Thursday, October 29, 2009
Sue Townsend: Adrian Mole
McKinley - Gracie And The Atom
Tuesday, September 15, 2009
Ende eines Tanzes

Nach all der Hysterie um einen toten Michael Jackson erscheint die Medienwelle um Patrick Swayze eher moderat, natürlich Interviews und trending topic bei twitter, wobei dort vielleicht auch noch leise Scham mitschwingt, da man ihn dort bereits vor Monaten für tot erklärte.
Ich habe nicht oft für Stars geschwärmt, früher nicht, heute nicht. Nach Dirty Dancing war es dennoch um mich geschehen. Meine ganze Generation liebt diesen Film, ich kenne viele, die wie ich die meisten Dialoge des Films fließend mitsprechen und jede Muskelbewegung des Jonny Castle beim Tanzen vor ihrem inneren Auge abspielen lassen können. Ich mochte auch seine anderen Filme, von Outsiders über Fackeln im Sturm und Ghost, sogar den abstrusen (und schlechten) Eishockeyfilm Youngblood. Dabei geht es nicht darum, ob er ein ordentlicher Schauspieler oder ein großartiger Mensch war (auch wenn es fast den Anschein hat), ihm gehört ein Stück meines Teenagerherzens - darum ziehe ich heute den Hut vor ihm - rest in peace, Patrick Swayze!
Monday, September 14, 2009
Saturday, August 15, 2009
Erin McCarley
Tuesday, August 04, 2009
Erich Fried: Ablösung

Ablösung
Der Wald kommt!
(Schenk mir ein leeres Baumbuch!)
Auf das erste Blatt schreibe ich
ein Wort nur:
GRÜN
Auf das zweite Blatt
schreibe ich:
DUNKELGRÜN
auf das dritte Blatt:
DUNKEL
Jetzt kommt die Nacht:
Auf das vierte
und fünfte
und zehnte Blatt
schreibt schon der Wald
aus: Erich Fried: Gesammelte Werke. Gedichte 3, Berlin, Verlag Klaus Wagenbach 1998. S. 236.
Foto: Kanada, Juli 2008.
Sunday, August 02, 2009
Roman Holiday

Oh, beautiful Audrey Hepburn!
Roman Holiday, 1953, ist ein wunderschöner Film von William Wyler (auch Regisseur von Ben Hur, 1959) mit Audrey Hepburn und Gregory Peck in den Hauptrollen. Prinzessin Ann ist auf einer fürchterlichen repräsentativen Reise durch Europa, als sie die Steifheit und die Zwänge nicht mehr erträgt und eines Nachts in Rome dem allen entflieht. Benommen von einer Beruhigungsspritze schläft sie an einem Brunnen ein, wo Journalist Joe Bradley sie per Zufall findet und mangels anderer Möglichkeit mit zu sich nach Hause nimmt. Erst am nächsten Morgen realisiert er, wen er da gefunden hat. Einen ganzen Tag lang spielen sich beide gegenseitig vor, jemand zu sein, der sie nicht sind - und verbringen einen wundervollen Tag in Rom.
Schauspieler, Ort, die Story... alles passt rührend und perfekt zueinander.
Ein sehenswerter Klassiker.
Bernhard Kegel: Wenzels Pilz

