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Friday, October 31, 2025

Andreas Föhr - Bodenfrost

Die bayrische Regionalkrimireihe von Andreas Föhr um die ungleichen Protagonisten Wallner und Kreuthner geht mit Bodenfrost schon in die zwölfte Runde. Ausgerechnet während des Kindernachmittags der Miesbacher Polizei wird auf dem Gelände eine Leiche gefunden. Bei der Obduktion stellt sich eine Verbindung mit einer ungelösten Mordserie heraus. Die fand vor einigen Jahren ein plötzliches Ende - ist der Mörder jetzt wieder aktiv geworden? Während Wallner mit einer Soko ermittelt, sieht es auch Kreuthner als seine Pflicht an, einiges herauszufinden - und geht dafür wieder einmal zweifelhafte Wege durch den Untergrund. Doch er kann (mit Hilfe seiner zwielichtigen Kumpels) erneut Hilfreiches beitragen. 
Bodenfrost bringt alles mit, was die Reihe auszeichnet: Sympathische, sehr individuell gezeichnete Charaktere, einen spannenden Plot und echte Ermittlungen und eine passende Menge Lokalkolorit - wie immer hervorragend in Szene gesetzt durch Michael Schwarzmaier, die Audiobook-Fassung kann ich uneingeschränkt empfehlen. 

Andreas Föhr, Bodenfrost. Argon 2025.

 

Sunday, November 24, 2024

Andreas Föhr - Totholz

Totholz ist nun schon der 11. Band der Reihe um Clemens Wallner und Leonhardt Kreuthner. Wieder startet das Ganze mit einer von Kreuthners seltsamen Aktionen: Diesmal will er einer Konkurrentin, die sein Nebeneinkommen mit der Schwarzbrennerei bedroht, einen Denkzettel verpassen - ausgerechnet mit einer alten Kanone aus dem 18. Jahrhundert. Natürlich fliegt ihm das alles um die Ohren - buchstäblich!
Die Geschädigte Pippa Trautmann hat allerdings auch einigen Dreck am Stecken und so führt ihre Zeugenaussage Kommissar Wallner und die Kripo Miesbach zu einer im Wald vergrabenen Leiche. Leider gibt es Schwierigkeiten bei der Identifizierung, weil der Tote stark verbrannt ist, doch die Spuren führen zu den Anwesen in einem einsamen Tal. Die Anwohner könnten alle etwas mit dem Toten zu tun haben. Bis zur Aufklärung geschehen noch einige skurile Dinge, denn nebenher wird auch noch Pippa entführt und Kreuthners schlechtes Gewissen drängt ihn, ihr zu Hilfe zu eilen, was einige Verstrickungen mit der lokalen Verbrecherszene zur Folge hat.
Totholz greift auf die bewährten Mittel der Reihe zurück - einen ernsthaften Mordfall, in dem Wallner und sein Team seriös und mit Eifer ermittelt, und einen Buffo-Plot um Kreuthner, der streckenweise unglaubwürdig, aber dennoch unterhaltsam ist. Diesmal hat sich alles gut die Waage gehalten und die Wiederbegegnung mit den vertrauten Charakteren, allen voran Opa Manfred, macht Freude.
Die Lesung von Michael Schwarzmeier ist gewohnt großartig, weswegen ich die Bände der Reihe eigentlich immer höre statt sie zu lesen.

Andreas Föhr, Totholz. Argon 2024.

Thursday, February 16, 2023

Andreas Föhr - Herzschuss

Im 10. Band Herzschuss der Kreuthner und Wallner-Reihe von Andreas Föhr werden Wallner und seine Kollegin auf der Skipiste per GPS-Daten auf die Leiche des Abgeordneten Gansel aufmerksam gemacht. Kurz darauf taucht Kreuthner am Fundort auf - und der hatte einen Groll auf Gansel, da er Kreuthner Jugendliebe Philomena, nun Gansels Witwe, schlecht behandelte. Doch ist Kreuthner wirklich Gansels Mörder? Wallners neue Chefin denkt dies jedenfalls und verhaftet ihn. Doch das lässt sich Kreuthner natürlich nicht einfach so gefallen...

