Thursday, May 17, 2012

Augenblick


durchdringend
die Linse
nichts bleibt verborgen 
wer sieht hier wen
augenblick



Elfchen von InBetween
Foto von Fritz Henle (1909-1993): Nieves, Mexico, 1947
Postkarte unterwegs nach Belgien via postcrossing

Am Ölbach entlang

Ölbach bei Verl nahe der Verler Mühle
Eindruck von der Radtour entlang des Ölbachs, ca. 24,6 km 

Siri Hustvedt: Der Sommer ohne Männer

Siri Hustvedts (*1955) Der Sommer ohne Männer ist ein Roman über die etwas ältere Dichterin Mia, die plötzlich von ihrem Mann um eine Pause gebeten wird - die "Pause" ist allerdings die deutlich jüngere Arbeitskollegin von Boris und Mia zerbricht psychisch zunächst fast an dem Ehebruch. Nach einem Psychiatrieaufenthalt zieht sie sich aufs Land zurück, wo auch ihre Mutter in einem Heim für betreutes Wohnen lebt. Mia beschäftigt sich mit sich selbst, ihrer Identität, dem Verhalten der Männer, nicht nur ihr selbst gegenüber, sondern sie beobachtet auch die alten Damen im Freundeskreis ihrer Mutter, die junge Mutter im Nachbarhaus und einige Mädchen, die sie in einem Lyrikseminar unterrichtet. So beleuchtet sie die Frauen von allen Seiten und findet dadurch langsam zu sich selbst - ohne Mann! - und erlangt dadurch eine neue Freiheit.

Nicht uninteresssanter Roman mit vielen literarischen Zitaten und Querverweisen und kleinen Weisheiten über die Psyche von Frauen und Männern ohne dabei allzu klischeehaft oder zu abgehoben intellektuell zu werden. 

Siri Hustvedt, Der Sommer ohne Männer. Rowohlt Verlag, Reinbek 2011. 



Wednesday, May 16, 2012

Dark Shadows

Seit Edward mit den Scherenhänden (1990) haben Tim Burton und Johnny Depp bereits acht Filme miteinander gedreht - einer schräger als der andere (z.B. Charlie und die Schokoladenfabrik 2005 oder Alice im Wunderland, 2010). Da scheinen sich zwei gesucht und gefunden zu haben, diese Zusammenarbeit funktioniert einfach, wobei ihre eigenen Gedanken zu dem Thema (nachzulesen in diesem  Dialog zwischen Burton und Depp) ebenfalls leicht schräg wirken.

In Dark Shadows persiflieren die beiden nicht nur aktuelle Mystery-Vampir-Verfilmungen, sondern greifen ihre Vorliebe für eine alte gleichnamige TV-Serie aus den 70er Jahren wieder auf.
Die Story in zwei Sätzen: Barnabas Collins wird im 18. Jahrhundert von einer Hexe verflucht, um seine Geliebte gebracht, zu einem Leben als Vampir verdammt und dann auch noch in einem Sarg verbuddelt. Als man ihn 200 Jahre später wieder ausgräbt, muss er mit den leicht veränderten Bedingungen des Amerikas der 70er Jahre zurechtkommen - und nebenbei noch die Überreste seiner Familie retten. Das ist weniger gruselig als vielmehr sehr witzig, die Anspielungen an andere Filme und Figuren häufen sich, man müsste den Film sicher mehrfach sehen, um sie alle zu erfassen. Gleichzeitig ist die übrige Schauspielerriege mit Michelle Pfeiffer, Helena Bonham Carter (Ehefrau von Tim Burton) und Eva Green (007 Casino Royal 2006) auch in den weiblichen Rollen stark besetzt, nicht zu vergessen die kleinen Auftritte von Christopher Lee und Alice Cooper! Aber Johnny Depp ist präsent und überzeugend wie immer, so dass die anderen etwas dagegen verblassen.
Problem des Films ist, dass er sich nicht richtig entscheiden kann, welches Genre er sein will. Comedy? Gothic Mystery? Love Story? Alles ist so ein bisschen durchmischt, wenngleich der komische Anteil überwiegt. Die Story selbst ist schwach auf der Brust, entwickelt keinen rechten Spannungsbogen, mich haben die Persiflage-Elemente aber entsprechend entschädigt, so dass ich mich gut unterhalten fühlte, auch, weil es nett anzusehen ist, wie Johnny Depp Spaß an der Rolle hat.
Fans der originalen Fernsehserie scheinen oftmals enttäuscht zu sein (siehe Rezensionen bei  IMDb); da ich diese nicht kenne, kann ich das nicht beurteilen.
Hier der Trailer, um einen Eindruck von dem typischen Burton/Depp-Feeling des Films zu bekommen:

Sunday, May 13, 2012

Peter Heppner: Meine Welt



...Ich mal 'nen Auto, das nicht stinkt und keinen überfährt...
 Einen Herrscher, der mal nicht durch die Macht verdirbt...
Ich mal 'nen Baum, den keiner fällt, ich mal Geld, das keiner zählt
Und dann mal ich noch'n Krieg, in dem keiner jemals stirbt!

...Nun wirst du sagen, dass das grenzenlos naiv ist...
Und dass ich die Welt nicht machen kann wie's mir beliebt...
Und doch träum ich immer noch, daß endlich 'was geschieht...
Und träumen darf ich ja wohl noch...


