch die Brille einzelner Charaktere, die er in Russland, Deutschland und den USA positiniert. Mit fast 30 Jahren umspannt Kinder der Freiheit eine etwas längere Zeitspanne als die ersten beiden, weswegen Follett trotz des Umfangs von über 1200 Seiten (entsprechend 12 CDs) eine Auswahl in der Schilderung der Ereignisse treffen musste. Zentrale Themen sind der Mauerbau in Berlin und die Trennung von Ost- und Westdeutschland, die Bürgerrechtsbewegung der USA um Martin Luther King, das atomare Wettrüsten der Supermächte und die Schweirigkeiten im Kommunismus um Reformen in einem korrupten System.
Seine fiktiven Charaktere stellt Follett als Berater, Geliebte, Journalistin o.ä. an die Seite oder in die Nähe der realen historischen Figuren, was ihm ermöglicht, Fiktion und Geschichte parallel zu erzählen. Auch werden wieder originale Passagen eingebaut (unausweichlich z.B. dabei die Rede Martin Luther Kings oder Kennedys "Ich bin ein Berliner") und wichtige Ereignisse nacherzählt. Im Vergleich zu den Vorgängerbänden bleiben die Charaktere aber isolierter und haben weniger Querverbindungen und Beziehungen zueinander als ihre Vorfahren. Zwar erzählt Follett wie gewohnt anschaulich und durchaus emotional, aber man hat mehr das Gefühl einer Aneinanderreihung der historischen Ereignisse als das einer logisch gewachsenen Erzählung. Dieses Gefühl hatte ich bei Sturz der Titanen und Winter der Welt nicht, soweit ich mich erinnere. Ich habe durchaus den Eindruck, dieser Band ist der schwächste der drei - er bleibt auch unter seinen Möglichkeiten. Viele der Ereignisse hätten eine vielschichtigere Darstellung aus mehreren Perspektiven verdient gehabt, wie es in Band I und II auch umgesetzt wurde, hier begnügt sich Follett oft nur mit einer Sichtweise, welche landesintern bleibt. Im Vergleich zu den vorangegangenen Generationen blieben mir die Charaktere in Kinder der Freiheit fremder, ihnen fehlte - für mein Empfinden - die Tiefe und Entwicklung.


Ken Follett, Kinder der Freiheit. Lübbe Audio 2014.

Sunday, November 27, 2016

Frederick Morgan - Yuletide

Frederick Morgan (English painter, 1847-1927): Yuletide

The right card for the first advent - postcrossing card by Anastasiya in Siberia, Russia.

Sunday, March 13, 2016

Russian Cyclists in 1903

Cyclist in front of Winter Palace, Palace Square, ca. 1903, St Petersburg, Russia
card sent by Ekaterina from Russia

Thursday, December 10, 2015

Little Pearl

Simply love the colours and fantastic elements on this picture about a "Little Pearl" by Natasha Chetkova. 
The card was sent by Irina from Russia.

Friday, November 13, 2015

Sasha Salmina - In the fog


This card with the title In the fog was sent by Maria from Ukraine and it is an illustration by Russian artist Sasha Salmina. You can see more of her work here. I especially liked this flutist sitting in a tree watching time and paper boats pass by. It is called Music, of course.


Thursday, September 17, 2015

Victoria Kirdiy

illustration card by Russian artist Victoria Kirdiy
The text on back of the card says (as translated by postcrosser Svetlana): 
I wish you happiness, long awaited happiness, as gifts in childhood and resounding as drumroll!

Monday, May 04, 2015

Karlsson in Russia

I read in some comments on the web that Russia wants to ban Karlsson on the Roof by Astrid Lindgren or actually has been trying to ban it for a few years now (article on the new law that started the discussion). So I thought it was a lovely surprise to receive a Karlsson card from Russia the other day. Apparently there is a cartoon series by director Boris Stepantsev.
The card was also signed by several postcrossing members at a meet-up on 12th April with lots of nice wishes and sent by Elvina from Tomsk, Russia.