Monday, August 06, 2007

Wie die Affen...

"Wir geben zu, dass wir wie Affen sind,
aber wir realisieren nur selten, dass wir Affen sind."
Richard Dawkins








Aufgenommen im Zoo Münster, 31.7.2007.

Sunday, August 05, 2007

Did they get you to trade....

Found this, remembered...


So, so you think you can tell
Heaven from Hell,
blue skies from pain.
Can you tell a green field from a cold steel rail?
A smile from a veil?
Do you think you can tell?

And did they get you to trade
your heroes for ghosts?
Hot ashes for trees?
Hot air for a cool breeze?
Cold comfort for change?
And did you exchange
a walk on part in the war
for a lead role in a cage?

How I wish, how I wish you were here.

We're just two lost souls
swimming in a fish bowl,
year after year,
Running over the same old ground.
What have we found?
The same old fears.

Wish you were here.

Pink Floyd, Wish You Were Here
from the album Wish You Were Here, 1975.

Monday, July 30, 2007

Norbert Horst: Todesmuster

Deutscher Krimi. Preisgekrönt. Norbert Horst ist in seinem ersten Leben Polizist, in seinem zweiten Autor. Und kein schlechter (Friedrich Glauser 2004, Deutscher Krimipreis 2006). Nach einer ersten Gewöhnungsphase auf den ersten Seiten ist der ungewöhnliche, protokollartige, die Gedanken des Ich-Erzählers wiedergebende Stil durchaus spannend. Das Geschehen von Todesmuster umfasst keine zwei Wochen - das ergibt zusammen mit dem Erzählstil ein recht zügiges Tempo.
Der Protagonist hat Ecken und Kanten, ist mal witzig, mal mitfühlend, mal in seinen eigenen Unzulänglichkeiten gefangen. Der Fall entwirrt sich nach und nach, obwohl es am Anfang fast unmöglich scheint, da sich kaum verfolgenswerte Spuren finden. Vielleicht ist gerade das der Grund, warum die Ermittlungen mit all ihren Banalitäten, falschen Fährten und Details so glaubhaft und realistisch scheinen. Man mag nicken und sagen: "Ja, vermutlich arbeitet die deutsche Kriminalpolizei tatsächlich so." Vor dem Hintergrund des Werdegangs des Autors auch plausibel. Etwas frustrierend, dass der Täter gefasst, aber die Tat selbst nicht durch ein Tätergeständnis genauer erklärt wird, aber vielleicht wäre dies auch schrecklich genauer zu wissen. So bleibt vage, was genau geschehen ist, auch das Opfer bleibt unscharf.
Alles in allem ist Todesmuster anders als andere deutsche Krimis - und das ist nicht schlecht.


Norbert Horst: Todesmuster. München 2005.

Friday, July 13, 2007

Ensemble, c'est tout


Was erwartet man von einem Buch, das in Paris spielt, und von den darin agierenden Charakteren? Lebensfreude, die schönen Künste, z.B. Malerei, Musik,..., gutes Essen, vielleicht noch eine gewisse Geschichtsverbundenheit, das Land atmet das Königliche und die Revolution gleichermaßen. Voilà – damit wären ja schon einige Komponenten von Anna Gavaldas Bestseller „Zusammen ist man weniger allein“ genannt. (Der französische Originaltitel „Ensemble, c’est tou“ ist allerdings treffender.)

Vier Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein können, schälen sich im Laufe des Buches aus ihren Einsamkeiten, um sich in Wohngemeinschaft und Freundschaft endlich wieder an ihrem Leben zu freuen. Da wären:

Camille – arbeitet als Putzfrau, isst kaum d.h. zu wenig, trinkt und raucht, viel zu viel, und zeichnet und malt wie ein Engel, aber zu wenig. Sie wacht jeden Tag mit dem Gefühl auf „Kies zu kauen“ und die Erinnerungen an ihr bisheriges Leben und ihre Familie quälen sie.

Franck – ein begabter Koch, schuftet und schuftet und verwechselt in seiner Freizeit Motorradfahren und kurze Frauengeschichten mit dem Leben. Einziger Lebensliebeslichtblick: Seine Großmutter Paulette.

Paulette – Francks Großmutter, hat ihn groß gezogen und ist alt und langsam zu alt, um noch allein zu wohnen. Ihr altes Haus – das kleine Paradies. Das Altersheim – ein Albtraum.

Philibert – adelig, aber durch seine Familie zu einem unsicheren, gestörten jungen Mann geworden, der Postkarten verkauft und mit einem schier unendlichen historischen Wissen stotternd umherirrt. Er bewohnt bis zur Lösung einer Erbschaftsstreiterei ein museumshaftes Appartement, das für ihn allein viel zu groß ist.

