Nachdem Nur eine böse Tat (Inspector Lynley #18) meines Erachtens mit einer gänzlich kopflosen Barabara Havers ein wirklicher Tiefpunkt der Serie war, konnte es in dem neuen Band Bedenke, was du tust eigentlich nur bergauf gehen.Wieder war das Audiobook eine gutee Option, die über 700 Seiten etwas angenehmer zu gestalten, Stefan Wilkening liest wieder auf durchgehend angenehme Weise.
Nach ihrem katastrophalen Verhalten im vorangegangenen Fall kann sich Barbara Havers keine weiteren Fehltritte mehr leisten, sie steht schon auf der Abschussliste ihrer unsympathischen Chefin Isabelle Ardery.
Inspector Lynley verschafft ihr die Möglichkeit, sich bei einem neuen Fall zu beweisen.
In Cambridge ist die feministische Autorin Clare Abbott tot in ihrem Hotelzimmer aufgefunden worden - ihre Freundin und Lektorin Rory Stratham glaubt nicht an einen natürlichen Tod, was sich schließlich auch bewahrheitet, als auch Rory kurz darauf mit Vergiftungserscheinungen aufgefunden wird. Die Spur führt nach Dorset, wo die Autorin und auch ihre Assistentin, Caroline Goldacre, lebten. Barbara and Winston ermitteln gemeinsam und tragen nach und nach immer mehr Puzzleteile zusammen, um hinter die verworrenen Beziehungen und Zusammenhänge zu kommen.
Was sich, so zusammengefasst, nach einem klaren Fall anhört, wird von Elizabeth George aber deutlich vielschichtiger angelegt. Eine große Gruppe von Personen wird ausführlich in Rückblicken und mit (langen) eigenen Erzählabschnitten eingeführt, nicht alle sind dabei für den Fall besonders relevant. Gleichzeitig erleben wir noch Lynley's Beziehungsschwierigkeiten mit seiner Tierärztin, die inzwischen nach London gezogen ist. Das heißt nicht, dass die Nebenfiguren und -handlungen schlecht erzählt sind, aber sie sind zahlreich und umfangreich. Trotzdem ist die eigentliche Ermittlungsarbeit stringend und logisch, es fällt keine Lösung zufällig vom Himmel, sondern Barbara beweist tatsächlich, dass sie denken kann. Ein Viertel Länge und Details weniger und es hätte ein Roman sein können, der an die erste Bände der Serie hätte heranreichen können.
Elizabeth George, Bedenke, was du tust. Hörverlag 2015.
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Thursday, March 31, 2016
Elizabeth George's Inspector Lynley Series
This is the list of novels about Inspector Lynley and Barbara Havers in chronological order:
- (1988) Gott schütze dieses Haus / A Great Deliverance
- (1989) Keiner werfe den ersten Stein / Payment in Blood
- (1990) Auf Ehre und Gewissen / Well-Schooled in Murder
- (1991) Mein ist die Rache / A Suitable Vengeance
- (1992) Denn bitter ist der Tod / For the Sake of Elena
- (1993) Denn keiner ist ohne Schuld / Missing Joseph
- (1994) Asche zu Asche / Playing for the Ashes
- (1996) Im Angesicht des Feindes / In the Presence of the Enemy
- (1997) Denn sie betrügt man nicht / Deception on his Mind
- (1999) Undank ist der Väter Lohn / In Pursuit of the Proper Sinner
- (2001) Nie sollst du vergessen / A Traitor to Memory
- (2003) Wer die Wahrheit sucht / A Place of Hiding
- (2005) Wo kein Zeuge ist / With No One as Witness ⭐️⭐️⭐️⭐️
- (2006) Am Ende war die Tat / What Came Before He Shot Her
- (2008) Doch die Sünde ist scharlachrot / Careless in Red
- (2010) Wer dem Tode geweiht / This Body of Death ⭐️⭐️⭐️⭐️
- (2012) Glaube der Lüge / Believing the lie ⭐️⭐️⭐️⭐️
- (2013) Nur eine böse Tat / Just one evil act⭐️⭐️
- (2015) Bedenke, was du tust / A Banquet of Consequences ⭐️⭐️⭐️
- (2018) Wer Strafe verdient / The Punishment She Deserves ⭐️⭐️
- (2022) Was im Verborgenen ruht / Something to Hide
Saturday, January 23, 2016
Elizabeth George - Nur eine böse Tat
Die Hardcover-Ausgabe des 18. Inspector-Lynley-Romans von Elizabeth George war mit 864 Seiten ein wirklicher Brocken im Stapel der ungelesenen Bücher. Die mittelprächtigen und schlechten Rezensionen ließen es auf der Leseliste immer wieder weit nach unten rutschen. Aber altgeliebte Autoren gibt man nicht so gern und nicht so schnell auf und so erschien die Audiobook-Ausgabe als ein möglicher Ausweg, wenn auch ein über 27 Stunden andauernder Ausweg.
