Schuld von Patricia Cornwell ist als siebter Fall einer der früheren Fälle um Dr. Kay Scarpetta, Pete Morino und ihrer Nichte Lucy.
Hier ist Kay noch Chief Medical Examiner von Virginia und sie vertritt Ende Dezember einen ihrer lokalen Leichenbeschauer und wohnt der Einfachheit halber in dessen Haus.
Scarpetta wird zu einem Schiffsfriedhof der Navy gerufen, um eine Leiche zu bergen. Die Reaktionen der Verantwortlichen vor Ort, allen voran der zuständige Ermittler, sind befremdlich und so wundert es kaum, wenn Kay sich durch auf dem Grundstück umherschleichende Menschen und zerstochene Autoreifen bedroht fühlt. Sie hat mal wieder in ein Wespennest gestochen und ihr ganzes Team inklusive einem frisch geschiedenen Benton muss alles geben, um die Katastrophe zu verhindern: Ein fanatischer Sektenführer besetzt ein Atomkraftwerk, um radioaktives Material für die Waffen eines U-Boots zu erbeuten! Man muss Cornwell lassen, dass sie es halbwegs hinbekommt, diesen James Bond würdigen absurden Plot, plausibel erscheinen zu lassen. Die Protagisten sind in Schuld zwar noch unverbrauchter, aber man erkennt schon leicht ängstlich die unangenehmen Seiten ihrer Charaktere. Das Verhältnis von Lucy und Kay ist auch hier schon schwierig gezeichnet, ohne dass man so recht erkennen kann, wo eigentlich das Problem liegt. Halt, möchte man rufen, nicht weiter, von hier an geht es nur noch bergab. Wiedergesehen.
Patricia Cornwell, Schuld. Hoffmann und Campe 2013.
Showing posts with label Patricia Cornwell. Show all posts
Showing posts with label Patricia Cornwell. Show all posts
Friday, March 30, 2018
Saturday, March 22, 2014
Patricia Cornwell - Knochenbett
Es ist eben manchmal sehr schwer, ehemalige Lieblingsautoren aufzugeben. Die ersten Bände der Reihe um Kay Scarpetta waren so spannend, dass man unbedingt den nächsten lesen wollte. Diese Angewohnheit habe ich schon aufgegeben, mit fehlen die beiden Vorgänger von Knochenbett, dem 20. (!) Band der Reihe. Als ich das Hörbuch in der Bücherei fand, bin ich aber wieder schwach geworden, nur um festzustellen, dass Patricia Cornwell die Kurve zurück zu einem ordentlichen Plot leider nicht geschafft hat. Zwar ist Kay Scarpetta selbst ein wenig besser zu ertragen, Marino und Benton aber sind weiterhin nervtötend, weil sie in ihren persönlichen Krisen feststecken, anstatt ordentliche Ermittlerarbeit zu leisten.Der Fall selbst mutet auch zusammengeschustert an, plötzlich hängen verschiedene Morde zusammen, aus dem anfänglich zentralen Leichenfund im Bostoner Hafen werden plötzlich Serienmorde. Und wieder sind Kay und Marino persönlich involviert (letzterer steht wieder unter Verdacht) und im Showdown - Achtung Spoiler - ist es auch wieder Kay selbst auf die der Täter fokussiert. Im Grunde kommt es einem so vor, als hätte man das alles schon einmal gelesen - und das stimmt ja auch.
Alles in allem kein Roman, der mich wieder gnädig stimmt mit Cornwell, sondern mich in der Meinung bestätigt, besser einen Bogen darum zu machen.
Patricia Cornwell, Knochenbett. Hoffmann und Campe 2013.
Friday, January 14, 2011
Patricia Cornwell: Scarpetta Factor
... und nach Nr. 16 hier nun Nr. 17. Achtung, zynischer Spoiler.
Die altbewährten Darsteller Scarpetta, Benton, Marino, Lucy und Jamie befinden sich immer noch in New York. Eine Joggerin wurde ermordet und eine betrügerische Finanzberaterin ist verschwunden. Scarpetta soll in einer Talkshow vorgeführt und per Briefbombe verletzt werden. Gelingt beides nicht. Ein Nekrophiler geht um. Ein unfähiger, kranker Profiler mit Hörschaden bringt sich um. Jamie misstraut Lucy und umgekehrt, emotionales Drama, bei Lucy war dauerhaftes Glück nicht zu erwarten. Im Hintergrund lauert ein weiterer alter Bekannter (imaginierte Audioeinblendung: Wolfsgeheul) und wie das alles (!) zusammenhängt, wird dann nach langwierigem Aufbau der komplexen Tatbestände hauruck aufgeklärt. Da findet die Datenbank die passende Verbindung, der Analytiker den passenden Lacksplitter und Lucy knackt den Datenspeicher, der den Mord aufgezeichnet hat.
