aber wir realisieren nur selten, dass wir Affen sind."
Richard Dawkins
Aufgenommen im Zoo Münster, 31.7.2007.

Deutscher Krimi. Preisgekrönt. Norbert Horst ist in seinem ersten Leben Polizist, in seinem zweiten Autor. Und kein schlechter (Friedrich Glauser 2004, Deutscher Krimipreis 2006). Nach einer ersten Gewöhnungsphase auf den ersten Seiten ist der ungewöhnliche, protokollartige, die Gedanken des Ich-Erzählers wiedergebende Stil durchaus spannend. Das Geschehen von Todesmuster umfasst keine zwei Wochen - das ergibt zusammen mit dem Erzählstil ein recht zügiges Tempo.

Francois Lelord war bis 1996 Psychiater in Paris, schloss seine Praxis und zog in die Welt hinaus, um etwas über den Sinn des Lebens herauszufinden. Die erste Veröffentlichung war "Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück" 2002. Weitere Bände zum Thema Liebe und Zeit folgten.
Hector ist Psychiater in "einer großen Stadt mit breiten Alleen, die von schönen alten Gebäuden gesäumt wurden" und er zieht in die Welt hinaus, um etwas über das Glück zu erfahren, denn er ist nicht mit sich zufrieden, weil "er die Leute nicht glücklich machen konnte". Wobei ihm auch so manches Mal nicht klar ist, warum die Leute eigentlich unglücklich sind. So reist er nach China, Chile und Kalifornien und trifft auf die unterschiedlichsten Menschen und macht seine Beobachtungen zu deren Glück oder Unglück. Seine Gedanken dazu schreibt er in ein kleines Notizbuch in Form von Lektionen. Zum Beispiel:
Hector sammelt schöne, kleine Weisheiten. Gleichzeitig ist das Buch so erfrischend einfach erzählt in einer fast kindlichen Sprache (den Kritikern solcher Bücher wird das sicherlich ein Stein des Anstoßes sein), fast dazu führt, dass man einfach so hindurchrutscht beim Lesen. Aber hinterher mag man noch einmal zurückblättern und die ein oder andere Geschichte oder Lektion noch einmal bedenken.
Warum auch nicht - wenn es nur dazu dienen kann, auch nur einen Tag oder eine Stunde des Lebens nur ein wenig glücklicher zu verbringen, weil man seine Relationen anders setzt (siehe Lektion Nr.1), dann hat sich die Lektüre gelohnt.
Wünsche glückliche Lesestunden.
Francois Lelord: Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück. München, Piper-Verlag, 2006.

Die meisten Leute tragen ein diffuses Unglück mit sich herum. Die einen, weil sie zu wenig haben, die anderen weil sie zu viel haben.(Polski Blues, München 1991, S.39)
Du musst begreifen, dass du das, was du suchst, nie verloren hattest. Das ist so einfach, dass du mich nicht verstehst. Habe ich recht?"(Polski Blues, München 1991, S.129)
Interview mit Janosch (Allgemeine Zeitung)Artikel zum 75. Geburtstag (RP online)und noch einer (Deutsche Welle)

"Man kann sich nichts vom Leib schreiben. Man schreibt sich alles auf den Leib. Selbst wenn man einen politischen Artikel schreibt, wird das Elend und die Wut immer größer, nicht kleiner. Schreiben ist keine Therapie, Schreiben ist gefährlich."
- Peter Bichsel
Als ich dieses Zitat fand, wollte ich natürlich auch wissen, wer Peter Bichsel ist: Er ist Schweizer Schriftsteller, geboren 1935, und Mitglied der Akademie der Künste in Berlin. Er hat einige Literaturpreise gewonnen - darunter auch den Preis der Gruppe 47 1965. Ist eben manchmal doch verblüffend, wie Dinge, die einen beschäftigen, Kreise ziehen und sich wiedertreffen.

Es ist schön
deutlich getäuscht zu werden
Ein Bild von Magritte
auf diesem Stein steht BROT
auf diesem Messer steht VOGEL
Ganz einfach
du siehst und du liest
und die verstehst die Methode
und könntest lachen
Aber worauf steht hier LIEBE
und was trägt die Auschrift
DENOKRATIE
Was ist das in Wirklichkeit
und warum N
statt M
Ist das Absicht oder ein Irrtum
Und dort steht LEBEN
mit einem Strich mitten durch
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Mal wieder ein Funstück von Fried, ich kann nicht wiederstehen, wenn er auch noch weitere Dinge berührt, die ich mag und schätze. Mehr über René Magritte bei Wikipedia.

Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen,Ich kannte mehrere, leicht verschiedene Fassungen, außerdem besagte englische Version. Frage: Was ist denn nun das "Original"?
die ich nicht ändern kann, den Mut,
Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
God, give us grace to accept with serenity
the things that cannot be changed, courage
to change the things which should be changed,
and the wisdom to distinguish the one from the other.



Komissar Erlendurs Faszination für verschollene und vermisste Personen erhält neues Futter, als ein Skelett auf dem Boden eines trockenfallenden isländischen Sees im wahrsten Sinne des Wortes auftaucht. Am Skelett - ein russiches Sendegerät. Kein wirklicher Spionage-Thriller, aber eine Geschichte, die neue Perspektiven auf die DDR, kommunistischem Idealismus, der fatal enttäuscht wird, und menschliche Irrungen aufzeigt.Bezeichnend - schon vor etwa einem Jahr habe ich doch dieses Buch gekauft, "So zähmen Sie Ihren inneren Schweinehund!" von einem Marco von Münchhausen. Natürlich stand das Buch seitdem unangetastet im Regal, listig, dieser Schweinehund. Dann fiel mir das Hörbuch dazu in die Finger und ich habe ihn ausgetrickst und immerhin schon den ersten Teil angehört. Mal sehen, wie lange ich den zweiten Teil aufschiebe. Empfehlenswert:
Men - and I don't mean to generalize - are crap.
They're the human race's only failed gender. Who needs them?
And why are they so difficult to keep hold of? Do you think they realize, that were it not for the genetic imperative to populate the earth, they wouldn't get a date? That's one hell of an inducement: no pressure, girls, but shag one of these or it's curtains for all humankind! That's harassment.
But do you know what? Do you know what's even more crap than men? We are more crap than men.... These magazines! A hundred pages of "men are useless bastards," and an article about why you should wake him up with a blow job.
Am I alone in spotting the inconsistency here?




Francis Scott Fitzgerald – grandioser Name schon. Natürlich fällt der Name, gerade wenn man sich mal mit amerikanischer Literatur beschäftigt. „Der große Gatsby“ stand schon lange auf meiner Wunschleseliste (diese wächst übrigens stetig, egal wie viel ich lese, ein aussichtsloses Unterfangen im Grunde...), daher war der Band natürlich bei meinen Käufen von der Süddeutsche Zeitung Bibliothek dabei. Nachdem sich der olle Gantenbein zog wie zu altes Kaugummi, war der Gatsby sehr frisch (haha) und gut lesbar, obwohl älteren Datums, nämlich von 1925. Die Atmosphäre des quirlenden New York und der Reichen und Erfolgreichen ist überzeugend, so stelle ich mir New York in den 20ern vor.„Gatsby glaubte an das grüne Licht, an die rauschende Zukunft, die Jahr um Jahr vor uns zurückweicht. Sie ist uns gestern entschlüpft, doch was tut’s – morgen schon eilen wir rascher, strecken weiter die Arme aus... Und eines schönen Tages...
So regen wir die Ruder, stemmen uns gegen den Strom und treiben doch stetig zurück, dem Vergangenen zu.“
ne verlässliche Handlung in einem Roman. Sie darf gern auch langsam voranschreiten und vielleicht auch lächerlich sein, aber diese quasi erfundenen und immer wieder revidierten und neu zusammengesetzten, geträumten Handlungen eines wie auch immer zu benennenden Protagonisten. Man kann noch nicht mal sagen, wer das aller erzählt! Man wird selbst leicht schizophren beim Lesen, möchte man sagen, stimmt natürlich auch nicht, aber man könnte sich vorstellen, dass es so sei. Oder auch nicht. Mein Name sei Lila. Oder auch nicht. Oder?
Der Erzähler von Stadt aus Glas von Paul Auster berichtet dem Leser, dass der Schriftsteller Daniel Quinn, der unter dem Pseudonym William Wilson Kriminalromane veröffentlicht, unter dem Namen Paul Auster, der angeblich ein Privatdetektiv sein soll, einen seltsamen Fall übernimmt, in dessen Verlauf er den tatsächlichen Paul Auster ausfindig macht, der aber kein Privatdetektiv, sondern Schriftsteller ist, aber schließlich seinen Fall aufgeben muss, nachdem er sein Leben und seine Identität eingebüßt hat, verschwindet und nur ein rotes Notizbuch hinterlässt, das wiederum von dem Schriftsteller Paul Auster gefunden und an den Erzähler weitergegeben wird, der daraufhin die Geschichte des Daniel Quinn erzählt.
Krimikönigin. Sagt man.