Trotz der direkten Involviertheit Kreuthners gleitet Herzschuss nicht so sehr ins Klamaukige ab wie vielleicht andere Bände der Reihe. Wallner ermittelt so sorgfältig, wie er nur kann, und klärt den Fall mit Hilfe von Zeugen, Beweisen, fähigen Kollegen und seiner Kombinationsgabe schließlich auf. Die Charaktere überzeugen weiterhin und der Lokalkolorit macht Freude, besonders durch die gewohnt gekonnte Umsetzung von Michael Schwarzmaier. Macht Spaß. 

Andreas Föhr, Herzschuss. Argon 2022.


Thursday, December 26, 2019

Andreas Föhr - Tote Hand

Im kürzlich erschienenen achten Band der Reihe, Tote Hand, laufen Wallner und Kreuthner erneut zu Hochform auf. Alles beginnt wieder einmal bei Kreuthner und seinen Kumpanen aus der Mangfallmühle - der alte Lintinger verliert auf seinem Schrottplatz seine Hand. Kreuthner denkt, sie müsse ordentlich bestattet werden - und beim Begräbnis stößt die Gesellschaft auf einen Toten.
Wallner und seine Soko haben daraufhin einiges zu recherchieren, denn zunächst wirft jeder Ermittlungsfortschritt nur weitere Fragen auf. Schließlich ist es auch immer wieder Kreuthner, der dazu beiträgt, dass sie weiter kommen - natürlich nicht immer auf die polizeilich korrekte Weise.
Parallel zu den Ermittlungen erfahren wir in Rückblenden von der Geschichte einer jungen Frau, die erst vor einiger Zeit vor ihrem übergriffigen Mann in die Region geflüchtet ist, nur um dann von  ihrem Arbeitgeber, auf den sie angewiesen ist, erneut bedroht zu werden.
In solider Ermittlungsarbeit - etwas, das mir an den Föhr-Krimis außerordentlich gut gefällt - werden nach und nach die verschiedenen Schichten des Falls aufgedeckt. Der Nebenerzählstrang von Wallners Familie ist unterhaltsam und das Klamaukige und Irrationale von Kreuthner hält sich noch im Rahmen. Zusammen mit der ungebrochen tollen Lesung von Michael Schwarzmeier ergibt dies einen sehr unterhaltsamen und spannenden Krimi.

Andreas Föhr, Tote Hand. Argon 2019.

Saturday, December 07, 2019

Andreas Föhr - Schwarzwasser

Kommissar Clemens Wallner ist besorgt, als er nachts nach Hause kommt und sein gebrechlicher Großvater Manfred nicht zuhause ist - wo kann er sein? Er ruft die Kollegen an und erfährt, dass gerade der Fund eines Toten gemeldet wurde... Derweil ist Kreuthner mit dem E-Bike unterwegs, denn man hat ihm den Führerschein abgenommen, was ihn natürlich empört, wie konnten die Kollegen ihm das nur antun? Und wie soll er jetzt die junge Frau von der Faschingsfeier mit nach Hause nehmen?
Ein typisch konfus-amüsanter Einstieg in den siebten Fall von Andreas Föhrs Serie. Doch schon bald nimmt die Sache ernstere Züge an, denn eine junge Frau wird verdächtigt, einen Mann erschossen zu haben, weil man sie mit einer Waffe am Tatort auffindet. Kreuthner glaubt keinen Moment an ihre Schuld, verhilft ihr zur Flucht und setzt wieder einmal seine berufliche Zukunft aufs Spiel.
In Rückblenden erfahren wir nach und nach, dass der Fall eine Verbindung nach Berlin kurz nach der Wende hat. Die Firma Schwarzwasser machte damals Konkurs, doch was waren die Hintergründe? Und wer ist der Tote, dessen oberflächliche Identität sich als Fälschung herausstellt, wirklich?
Der Fall ist wie gehabt gut konstruiert, Wallner und seine Kollegen ermitteln fokussiert und gründlich, um die Sache aufzuklären. Dagegen sind die Kreuthner-Szenen an einigen Stellen grenzwertig und gleiten manchmal ins Klamaukige ab.
Davon abgesehen war es ein spannender Kriminalfall in einer gleichbleibend guten Lesung von Andreas Schwarzmaier. 