Zusammen mit diesen vier betritt man Philiberts Appartement und damit eine andere Welt, in der normal nichts mehr bedeutet und Leben neu definiert wird und eine andere Qualität bekommt. Das Alte hinter sich lassen, Neues schaffen, aber das nur im Miteinander.
Keine neue Botschaft, natürlich, aber die Charaktere sind ganz wunderbar in ihrer Skurrilität und in ihrer Glaubhaftigkeit.
Man will plötzlich auch nach Paris, am liebsten mit diesen in ihre WG einziehen, ein wunderbares Bild malen, Vivaldi hören oder ein mehrgängiges Menü kochen.
Auch sprachlich macht das Buch Spaß: Die Dialoge lassen nach und nach immer mehr durchscheinen, was für Menschen da miteinander sprechen, die Gedanken und Selbstgespräche von Camille lassen einen manchmal schmunzeln, manchmal traurig sein.
Aber genug des Kommentars: Selber lesen. Am besten schnell, denn Mitte August hat der Film Premiere, wer weiß... Wobei man mit Audrey Tautou in der Rolle der Camille hoffen darf...



Zum Schluss noch eine kleine Leseprobe:

Am nächsten Tag blieb sie im Bett, bis es Zeit war, den Besen zu schwingen. Als sie aufstand, sah sie auf dem Tisch den Teller, den Franck für sie zubereitet hatte, mit einer kleinen Nachricht: „Filetspitze von gestern mit Backpflaumen und frischen Tagliatelle. Mikrowelle drei Minuten.“
Fehlerlos, alle Achtung.
Sie aß im Stehen und fühlte sich sogleich besser.

Schweigend verdiente sie ihren Lebensunterhalt.
Wrang den Scheuerlappen aus, leerte Aschenbecher und verschnürte Müllbeutel.
Kehrte zu Fuß nach Hause zurück.
Schlug die Hände gegeneinander, um sie aufzuwärmen.
Nahm den Kopf wieder hoch.
Dachte nach.
Und je mehr sie nachdachte, desto schneller lief sie.
Rannte fast.
Es war zwei Uhr morgens, als sie Philibert schüttelte:
„Ich muss mit dir reden.“

„Jetzt?“
„Ja.“
„A... aber, wie spät ist es denn?“
„Das ist egal, hör mir zu.“
„Reich mir bitte meine Brille.“
„Du brauchst keine Brille, es ist dunkel.“
„Camille ... Bitte.“

„Ah, danke. Mit meinen Gläsern höre ich besser. Na, Soldat? Was verschafft mir die Ehre dieses Hinterhalts?“
Camille atmete tief durch und packte aus. Sie hörte eine Weile nicht mehr auf zu reden.


(Anna Gavalda: Zusammen ist man weniger allein. Carl Hanser Verlag, München/Wien 2005, S. 343f.)

Offen liegt das Meer

Nach neuen Meeren

Dorthin – will ich; und ich traue
Mir fortan und meinem Griff.
Offen liegt das Meer, ins Blaue
Treibt mein Genueser Schiff.

Alles glänzt mir neu und neuer,
Mittag schläft auf Raum und Zeit –:
Nur dein Auge – ungeheuer
blickt‘s mich an, Unendlichkeit!
Friedrich Nietsche

Wednesday, July 11, 2007

Verschwommene Fotografie


Komm, gieß' mein Glas noch einmal ein
Mit jenem bill'gen roten Wein,
In dem ist jene Zeit noch wach,
Heut' trink ich meinen Freunden nach.
Bei diesem Glas denk' ich zurück
An Euch, mit denen ich ein Stück
Auf meinem Weg gegangen bin;
Mit diesem Glas trink' ich im Sinn
Nach Süden, Ost und West und Nord
Und find' Euch in Gedanken dort,
Wo immer ihr zuhause seid,
Seh' die Gesichter nach der Zeit
In meinem Glas vorüber zieh'n,
Verschwommene Fotografien,
Die sich wirr aneinanderreih'n...

(aus: Reinhard Mey, Komm gieß mein Glas noch einmal ein, 1970)

Monday, July 09, 2007

Glückssuche

Francois Lelord war bis 1996 Psychiater in Paris, schloss seine Praxis und zog in die Welt hinaus, um etwas über den Sinn des Lebens herauszufinden. Die erste Veröffentlichung war "Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück" 2002. Weitere Bände zum Thema Liebe und Zeit folgten.