Peter Heppner, "Meine Welt", from album My Heart Of Stone, Mai 2012.  


Tolle Grafik und Animation, Heppner ist immer so wunderbar schwermütig - und träumen dürfen wir alle noch. Zum Glück.


Saturday, May 12, 2012

Jessie Willcox Smith


Lisa from Illinois, USA, sent me this card showing an illustration by Jessie Willcox Smith. She lived from 1863 to 1935 in Philadelphia, Pennsylvania. She worked for magazines and illustrated children's book. This illustration is from 1912 and from Dickens' Children.
Among her many illustrations she is known for her pictures for Charles Kingsley's The Water-Babies (1916). She also illustrated Twas the Night Before Christmas. A Visit from St. Nicholas by Clement C. Moore which you can find as a full version on gutenberg.org including her pictures.
There are some more of her paintings on wikimedia commons.
Another one I didn't know about.

Friday, May 11, 2012

Russian Painter in Italy


Sylvester Shchedrin (1791-1830) was born in St. Petersburg but spent a lot of his life in Italy. He mostly painted landscapes. This painting is called Quay Mergellina in Naples and the postcard was sent by Andrey from Moscow.

Thursday, May 10, 2012

Wolfsbuch


Dieser Wolf fand heute seinen Weg zu mir auf einer Postkarte aus Weißrußland und kommt von Victoriya. Das Bild weckte Erinnerungen an ein Buch, dass von einem frühen Dänemark-Urlaub mit nach Hause genommen wurde: Britta Rothausen, Samson unser Wolf, das Buch erschien 1979.  Rothausen und ihr Mann Freddy Worm Christiansen nahmen in den 70er Jahren Wölfe in ihrem Zuhause auf und gründeten 1973 ihren eigenen Wolfspark, den Lungholm Ulvepark. Dieser ist inzwischen geschlossen. Rothausen beschreibt in dem Buch das Aufwachsen ihrer ersten zwei Wölfe und die Schwierigkeiten bei der Haltung. Es ist ein ganz einfach geschriebenes, aber sehr liebevolles Buch mit vielen Bildern von den Wölfen, das ich als Kind sehr mochte und auch jetzt noch toll finde, wo es plötzlich wieder auf dem Tisch neben mit liegt.   

Monday, May 07, 2012

Sebastian Fitzek: Der Augensammler

Er spielt das älteste Spiel der Welt: Verstecken.  Er spielt es mit deinen Kindern. Er gibt dir 45 Stunden, sie zu finden. Doch deine Suche wird ewig dauern. 
(Klappentext)

Der Augensammler ist der siebte Roman, den Sebastian Fitzek veröffentlicht hat. Es ist wieder eine Psychothriller und nach Das Kind und Der Seelenbrecher das dritte Buch, das ich von ihm gelesen habe.
Der Journalist Alex Zorbach begibt sich auf die Suche nach den entführten Kindern des "Augensammlers", die dieser nach der Ermordung ihrer Mütter versteckt und nach dem Ablauf eines Ultimatums ertrinken lässt. Hilfe erhält Zorbach durch eine blinde, aber hellsehende Physiotherapeutin, die ihm Hinweise gibt, die ihm dem Versteck der Kinder immer näher bringen.
Verwirrend ist von Anfang an die absteigende Nummerierung der Kapitelzahlen und Seitenzahlen. Es wird einem suggeriert, die Geschichte würde rückwärts erzählt und beim Epilog, mit dem das Buch beginnt, mag dies noch irgendwie passen, aber spätestens in dem dritten Kapitel wundert man sich, das nun irgendwie doch chronologisch erzählt wird, die Kapitelzahlen aber rückwärts laufen. Um es vorweg zu nehmen: So richtig klärt sich das auch nicht auf. Die bei Fitzek übliche dramatische Wende auf den letzten Seiten tritt ein (wenngleich ohne so richtig dollen Überraschungseffekt, sondern etwas erzwungen) und die schreckliche Geschichte des Versteckspielens geht am Ende in eine weitere Runde. Das ist gruselig, schrecklich... - aber auch nicht so schlimm, wenn einem der Protagonist sowieso nicht ans Herz gewachsen ist. Zorbach ist kein Sympathieträger und auch die anderen Charaktere haben mir wenig Spaß bereitet. Man könnte auch von Leserfrustration sprechen, wenn der Täter am Ende zwar bekannt ist, aber nicht gefasst wird. Aber dafür gibt es vielleicht den Folgeband: Der Augenjäger. Billiger Leserfang?
Ehrlich gesagt finde ich Fitzeks Qualitäten als Schriftsteller zweifelhaft. Er rühmt sich sehr der gründlichen Recherche (ausufernde Danksagungen), dennoch fühlt sich selbst die amazon-Redaktion bemüßigt, anzumerken, man habe "ihm von Anfang an vorwerfen können, dass seine Plots nicht immer ganz stringent und im Besonderen allzu konstruiert wirken." (Rezension zu Der Augensammler). Vor allem die erzwungenen Wendungen und Überraschungsmomente haben immer etwas Gewolltes und  man wartet förmlich schon die ganze Zeit darauf, wann er diesmal das weiße Kaninchen aus dem Hut zaubert. Mit gekonnter spannender Erzählung hat das nicht so viel gemein, zumal gerade in diesem Roman ganze Passagen langatmig und zäh wirken. 
So verstehe ich die hohen Verkaufszahlen und das Verweilen der Fitzek-Romane auf den Bestsellerlisten eigentlich nicht. Muss ich aber auch nicht. 

