Tuesday, March 22, 2011

Kate DiCamillo: Winn-Dixie



India Opal Buloni, Tochter eines Predigers, findet im Supermarkt einen streunenden Hund und nimmt ihn mit nach Hause. Sie nennt ihn Winn-Dixie - nach dem Supermarkt. Winn-Dixie kann lächeln und schließt leicht Freundschaften - ...und mit Winn-Dixies Hilfe gelingt dies auch India Opal, obwohl sie sich ohne Mutter und neu in der Stadt zunächst sehr einsam fühlt.

Leicht zu lesende Lektüre etwa ab 9 Jahren. Interessante Charaktere, Außenseiter und Weirdos, Verletzte des Lebens. India Opals Sicht auf diese Menschen und die Welt ist anders und eröffnet damit vielleicht auch jungen Lesern einen anderen Blickwinkel.

Kate DiCamillo: Winn-Dixie. dtv junior, München 2001.

Jonathan Stroud: Bartimaeus - The Ring of Solomon


I thoroughly enjoyed Jonathan Stroud's Trilogy about Bartimaeus, an astonishing spirit, conjured by demoniac magicians to do their bidding. Bartimaeus gets caught in the humans world and involved in their affairs although always longing to return to the Other Place where spirits live. He never gets tired of telling his listeners/readers what a great and ancient spirit he is and what great things he's done. Never lacking a bit of self-irony in all the bragging.
The Ring of Salomon takes us back in time and to Jerusalem where with the help of a magical ring King Salomon reigns over profane humans, magicians and spirits alike. The ring gives its owner nearly absolute power because it enslaves the most powerful magical being.
When in Salomon's name the Queen of Sheba is blackmailed into paying tribute she sends an assassin girl - Asmira - to stop him, kill him and get the ring. A hopeless task - but it isn't if Bartimaeus is around. He - as usual - gets caught in the middle of trouble and - as usual - saves the day. But how ... I won't tell.
First I had difficulties to re-enter Bartimaeus' world and style - maybe it was the ancient setting, maybe it was because events started slowly. Nevertheless, Bartimaeus is a great character, fun to be with and altogether an enjoyable read including laughter and the right tension.

Jonathan Stroud, Bartimaeus - The Ring of Salomon. Randomhouse, London 2010.

Sunday, March 13, 2011

Leo Lionni: Frederick


In der alten Steinmauer wohnte eine Familie schwatzhafter Feldmäuse. Als es Herbst wurde, sammelten alle Mäuse Vorräte für den Winter. Alle - bis auf Frederick.
Die Mäuse fragten ihn: "Frederick, warum arbeitst du nicht?"
"Ich arbeite doch", sagte Frederick, "ich sammle Sonnenstrahlen für die kalten dunklen Wintertage."
Außerdem sammelte er noch Farben und Wörter - und als der Winter da war, die Vorräte fast aufgegessen und es kalt und dunkel wurde, da kann Frederick erzählen... von den Sonnenstrahlen und den Farben...

...und von den Wörtern, die er gesammelt hat:

"Wer streut die Schneeflocken? Wer schmilzt das Eis?
Wer macht lautes Wetter? Wer macht es leis?
Wer bringt den Glücksklee im Juni heran?
Wer verdunkelt den Tag? Wer zündet die Mondlampe an?

Vier kleine Feldmäuse wie du und ich
wohnen im Himmel und denken an dich.

Die erste ist die Frühlingsmaus, die lässt den Regen lachen.
Als Maler hat die Sommermaus die Blumen bunt zu machen.
Die Herbstmaus schickt mit Nuss und Weizen schöne Grüße.
Pantoffeln braucht die Wintermaus für ihre kalten Füße.

Frühling, Sommer, Herbst und Winter sind vier Jahreszeiten.
Keine weniger und keine mehr. Vier verschiedene Fröhlichkeiten."

Als Frederick aufgehört hatte, klatschten alle und riefen: "Frederick, du bist ja ein Dichter!"
Frederick wurde rot, verbeugte sich und sagte bescheiden:
"Ich weiß es - ihr lieben Mäusegesichter."



frei nach: Leo Lionni, Frederick und seine Mäusefreunde. Beltz, Weinheim Basel 2005.

Sunday, March 06, 2011

Simon Beckett: Verwesung


David Hunter ist zurück. Nach Die Chemie des Todes, Kalte Asche und Leichenblässe erschien im Februar Band 4, Verwesung.

Der erste Teil des Romans ist ein Sprung acht Jahre in die Vergangenheit, als Hunter bei der Entdeckung einer Leiche im Dartmoor hilft, die nur eines der Opfer von Gewalttäter Jerome Monk ist, der geständig und verurteilt im Gefängnis sitzt. Nur seine Opfer sind bisher noch nicht gefunden worden. Das Ermittlerteam setzt sich fast nur aus unsympathischen Menschen zusammen. Eben dieses Team spielt acht Jahre später im zweiten Teil (nach dem Tod von Hunters Familie, dem Überfall auf ihn und natürlich den anderen drei Fällen!) wieder eine Rolle, als Monk aus dem Gefängnis ausbricht und erneut Gewalttaten geschehen.

Auffällig ist, dass die Verwesung, mit der der Roman betitelt und die Hunters Fachgebiet ist, gar keine entscheidende Rolle spielt. War bei den Vorgängern Hunters Spezialwissen gefragt und zentrales Moment der Handlung, so ist es hier ein verwirrendes Beziehungsgeflecht, in das er unfreiwillig eingebunden ist und wird, so dass er der Aufklärung im Grunde gar nicht entkommen kann, da er in diesem Netz festsitzt.
Die Auflösung ist nicht schlecht, wenngleich stärker voraussehbar als bei den anderen drei Romanen. Man hat das Gefühl, Hunter legt ein weiteres Stück Vergangenheit zu den Akten mit diesem Fall, wohin das bei der Entwicklung seines Charakters führt, wird man sehen müssen.
Sehr einnehmend ist nach wie vor der Erzählstil, wieder einmal ein Pageturner, der in einem Tag durchgelesen werden wollte.
Wer neu mit Beckett beginnt, sollte allerdings chronologisch vorgehen, Band 4 ist nicht der ideale Einstieg, um Hunter kennenzulernen.
Simon Beckett, Verwesung. Rowohlt, Hamburg 2011.