Zauberworte ist ein von Quint Buchholz zusammengestellter Band von Wort- und Bildpaaren.
Auf der linken Seite steht das Zauberwort, das durch die Bildwahl von Buchholz illustriert, interpretiert und fortgeführt wird.
Dies ist kein Buch zum Lesen, sondern ein Buch zum Träumen und Meditieren.
Wunderschöne Bilder, die durch das dazu ausgewählte Wort zu neuen Fantasiereisen einladen.
Quint Buchholz, Zauberworte. Sanssouci, München 2016.
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Wednesday, June 21, 2017
Saturday, March 04, 2017
Manfred Mai - Wunderbare Möglichkeiten
Manfred Mais Biografie weist einen verschlungenen, keinesfalls geradliniegen Weg auf, eine Tatsache, die sich auch in Wunderbare Möglichkeiten wiederspiegelt.Auf knappen 127 Seiten erzählt Mai aus dem Leben von Maximilian. Er ist elf, liest viel, mag seinen besten Kumpel Yasin und seine Schwester Leonie und ist oft genervt von Schule und den Erwachsenen, die ihn nicht ernst nehmen. Denn er denkt viel darüber nach, warum das Leben so ist, wie es ist - warum ihm bestimmte Dinge passieren und wer sein Leben eigentlich lenkt. Er stellt viele Fragen, philosophische Fragen und rennt damit bei den Erwachsenen so manches Mal vor die Wand, weil diese zum Teil auch keine Antworten haben, nicht nachdenken wollen oder zu sehr in ihrem eigenen Stress verhangen sind, um sich Zeit zu nehmen. Trotzdem lässt Maximilian nicht locker, fragt weiter, denkt nach, liest nach und findet Antworten an den unterschiedlichsten Stellen.
Es ist verblüffend, wie sensibel und treffsicher der Autor in dieser Kürze die typische Lebenswelt eines jungen Menschen umreißt (bei der Schilderung von Lehrern und Schulalltag war seine eigene Lehrtätigkeit sicher hilfreich) und die Unsicherheit und die vielen inneren Fragen gekonnt darstellt. Dabei finden große Themen wie Liebe, Freundschaft, Glaube und der Sinn des Lebens Platz und bleiben dabei verständlich auch für Kinder.
Das Coverbild stammt von Quint Buchholz und ist sehr gut gewählt, da Maximilian in Büchern neue Welten entdeckt, sie ihn prägen und er dort Antworten findet. Sie weiten seinen Blick auf die Welt - wie das "Buchfernglas" in Quint Buchholz' Bild.
Wunderbare Möglichkeiten ist ein weises, zum Nachdenken anregendes Buch, das Kindern Mut machen kann, selbst zu entscheiden und einen eigenen Weg zu gehen - hat mir sehr gefallen!
Manfred Mai, Wunderbare Möglichkeiten. Fabulus, Fellbach 2016.
Tuesday, January 14, 2014
Elke Heidenreich - Nero Corleone
Die kleine Katzengeschichte erzählt von einem frechen schwarzen Kater, der auf einem italienischen Bauernhof geboren wird. Mit seinem herrischen Charakter, seinem Charme und der Kraft seiner weißen Pfote setzt er sich schnell durch und erobert vor allem das Herz der deutschen Urlauber nebenan. Zusammen mit seiner Schwester Rosa reist er mit ihnen nach Deutschland, wo er auch bald alles fest im Griff hat...
Elke Heidenreichs Nero Corleone kann als Kinderbilderbuch, aber auch als Allegorie darauf gelesen werden, was ein erfülltes Leben ausmachen könnte - und besticht gleichermaßen.
Die Bilder von Quint Buchholz (dessen Website ist übrigens definitiv einen Besuch wert!) sind wunderschön und machen das Buch erst zu dem kleinen Schmuckstück, dass es ist.
Elke Heidenreich, Nero Corleone. Sanssouci, München 1995.
Elke Heidenreichs Nero Corleone kann als Kinderbilderbuch, aber auch als Allegorie darauf gelesen werden, was ein erfülltes Leben ausmachen könnte - und besticht gleichermaßen.
Die Bilder von Quint Buchholz (dessen Website ist übrigens definitiv einen Besuch wert!) sind wunderschön und machen das Buch erst zu dem kleinen Schmuckstück, dass es ist.
Elke Heidenreich, Nero Corleone. Sanssouci, München 1995.
Friday, January 04, 2013
Gaukler
Natürlich kann man sich den Schöpfer des Universums als einen Gaukler denken. Alles verrücktes Spiel, Ausdruck beginnender Müdigkeit. Nur manchmal, wenn wir am Abend, einer Gewohnheit folgend, uns auf einer Wiese versammeln, um die Nacht still zu begrüßen, sind wir vor Staunen sprachlos: Um uns zu foppen, zeigt er uns Proben seines großen Talents.
Quint Buchholz/Michael Krüger, Keiner weiß es besser als der Mond. Hanser, München 2001, S.22/23.
Thursday, November 01, 2012
Das Mondlicht fangen
Obwohl im Meer keine Fische mehr leben,Quint Buchholz/Michael Krüger, Keiner weiß es besser als der Mond. Hanser, München 2001.
fährt der Fischer bei Vollmond hinaus.
Ich darf ihn manchmal begleiten.
Früher war er Kapitän bei der Marine,
"vier Sterne auf jeder Schulter,
wenn du weißt, was das heißt".
Er kennt jede Welle zwischen Afrika
und hier, jede Schaumkrone, jeden Seestern.