Sebastian Fitzek, Der Augensammler. Knaur, München 2011.


Saturday, May 05, 2012

Let go


life doesn’t go the way that I planned
I think it sees better than I can
I try to control with all my might
then I let go that’s when things go right

let go

I used to see only white and black
it seems to me that it’s harder than that
there’s too many things that I’ll never know
it’s time for me to let some things go

let go
I let go
I can try and try
but all I know is
I should try to let things go...

Keri Noble , Let go, from album Let Go, 2007.

Tuesday, May 01, 2012

Sand unter den Füßen

Noch feucht vom Regen und schwer fühlt sich der Sand unter den Füßen an.
Eigentlich ist es noch zu kalt, um barfuß am Strand entlang zu gehen.
Doch die Muster von Wind und Wellen mag man nicht mit Schuhen zertreten, vielmehr will man sein eigenes Muster hinzufügen und ein klein wenig dazugehören zu den Gewalten des Meeres. 

Saturday, April 21, 2012

C.S. Lewis

A postcard from Belfast, Northern Ireland, by Danne about C.S. Lewis (1898-1963), author of the Narnia series. 



"But I will not tell you how long or short the way will be;
only that it lies across a river.
But do not fear that, for I am the great Bridge Builder." 


Lion Aslan in Chapter 16 : The Very End of the World, in: The Voyage of the Dawn Treader (1952) 

Wednesday, April 18, 2012

Paul Klees Herz

Paul Klee, Ein Herz, welches noch fehlte (1939)

Vielleicht würde es uns allen manchmal besser gehen, wenn wir einfach noch ein Herz hinzufügen würden.

Sunday, April 15, 2012

Hilde Domin: Nicht müde werden


Nicht müde werden
sondern dem Wunder
leise
wie einem Vogel
die Hand hinhalten.

Hilde Domin
(1909-2006)


Saturday, April 14, 2012

Wonderful Butterfly Boucher


Ever since I saw her on the two Sarah McLachlan shows in Germany in 2004 I'm a fan. 
These days she finally releases her third self-titled album. In short: It's great. I listened (and danced) to the first single 5678! so many times already... 
After having serious legal problems with her first record label she now found an alternative way to promote her music: She's a vivid twitterer and links her music on FB so her fans got more than a small glimpse of her work. So 5678! was out there for everyone to listen to, for everyone to see. Just one day after the Australian release she gave her fans a "secret" link to stream the full album (which is quite unusual I guess) and included a link to order the album online. So I was able to listen to the ten tracks before my purchased mp3s will be available for download. On top of that she recorded very personal live versions of every album track with the help of some of her great singer/songwriter friends (Missy Higgings or Katie Herzig), all of them apparently around her home. Some of them are funny, some of them nearly heartbreaking (see videos below or go to the playlist). 

I totally agree with Stephanie-Bowie Liew who wrote in a recent concert review: "[Butterfly] sings with her whole body and face; not in a dramatic way, but rather organically, as though she can’t help but put all of herself into her singing." 

I suggest you see and listen for yourself and buy that album because an artist like that has to be supported by buying her music: butterflyboucher.com



Paul Auster - Hinter verschlossenen Türen

Paul Auster schreibt anders. Immer. 
Und hinterher bleiben viele Fragezeichen. Ich glaube fast, man soll nicht alles verstehen. Es sind keine Geschichten wie andere Geschichten. Sie sind nicht linear und nicht immer logisch. 
Hinter verschlossenen Türen ist der letzte Teil der New York Trilogy, die anderen Teile sind Stadt aus Glas und Schlagschatten. Außer dem Handlungsort haben sie die Thematik von Identität und Subjektivität gemeinsam. Personen überlagern sich, haben verschiedene Namen.

In Hinter verschlossenen Türen verschmelzen zwei Jugendfreunde - der Ich-Erzähler und Fanshawe - schließlich zu einer Person. Fanshawe ist Autor, aber er hat nie etwas veröffentlicht, und er verschwindet spurlos. Die Suche eines Privatdetektivs verläuft ergebnislos und Fanshawes Frau beauftragt den Ich-Erzähler, die Manuskripte zu sichten und gegebenfalls zu veröffentlichen. Das tut er und übernimmt gleichzeitig auch Frau und Familie und damit Fanshawes Leben. Erste Verdachtsmomente werden geäußert, er sei Fanshawe und habe die inzwischen veröffentlichten Romane verfasst. Um diesem Verdacht entgegenzuwirken, will er eine Biographie über Fanshawe schreiben und begibt sich auf dessen Spur. Während dieser Reise, für die er die Beziehung aufs Spiel setzt, denn seine Frau will eigentlich mit dem Thema Fanshawe abschließen, gerät er immer tiefer in dessen Gedankenwelt und scheint am Ende selbst nicht mehr zu wissen, wer er ist. 
Auch in der Schlussszene, in der er Fanshawe schließlich durch eine verschlossene Tür hindurch spricht, bleibt unklar, ob dies real oder nur in seinem Kopf stattfindet. Und die Schlussszene ist noch nicht einmal eine Schlussszene, da danach noch zwei weitere Nachsätze kommen, in denen Querverbindungen zu den anderen beiden Teilen der Trilogy gezogen werden (Notizbuch!), so dass die Verwirrung komplett ist.
Die Umsetzung ist eine Mischform aus Hörspiel und Audiobook, es wird weitgehend gelesen, aber von verschiedenen Sprechern und mit Hintergrundsmusik. Passend zur Verwirrgeschichte werden Gespräche und Monologe teils überlagert. Dies mag einerseits irritierend sein, weil man nicht alle Textteile konzentriert verfolgen kann, aber es entspricht der Situation des Ich-Erzähler in vollem Maße. Auch er wird dem Gewirr in seinem Kopf, der Fülle von Informationen, nicht mehr Herr. Ich halte die Umsetzung für sehr passend und gelungen.
Die Fragezeichen in meinem Kopf nehme ich in Kauf, wenn es um Paul Auster geht. Sein Stil ist besonders und das gefällt. Sein Thema, sein Spiel mit den Realitäten und der Komplexität der Beziehung von Autor-Erzähler-Protagonist-Leser, die alle ihre eigene Wahrnehmung haben und sich ihre Wahrheiten konstruieren, ist kein leichtes, aber sehr reizvoll - wenn man sich darauf einlassen mag. 