Wie das Cover vermuten lässt, spielt ein Teil des Romans in der Toskana, so dass neben Lynley und Barbara Havers auch noch ein italienischer Kommissar zu den Protagonisten zählt.
Hadiyyah, die Tochter von Azhar, Barbaras Nachbar, wird von ihrer Mutter ohne Wissen des Vaters mitgenommen. Azhar ist am Boden zerstört und Barbara will ihm unbedingt helfen. Unbedingt. Damit ist das Hauptthema des Buches bereits dargelegt. Sie heuern einen zwielichtigen Privatdetektiv an, um Hadiyyah zu finden - später erfahren sie, dass das Kind in Lucca entführt worden ist, die Mutter ist in heller Aufregung und gibt Azhar die Schuld. Der reist daraufhin auch nach Italien, ebenso wie Lynley, der als Verbindungspolizist vermitteln soll, während Barbara in London bleiben muss. Um Azhar dennoch zu helfen, übertritt sie alle möglichen Vorschriften - aber sie will ihm unbedingt helfen. Ihren Aktionen fehlt jeder Verstand, eine Tatsache, die gänzlich charakterfremd ist für die sonst so scharfsichtige Barbara Havers, sie geht hohe Risiken ein, um einem Mann zu helfen, der ihr gegenüber nur milde Zuneigung zeigt und dessen Unschuld keineswegs erwiesen ist.
Als Hadiyyah gefunden wird,wundert man sich, dass noch die Hälfte des Romans übrig ist. Die ganze Dramatik wiederholt sich, als Hadiyyas Mutter kurz darauf ermordet wird. Azhar wird beschuldigt und verhaftet, Havers zwanghafte Aufopferung geht in eine weitere Runde.
Zum Glück hat zumindest der italienische Kommissar noch seinen Verstand beisammen und klärt das Verbrechen auf, so dass sich in Teilen alles zum Guten wendet. Nur Havers scheint eigentlich nicht zu retten zu sein, aber ein ebenso untypisches Verhalten ihrer Vorgesetzten Ardery wendet das Schlimmste ab. Die Beziehung zu Lynley scheint aber dennoch zerstört - hier ist abzuwarten, wie die Autorin das im folgenden Band fortsetzen wird.
Langatmiger Erzählstil, überflüssige Handlungsteile, atypisch und kopflos handelnde Protagonisten, unter- sowie überentwickelte Nebencharaktere, kaum Ermittlungstätigkeit und ein etwas erzwungener Schluss - dieser 18. Band war ähnlich schlimm wie befürchtet. Im nächsten soll George angeblich wieder den Fokus auf den Kriminalfall und die Ermittlung legen, das lässt hoffen. Milde hoffen.
Elizabeth George, Nur eine böse Tat. Hörverlag 2015.