Wenzels Pilz erschien erstmals 1993, als die Gentechnologie sehr langsam Formen annahm, die heute schon zu Realitäten geworden sind.
Es geht um die Freisetzung eines genmanipulierten Fliegenpilzes, der unerklärlicher-, aber für den Leser nicht wirklich überraschenderweise mutiert und damit Norwegens Wälder bedroht. Protagonisten des Buches sind Mitarbeiter einer Gentechnologiefirma, ein kritischer Journalist und ein aufgebrachter Biologe aus dem Berliner Naturkundemuseum, die schließlich gemeinsam.
Das Buch spielt in einer Zukunft, die einerseits heute bereits Realität und sich andererseits bereits überholt hat. Autor Bernhard Kegel, von Haus aus selbst Chemiker und Biologe, liegt in seiner Einschätzung der Risiken und realen Gefahren der Gentechnologie leider richtig, einige seiner während des Lesen teils surreal anmutenden Fiktionen (Schafe, die sich selbst häuten, oder Ampeltulpen, die ihre Farbe wechseln), sind inzwischen nah an ihrer Verwirklichung (z.B. die Idee aus prähistorischer DNA die Mammuts wieder auferstehen zu lassen), - während einige seiner anderen Zukunftsvisionen (z.B. im Bereich Computer oder Gesellschaft) doch nun bereits veraltet anmuten. Aber es geht Kegel um die Risiken der Gentechnologie und die Naivität und Profitgier der Forscher und Industriellen, die damit auf Kosten der ganzen Welt Schindluder treiben.
Besonders beeindruckt hat mich Kegels Nachwort in meiner Ausgabe, in der er einige seiner Fiktionen in Relation zur Wirklichkeit von 1996 setzt, nur drei Jahre nach Erscheinen seines Buchs. Auch der heutige Umgang mit Gentechnologien 2009 ist geprägt von Verantwortungslosigkeit und Ignoranz den Gefahren gegenüber und Geldgier, unabhängig davon, ob ein Großteil der Bevölkerung dieses ablehnt oder nicht.
Wenzels Pilz ist sicherlich nicht das aktuellste Buch zu diesem Thema, aber es beleuchtet anschaulich und auch sarkastisch-unterhaltsam die Interessen der Beteiligten und verdeutlich die Gefahren des gedankenlosen Umgangs mit einer Technologie, deren Auswirkungen kaum abzuschätzen sind.
Friday, July 31, 2009
Paladin Of Souls

Lois McMaster Bujold's Paladin of Souls ist der zweite von drei Romanen, der in der Welt Chalion spielt. Die Autorin hat eine komplette mittelalterlich anmutende Welt mit einer eigenen Religion erschaffen, deren Basis fünf Götter sind, einer für jede Jahreszeit und ein fünfter (durchaus doppeldeutiger) Gott namens Bastard. (Wikipedia führt sogar einen Artikel über dieses Glaubenssystem... - wobei dabei die Frage ist, ob das mehr über den Wert von McMaster Bujold oder wikipedia aussagt.)
Auf Englisch war das Buch aufgrund seiner Wortwahl durchaus anspruchsvoll zu lesen und wegen der mir unbekannten Begrifflichkeiten und Namen zunächst auch schwer zugänglich. Von Chalion und der Protagonistin des Romans, der Royina Ista, geht dann aber doch Faszination aus, so dass ich eine Nacht durchlesen musste.
Ista ist die Mutter der herrschenden Königin des Landes und ist das Leben an einem abseits gelegenen Hof gründlich satt. Sie fühlt sich eingesperrt, von ihren Göttern verlassen und will nur noch fort. Der einzige Ausweg ist das Vortäuschen einer Pilgerreise, auf der das Abenteuer anfängt, das sie auf neue und einzigartige Weise wieder zurück zu ihren Göttern bringt und sie nebenbei ihr Land und ihr eigenes Leben retten lässt.
Paladin of Souls hat viele typische Fantasy-Elemente, vor allem auch das mittelalterliche Szenario, allerdings ist es religiöser als vieles andere, was ich in diesem Genre bislang gelesen habe und dadurch durchaus interessant.
Lois McMaster Bujold, Paladin of Souls, Harper Torch, New York 2003.
Sunday, July 26, 2009
Louise Erdrich: Der Club der singenden Metzger
Der Titel des Buches versetzt erst einmal in etwas skeptisches Erstaunen. Eine Freundin bemerkte treffend, nachdem sie die auf dem Klappentext der Taschenbuchausgabe abgedruckten Empfehlungen gelesen hatte, dass sie einem Buch, das von so vielen Frauenzeitschriften schwärmerisch kommentiert wird, nicht über den Weg trauen würde. Ich habe es dennoch gelesen und es erzählt auf seinen 500 Seiten tatsächlich eine anrührende Geschichte.
Es ist die Geschichte der deutschstämmigen Familie Waldvogel, die in einem Dorf in North Dakota eine Metzgerei betreiben, und der rastlosen Delphine, deren Leben sich unwiderruflich mit dem Leben der Waldvogel verwebt. Erzählt wird von den Folgen der zwei Weltkriege (im ersten kämpfte der Vater auf der Seite der Deutschen, im zweiten die Söhne für die Amerikaner), den schrägen, liebenswerten Charakteren der amerikanischen Provinz und von den neuen Problemen, die die zwangsläufigen Umbrüche in einer multikulturellen Gesellschaft für die Menschen mit sich bringen. Dabei sind die Dinge unter der Oberfläche oft anders als sie scheinen, aber die Grenzen dessen, was man zu tun bereit ist, um den Schein zu wahren, verschieben sich beständig. Von der Erzählweise und von der Darstellung des Familienepos mit all seinen Nebenschauplätzen hat mich das Buch an Jeffrey Eugenides’ Middlesex erinnert, auch wenn die singenden Metzger vielleicht wiederum dann doch nicht ganz so bizarr anmuten, wie es der Eugenides’ Protagonist ist.
Louise Erdrich: Der Club der singenden Metzger, Suhrkamp, Frankfurt am Main 2005.
Tuesday, July 21, 2009
Scary Fragile
Finally...
Butterfly Boucher hat es endlich geschafft, bzw. man hat sie endlich gelassen! Nach schwierigem Hin und Her und der Trennung von ihrem bisherigen Plattenlabel ist Scary Fragile, ihr zweites Album nun endlich veröffentlicht.
Die Details darüber kann man nachlesen in einem Interview auf wearsthetrousers.com.
Das Album - soviel konnte man schon vorher erahnen und jetzt bestätigt sehen - beinhaltet sehr schöne Songs („A bitter song“, „Scary Fragile“) und viel geballtes Leben voller Butterfly-Energie („Keeper“, „I found out“). Musikalisch knüpft es direkt an Flutterby an, manches kommt einem bekannt vor, fast vertraut. Die Texte gefallen mir gut:
I found out I can be who I amDas Album ist in Deutschland bisher nur als Download erhältlich, aber bei iTunes insgesamt bereits relativ erfolgreich, diverse Interviews in online-Magazinen belegen das wohl. Zur Zeit lebt Butterfly in den Staaten und tourt dort bald wieder mit Ten out of Tenn, einer Gruppe von zehn Singer/Songwritern, von denen der Kern aus Tennessee stammt.
I can only do what I can
I won’t try to describe the relief…
(“I found out”)
Watch out for this girl – she’s got a gun for a tongue!
What do you want? What do you want?
Everything. Everything.
(“Gun for a tongue”)
Lebenskunst
Du kannst auf dieser Welt nur leben, wenn du sie zu deiner Geliebten machst.
Sie mit diesen ungeheuerlichen Wundern und Grausamkeiten annimmst und zwischen beiden das Gleichgewicht findest.
Sonst wirst du die nicht so verlassen können, wie du vorhast - laut lachend auf einem silbernen Vogel fliegend und bis zum Rand erfüllt mit allem, was sie dir zu bieten hat.
Janosch, Wörterbuch der Lebenskunst-Griffe, Goldmann, München 2000, S. 52.
Monday, July 20, 2009
Saturday, July 18, 2009
Hakan Nesser: Die Fliege und die Ewigkeit