Paul Auster, Hinter verschlossenen Türen. Der Hörverlag 2000.

Friday, April 13, 2012

Goethe: Glückliche Fahrt


Die Nebel zerreißen,
Der Himmel ist helle,
Und Äolus löset
Das ängstliche Band.
Es säuseln die Winde,
Es rührt sich der Schiffer.
Geschwinde! Geschwinde!
Es teilt sich die Welle,
Es naht sich die Ferne;
Schon seh' ich das Land!

Johann Wolfgang von Goethe, 1796


Postkarte von Marta aus Polen

Thursday, April 12, 2012

Comic Postcard


Wonder Woman and Batgirl fighting over Batman - hilarious!
Yes, and what about - - ? 

great card by Tara from the USA

Jo Nesbø - Doktor Proktors Pupspulver


Mit seiner Reihe um den Ermittler Harry Hole (zuletzt erschien Band 9, Die Larve) erscheint der Norweger  Jo Nesbø regelmäßig in den Bestsellerlisten. Doch er schreibt auch Kinderbücher, inzwischen auch bereits drei Bände um den schrulligen Erfinder Doktor Proktor und dessen zwei Nachbarskinder Bulle und Lise.

In dem ersten Band erfindet Doktor Proktor ein lustiges Pupspulver, das lustige und geruchslose Pupser zur Belustigung aller Kinder herbeiführt und sogar, so erfährt man am Ende, zu anderen Zwecken nützlich sein kann. Natürlich gibt es auch ein paar böse Gestalten, die dem Erfinder seinen Erfolg neiden, aber mit Hilfe der guten Ideen von Bulle und Lise haben die keine Chance.
Damit ist das Wesentliche der Geschichte umrissen, der Erzählstil und der Humor sind kindgerecht. Bei den Illustrationen von Per Dybvig bin ich mir nicht ganz so sicher. Ich bin nicht der Meinung, Kinderbuchillustrationen müssten immer niedlich, sauber und bunt sein, aber Dybvigs Stil ist doch sehr düster.

Doktor Proktors Pupspulver war unterhaltsam, aber nicht umwerfend, vielleicht hat es ja auch seinen Grund, warum Nesbø auf seiner offiziellen Homepage viel mehr von den Abgründen eines Harry Hole als von dem verrückten Proktor durchscheinen lässt.

Jo Nesbø, Doktor Proktors Pupspulver. Arena, Würzburg 2008.

Wednesday, April 11, 2012

Doonited

A project I recently found:

"Doonited is about people inspiring each other to a sustainable lifestyle by acting responsible towards others, towards themselves and towards our planet. It is a global movement for everybody to join and enjoy."


Tuesday, April 10, 2012

Bachhaus Eisennach

Wenn schon in Eisenach, so musste ich auch das Bachhaus dort besuchen. Ich rechnete mit nicht viel, schließlich war dies nur sein angebliches Geburtshaus und keine seiner Wirkungsstätten. Angeblich daher, weil Vater Ambrosius mit seiner Familie 1685 vermutlich noch in der heutigen Luthergasse wohnte, das Haus existiert aber nicht mehr.
Das über sechshundert Jahre alte Bürgerhaus am Eisenacher Frauenplan dient bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts als Museum.
Seine Aufgabe ist es, "der Öffentlichkeit Wissen über Johann Sebastian Bach zu vermitteln und seine Musik zu pflegen", so die Website des Bachhauses. 

Es ist ein kleines Haus mit einem modernen Anbau, in dem eine große Instrumentensammlung und Informationen zu Bachs Lebensstationen und seiner Familie zu sehen sind, aber auch die Möglichkeit besteht an zahlreichen mp3-Playern Bachs Musik zu hören oder die Fachbibliothek zu benutzen.

Das Haus selbst ist recht liebevoll in Szene gesetzt, Bachs Lebenswelt wird veranschaulicht, man bekommt einen Eindruck von der musikalischen Ausnahmeerscheinung der Familie Bach. Interessant auch die Aufarbeitung der Rezeptionsgeschichte im modernen Teil des Museums. Es werden Portraitdarstellungen auf ihre Authentizität hin verglichen und Bachs Schaffen und die Aufführungsgeschichte in verschiedene Relationen gesetzt. Dies ist aber wohl wirklich eher etwas für Musikliebhaber/-wissenschaftler. 

