Richard Bachs
Die Möwe Jonathan wird als Klassiker der spirituellen Literatur betitelt und oft in einem Atemzug wie
Der kleine Prinz von Saint Exupery genannt. Es erschien ganz unauffällig, fast ohne Marketing im Jahr 1970 und wurde quasi durch Mund zu Mund Propaganda bis 1972 zu einem Bestseller. Persönliche, absurde Notiz: Als ich es in der Bibliothek ausleihen wollte, bekam ich eine Fehlermeldung des Scanners. Die nette Bibliothekarin bedankte sich bei mir, dass ich es im Regal wiedergefunden hatte, es war als "verschollen" markiert gewesen. Bücher tauchen auf und verschwinden wieder... Dies ist jedenfalls eine wunderschöne Hardcoverausgabe mit den Möwen-Fotografien von Russel Munson, teilweise auf Vellumpapier gedruckt.
Ich vermute, dass es für Geschichten wie diese bestimmte Alterszeitfenster oder Lebenszeitpunkte gibt. Ich fand Jonathans Streben nach Flugkünsten, Freiheit und Selbstverwirklichung schön erzählt. Es ist eine ansprechende Idee, dass er seine Erkenntnisse als Lehrmeister weitergeben will und damit zu einer Möwenfreiheitsbewegung beiträgt. Die philosophischen Gedanken haben mich aber nur leicht bewegt, wenngleich ich die Allegorie des Fliegens sehr treffend finde für das Suchen nach Freiheit. Dieses Buch kam also vielleicht nicht zum richtigen Zeitpunkt für mich, aber es ist - Ausgabe und Inhalt - ein schönes Buch.
Richard Bach, Die Möwe Jonathan. Ullstein 2003.
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