Andreas Föhr, Schwarzwasser. Argon 2017.

#1 Der Prinzessinnenmörder
#2 Schafkopf
#3 Karwoche
#4 Schwarze Piste
#5 Totensonntag
#6 Wolfsschlucht
#7 Schwarzwasser
#8 Tote Hand

Serien von Andreas Föhr

Kommissar Wallner und der unkonventionelle Polizist Kreuthner ermitteln in Oberbayern.
Die Krimis mit Lokalkolorit sind besonders gut in der Lesung von Michael Schwarzmaier.

#1 Der Prinzessinnenmörder (2009)
#2 Schafkopf (2010)
#3 Karwoche (2011)
#4 Schwarze Piste (2012)
#5 Totensonntag (2013)
#6 Wolfsschlucht (2015)
#7 Schwarzwasser (2017)
#8 Tote Hand (2019)
#9 Unterm Schinder (2021)
#10 Herzschuss (2022)
#11 Totholz (2024)
#12 Bodenfrost (2025) 


Die Rechtsanwältin Eisenberg ermittelt in München.

#1 Eisenberg
#2 Eifersucht

Sunday, February 10, 2019

Andreas Föhr - Eifersucht

Rachel Eisenbergs zweiter Fall ereilt sie im Biergarten: Per Zufall ist sie dabei, als die Filmproduzentin Judith Kellermann verhaftet wird, sie soll ihren Lebensgefährten Eike Sandner aus Eifersucht in die Luft gesprengt haben. Kellermann behauptet, unschuldig zu sein, aber da Polizei und Staatsanwaltschaft fest der Überzeugung sind, die Schuldige gefunden zu haben, müssen Eisenberg und ihr Team selbst ermitteln. Wer könnte ein Interesse daran haben, Kellermann mit diesem Verbrechen ans Messer zu liefern, wer profitiert davon?
So kommen sie nach und nach lange zurückliegenden Geschichten auf die Spur und können Zusammenhänge herstellen, die unvorhersehbar waren. Gleichzeitig erfahren wir, welch lang gehütete Geheimnis Rachel Eisenberg zu verbergen gesucht hat.
Die Lesung von Michael Schwarzmaier ist prima, aber scheinbar hat das Hörbuch einige Kürzungen erfahren, die dem komplexen Plot nicht gut getan haben, zumindest blieb manches holprig. Die Protagonistin, die im ersten Band mit dem Titel Eisenberg so vielversprechend startet, blieb etwas hinter meinen Erwartungen zurück und ihr Umgang mit ihrer Vergangenheit und bzw. mit ihrer eigenen Tochter ist teils fragwürdig. Auch ihre Mandantin wird eher unsympathisch gezeichnet. Trotz dieser Kritikpunkt aber ein unterhaltsamer Krimi, keine Frage.

Andreas Föhr, Eifersucht. Argon 2018. 



Sunday, September 10, 2017

Andreas Föhr - Eisenberg

Nach der von mir geschätzten Bayern-Krimireihe um Wallner und Kreuthner (zuletzt rezensiert der sechste Fall, Wolfsschlucht) publizierte Andreas Föhr einen Roman um eine Rechtanwältin in München namens Rachel Eisenberg. Sie übernimmt einen medienwirksamen Fall eines Obdachlosen, der eine Frau brutal ermordet und verstümmelt haben soll. Doch als sie dem Mann das erste Mal gegenübertritt, wird der Fall schlagartig persönlich, denn sie hatte vor langen Jahren einmal eine Beziehung zu ihm. Sie will ihn dennoch vertreten und glaubt an seine Unschuld, als der Mann plötzlich ein Geständnis ablegt - um es später zu widerrufen... Rachel ist sich unsicher, was sie ihm glauben kann und was nicht und beginnt eine gründliche Ermittlung in alle Richtungen.
Der Fall ist spannend, psychologisch interessant und bietet gut gezeichnete Charaktere. Allein der Schluss hatte - trotz der überraschenden Wende - Schwächen und wirkte teils unglaubwürdig und teils etwas erzwungen. Dennoch ist zu hoffen, das mit Eisenberg hier der Auftakt zu einer neuen Krimireihe des Autors gemacht wurde.