Hector ist Psychiater in "einer großen Stadt mit breiten Alleen, die von schönen alten Gebäuden gesäumt wurden" und er zieht in die Welt hinaus, um etwas über das Glück zu erfahren, denn er ist nicht mit sich zufrieden, weil "er die Leute nicht glücklich machen konnte". Wobei ihm auch so manches Mal nicht klar ist, warum die Leute eigentlich unglücklich sind. So reist er nach China, Chile und Kalifornien und trifft auf die unterschiedlichsten Menschen und macht seine Beobachtungen zu deren Glück oder Unglück. Seine Gedanken dazu schreibt er in ein kleines Notizbuch in Form von Lektionen. Zum Beispiel:

  • Lektion Nr.1: Vergleiche anzustellen ist ein gutes Mittel, sich sein Glück zu vermiesen.
  • Lektion Nr.8: Glück ist, mit den Menschen zusammen zu sein, die man liebt.
  • Lektion Nr.10: Glück ist, wenn man eine Beschäftigung hat, die man liebt.
  • Lektion Nr.19: Sonne und Meer sind ein Glück für jeden Menschen.

Hector sammelt schöne, kleine Weisheiten. Gleichzeitig ist das Buch so erfrischend einfach erzählt in einer fast kindlichen Sprache (den Kritikern solcher Bücher wird das sicherlich ein Stein des Anstoßes sein), fast dazu führt, dass man einfach so hindurchrutscht beim Lesen. Aber hinterher mag man noch einmal zurückblättern und die ein oder andere Geschichte oder Lektion noch einmal bedenken.

Warum auch nicht - wenn es nur dazu dienen kann, auch nur einen Tag oder eine Stunde des Lebens nur ein wenig glücklicher zu verbringen, weil man seine Relationen anders setzt (siehe Lektion Nr.1), dann hat sich die Lektüre gelohnt.

Wünsche glückliche Lesestunden.

Francois Lelord: Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück. München, Piper-Verlag, 2006.

Sunday, July 08, 2007

On Beauty


Gerade zuende gelesen: Zadie Smith "On Beauty"
Lesenswert - sprachlich schön (wenn auch nicht an allen Stellen einfach für den nicht Muttersprachler) dicht gewobene Familiengeschichte und wunderbar zynische Betrachtungsweise des Wissenschaftsalltags und Universitätslebens, faszinierende Charaktere.

Mehr über die Autorin (Zeit-Artikel)
Rezension bzw. Appetitanreger

Monday, July 02, 2007

Kleines Beispiel

















Auch ungelebtes Leben
geht zu Ende
zwar vielleicht langsamer
wie eine Batterie
in einer Taschenlampe

Aber das hilft nicht viel:
Wenn man
(sagen wir einmal)
diese Taschenlampe
nach so- und so vielen Jahren
anknipsen will
kommt kein Atemzug Licht mehr heraus
und wenn Du sie aufmachst
findest Du nur Deine Knochen
und falls Du Pech hast
auch diese
schon ganz zerfressen

Da hättest Du
genau so gut
leuchten können

Erich Fried

Saturday, June 16, 2007

It's merry go round...






It's merry go round
you can never get off
it's merry go round
it will never stop

(lyrics by Sam Brown)

Monday, May 28, 2007

Schneegänse

Vielleicht hätte man im Vorfeld schon misstrauisch werden können: „...ein kleines literarisches Meisterwerk, dessen Anziehungskraft auf der Magie des Wortes beruht.“
Vielleicht noch nicht bei diesem Zitat auf dem Klappentext, aber vielleicht dann spätestens beim Zitatgeber, denn dies sagt ... die Weltwoche? Wieso ausgerechnet ein Zitat aus der Weltwoche, wenn es doch ein Meisterwerk ist? Hat der Spiegel oder die Zeit nichts dazu gesagt? Hmm...