Wie das Cover vermuten lässt, spielt ein Teil des Romans in der Toskana, so dass neben Lynley und Barbara Havers auch noch ein italienischer Kommissar zu den Protagonisten zählt.
Hadiyyah, die Tochter von Azhar, Barbaras Nachbar, wird von ihrer Mutter ohne Wissen des Vaters mitgenommen. Azhar ist am Boden zerstört und Barbara will ihm unbedingt helfen. Unbedingt. Damit ist das Hauptthema des Buches bereits dargelegt. Sie heuern einen zwielichtigen Privatdetektiv an, um Hadiyyah zu finden - später erfahren sie, dass das Kind in Lucca entführt worden ist, die Mutter ist in heller Aufregung und gibt Azhar die Schuld. Der reist daraufhin auch nach Italien, ebenso wie Lynley, der als Verbindungspolizist vermitteln soll, während Barbara in London bleiben muss. Um Azhar dennoch zu helfen, übertritt sie alle möglichen Vorschriften - aber sie will ihm unbedingt helfen. Ihren Aktionen fehlt jeder Verstand, eine Tatsache, die gänzlich charakterfremd ist für die sonst so scharfsichtige Barbara Havers, sie geht hohe Risiken ein, um einem Mann zu helfen, der ihr gegenüber nur milde Zuneigung zeigt und dessen Unschuld keineswegs erwiesen ist.
Als Hadiyyah gefunden wird,wundert man sich, dass noch die Hälfte des Romans übrig ist. Die ganze Dramatik wiederholt sich, als Hadiyyas Mutter kurz darauf ermordet wird. Azhar wird beschuldigt und verhaftet, Havers zwanghafte Aufopferung geht in eine weitere Runde.
Zum Glück hat zumindest der italienische Kommissar noch seinen Verstand beisammen und klärt das Verbrechen auf, so dass sich in Teilen alles zum Guten wendet. Nur Havers scheint eigentlich nicht zu retten zu sein, aber ein ebenso untypisches Verhalten ihrer Vorgesetzten Ardery wendet das Schlimmste ab. Die Beziehung zu Lynley scheint aber dennoch zerstört - hier ist abzuwarten, wie die Autorin das im folgenden Band fortsetzen wird.
Langatmiger Erzählstil, überflüssige Handlungsteile, atypisch und kopflos handelnde Protagonisten, unter- sowie überentwickelte Nebencharaktere, kaum Ermittlungstätigkeit und ein etwas erzwungener Schluss - dieser 18. Band war ähnlich schlimm wie befürchtet. Im nächsten soll George angeblich wieder den Fokus auf den Kriminalfall und die Ermittlung legen, das lässt hoffen. Milde hoffen.
Elizabeth George, Nur eine böse Tat. Hörverlag 2015.
Wednesday, October 23, 2013
Elizabeth George - Whisper Island - Sturmwarnung
Fantasy ist eigentlich nicht das richtige Label für Whisper Island - Sturmwarnung von Elizabeth George. Die bekannte Thriller-Autorin versucht sich erstmals an einem anderen Genre, einem Young-Adult-Mystery-Roman. Warum jetzt, warum dieses Genre? Das könnte nicht vielleicht mit dem großen Erfolg andere Werke in diesem Genre (zum Beispiel Twilight oder Hunger Games) zusammenhängen? Es wird sich sicher gut verkaufen.
Doch zunächst zum Inhalt:
Die Protagonistin hat die besondere Gabe, die Gedanken anderer Menschen zu hören, dieses Flüstern ist zugleich von Vorteil als auch eine Belastung, denn sie weiß noch nicht recht damit umzugehen. Als sie durch ein Flüstern ihres Stiefvaters erfährt, dass dieser jemanden ermordet hat, müssen sie und ihre Mutter fliehen. Unter dem Namen Becca King soll sie bei einer Freundin der Mutter auf einer abgelegenen Insel unterkommen, diese verstirbt jedoch und Becca ist auf sich gestellt. Zwar findet sie eine Unterkunft und kann sogar zur Schule gehen, jedoch weiß sie nie, wem sie wirklich vertrauen kann und tut sich schwer, Beziehungen aufzubauen, da sie ständig Angst vor Entdeckung hat. Als ein Mitschüler im Wald aus unbekannten Gründen stürzt und danach im Koma liegt, beginnen Verdächtigungen und auch polizeiliche Ermittlungen, die Becca das Leben noch schwerer machen.