Andreas Föhr, Eisenberg. Argon Hörbuch 2016.

Thursday, March 30, 2017

Andreas Föhr - Wolfsschlucht

In Andreas Föhrs sechstem Fall am Tegernsee ermittelt Kommissar Clemens Wallner in zwei Fällen, die zunächst nur eine Sache gemeinsam haben: Kollege Leonhardt Kreuthner ist wieder einmal darin verwickelt. Ein Bestattungsunternehmer steckt mitsamt seinem Leichenwagen in der Mangfall, was zunächst als Scherz einer durchzechnten Nacht mit Kreuthner und seinen Kumpanen begann, aber tödlich endete - der Mann wurde erschossen. Gleichzeitig verschwindet eine junge Frau. Ihr Wagen wird kurz darauf im Gebirge gefunden – aufgespießt von einem Maibaum.
Für dieses, eher bizarr anmutenden Element des Falls ist wiederum Kreuthner verantwortlich, da dessen wirrer Plan für einen Maibaumklau eine etwas andere Wendung nahm als geplant.
Wallner sieht sich einmal mehr in der Lage, den Kollegen verteidigen zu müssen, liefert dieser doch außer seinen immer am Rand der Legalität verlaufenden Scherzen auch immer wieder für den Fall relevante Hinweise - wenngleich auch diese auf die typisch kreuthnersche Art gesichert werden.
Diesmal gleiten die Ermittlungen allerdings nicht in den Slapstick ab (wie zuletzt bei Totensonntag), sondern die Fälle werden konsequent ermittelt, wenngleich am Ende Kommissar Zufall etwas nachhilft. Der Fall bekommt zudem eine sehr persönliche Note für Wallner, sieht er sich doch gleich auf mehreren Ebenen mit seiner persönlichen Familiengeschichte konfrontiert. Etwas zu kurz kommt meines Erachtens am Ende der Aspekt der Motivation hinter den Taten - hier wird eine Familiengeschichte des Missbrauchs der anderen Art angerissen, aber für die Betroffenen nicht weitergedacht, kein Ausblick gewagt, besonders optimistisch wird sie nicht sein, aber der Autor gewährt uns keine Innensicht mehr.
Die Lesung von Michael Schwarzmaier ist sehr gelungen wie immer und sicherlich auch einer der Gründe, warum ich die bisherige Reihe in einem relativ kurzen Zeitraum komplett verschlungen habe.

Andreas Föhr, Wolfsschlucht. Argon 2015.

Liste der bisherigen Fälle:
Der Prinzessinnenmörder (2009)
Schafkopf (2010)
Karwoche (2011)
Schwarze Piste (2012)
Totensonntag (2013)
Wolfsschlucht (2015)