Benton steht irgendwie nur rum und Scarpetta sitzt mittendrin, versteht, nickt und kocht am Ende für alle lecker italienisches Essen. Immerhin mögen sie sich am Ende alle wieder, glaube ich.
Cornwells Versuch, die Auflösung spannender zu gestalten, indem sie zwei Dinge gleichzeitig entwirrt und das absatzweise im Wechsel erzählt, dieses stilistische Mittel aber gleich in drei aufeinanderfolgenden Kapiteln benutzt, hilft auch nur bedingt weiter.
Nein, bitte keine großen Erwartungen mehr an Patricia Cornwell. Die meisten Rezensionen zeigen enttäuschte treue Leser und genervte Neueinsteiger, die vermutlich keinen zweiten Scarpetta lesen werden.
Patricia Cornwell, Scarpetta-Factor. Hoffmann und Campe, Hamburg 2010.
Wednesday, January 05, 2011
Patricia Cornwell: Scarpetta
Patricia Cornwells 16. Scarpetta-Roman trägt den Namen der Protagonistin.Und so kann es nicht anders sein, dass der Fall - wieder einmal, muss man leider sagen - davon geprägt ist, dass Scarpettas Erfolg (sie ist in diesem Band für den Fernsehsender CNN tätig und kommentiert spektakuäre Fälle) die Neider auf den Plan ruft. So wird sie Opfer eines rufschädigenden Blog-Artikels, der die Geschehnisse aus Totenbuch aufdeckt (Marinos betrunkener, unschöner Übergriff auf Kay), wird vom paranoiden Tatverdächtigen des aktuellen Mordes in eine missliche zwiespältige Rolle als dessen Ärztin versetzt und hängt irgendwie beziehungstechnisch zwischen allen Stühlen. Zwar ist sie inzwischen mit Benton verheiratet, der aber mit sich selbst ein echtes Problem hat, Lucy ist wieder normaler (wo der Hirntumor hin ist, erfahren wir nicht) und Marino ist zum Glück wieder trocken und vernünftig.
Der Bösewicht des Romans ist schnell ausfindig gemacht, aber es dauert bis zu den letzten 30 Seiten, bis man ihn auch tatsächlich als Täter der Morde überführt, dazwischen nimmt die Handlung eher viele Kurven durch die vielen emotionalen Probleme der Protagonisten.
Immerhin habe ich den Eindruck, dass am Ende dieses Romans alle ein bisschen besser klarkommen als am Ende des letzten.
Praktisch: Ich habe Nr. 16 irgendwie verpasst (daher die Taschenbuchausgabe) und kann nun gleich mit Nr. 17 weiterlesen, wenngleich der Titel (Scarpetta Factor!) verspricht, dass sich weiter alles um Kay drehen wird - was ist diese Pathologin doch für eine wichtige, für Psychopathen und Kriminelle so anziehende Figur!
Mein Tipp: Erwartungen herunter schrauben, dann kann Scarpetta funktionieren und auch spannend sein.
Patricia Cornwell, Scarpetta. Goldmann, München 2010.
Tuesday, February 03, 2009
Patricia Cornwell: Staub
Franziska Pigullas Stimme ist für mich mehr mit Kay Scarpetta und Patricia Cornwell verbunden als mit den Schauspielerinnen, denen sie auch ihre Stimme leiht (z.B. Gillian Anderson oder Demi Moore). Inzwischen ist Cornwell bei Band 15 mit der Pathologin, die meisten davon hat Pigulla auch gelesen."Staub" kommt mit 6 CDs und 416 Minuten als gekürzte Fassung daher, vielleicht liegt es an der Kürzung, dass ich den Fall als ganz ordentlich wahrgenommen habe, wenngleich Cornwell insgesamt etwas nachgelassen hat. Vielleicht muss man das aber nachsehen bei derartig vielen Kriminalromanen mit den gleichen Hauptpersonen...
Pigullas Lesung schadet das jedenfalls nicht.
Patricia Cornwell, Staub, Hoffmann und Campe Hörbuch 2005.
Saturday, December 29, 2007
Patricia Cornwell: Book of the Dead
Vielleicht habe ich ja zu schnell gelesen, aber so ganz will mir der Titel „Totenbuch“ des neuesten Kay-Scarpetta-Falls von Patricia Cornwell nicht einleuchten. Auch der Originaltitel „Book of the Dead” hilft nicht weiter. Na klar gibt es wieder Tote und einen Serienkiller, aber kein Buch im Buch?! Hmm, naja, vielleicht nur eine Nebensächlichkeit.