Der Ich-Erzähler verfällt im Zuge eines langen Genesungsprozesses der Faszination der Vogelwelt, insbesondere den Schneegänsen. Und dann waren da noch Mauersegler, Rotschwanzbussarde, Sumpfhordenvögel, Nordamerikanische Schneefinken, Purpurgimpel, diverse Entenarten, Reiher, Kraniche und wasweißichnoch für Geflügel. Da beschließt er dann den Schneegänsen, welche ja Zugvögel sind, quer über den nordamerikanischen Kontinent (Texas – Baffin Bay, Kanada) zu folgen, mit ihnen zu reisen.
Hey, die Idee klingt spannend. Er trifft auch viele interessante Menschen auf dem Weg, deren Geschichten seltsamerweise alle spannender sind als seine eigene. (Oder warum erzählt er sie?)
Dazwischen kann er sich offensichtlich nicht ganz entscheiden, ob er statt Erlebnisbericht nicht vielleicht doch lieber ein Vogelsachbuch geschrieben hätte. Was ich jetzt alles über Forschungen zum Zugverhalten und die verantwortlich zu machende Erdkrümmung weiß! (Entsprechend gibt es am Ende des Buchs auch ein langes Literaturverzeichnis...)
Interessant vielleicht auch noch, dass Nostalgia (oder auch Heimweh) tatsächlich eine Krankheit ist, die früher gern bei delokalisierten Alpenbewohnern oder Soldaten an der Front diagnostiziert wurde. Wusste ich vorher auch nicht. Vielleicht mal zum Nachdenken für alle, die Retro (=nostalgisch?) so schick finden...
Nach der ersten Reiseaufregung (seine „Zugunruhe“) ist dann plötzlich natürlich doch wieder das Heimweh zum Elternhaus da („Rückkehr ins Brutgebiet“), aber gebogen und gebrochen, schafft er am Ende den waghalsigen Schluss, dass seine Nostalgia doch zukunftsgerichtet ist, ein Sehnen zum Neuen...

Magisch fand ich das nicht, sondern eher etwas herbeigezwungen. Hübsch vielleicht noch der kleine selbstproduzierte Seitenhieb, dass er ins Brutgebiet der Schneegänse nur mit einem Pärchen jagender Inuit gelangen kann – zum Abendbrot gibt es dann Schneegans...
Alles in allem ist es für Ornithologen vielleicht ein ganz niedliches Buch, mich haben die pseudowissenschaftlichen Vogelpassagen eher gestört, wenngleich ich einige der Charaktere, denen er auf dem Weg begegnet, faszinierend fand.
Die Weltwoche hat allerdings um einige Ecken zu hoch gegriffen, meiner Meinung nach.
Wie gesagt, man hätte misstrauisch werden können...

William Fiennes: Der Zug der Schneegänse. Eine Reise zwischen Himmel und Erde. München 2002.

Grün


Grau, teurer Freund, ist alle Theorie
Und grün des Lebens goldner Baum.

Johann Wolfgang von Goethe, Faust I, (Mephistopheles)

Saturday, March 31, 2007

Horst Eckert

Leser1: Wer ist denn Horst Eckert?
Leser2: Keine Ahnung.
L1: Und was soll dieses Bild hier?

L2: Tja... Keine Ahnung. Kommt mir aber irgendwie bekannt vor.
L1: Ja, der Stil... hmmm.
IJ: Kleiner Tipp: Panama.
L1: Panama???
L2: Oh, wie schön ist...
L1: ...Panama!!!
L2: Janosch!
IJ: Und der heißt eigentlich Horst, Horst Eckert. Kann er ja nichts für.
L1: Aha.
IJ: Inzwischen ist er schon 76 Jahre alt. Das macht schon diverse Generationen mit Tigerente, Kastenfrosch und kleinem Tiger. Und dem Land, das über und über nach Bananen riecht. Verblüffend fand ich in all der Zeit die Phase, als es sogar in war, Tigerenten als Ohrringe zu tragen.
L2: Oh je, ja, das hatte ich schon verdrängt.
IJ: Inzwischen ist der gute Mann völlig vermarktet, bekommt es aber zum Glück wohl in seiner Hängematte auf Teneriffa nicht so mit. Schade ist eigentlich, dass kaum jemand seine Romane kennt. Die sind wirklich lesenswert, voll mit kleinen und mittelgroßen Weisheiten. Besonders den "Polski Blues" (siehe Bild oben) mochte ich gern.
L1: Weisheiten?
IJ: Naja, ich weiß nicht, ob sie den Namen verdienen, aber wie ist zum Beispiel das hier:

Die meisten Leute tragen ein diffuses Unglück mit sich herum. Die einen, weil sie zu wenig haben, die anderen weil sie zu viel haben.
(Polski Blues, München 1991, S.39)
Oder:
Du musst begreifen, dass du das, was du suchst, nie verloren hattest. Das ist so einfach, dass du mich nicht verstehst. Habe ich recht?"
(Polski Blues, München 1991, S.129)
Das ist natürlich auch ein wenig so wie in dem Panama-Bilderbuch, auch wenn es weniger nach Bananen riecht. Aber das Suchen ist manchmal nötig, um herauszufinden, dass man nicht hätte suchen müssen. Mit etwas Glück findet man unterwegs aber dennoch etwas, das man gar nicht gesucht hat. In diesem Sinne wünsche ich allen Suchenden ein rotes Plüschsofa.
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Friday, March 30, 2007