Wie bei George nicht anders zu erwarten, ist Whisper Island - Sturmwarnung in einem ordentlichen (wenn auch nicht überragend guten) Erzählstil geschrieben und weist gute Charaktere auf. Leider mit einer Ausnahme: Die Protagonistin selbst bleibt seltsam schwer zu greifen, bietet wenig Identifikationsfläche. Die meiste Zeit entschied sich George für einen personalen Erzählstil aus Beccas Perpektive, was plausibel scheint, bietet sie doch durch ihre besondere Fähigkeit, die Gedanken anderer zu hören, gleichzeitig die Möglichkeit, das Innenleben der anderen Charaktere zu beleuchten. Dann und wann aber wechselt die Erzählung zu anderen Personen, was dann eher ungewohnt/unpassend wirkt.
Becca wird nur in wenigen Situationen als Teenager dargestellt, Verliebtheit und körperliche Unsicherheit kommen zwar vor, wirken dann aber etwas aufgesetzt, ansonsten wirken die Jugendlichen eher wie Erwachsene.
Dann dieses Flüstern: George tut ihr Möglichstes, die Abgerissenheit und Unvollständigkeit von Gedanken darzustellen, Wortfetzen, unvollständige Sätze, dann auch wieder zusammenfallend mit Gerüchen und sensorischen Empfindungen wie Wärme oder Dunkelheit, man versteht die Verwirrtheit Beccas durchaus. Dennoch tappt sie manchmal auf eine Art und Weise im Dunkeln über die Menschen um sie herum, dass es schon nahezu beschämend ist. Die meisten Personen, denen sie näherkommt, meinen es gut mit ihr, helfen ihr, unterstützen sie. Dennoch verschließt sie sich in den Momenten, wo es sinnvoll wäre, diesen Menschen zu vertrauen, im späteren Verlauf platzt sie dagegen emotional mit ihren Geheimnissen heraus.
Man hat dadurch das Gefühl, die Geschichte zieht sich unnötig in die Länge - wäre sie früher mit der Wahrheit herausgekommen, hätte sich auch eine schnellere, bessere Lösung gefunden. Beccas Handeln ist nicht plausibel, ihre Gabe steht ihr im Weg, statt ihr zu helfen, besser mit Menschen umzugehen, das ist unglaubwürdig.
Betrachtet man den Plot um den Jungen im Koma als Haupthandlungsstrang, so wird auch dieser mäßig aufgelöst, viel Lärm um Nichts, eine Art MacGuffin. Dafür wird die Leserschaft mit einem ordentlichen Cliffhanger darauf aufmerksam gemacht, dass Whisper Island - Sturmwarnung nur der erste Band einer Reihe ist und bei dem tatsächlichen Problem, nämlich dem bedrohlichen Stiefvater, noch nichts weiter passiert ist. Und das auf 448 Seiten bzw. in meinem Fall ca. sieben Stunden.
Als geglücktes Jugendbuchdebut ist der Roman auf gar keinen Fall zu bezeichnen.
Die Hörbuchlesung von Laura Maire war in Ordnung.
Elizabeth George, Whisper Island - Sturmwarnung. Lübbe Audio 2013.