Wednesday, December 28, 2016

Andreas Föhr - Totensonntag

Totensonntag führt uns zurück an den beruflichen Anfang von Wallner und Kreuthner. Der fünfte Band der Alpenkrimi-Reihe von Andreas Föhr spielt im Jahr 1992: Wallner ist gerade Kriminalkommissar geworden, Kreuthner ist noch ein wenig wilder und regelresistenter als seine spätere Version. Wallner und die Staatsanwältin Claudia Lukas (und außerdem die Tochter von Wallners Chef) sind auf einer Party in einer Berghütte, als auch Kreuthner mit einem Häftling dort auftaucht. Kreuthner wollte nicht auf das Besäufnis verzichten und hat den Gefangenen kurzerhand mitgenommen. Die Ereignisse laufen aus dem Ruder, als der Gefangene in Panik gerät, zunächst Geiseln nimmt und schließlich von der Seilbahn aus in den Tod stürzt. Kurz zuvor hat er allerdings wirr von einer Leiche in einem Glassarg gesprochen.
Die Geschichte nimmt Fahrt auf, als Kreuthner und Wallner die Leiche tatsächlich in einer alten Kapelle entdecken - mit einer Kugel im Kopf!
Die Spuren führen zurück ins Jahr 1945 kurz vor Kriegsende, der zweiten Erzählebene. Frieda flieht von einem Gefangenenransport, sie hofft auf Rettung durch die Amerikaner und versteckt sich, aber die SS ist ihr dicht auf der Spur.
Als Wallner versucht, die Identität der Leiche zu überprüfen und etwas über sie herauszufinden, bemerkt er schnell, dass einige der alten Männer im Dorf bewusst schweigen. Spätestens als der Dorfspitzel Beck, der Informationen über alles und jeden gesammelt hat, plötzlich ermordet wird, ist klar, dass jemand nicht will, dass die Ereignisse von damals ans Tageslicht kommen.

Totensonntag folgt dem bewährten Schema der Reihe mit zwei Erzählebenen, wobei die aktuellen Geschehnisse ihren Ursprung in der Vergangenheit haben und nur gemeinsam aufgedeckt werden können. Dabei hat der Leser/Zuhörer durch die Rückblenden stets einen geringen Wissensvorsprung vor den Ermittlern. Die jüngeren Fassungen von Wallner und Kreuthner sind interessant angelegt, man erfährt einiges über ihren Werdegang. Leider driftet das Absurd-Komische, das die Reihe durchaus auszeichnet, in diesem Band an einigen Stellen ins Klamaukige ab, ist überzogen und dadurch unglaubwürdig. Kiffen im Dienstwagen oder die Sprengung einer privaten Haustür mit Plastiksprengstoff ist dann doch leicht daneben und die Geschichte wäre ohne diese humorigen Ausrutscher besser gewesen.
Die Lesung von Michael Schwarzmeier ist wie gewohnt höchst unterhaltsam und ein echter Gewinn für die Reihe.

Andreas Föhr, Totensonntag. Argon 2014.

Sunday, December 18, 2016

Andreas Föhr - Karwoche

In dem dritten Alpen-Krimi Karwoche um Wallner und Kreuthner geht es um ein Familiendrama. Doch der Roman beginnt wie seine Vorgänger einmal mehr mit einer idiotischen Idee Kreuthners: Bei einer Wettfahrt zwischen ihm und seinem Freund kommt es beinahe zu einer Kollision und Zeuge ist ausgerechnet Wallner auf seiner Fahrt in den Osteriurlaub! Um nicht allzu deppert dazustehen, tut Kreuthner so, als wolle er den Lieferwagen kontrollieren - nur um im Laderaum eine Tote zu finden! 
Bei dieser stellen die Ermittler bald eine Querverbindung zum Tod eines jungen Mädchen, Leni, her, das aus der bekannten Schauspielerfamilie Millruth stammte und deren Onkel gerade wegen fahrlässiger Tötung auf Bewährung verurteilt worden ist. Die Tote aus dem Laderaum verfügte über Informationen, die den Tathergang in ein anderes Licht rücken als bisher angenommen. Die Motive für den Tod des Mädchens scheinen noch weiter in der Vergangenheit zu liegen, auch Lenis altes Kindermädchen wird vermisst. Um den aktuellen Mord aufzuklären, ist es unerlässlich, noch einmal zu prüfen, wer Leni wirklich umgebracht hat. 
In Rückblenden erfahren wir, was am letzten Weihnachtsabend bei den Millruths wirklich geschehen ist, während Wallner trotz Urlaub ermittelt, richtig schlussfolgert und die passenden Theorien entwickelt und dabei am Ende noch einen weiteren Mord verhinden kann. Natürlich bekommen auch die Nebencharaktere wie Opa Manfred wieder ihre Auftritte und auch in Wallners Privatleben gibt es Neuigkeiten. Andreas Föhr setzt in Karwoche die unterhaltsame Reihe gekonnt fort, in der Lesung von Michael Schwarzmaier ein Hörvergnügen.