Im Instrumentensaal sind zwar nur wenige der über 400 Instrumente der Sammlung zu besichtigen, aber es war durchaus beeindruckend, die historischen Instrumente vor Ort vorgeführt zu bekommen mit kleinen Werken aus Bachs riesigem Schaffen: Selten hat man die Gelegenheit Hausorgel, Clavichord, Spinett und Cembalo im direkten Vergleich live zu hören. Eine schöne Begegnung mit dem großen Meister.

Bach-Denkmal

Sunday, April 08, 2012

Colin Cotterill - Briefe an einen Blinden

Zugegeben, den Autor Colin Cotterill (*1952 in London) kannte ich nicht und dieses Audiobook fand nur dank meiner Vorliebe für Jan Josef Liefers zu mir.

Ausgehend von meinen Lesegewohnheiten ist das südostasiatische Laos auch ein eher ungewöhnliches Setting. Dr. Siri wird mit über 70 Jahren unfreiwillig zum einzigen Leichenbeschauer von Laos ernannt - einfach weil er in der sozialistischen Republik der letzte Genosse mit medizinischem Hintergrund ist. Zusammen mit gleichsam unwissenden Gehilfen macht er sich an die Lösung von ungeklärten Mordfällen.

Briefe an einen Blinden ist der vierte Band der Reihe; von den insgesamt acht erschienenen sind bislang nur fünf Romane ins Deutsche übersetzt.
Dr. Siri bekommt einen Verkehrstoten auf seinen Tisch, was in Laos an sich schon eine Sensation ist, da es nur wenig Verkehr gibt. Der Tote war zudem blind und trägt einen Brief bei sich, der kodiert und mit unsichtbarer Tinte geschrieben ist. Daran schließt sich eine etwas verworrene und von Zufällen und Visionen beeinflusste Ermittlungsarbeit an, die sich um die Verhinderung eines Putschversuch der Royalisten dreht. 

Kurz gesagt, man darf keinen forensisch ausgeklügelten oder allzu actionreichen Plot erwarten. Bei Cotterill geht es anders zu als bei Larsson, Beckett und Co. Vielmehr entsteht hier mit der Handlung ein Bild eines Landes, das unter französischer Besatzung, Monarchie und Bürgerkrieg viel durchlitten hat - und auch mit der jetzigen sozialistischen Republik und ihren Hindernissen und Gegebenheiten unzufrieden ist. Cotterill schildert dies durch Dr. Siris Augen mit Sarkasmus und Ironie, aber auch mit Liebe zu den Laoten. Dabei habe ich viel Neues erfahren, auch wenn mir die Protagonisten bis zum Schluss fremd bleiben und für mich der Plot Lücken aufwies. 

Uneingeschränkt sehr gut ist die Leseleistung von Jan Josef Liefers, der die Charaktere  - besonders Dr. Siri - eindrucksvoll mit verschiedenen stimmlichen Nuancen und Tonlagen umsetzt. Die Lesung ist allerdings gekürzt (4CDs), vielleicht blieb da auch die ein oder andere relevante Information des Falles auf der Strecke.

Saturday, March 17, 2012

Signs



Signs, written and directed by Patrick Hughes, 2008. It's a Cannes Gold Lion Winner 2009.

Sunday, February 26, 2012

Kathy Reichs: Seizure

Kathy Reichs recently published the second novel - Seizure - in her young adult series around Tory Brennan, grandniece of Tempe Brennan.
In the first novel, Virals, Tory and her three friends get infected with a virus that alters their DNA, gives them special abilities and connects them to act together like a wolf pack. This is still new to them and still not without risks when they learn that they might have to move because their parents might all loose their jobs at the research facility which has lost its funding. So the pack desperately needs a solution  - and a lot of money - to be able to stay together. They come up with an equally desperate plan - they want to find the long lost treasure of Anne Bonny, a pirate in the 18th century. Of course their abilities help with their search and to escape the gangsters who try to seize the treasure from them.

Again, as the first one this Virals novel is quite entertaining to read - nicely done.

Kathy Reichs, Seizure. Penguin, New York 2011.

Friday, February 24, 2012

Dance


Yes, to dance beneath the diamond sky
with one hand waving free
Silhouetted by the sea,
circled by the circus sands
With all memory and fate
driven deep beneath the waves
Let me forget about today until tomorrow


lyrics: Bob Dylan, Mr Tambourine Man (1965)


postcard: Kees van Dongen, Danseuse (1907-1908),
sent by
Skilla, Latvia

Wednesday, February 22, 2012

Extrem laut und unglaublich nah


Die Romanvorlage zu Extrem laut und unglaublich nah von Jonathan Safran Foer war sicherlich nicht einfach zu verfilmen, dennoch ist es Stephen Daldry, von dem ich besonders Billy Elliot und The Hours schätze, durchaus gut gelungen. 
Dies verdankt er hauptsächlich dem beeeindruckenden Thomas Horn (*1997), der die komplexe Rolle eines vermutlich autistischen Jungen spielt.
Die mit Tom Hanks und Sandra Bullock starbesetzten Eltern bleiben dagegen beinahe im Hintergrund, beeindruckend ist Max von Sydow (*1929), der den Großvater spielt. 