Ich mag Hakan Nesser und ich mag Dietmar Bär.
Ich dachte daher, dass dieses Hörbuch auf keinen Fall ein Fehler sein könne.
Nunja...
Die Fliege und die Ewigkeit erschien erstmals 1999 in Schweden. Den Inhalt kann man ausführlich bei krimi-couch.de nachlesen und die dort formulierten Lesermeinungen spiegeln das Problem des Buches sehr gut wieder.
Ob der Roman ein Krimi ist, bleibt dahingestellt, er enthält lange Passagen philosophischer Betrachtungen und nur wenig wirklich spannende Elemente. Das Verbrechen ist zu Beginn des Buches schon geschehen und durch Gefängsnisstrafe sogar bereits gesühnt. Auf den fünf CDs liest Dietmar Bär nun also, wie es dazu kam. Den Knackpunkt der Geschichte, nämlich eine schwierige Freundschaft, die außerdem noch durch die Liebe zu derselben Frau überschattet wird, erkennt man bereits nach dem ersten Fünftel.
Einen ähnlichen Aufbau hat Nesser bereits bei Kim Novak badete nie im See von Genezareth (1998) verwendet. Das Verbrechen liegt Jahre zurück und der Protagonist erinnert sich, arbeitet das Geschehen auf. Nur ist dort zu Beginn weder klar, was genau passiert ist, was "das Schreckliche" ist, noch wie es sich zugetragen hat. Die Spannung kann also bis zum Ende gehalten werden. In Die Fliege und die Ewigkeit klappt das nicht.
Wenn man sich dann auch nicht so recht für die Philosphie begeistern kann, kann man die Enttäuschung einiger Nesser-Fans wohl begreifen - es ist eben kein Van-Veeteren-Fall.
Mir lag dieser Roman auch nicht so sehr, aber wenn man die Erwartungshaltung vom Krimi etwas verschiebt, war es nicht übel erzählt - und natürlich auch gut gelesen!
Hakan Nesser, Die Fliege und die Ewigkeit, Random House Audio 2006.
Friday, July 17, 2009
Orte
Sehr wohl ist es nicht egal, wo sich einer befindet.
An manchen Orten ist die Luft schlecht.
An manchen ist es zu laut, an manchen ist der Nachbar ein Lump.
Nur der Buddhist richtet es sich überall gemütlich ein.
Selbst in der Hölle.
Du bist aber kein Buddhist, also sieh zu, wie du zurechtkommst.
Thursday, July 16, 2009
Wolke 9