Doch zunächst zum Inhalt:
Die Protagonistin hat die besondere Gabe, die Gedanken anderer Menschen zu hören, dieses Flüstern ist zugleich von Vorteil als auch eine Belastung, denn sie weiß noch nicht recht damit umzugehen. Als sie durch ein Flüstern ihres Stiefvaters erfährt, dass dieser jemanden ermordet hat, müssen sie und ihre Mutter fliehen. Unter dem Namen Becca King soll sie bei einer Freundin der Mutter auf einer abgelegenen Insel unterkommen, diese verstirbt jedoch und Becca ist auf sich gestellt. Zwar findet sie eine Unterkunft und kann sogar zur Schule gehen, jedoch weiß sie nie, wem sie wirklich vertrauen kann und tut sich schwer, Beziehungen aufzubauen, da sie ständig Angst vor Entdeckung hat. Als ein Mitschüler im Wald aus unbekannten Gründen stürzt und danach im Koma liegt, beginnen Verdächtigungen und auch polizeiliche Ermittlungen, die Becca das Leben noch schwerer machen.
Wie bei George nicht anders zu erwarten, ist Whisper Island - Sturmwarnung in einem ordentlichen (wenn auch nicht überragend guten) Erzählstil geschrieben und weist gute Charaktere auf. Leider mit einer Ausnahme: Die Protagonistin selbst bleibt seltsam schwer zu greifen, bietet wenig Identifikationsfläche. Die meiste Zeit entschied sich George für einen personalen Erzählstil aus Beccas Perpektive, was plausibel scheint, bietet sie doch durch ihre besondere Fähigkeit, die Gedanken anderer zu hören, gleichzeitig die Möglichkeit, das Innenleben der anderen Charaktere zu beleuchten. Dann und wann aber wechselt die Erzählung zu anderen Personen, was dann eher ungewohnt/unpassend wirkt.
Becca wird nur in wenigen Situationen als Teenager dargestellt, Verliebtheit und körperliche Unsicherheit kommen zwar vor, wirken dann aber etwas aufgesetzt, ansonsten wirken die Jugendlichen eher wie Erwachsene.
Dann dieses Flüstern: George tut ihr Möglichstes, die Abgerissenheit und Unvollständigkeit von Gedanken darzustellen, Wortfetzen, unvollständige Sätze, dann auch wieder zusammenfallend mit Gerüchen und sensorischen Empfindungen wie Wärme oder Dunkelheit, man versteht die Verwirrtheit Beccas durchaus. Dennoch tappt sie manchmal auf eine Art und Weise im Dunkeln über die Menschen um sie herum, dass es schon nahezu beschämend ist. Die meisten Personen, denen sie näherkommt, meinen es gut mit ihr, helfen ihr, unterstützen sie. Dennoch verschließt sie sich in den Momenten, wo es sinnvoll wäre, diesen Menschen zu vertrauen, im späteren Verlauf platzt sie dagegen emotional mit ihren Geheimnissen heraus.
Man hat dadurch das Gefühl, die Geschichte zieht sich unnötig in die Länge - wäre sie früher mit der Wahrheit herausgekommen, hätte sich auch eine schnellere, bessere Lösung gefunden. Beccas Handeln ist nicht plausibel, ihre Gabe steht ihr im Weg, statt ihr zu helfen, besser mit Menschen umzugehen, das ist unglaubwürdig.
Betrachtet man den Plot um den Jungen im Koma als Haupthandlungsstrang, so wird auch dieser mäßig aufgelöst, viel Lärm um Nichts, eine Art MacGuffin. Dafür wird die Leserschaft mit einem ordentlichen Cliffhanger darauf aufmerksam gemacht, dass Whisper Island - Sturmwarnung nur der erste Band einer Reihe ist und bei dem tatsächlichen Problem, nämlich dem bedrohlichen Stiefvater, noch nichts weiter passiert ist. Und das auf 448 Seiten bzw. in meinem Fall ca. sieben Stunden.
Als geglücktes Jugendbuchdebut ist der Roman auf gar keinen Fall zu bezeichnen.
Die Hörbuchlesung von Laura Maire war in Ordnung.
Elizabeth George, Whisper Island - Sturmwarnung. Lübbe Audio 2013.