Die Handlung: Oskar Schell ist ein besonderer Junge, der vor nahezu allem Angst hat und sich in der normalen (und extrem lauten) Welt nur schwer zurechtfindet. Zusammen mit seinem Vater begibt er sich auf Entdeckertouren durch New York, mit denen dieser ihm helfen will, seine Ängste abzubauen. Zu seiner Mutter hat er ein distanzierters Verhältnis.
Am 11. September kommt der Vater bei den Anschlägen auf das WTC um. Als Oskar später im Schrank seines Vaters einen mysteriösen Schlüssel findet, macht er sich auf eine umfangreiche Entdeckertour, um das Schloss dazu zu finden, da er sich eine Botschaft von seinem Vater erhofft, die ihn die Geschehnisse verstehen lassen kann.
Dabei zieht er sich immer mehr in seine eigene Welt zurück. Nur seiner Großmutter vertraut er noch, diese holt seinen Großvater zu Hilfe, der selbst seit einem traumatischen Erlebnis nicht mehr spricht und nur über Notizbücher kommuniziert. Er hilft Oskar bei seinen Nachforschungen, ihm kann er schließlich seine Wut und Verzweiflung anvertrauen. Oskar hat beinahe schon aufgegeben, als sich endlich doch die Lösung für das fehlende Schloss und das Ende der Suche findet. 

Eine emotional hoch anrührende Geschichte, in der Verfilmung gerade gegen Filmende sicherlich ein bisschen zu rührselig-sentimental angelegt, aber sehenswert durch zwei beeindruckende Charaktere, die zeigen, dass sich auch Menschen gegenseitig helfen können, die beide Schweres erlebt haben.


IMDb: Extrem laut und unglaublich nah (2011)

Tuesday, February 21, 2012

Edward Hirsch: Ocean of Grass



The ground was holy, but the wind was harsh
and unbroken prairie stretched for hundreds of miles
so that all she could see was an ocean of grass.

Some days she got so lonely she went outside
and nestled among the sheep, for company.
The ground was holy, but the wind was harsh

and prairie fires swept across the plains,
lighting up the country like a vast tinderbox
until all she could see was an ocean of flames.

She went three years without viewing a tree.
When her husband finally took her on a timber run
she called the ground holy and the wind harsh

and got down on her knees and wept inconsolably,
and lived in a sod hut for thirty more years
until the world dissolved in an ocean of grass.

Think of her sometimes when you pace the earth,
our mother, where she was laid to rest.
The ground was holy, but the wind was harsh
for those who drowned in an ocean of grass.

poem by Edward Hirsch (*1950)

ilustris postcardby K. Majewska / A. Tylkowski,
sent by
Aleksandra from Poland

Sunday, February 19, 2012

Die Mitte der Welt als Hörspiel

Zu meinen liebsten (und zu den besten) Jugendbüchern der letzten Jahre zählt auf jeden Fall Andreas Steinhöfels Die Mitte der Welt (2004). In seinem Blog News from Visible (der Titel ist ein direkter Bezug zu Die Mitte der Welt) berichtet er nun von einer Hörspieladaption von blubb-hoerspiele.de. Über blubb:
"blubb. ist ein Hörspielprojekt, mit dem Sprecherinnen und Sprecher eigene Hörspiele veröffentlichen. Alle Hörspiele sind unkommerziell entstanden, sodass sie kostenlos und legal heruntergeladen werden können."
Der Trailer hört sich vielversprechend an und Steinhöfel selbst scheint begeistert.

Andreas Steinhöfel: Rico, Oskar und der Diebstahlstein

Nach den Tieferschatten und dem Herzgebreche ist Rico, Oskar und der Diebstahlstein der dritte Band in Andreas Steinhöfels Reihe um den tieferbegabten Rico und seinen hochbegabten Freund Oskar.

Der Steinesammler Fitzke stirbt an Herzversagen im Hausflur der Dieffe 93 und vermacht Rico seine Sammlung. Doch in Fitzkes Wohnung wird eingebrochen und der Kalbstein - Fitzkes einzige erfolgreiche Steinzüchtung - ist verschwunden. Rico und Oskar gehen der Sache auf den Grund und müssen dafür allein an die Ostsee reisen, wenngleich Oskar auch noch weitere Motive für die Reise hat...

Der Erzählstil macht auch im dritten Band noch immer Freude und Steinhöfel gibt einem ganz nebenbei noch ein paar Dinge zum Nachdenken mit.

Andreas Steinhöfel, Rico, Oskar und der Diebstahlstein. Carlsen, Hamburg 2011.