Beeindruckend. Gesehen im Open Air Kino Bielefeld.
Einfache Lebenswahrheiten - schlicht, langsam, entschleunigt.
Sex und Liebe im Alter, tabulos, aber ohne Aufregung erzählt, dazu bleiben es die immer wahren Geschichten von Liebe und Schmerz, von Verlassenwerden, Neuanfängen und Tod.
Anschauen, staunen.
Interview mit dem Regisseur Andreas Dresen (u.a. auch Sommer vorm Balkon) auf spiegel.de
Wednesday, July 15, 2009
Reisen
Joseph Conrad: Herz der Finsternis
Joseph Conrad (1857-1924) ist ein in Polen geborener englischer Schriftsteller, der erst mit Leidenschaft reiste und zur See fuhr, danach darüber schrieb und mit seinen Erzählungen und Romanen viele Schriftsteller der modernen Literatur beeinflusste.Die entscheidenste, aber auch traumatische Reise war die auf dem damals unter belgischer Macht stehenden Kongo.
Als Kapitän eines Dampfschiffs kommt Conrad in Kontakt mit korrupten und gewalttätigen Weißen und den unterdrückten Ureinwohnern des Gebietes. "Herz der Finsternis" erzählt ziemlich getreu die Erlebnisse dieser Reise aus der Perspektive eines Kapitäns namens Marlow und beleuchtet die Ausbeutung des afrikanischen Kontinents und die Gewalttätigkeit der profitgierigen Besetzer, während gleichzeitig die Natur und die Andersartigkeit der Afrikaner ebenfalls manchmal angsteinflößend sind.Die biografischen und historischen Zusammenhänge werden im Nachwort von Urs Widmer verständlich erklärt, worum ich dankbar war, da mir diese nicht in den Details bekannt waren.
Sprachlich fand ich Conrad während des Studiums im Original sehr schwierig und auch in der deutschen Übersetzung bleibt es manchmal etwas sperrig, wenngleich manche Passagen beeindruckend sind."Ich betrachtete die Küste. Eine Küste zu betrachten, wie sie am Schiff vorbeigleitet, das ist, als ob man über ein Rätsel nachdächte. Da ist sie vor dir - lächelnd, abweisend, einladend, großartig, trostlos, unscheinbar oder wild, und immer stumm, obwohl sie stets zu flüstern scheint. Komm her und find es heraus." (S. 21f.)
Tuesday, July 14, 2009
Jacques Berndorf: Mond über der Eifel
Diesen Jacques Berndorf hatte ich tatsächlich noch nicht gelesen, als ich ihn nun als Hörbuch anhörte. Nach den großartigen Hörbüchern der frühen Eifel-Krimis mit musikalischen Extras und mit Dietmar Bär als Baumeister und Günter Lamprecht als Rodenstock sind die neueren als reine Hörbücher erschienen - gelesen vom Autor selbst!
Und Berndorf liest gut, sehr gut. Seine rauhe Stimme passt selbstverständlich perfekt zum Protagonisten Baumeister, hinsichtlich der biografischen Parallelen vielleicht auch nicht wirklich verwunderlich. Pluspunkt: Nett, das außer den normalen CDs bei dieser Ausgabe auch noch eine mp3-CD beiliegt und das bei einem sehr fairen Hörbuch-Preis von unter 20 Euro.
Saturday, July 11, 2009
Segeln 2009
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| Sailing July 2009 |
Stationen des Törns waren Lauterbach, Glowe und Roenne. Die Wetterlage ließ einige andere Stationen nicht zu, wir kämpften mit zu wenig und zu viel Wind. Bornholm erreichten wir aber dennoch wie geplant, ein Ruhetag dort ermöglichte eine wunderschöne Rundreise um die Insel.
Wednesday, July 08, 2009
Daniel Kehlmann: Ich und Kaminski
Tuesday, July 07, 2009
Sue Townsend: Downing Street No.10