Elizabeth George - The Edge of Nowhere
Fantasy is not the right label for The Edge of Nowhere
by Elizabeth George. The popular thriller author tries out a totally
different genre, a young-adult-mystery-novel. Why now, why this genre?
It couldn't probably have something to do with the huge success of other
novels of this genre (e.g.Twilight or The Hunger Games)? It'll probably
sell well. But let's get to the plot:
The main character has the special gift to hear other people's thoughts. These whispers are an advantage but also a burden because she can't really cope with it. When the whispers of her stepdad reveal that he murdered someone her mother decides they have to flee. Under the name Becca King she is supposed to live with her mother's friend on a remote island. The mother's friend dies unexpectatedly and Becca is on her own. She manages to find a home and even to go to school but she never knows whom to trust. She has problems building true relationships because she continously fears for her true identity to be discovered.
When a fellow student has a major accident in the forest and lies in a coma, everyone starts to suspect things and the police starts to investigate.
As to be expected with Elizabeth George the writing of The Edge of Nowhere is okay (but not extremely well) and most of the characters are well-constructed. Sadly with a big exception:
The main character stays strangely flat, she's hard to identify with. Most of the time, George decided on a personal perspective from Beccas point of view which is more than plausible because her unique gift enables us to have an inner view of other characters too because of their whispers. But George switches the perspective to some other characters too which was rather irritating.
Only in a few moments Becca is portrayed as a real teenager, feelings of love or personal physical insecurity do come up, but seem rather inappropriate, the teenager behave like adults most of the time.
And the whispers... George does her best to mirror the abruption and incompleteness of thoughts: bits and pieces of words, incomplete sentences, sometimes combined with smells or other senses of warmth or darkness. It's possible to understand Becca's confusion.
Nonetheless it's quite strange that she stays in the dark about the feelings and motives of the people around her so completely. It's quite embarrassing considering that most of the people try to help and understand her. She shuts up when it would be better to trust people and in the later parts of the novel she bursts out all her secrets in an emotional, uncontrolled way.
You get the feeling the story is stretched out - had Becca decided to come out earlier with her story, everything could have been sorted out earlier and easier. Her actions aren't plausible, her gift obstructs her instead of helping her to better cope with people.
Looking at the plot of the boy in a coma it ends unsatisfactory, much ado about nothing, a kind of MacGuffin. But you get your cliffhanger, of course The Edge of Nowhere is only the first of the series - must be, because relating to the main problem - the dangerous stepfather - nothing has happened (in more than 400 pages or seven hours of audiobook)!
This isn't what you would call a successfull debut in this new genre for Elizabeth George.
Friday, October 19, 2012
Elizabeth George - Glaube der Lüge
Inspector Lynley und Barbara Havers sind inzwischen beim 17. gemeinsamen Band angekommen. Die Verhältnisse haben sich derweil etwas verschoben. Lynley, immer noch angeschlagen durch den Tod seiner Frau Helen, hat eine Affäre mit seiner Chefin Isabelle Ardery, die wiederum neben der Eifer- und Kontrollsucht auch mit ihrem Alkoholismus zu kämpfen hat.
Daher ist es etwas problematisch, als Lynley von seinem Vorgesetzten Hillier zu einer diskreten Ermittlung nach Cumbria in den Norden geschickt wird, von der Ardery nichts wissen soll. Der Neffe eines adligen Toilettenherstellers ist ertrunken – war es ein Unfall oder war es Mord? Lynley bittet seine Freunde Simon und Deborah Sinclair zu Hilfe, die mit ihm die Familie des Opfers unter die Lupe zu nehmen. Jeder hat etwas zu verbergen, immer mehr schmutzige Wäsche wird hervorgezerrt, die nur teilweise mit dem Tod des Neffen zu tun hat, so dass schlussendlich ganz andere Ergebnisse bei den Ermittlungen herauskommen als eigentlich gewollt.