Tolkien: Roverandom

Tolkien verfasste Roverandom 1925 als Trostgeschichte für seinen Sohn Michael, als dieser sein Lieblingsspielzeug - einen kleinen Hund aus Blei - verloren hatte. Die Geschichte entstand parallel zu Der kleine Hobbit (1937), wurde aber erst 1998 tatsächlich veröffentlicht.
Der Protagonist der Geschichte ist der kleine Hund Roverandom, der bei einem Ausflug aus Übermut dem Zauberer Artaxerxes die Hose zerreißt. Dieser verzaubert ihn aus Wut in einen Spielzeughund und Roverandom erlebt viele Abenteuer auf dem Mond und unter dem Meer, um schließlich zurückverwandelt zu werden und nach Hause zurückkehren zu können.
Das Audiobook umfasst drei CDs und wird gelesen von Ulrich Noethen, der den Erzählgestus eines Märchenerzählers gewählt hat, was der Geschichte gerecht wird. Diese ist durchaus niedlich und enthält schöne Bilder und amüsante Charaktere, hat aber durch einige Erzählschleifen Wiederholungen. 
Sicher für echte Tolkienfans und Literaturwissenschaftler interessant, aber kein Muss für Jedermann.

Mehr zum Inhalt und zu  Tolkiens Biographie bei der deutschen Wikipedia.

J.R.R. Tolkien, Roverandom. Der HörVerlag, München 2003.

Thursday, February 16, 2012

Butterfly Boucher: 5678!



Great new song by Butterfly Boucher!
New album hoopefully coming out soon!  


...it's a science
And the beat is our alliance
But once you have it
There is method to the madness...

Monday, February 13, 2012

Sunday, February 12, 2012

The Colour Purple


Probably bad luck for Steven Spielberg (and Whoopi Goldberg...) that he had to compete against Out of Africa by Sydney Pollack (and with Robert Redford and Meryl Streep) for the Academy Awards 1986. Both films were nominated for eleven (!) Oscars of which Out of Africa won seven, The Colour Purple won none.

Nevertheless, it is an amazing film. It was Whoopi's debut and she did fine. Spielberg made his first non-typical, non-blockbuster-like film and it worked out well. It's emotional, it's true.
It has some stunning scenes of sheer beauty and others show off the brutality of the times so realistically that it just makes you cry.
It's a film you can come back to after years and find yourself touched by it all over again.

I think
it pisses God off 
when you walk by
the color purple
in a field
and don't notice it.

Saturday, February 11, 2012

Finnish illustrator Hannu Taina

There's a Finnish children's book series about a bear called Uppo-Nalle by author Elina Karjalainen. Some of her books were illustrated by Hannu Taina who draws really beautiful watercolour pictures.

The one below shows Uppo-Nalle sitting in a garden. The postcard on the right is a typical scene of the book with the girl Reeta, Uppo-Nalle and the dog named Laulava lintukoira (Finnish for "singing bird dog") sitting down reading.

Thanks to postcrosser Kallioranta from Finland for sending me this card.

Friday, February 10, 2012

Håkan Nesser: Die Perspektive des Gärtners

Die Perspektive des Gärtners von Håkan Nesser handelt von einem schwedischen Autor namens Erik, dessen vierjährige Tochter entführt wurde. Seine Frau Winnie, eine Malerin, ist daran fast zerbrochen, so dass die beiden mit einen Umzug nach New York einen Neuanfang versuchen. Erik zieht sich regelmäßig in die öffentliche Bibliothek zurück, um zu schreiben, aber auch um seiner Frau Freiräume zu schaffen. Ihr Verhältnis ist schwierig, die Kommunikation nahezu abgebrochen durch die Ungewissheit über den Verbleib der Tochter und den Selbstmordversuch Winnies. Er reflektiert schreibend über ihre gemeinsame Geschichte und im Verlauf sammeln sich immer mehr Merkwürdigkeiten und Risse darin, parallel dazu beginnt auch Winnie, sich immer merkwürdiger zu verhalten. Was ist wirklich mit ihrer Tochter passiert?
Nesser steigert die zunächst langsam beginnende Geschichte auf die ihm typische Art und Weise bis zum Showdown. Die Perspektive des Gärtners ist sicher nicht sein bester Roman, es ist auch kein Krimi im eigentlichen Sinne, ist aber dennoch eine spannende Erzählung - natürlich auch durch Dietmar Bärs Stimme, die dem Erzähler Erik Authentizität und Leben gibt, dem man mit Spannung durch das Labyrinth der Erinnerungen und Beobachtungen folgt.     

Håkan Nesser, Die Perspektive des Gärtners. Brigitte Starke Stimmen 2011. 

Wednesday, February 08, 2012

Chinese Mail

 Just one of the interesting thing that may happen to you if you participate in postcrossing.

Today I received not only a postcard from China but also some sauce in a tiny package! It definitely contains sesame seed and I guess the sender was talking about adding it to fried beef slices - but not really sure due to handwriting and English problems.

I'll try it - no risk, no fun.
Let's hope the travel time of 64 days didn't harm the content. 

