Saturday, September 03, 2011

Camilla Läckberg: Die Töchter der Kälte


Viel Neues gibt es dem, was ich bereits über Die Eisprinzessin schläft geschrieben habe, nicht hinzuzufügen. Die Töchter der Kälte ist der dritte Roman der Schwedin Camilla Läckberg (über den zweiten, Der Prediger von Fjällbacka, gab es wohl nichts zu sagen?!) und die Protagonisten Erica und Patrik sind inzwischen nicht nur ein festes Paar, sondern haben auch eine Tochter namens Maja bekommen. Passend dazu dreht sich alles um Familienbande und -abgründe.
Ein neunjähriges Mädchen wird aus dem Meer gefischt, man hat sie ertränkt und ihr vorher Asche zu essen gegeben. Läckberg beleuchtet die Verzweiflung der Eltern und die Hilflosigkeit und Betroffenheit der Bekannten und Mitbürger. Parallel dazu wird in Rückblenden (von 1924 an) die Lebensgeschichte von Agnes erzählt, einem reichen Mädchen, das in ihrem Egoismus und Geltungsbedürfnis zu grausamen Dingen fähig ist, dem das Leben aber Paroli bietet. Natürlich steht diese Geschichte am Ende in ursächlichem Zusammenhang mit dem Mord, aber dies wird konsequent - wie auch bei den beiden Vorgängern - erst auf den letzten Seiten des Romans aufgelöst.
Nach wie vor ist Läckbergs Stil sehr gefällig und die Charaktere sind gut gezeichnet. Fast zu gut. Auch Die Töchter der Kälte hat etwas Konstruiertes an sich, die Wendungen werden immer zuvor angekündigt, dann muss der Leser aber brav warten, bis sie dann auch ein paar Seiten später konkretisiert werden. Als Ermittler fand ich Patrik diesmal schwach, nahezu träge. Selbst für Fjällbacka haben seine Befragungen Kindergartenniveau. Und dann eine Aufklärung, die durch eine Fernsehserie ermöglicht werden muss? Nein, ein Lob für besondere Krimi-Qualität und Spannung kann ich nicht aussprechen. Es bleibt ordentliche, aber seichte Unterhaltung.

Camilla Läckberg, Die Töchter der Kälte. Aufbau-Verlag, Berlin 2009.

1 comment:

Anonymous said...

O, I see.. You knows Camilla :-) :-) Nice blogg.....
Byebye
Diny