Dem fiktiven Premierminister Edward Clare wird vorgeworfen vom alltäglichen Leben der Briten keine Ahnung mehr zu haben. So verkleidet er sich (mit großer persönlicher Freude) als Edwina und macht sich mit dem Polizisten Jack Sprat auf eine Reise durch Armuts-, Drogen- und Rentnermilieu und entdeckt nebenbei seine eigenen familiären Wurzeln und sich selbst wieder. Neue Energie für den Job findet er allerdings nicht...
Man beobachtet die Briten mit Edwina eher mit den Augen des staunenden Kindes als durch die strenge analysierende Brille des regierenden Politikers und freut sich an den kleinen Schrulligkeiten und den großen Dramen.
Amüsant, unterhaltsam, kurzweilig.
Sue Townsend, Downing Street No.10, Heyne, München 2007.
Saturday, June 27, 2009
Sunday, June 21, 2009
Sa som i himmelen
Das Theater Bielefeld adaptierte in dieser Spielzeit den schwedischen Film "Sa som i himmelen" ("Wie im Himmel"). Wie im Film geht es dabei um die Leute eines kleinen Dorfes, die alle im Kirchenchor singen, und einen berühmten, aber stark angeschlagenen und kranken Dirigenten, der in den Ort seiner Kindheit zurückkehrt. Letzterer bringt aus den Menschen nicht nur stimmlich das Beste hervor und gesundet selbst seelisch, wenn auch nicht körperlich.
Nach fast drei Stunden Aufführungszeit bekamen das Ensemble und der aus Mitgliedern verschiedener Bielefelder Chöre zusätzlich zusammengestellte Chor Standing Ovations und mussten sogar eine Zugabe singen - etwas, das für das Theater eher ungewöhnlich ist. Ziemlich beeindruckend insgesamt - anschauen und anhören!
Monday, May 18, 2009
Elizabeth George - Wo kein Zeuge ist
Jetzt nach angemessener Pause gefällt mir der Stil und das gesamte Britische wieder sehr gut. Die Story ist auf der persönlichen Ebene der Protagonisten hochdramatisch und der Fall auch bei weitem brutaler und raffinierter als man das sonst von George gewohnt ist. So zumindest mein subjektiver Eindruck.Jetzt werde ich "Doch die Sünde ist scharlachrot" (2008), die Fortsetzung mit dem verzweifelten Lynley, natürlich auch in Angriff nehmen. Alte Sympathien rosten eben doch nicht.
Sunday, May 17, 2009
Wednesday, May 13, 2009
Ian Rankin - A Cool Head
"A cool head and a warm heart" - das ist Gravys Lebensmotto. Gravy heißt so, weil er auf einem Friedhof arbeitet. Dort fährt eines Tages sein Freund Benjy mit einem fremden Auto vor, steigt aus, gibt ihm seine Waffe zum Aufpassen und stirbt an seiner Schussverletzung.Gravy weiß nicht so recht, was zu tun ist - ein sehr typischer Zustand für Gravy, der zwar herzensgut, aber nicht sehr helle ist.
Ian Rankins Kurzkrimi liest sich flüssig, ist also wirklich ein "quick read", weist interessante Charaktere guter und böser Natur auf und ist insgesamt gute Unterhaltung - das richtige für ein oder zwei Stunden Bahnfahrt oder Flug.
Saturday, May 09, 2009
Nicht zu halten
Wednesday, May 06, 2009
Schlicht