Wir fahren an die Stelle, wo wir
am besten das Mondlicht fangen können
mit unserem Käscher. Einen Eimer voll,
das langt, gegen sieben sind wir dann
wieder zurück mit unserer Beute
und können erzählen.
Wednesday, October 31, 2012
Der Himmel dichtet
Manche Dichter sitzen am Schreibtisch
und suchen Reime für die Nacht,
finden sie einen, ist es vollbracht.
Wir fahren nachts im Boot über den See
und lassen den Himmel dichten.
Quint Buchholz/Michael Krüger, Keiner weiß es besser als der Mond. Hanser, München 2001.
Wednesday, August 29, 2012
Kaj Stenvall
Kaj Stenvall (*1951 in Tampere) is a Finnish artist. The main and most famous character of his paintings is "a very familiar looking
duck." I like the way he paints, it reminds me of other artists I like, e.g. Quint Buchholz or Rene Magritte. Surreal.
Here are three cards I received via postcrossing during the last weeks. Love the titles.
Here are three cards I received via postcrossing during the last weeks. Love the titles.
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| When the Shit Hits My Biggest Fan (2009) |
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| Riding on the Surface Tension (2001) |
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| From the Place of Growth to the Caretaking (2000) |
Sunday, August 19, 2012
Es ist bald zu dunkel zum Lesen...
"Es ist bald zu dunkel zum Lesen...""Nein! Weiter! Es ist gerade so schön! Weiter von dem Berg, aus dem die schrecklichen Geräusche dringen; von dem schweigenden Schiff auf dem schwarzen See; von der weißen Wüste mit den Fußspuren im Sand!"
"Aber nicht mehr lang! Die Buchstaben schwimmen schon vor den Augen."
"Nein! Sie schwimmen nicht, sie fliegen - und auch wir fliegen! Das Land sinkt nach unten. Dort ist schon Nacht. Aber bei uns mit unserem Buch ist noch ein schöner Schein, ein blaues Leuchten. Das wird ewig so weitergehen!"
"Jetzt erkenne ich nur noch hier und da ein Wort... Berg... See... Wüste - und jetzt gar nichts mehr."
"Und trotzdem musst du weiterlesen! Deine Stimme muss immer neue Bilder beschwören. Wenn du still bist, wird etwas Schlimmes geschehen - wenn du still bist, stürzen wir ab!"
Bild: Quint Buchholz
Text: Martin Mosebach, aus: BuchBilderBuch. Geschichten zu Bildern. Sanssouci, München/Wien 2005.
Monday, January 23, 2012
Glück
Nicht hinaussehen
über den Rand des Glücks,
das wäre Glück.
Quint Buchholz, Am Wasser. Ein Bilderbuch mit Texten von Johanna und Martin Walser. sanssouci, Zürich 2000, S.10/11.
Friday, January 20, 2012
Musizierende Fahrt
Das Musizieren
kam mir vor
wie ein Schiff,
in dem alle Musizierenden
geborgen waren,
während sie
ausgesetzt
im unendlichen Meer
und jeder Art von Ungewissheit,
langsam dahin fuhren.
Musizierende Fahrt,
eine Geborgenheit
mitten
in der Ungeborgenheit.
Quint Buchholz, Am Wasser. Ein Bilderbuch mit Texten von Johanna und Martin Walser. sanssouci, Zürich 2000, S.8/9.
Monday, August 29, 2011
Phantàsien
Jede Kunstwelt ist autonom und nicht unmittelbar in Lebenswirklichkeit umzusetzen. Deswegen ist es auch gut, dass diese Geschichten zwischen zwei Buchdeckeln stattfinden. Der magische Bereich des Imaginären ist eben Phantàsien, in das man ab und zu reisen muss, um dort sehend zu werden. Dann kann man zurückkehren in die äußere Realität, mit verändertem Bewusstsein, und diese Realität verändern oder sie wenigstens neu sehen und erleben.
aus: "Phantasie/Kultur/Politik" (1982), in: Michael Ende, Worte wie Träume. Herder Verlag, Freiburg 1991, S. 68.
Bild: Quint Buchholz, Lesende Frau. 1995.
Sunday, January 23, 2011
Unendlich
Sunday, February 22, 2009
Der Augenblick

Hier oben im 12. Stock hoch über den Straßen der gefräßigen Stadt ist es plötzlich still. Würde man das Fenster öffnen, könnte man weit unten das Hupen, Quietschen, Brummen der Autos, Straßenbahnen und Busse hören, dazwischen die Polizeisirenen. Doch das Fenster bleibt geschlossen und der Raum schwebt über der Stadt. Sie ist sich nicht mehr sicher, ob hinter der geschlossenen Zimmertür der Flur ist, die Wohnungstür, das Treppenhaus? Wer weiß, ob der Fahrstuhl noch existiert?
Der Raum umschließt sie wie ein Kokon, sicher, warm. Sie schließt die Augen und auch der Raum verschwindet. Keine Wände mehr um sie herum, kein Fenster. Was bleibt, ist das Gefühl des Bettes unter ihr, der Arm um ihren Körper, sein Kopf an ihrer Schulter, seine Wärme. Das Ein- und Ausatmen ihrer beiden Körper.
Schließlich weiß sie nicht mehr, wo sie aufhört und er anfängt.
Nur Einatmen. Ausatmen.
Einatmen, ausatmen in die schwebende Stille hinein.
Bild: Quint Buchholz, Der Augenblick.
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