Der Mann auf dem blauen Fahrrad in Lars Gustaffsons kurzem Roman heißt Jan Friberg. Er ist Vertreter für eine neuartige Küchmaschine im Jahr 1953 in der schwedischen Provinz Västmanland. An einem herbstlichen Oktobertag stürzt er mit dem Rad und verstaucht sich das Handgelenk, so dass er das nah gelegene Herrenhaus betritt. Sein Aufenthalt dort gestaltet sich seltsam: Zunächst scheint ihn niemand wahrzunehmen, dann wird er in die Bibliothek geschickt, aber zunächst sieht niemand nach ihm. Er nimmt Gegenstände, Bücher und ein Fotoalbum zur Hand und schläft schließlich in einem Sessel ein. Im Folgenden verschwimmen die Grenzen zwischen Traum, Rückblenden und der scheinbar realen Welt. Die daraus resultierenden kurzen Geschichten spielen im Schweden der Vorkriegszeit, handeln von Schiffen, schönen Frauen und anderen Dingen. Die Geschichten basieren, so erfährt man, auf Fotografien von Lars Gustaffsons Vater.Sprachlich gefällt mir Der Mann auf dem blauen Fahrrad durchaus, aber alles ist so wirr und ohne zusammenhängenden roten Faden oder Deutungshinweis, dass es einen beim Lesen selbst immer wieder abschweifen lässt. Ich hätte den Roman (ist es einer?) sicher nicht zuende gelesen, wäre er länger gewesen, da er mich nicht fesseln konnte.
Lars Gustafsson, Der Mann auf dem blauen Fahrrad. Hanser 2013.
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