Das Große geschieht so schlicht
wie das Rieseln des Wassers,
das Fließen der Luft,
das Wachsen des Getreides.
Adalbert Stifter (1805-1868)
Tuesday, May 05, 2009
Daniel Kehlmann: Die Vermessung der Welt
Trotz all der Zeit in den Bestsellerlisten hatte ich Daniel Kehlmanns Werk zunächst ignoriert und nun doch angehört. Die fünf CDs, ansprechend gelesen von Ulrich Matthes, waren kurzweiliger als erwartet: Kehlmanns Geschichten sind eine abwechslungsreiche Mischung aus Fakten, Anekdoten und vermutlich wohl auch Erfundenem aus den Leben von Entdecker Alexander von Humboldt (1769–1859) und dem Mathematiker und Physiker Carl Friedrich Gauß (1777–1855).Bestsellerstatus vermutlich verdient - keine vermessene Bezeichnung.
Daniel Kehlmann, Die Vermessung der Welt, Universal Music 2007.
Saturday, May 02, 2009
Delicate
Fragment of Crowded House, Fingers Of Love, from the album Together Alone 1993.
Sunday, April 26, 2009
Alan Bennett: Handauflegen
Nach Die souveräne Leserin und Cosi fan tutte ist Handauflegen nun die dritte Geschichte, die ich von Alan Bennett gelesen habe. Vielleicht ist Handauflegen nicht gar so bissig und sprachlich treffsicher (sofern man bei Übersetzungen überhaupt so harsch urteilen sollte) wie die beiden anderen, die mich sehr begeisterten. Dennoch ist es eine sehr hübsche, englische Geschichte über eine Gedenkfeier für einen Toten, den alle Besucher erst in der Kirche als den gemeinsamen (sexuellen) Nenner der britischen High Society, der Stars und "wichtigen Menschen" erkennen. Unterhaltsam und ein bisschen böse. Saturday, April 25, 2009
Mein Urgroßvater und ich
Erneut gelesen: Mein Urgroßvater und ich von James Krüss, ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendbuchpreis. Der 10jährige Boy und sein Urgroßvater sitzen in einem Schuppen, erzählen sich Geschichten und dichten gemeinsam und um die Wette. James Krüss schrieb die ersten Geschichten über diese beiden schon 1956 in Der Leuchtturm auf den Hummerklippen. Vielleicht gibt es die Welt dieser beiden auch nicht mehr, diese heile Inselwelt (Sylt, dort wuchs auch James Krüss auf) mit Fischern und urigen Charakteren, alle mit einem Spitznamen versehen, jeder kennt jeden. Nach Mein Urgroßvater und ich wünscht man sich aber, es gäbe sie noch!"Haltet die Uhren an, vergesst die Zeit, ich will euch Geschichten erzählen!"
- James Krüss
James Krüss, Mein Urgroßvater und ich. Süddeutsche Zeitung Junge Bibliothek Band 7, München 2005.
Monday, April 20, 2009
Das Kind Kind sein lassen...

"Wie [...] bereits beschrieben, sind es oft weniger die Lehrer an den Schulen, die für untaugliche Methodik und fasches Verhalten gegenüber den Schülern verantwortlich sind. Sehr oft werden diese Dinge im bildungspolitischen Elfenbeinturm konstruiert und als Handlungsanweisungen nach unten gegeben. Damit finden sie dann Eingang in die Lehreraus- und -weiterbildung, und der Druck auf die Lehrer an den Schulen, nach diesen Modellen zu handeln, ist immens." (S. 189)
Michael Winterhoff: Warum Tyrannen nicht sein müssen. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2009.
Sunday, April 19, 2009
Anna Gavalda - Ich wünsche mir, dass irgendwo jemand auf mich wartet
Dies ist ein kleines, feines Buch mit Kurzgeschichten von Anna Gavalda, der Autorin von Zusammen ist man weniger allein. Leise Geschichten aus Paris und vom Leben und der Liebe. Alltägliches, das sie mit ihrer Erzählweise so auf den Punkt bringt, dass man angerührt wird von den Schicksalen ihrer Protagonisten. Schön.Anna Gavalda: Ich wünsche mir, daß irgendwo jemand auf mich wartet. Erzählungen. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt 2008.
Saturday, April 18, 2009
Der Geschmack von Apfelkernen