Andreas Föhr, Karwoche. Audio Media Verlag 2011.

Thursday, October 13, 2016

Andreas Föhr - Schafkopf

Kreuthner steigt in Schafkopf wegen einer Wette eines Sonntags auf den Riederstein und wird dort Zeuge, wie einem Kleinkriminellen namens Stanislaus Kemmeder mit einem Präzisionsgewehr der Kopf weggeschossen wird.
In der folgenden Ermittlung geht es sehr schnell um eine vor zwei Jahren verschwundene Frau, deren Freund (ebenso wie Kummeder) gewalttätig (vor allem gegenüber ihren Freundinnen) ist. Im Wechsel hören wir von den Ermittlungen und von den Geschehnissen vor zwei Jahren bzw. nähern wir uns in den Rückblenden immer mehr der Gegenwart. Man kann als Zuhörer recht schnell erfassen, was sich wohl zugetragen haben muss. Dadurch ist nur noch das Wie relevant - und die zum Teil witzige Erzählweise und Darstellung der Protagonisten (plus Opa Wallner). Die Liebesgeschichte Wallners erscheint allerdings eher tragisch als witzig und Opas Beziehung zu einer viel jüngeren Frau ist auch wiederum nicht so skandalös, so dass Schafkopf ein wenig hinter Der Prinzessinnenmörder zurückbleibt. Dennoch gibt es am Ende eine unvorhergesehene Wendung und auch die Thematisierung der Gewalt gegen Frauen verdient Beachtung (wenngleich man daraus auch mehr hätte machen können...) - alles in allem ein ordentlicher Krimi von Andreas Föhr.

Andreas Föhr, Schafkopf. Target 2010.

Saturday, September 17, 2016

Andreas Föhr - Der Prinzessinnenmörder

Bei der reichlichen Auswahl an Krimis mit Lokalkolorit gibt es Gutes, aber auch viel Schlechtes (und Einiges hat trotz mangelnder Qualität kommerziellen Erfolg). Daher habe ich dieses Genre in letzter Zeit eher gemieden. Der erste Alpen-Krimi von Andreas Föhr konnte mich aber überzeugen:

Polizist Kreuthner ist sturzbetrunken, als er an einem Januarmorgen an den Spitzungsee fährt (mit dem Auto wohlgemerkt, damit ist sein Charakter schon auf die Sorte Polizist festgelegt, der es mit den Regeln nicht so genau nimmt). Da entdeckt er unter dem Eis die Leiche eines 15-jährigen Mädchen in einem goldenen Prinzessinnenkleid.
Kommissar Wallner ahnt schnell, dass es sich um keinen der üblichen Morde aus Eifersucht oder Habgier handelt - derTäter hinterlässt Hinweise auf seine Beweggründe, die aber nicht leicht zu entschlüsseln sind. So beginnt ein Ermittlungswettlauf, denn schon bald tauchen weitere Opfer auf. 

Andreas Föhr entwirft seine Charaktere mit prägnanten Gegensätzen - der ungehobelte, chaotisch handelnde und angeberische Kreuthner wird ausgeglichen durch den kühlen Denker Wallner, der sorgfältig Spuren auswertet, zudem aber über kriminalistischen und menschlichen Instinkt verfügt. Hinzu kommen einige gute Nebencharaktere, allen voran natürlich Wallners Opa, der für einige witzige Passagen und Dialoge sorgt.
Erzähltempo und Spannung passten und der Showdown kam auch ohne unrealistische und blutrünstige Szenen aus - definitiv ein Pluspunkt.

Einige andere Rezensenten taten sich schwer mit der verschriftlichten Fassung des bayrischen und anderer Dialekte. In der Audiobook-Fassung sind diese von Michael Schwarzmeier angenehm und nicht übertrieben umgesetzt. Das passt und nervte nicht.
Fazit: Für mich ein sehr solider, spannender Krimi mit guten Protagonisten und einer nachvollziehbaren Story.

Andreas Föhr, Der Prinzessinnenmörder. Target 2014.