Glaube der Lüge (Originaltitel Believing the Lie) beschäftigt sich weniger mit der kriminalistischen Aufklärung eines Mordfalls als vielmehr mit den Verstrickungen und Geheimnissen, die jeder scheinbar mit sich herumträgt. Keiner der Beteiligten sagt die Wahrheit, erst am Schluss zeigen einige ihre echten Gefühle und Interessen. Auch die liebgewonnenen Protagonisten müssen sich Selbstbetrug und verborgene Interessen gegenüber ihren Partnern eingestehen, so hat sich George für jeden Lügen ausgedacht, an die zu glauben oder die zu enttarnen jeder für sich entscheiden muss.
Als Kriminalroman ist Glaube der Lüge kaum zu bezeichnen, wenngleich das Buch durchaus spannend ist, gerade wenn sich die parallelen Erzählstränge sich ihren unterschiedlichen Enden nähern. Nicht alles geht gut aus, so dass sich schon wieder neue Fragen für den Folgeband entstehen. Unsere liebgewonnenen Protagonisten Lynley und Havers machen beide am Ende die Erfahrung, dass sie das Glauben an bequeme Lügen in die Irre geführt hat und brechen mit der Lüge, die Folgen sind noch nicht absehbar.
Elizabeth George, Glaube
der Lüge. Goldmann, München 2012.
Sunday, June 06, 2010
Elizabeth George: This Body of Death
Beinahe 600 Seiten umfasst der neue Elizabeth George Krimi "This Body of Death" um Inspector Lynley und Barbara Havers. Ersterer tritt wieder den Dienst bei Scotland Yard an, um Isabelle Ardery als vorläufige Superintendentin bei einem Mordfall zu helfen.Auf einem Friedhof in London wird eine Frauenleiche gefunden, das Opfer war Model für das Siegerfoto einer Portraitfotoausstellung und stammte ursprünglich aus New Forest Hampshire. Damit sind zwei der Handlungsorte bestimmt. Parallel dazu präsentiert uns George eine Art Protokoll oder Bericht über einen tatsächlichen Fall von Kindsmord durch drei jugendliche Täter in England, dessen Sinn sich passend zur Lösung des Falles klärt.
Wie immer sehen wir einzelne Teile des Puzzles durch die Augen der Beteiligten, der komplex konstruierte Fall spitzt sich nach und nach zu.
Nachdem ich die letzten Fälle auf Deutsch gelesen und gehört hatte, war der Sprach- und Erzählstil von Elizabeth George im Original anspruchsvoll und ein Genuss für mich. Meiner Meinung nach bringt sie den Fall gedanklich zwar exzellent zuende, die Handlung des tatsächlichen Endes bleibt aber ein wenig flach nach dem langen Spannungsaufbau. Lynley und auch Havers machen als Charaktere erneut viel Freude.
Ein guter Krimi.
Elizabeth George, This Body of Death. Hodder & Stoughton, London 2010.
Monday, May 18, 2009
Elizabeth George - Wo kein Zeuge ist
Jetzt nach angemessener Pause gefällt mir der Stil und das gesamte Britische wieder sehr gut. Die Story ist auf der persönlichen Ebene der Protagonisten hochdramatisch und der Fall auch bei weitem brutaler und raffinierter als man das sonst von George gewohnt ist. So zumindest mein subjektiver Eindruck.Jetzt werde ich "Doch die Sünde ist scharlachrot" (2008), die Fortsetzung mit dem verzweifelten Lynley, natürlich auch in Angriff nehmen. Alte Sympathien rosten eben doch nicht.
Das Audiobook wird übrigens gelesen von Sabine Postel, wieder eine deutsche Tatortkommissarin, die Krimigrößen ihre Stimme leiht, zwar kein Dietmar Bär oder Jan-Josef Liefers, aber ganz ordentlich.
Elizabeth George, Wo kein Zeuge ist, Random House Audio 2005.
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