Tuesday, February 07, 2012

Bastian Bielendorfer - Lehrerkind

Vielleicht irgendwie logisch, dass ich dieses Buch geschenkt bekam. 
Bastian Bielendorfer, geboren 1984 in Gelsenkirchen, schreibt mit Mitte 20 seine Autobiographie über seine schwere Kindheit als Lehrerkind.
Zugegeben, Lehrerkind zu sein, ist vielleicht nicht immer leicht, Lehrer sind schon eine besondere und manchmal sehr anstrengende Sorte Leute. Bielendorfer beschreibt mit ironischem Ton seine eigenen Unzulänglichkeiten (davon sind scheinbar reichlich vorhanden) und vor allem die seiner Erziehungsberechtigten. Die der Letzteren grenzen an seelische Grausamkeiten, wenn sie sich denn in der Form zugetragen haben, wie "Basti" sie beschreibt. Einiges ist  überzogen dargestellt (okay, schriftstellerische Freiheit), aber wirkt dadurch nur noch unglaubwürdig. Ein Vater, der seinen Sohn in Unterwäsche zur Schule schickt für einen Aprilscherz? Scrabble hat BB jedenfalls nie ersthaft gespielt, oder aber er hat die Regeln absichtlich falsch dargestellt?! 
Der Tonfall des Buches ist extrem umgangssprachlich (einige Rezensenten zählten sogar die banalen Vergleiche und Fäkalausdrücke und kamen auf extrem hohe Werte...) und oberflächlich. Gedanken und Geschichten werden angerissen, aber nicht zuende gebracht. Beweggründe für seine Entscheidung, allen schlimmen Lehrererfahrungen zum Trotz selbst Lehramt zu studieren, liefert Bastian Bielendorfer nicht. Und wer je nur ein bisschen Lehrerausbildung von innen gesehen hat (unabhängig davon, wie schlecht sie meistens ist), der weiß, dass die von ihm geschilderte fehlgeschlagene erste Unterrichtsstunde ein Totalausfall ist und seine eigene Unfähigkeit darstellt. Was Lehrersein tatsächlich bedeutet, begreift er nicht einmal ansatzweise, sondern bedient nur absolute Vorurteile, vor allem in den eingeschobenen Lehrerklassifizierungen.
Dieses Buch war weder witzig, noch brachte es Erkenntnisse darüber, was es bedeutet, Lehrerkind zu sein. Vielmehr hegt man den Verdacht, BB wolle mit seinen Eltern abrechnen, bzw. wusste nach dem Studiumsabbruch einfach nichts Besseres mit sich anzufangen, als ein Buch über sein Versagen zu schreiben.
Zeitverschwendung - bitte nicht lesen oder verschenken!

Bastian Bielendorfer, Lehrerkind. Lebenslänglich Pausenhof. Piper, München 2011.
Bastian Bielendorfer beantwortet fünf Fragen vom Piper Verlag


PS.: Ich mag diesem Post nicht einmal den Tag "Literarisches" geben...

Monday, February 06, 2012

Chanticleer live

Still in a mood of unbelieving amazement about these incredible twelve guys I heard tonight at Gütersloh Stadthalle. Chanticleer is an a capella group from San Francisco, including two basses, one baritone, three tenors, and six countertenors (three altos and three sopranos). Everyone of them has an impressive voice in range and timbre, but together they really form an remarkable orchestral sound. Unbelievably good. They sung this little piece as an encore. Pardon my enthusiastic adjectives here, but they are well earned.

Sunday, February 05, 2012

John Katzenbach: Die Anstalt

Der etwa 700 Seiten starke Roman von John Katzenbachs Roman Die Anstalt ist in der Audiobook-Fassung auf sechs CDs gefasst, gelesen von Thomas Danneberg und Simon Jäger.
Der Protagonist und schizophrene Francis Petrel wird in in den USA der 70er Jahre in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen. Als dort eine Krankenschwester ermordet wird, ist er zusammen mit einem anderen Insassen und einer Staatsanwältin an der Aufklärung beteiligt. Erzählt wird aus der Perspektive des noch immer oder schon wieder erkrankten Petrels, der sich erinnernd die Geschichte an die Wand seines Apartments schreibt, dadurch springt die Handlung immer wieder zwischen dem Jetzt und der Anstalt hin und her.
Um es kurz zu machen: Die Anstalt bedient so viele altbekannte Klischees, wie man sie nur aus Psychothrillern zusammenklauben konnte. Einer flog über Kuckucksnest sei hier nur besipielhaft erwähnt. Vielleicht lag es an der Hörbuchfassung, die vermutlich gekürzt war, aber die Charaktere bleiben größtenteils oberflächlich und die Handlung vorhersehbar. Selbst der Showdown vermochte nicht wahrhaft zu fesseln und das ist für einen Psychothriller ein schlechtes Zeichen, zumal auch als psychologische Studie das Innenleben der Insassen der Anstalt (mit Ausnahme Petrels) nicht umfassend genug dargestelllt wird.
Zum Glück war es nur das Hörbuch und keine 700 Seiten Buch, die mir durchaus mehr Zeit gestohlen hätten. 

Genaueres zum Inhalt und weitere Verrisse (Leser-Rezensionen) kann man nachlesen bei krimi-couch.de.

John Katzenbach, Die Anstalt. Argon 2008.

Saturday, February 04, 2012

The world as I know it?


visited 21 states (9.33%)
Seems I have to broaden my travel interests...

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3D



Among cute and beautiful cards from my wishlist you get slighly boring tourist cards as well. But on some rare occasions you receive special extraordinary cards (which surely cost their senders more money than a usual card) which proofs that postcrossing is truly about giving joy to strangers all over the world. 
To proof my point you can see these two amazing 3D cards - both with ocean views. The first one with the tortoise arrived from Lithuania last year from postcrosser Aušra and the dolphins arrived just recently from the Netherlands and were sent by Alie.
One of the fish in the second postcard looks suspiciously like Dory (a Paracanthurus hepatus) from Finding Nemo which I already mentioned in another post.  

Wednesday, February 01, 2012

Changes


Just when the caterpillar thought
the world was over
it became a butterfly.