Das Gehirn versandete wie ein unbefestigtes Flussbett. Erst bröckelte es nur ein bisschen vom Rand, dann klatschten große Stücke des Ufers ins Wasser. Der Fluss verlor seine Form und Strömung, seine Selbstverständlichkeit. Schließlich floss gar nichts mehr, sondern schwappte nur hilflos nach allen Seiten. Weiße Ablagerungen im Gehirn ließen die elektrischen Ladungen nicht durch, alle Enden wurden isoliert, und am Ende auch der Mensch; Isolation, Insel, Gerinnsel, England, Elektronen und Tante Ingas Bernsteinreifen, Harz wurde hart im Wasser, Wasser wurde hart, wenn der Frost klirrte, Glas war aus Silizium, und Silizium war Sand, und Sand rieselte durch die Eieruhr, und ich sollte jetzt schlafen, es wurde langsam Zeit.
(S. 78f.)
Immer wenn ich schwamm, fühlte ich mich in Sicherheit. Der Boden unter meinen Füßen konnte nicht weggezogen werden. Er konnte nicht brechen, nicht einsinken oder wegrutschen, weder sich auftun noch mich verschlingen. Ich stieß nicht gegen Dinge, die ich nicht sehen konnte, trat nicht versehentlich auf etwas, verletzte weder mich noch andere. Wasser war einschätzbar, es blieb immer gleich. Gut, mal war es klar, mal schwarz, mal kalt, mal warm, mal ruhig, mal bewegt, aber es blieb in seiner Beschaffenheit, wenn auch nicht in seinen Aggregatzuständen, immer gleich, war Wasser. Und Schwimmen, das war Fliegen für Feiglinge. Schweben ohne Absturzgefahr. Ich schwamm nicht besonders schön – mein Beinschlag war asymmetrisch – , aber zügig und sicher, und wenn es sein musste, auch stundenlang. Ich liebte den Moment des Verlassens der Erde, den Elementenwechsel, und ich liebte den Moment des Michverlassens darauf, dass das Wasser mich trug. Und, anders als Erde und Luft, tat es das ja auch. Vorausgesetzt, man schwamm.
(S. 87)

Wie wahr waren Geschichten, die einem erzählt wurden, und wie wahr die, die ich mir selbst aus Erinnerungen, Vermutungen, Phantasien und heimlich Erlauschtem zusammenreimte? Manchmal wurden erfundene Geschichten im Nachhinein wahr, und manche Geschichten erfanden Wahrheit.
Die Wahrheit war eng verwandt mit dem Vergessen, das wusste ich, denn Wörterbücher, Enzyklopädien, Kataloge und andere Nachschlagewerke las ich ja noch. Im griechischen Wort für Wahrheit, aletheia, floss versteckt der Unterwelt-Strom Lethe. Wer das Wasser dieses Flusses trank, legte seine Erinnerungen ab wie zuvor seine sterbliche Hülle und bereitete sich so auf sein Leben im Schattenreich vor. Damit war die Wahrheit das Unvergessene. Aber war es sinnvoll, die Wahrheit ausgerechnet dort zu suchen, wo das Vergessen nicht war? Versteckte sich die Wahrheit nicht mit Vorliebe in den Ritzen und Löchern des Gedächtnisses? Mit Wörtern kam ich auch nicht weiter. (S. 193)
Katharina Hagena, Der Geschmack von Apfelkernen, Kiepenheuer & Witsch, Köln 2008.
Friday, April 17, 2009
Familiensagas
Sunday, April 12, 2009
Friday, April 10, 2009
Tuesday, April 07, 2009
I as I
Unsure unconvincing
Day one day one start over again
[...] Eyes wet toward
Day one day one start over again
Saturday, April 04, 2009
Das Meer

Der Wind hat gedreht, und die Flut kommt herein,
dunkelgrau, mit einem silb'rigen Schein.
Und über die Mole, da fliegt schon die Gischt,
wenn die Welle aufläuft und die Brise auffrischt.
Mit einem Mal füll'n sich die Priele im Sand,
und über den kahlen, verlassenen Strand
treibt der Wind trock'ne Algen und Schaum vor sich her,
es ist da, das gewaltige, ewige Meer.
Auf hellem Türkis tanzen glitzernde Lichter,
auf der schwarzen Brandung weiß schäumende Wut.
Es hat tausend Farben und tausend Gesichter,
im ewigen Wechsel von Ebbe und Flut.
...
Reinhard Mey, Das Meer. Von dem Album Balladen, 1988.
Friday, April 03, 2009
Intelligenz