Kay Scarpetta wohnt nun in Charleston, South Carolina, und betreibt dort ein forensisches Labor für Pathologie. Das läuft ganz gut – alles andere eher nicht.
Marino säuft und lässt sich auf eine üble Frau und auf weitere üble Dinge ein und verliert durch seine Taten gänzlich alle Lesersympathien, falls noch vorhanden. Lucy ist immer noch krank (sie ist nicht die Einzige), aber steht irgendwie nicht im Mittelpunkt dieses Romans. Benton ist da, nicht mehr tot (haha), aber irgendwie auch nicht da. Dann musste leider auch noch einmal Dr. Self aus dem letzten Band wieder auftauchen, die war doch schon im letzten Band ganz schrecklich zu lesen. So nehmen die Dinge ihren Lauf.
Die schlechten Beziehungen aller Protagonisten untereinander und ihre Unfähigkeit zur Kommunikation stehen im Vordergrund, der eigentlich Fall rückt etwas an den Rand, auch wenn man dem Mörder folgt und ihn kennt, die endgültige Auflösung lässt doch noch bis zum letzten Kapitel auf sich warten.
Ich war von den ersten 7 oder 8 Romanen mit Kay Scarpetta wirklich in den Bann gezogen. Natürlich waren Pathologie-Thriller da noch nicht gar so verbreitet, aber sie waren einfach in sich stimmig, die gute Mischung aus Sympathien für die Protagonisten, die man – vermutlich auch mit dem Autor zusammen – immer besser kennen- und lieben lernt.
Es ist vermutlich nicht leicht, diese immer wieder neu zu erfinden, wenn man das erste Dutzend Romane hinter sich hat. Kay kommt trotz vieler Veränderungen nicht wirklich voran und man kann eigentlich bei allen Charakteren von Verfall sprechen. So betrachtet ist „Totenbuch“ wirklich deprimierend.
Jedoch war ich trotzdem gefesselt und habe die 444 Seiten ziemlich verschlungen, man verzeiht Lieblingsautoren einiges. So hoffe ich nun, dass der ungewisse Zustand, in dem Kay, Lucy, Rose, Benton und vor allem Marino(!)bis zum Erscheinen des nächsten Bandes verbleiben müssen, sich zum Guten wenden wird.
Kay Scarpetta wohnt nun in Charleston, South Carolina, und betreibt dort ein forensisches Labor für Pathologie. Das läuft ganz gut – alles andere eher nicht.
Marino säuft und lässt sich auf eine üble Frau und auf weitere üble Dinge ein und verliert durch seine Taten gänzlich alle Lesersympathien, falls noch vorhanden. Lucy ist immer noch krank (sie ist nicht die Einzige), aber steht irgendwie nicht im Mittelpunkt dieses Romans. Benton ist da, nicht mehr tot (haha), aber irgendwie auch nicht da. Dann musste leider auch noch einmal Dr. Self aus dem letzten Band wieder auftauchen, die war doch schon im letzten Band ganz schrecklich zu lesen. So nehmen die Dinge ihren Lauf.
Die schlechten Beziehungen aller Protagonisten untereinander und ihre Unfähigkeit zur Kommunikation stehen im Vordergrund, der eigentlich Fall rückt etwas an den Rand, auch wenn man dem Mörder folgt und ihn kennt, die endgültige Auflösung lässt doch noch bis zum letzten Kapitel auf sich warten.Ich war von den ersten 7 oder 8 Romanen mit Kay Scarpetta wirklich in den Bann gezogen. Natürlich waren Pathologie-Thriller da noch nicht gar so verbreitet, aber sie waren einfach in sich stimmig, die gute Mischung aus Sympathien für die Protagonisten, die man – vermutlich auch mit dem Autor zusammen – immer besser kennen- und lieben lernt.
Es ist vermutlich nicht leicht, diese immer wieder neu zu erfinden, wenn man das erste Dutzend Romane hinter sich hat. Kay kommt trotz vieler Veränderungen nicht wirklich voran und man kann eigentlich bei allen Charakteren von Verfall sprechen. So betrachtet ist „Totenbuch“ wirklich deprimierend.
Jedoch war ich trotzdem gefesselt und habe die 444 Seiten ziemlich verschlungen, man verzeiht Lieblingsautoren einiges. So hoffe ich nun, dass der ungewisse Zustand, in dem Kay, Lucy, Rose, Benton und vor allem Marino(!)bis zum Erscheinen des nächsten Bandes verbleiben müssen, sich zum Guten wenden wird.
Patricia Cornwell: Totenbuch. Hamburg, Hoffmann und Campe Verlag 2007. 444 Seiten, gebunden.
Patricia Cornwell bei krimi-couch.de
Patricia Cornwell bei krimi-couch.de
Subscribe to:
Posts (Atom)