Jonathan Stroud: Bartimaeus

Spätestens nach den ersten Harry Potter-Bänden war Kinder- und Jugendliteratur, genauer gesagt Kinder- und Jugendfantasy plötzlich in. (Genereller gesprochen war Lesen als solches plötzlich wieder in - etwas, für das man Harry bzw. Mrs Rowling dankbar sein muss!) Einige der neuen Jugendbücher waren vielleicht nur ein Abklatsch, aber einiges war wunderbar und teilweise herrlich zynisch und machte sich mit zwinkerndem Auge auch ein wenig über die klar strukturierte Gut&Böse-Magie in Hogwarts lustig. Ich denke da zum Beispiel an die wunderbaren Geschichten eines Lemony Snicket, huh... Aber über "Unfortunate Events" will ich hier heute nichts erzählen, auch wenn Bartimaeus sicherlich einige seiner Erlebnisse in Jonathan Strouds Trilogie seines Lebens auch als unerfreulich bezeichnen würde.
Magier, deren Magie eigentlich nur Handwerk ist, Dämonen/Geister, die versklavt werden, um den Magiern ihre Macht zu erhalten, und eine unterdrückte Mehrheit von Bürgern (wobei das Wort "commoners" irgendwie besser passt), die den Machtspielchen der Magier nahezu hilflos ausgeliefert sind. Das sind die drei Komponenten der Trilogie, die von den drei Hauptcharakteren Nathaniel, Bartimaeus und Kitty vertreten werden. Drei Erzählperspektiven - drei Sichtweisen auf das Geschehen. Das Geschehen - nun, zuviel will ich eigentlich nicht verraten: Magische Objekte, Feinde der Regierung, Widerstand und Revolution, aber auch die persönliche Verstrickung dreier höchst interessanter Charaktere, die sich zunächst völlig konträr und unvereinbar einander gegenüber stehen. Am glorreichsten aber die Sprache der Bücher, die es (zumindest auf Englisch, eine deutsche Übersetzung habe ich noch nicht in der Hand gehabt) zum puren Lesevergnügen macht. Allen voran natürlich Bartimaeus, so zynisch, so bissig und witzig... Alles in allem eine wirklich perfekte Mischung aus Sprachvergnügen, spannender Story und nachdenklichen Momenten.

Wer "Samarkand" sagt, wird hin zum "Ptolomy's Gate" nicht aufzuhalten sein.










Eine Kostprobe zu Bartimaeus Witz kann man auf der Website des Autors finden, nämlich in "Bartimaeus' Journal". Außerdem gibt es auch ein Forum zur Trilogie, in dem der Autor von Zeit zu Zeit Fragen beantwortet.

Friday, March 23, 2007

Nachtrag zum Schreiben

"Man kann sich nichts vom Leib schreiben. Man schreibt sich alles auf den Leib. Selbst wenn man einen politischen Artikel schreibt, wird das Elend und die Wut immer größer, nicht kleiner. Schreiben ist keine Therapie, Schreiben ist gefährlich."
- Peter Bichsel

Als ich dieses Zitat fand, wollte ich natürlich auch wissen, wer Peter Bichsel ist: Er ist Schweizer Schriftsteller, geboren 1935, und Mitglied der Akademie der Künste in Berlin. Er hat einige Literaturpreise gewonnen - darunter auch den Preis der Gruppe 47 1965. Ist eben manchmal doch verblüffend, wie Dinge, die einen beschäftigen, Kreise ziehen und sich wiedertreffen.

Schreiben über das Schreiben










Schreiben ist wichtig für mich.
Schreiben ist für mich Meditation.
Das Papier unter den Fingern zu spüren, das Gewicht des Stiftes in der Hand, die zarten Linien, die entstehen, die Buchstaben und Wörter zusammenführen, um schließlich Sinn zu ergeben.
Schreiben ist auch Arbeit.
Den finsteren Rotstift ansetzen, gnadenlos auf Fehler und Unzulänglichkeiten stoßen, das Schreiben anderer am Ende mit einem einzigen roten Wort zusammenfassen und beurteilen. Dies ist eigentlich nie ein Vergnügen.
Schreiben dient dazu Ordnung zu schaffen.
Nicht nur in Form der nicht enden wollenden, nie abgearbeiteten To-Do-Listen, die natürlich eine gewisse Ordnung auf dem Schreibtisch schaffen. Eher in Form von Gedanken, die fast wie von selbst durch den Stift auf das Papier fließen, Gedanken, die auszusprechen so viel schwieriger wäre, Gedanken, die sich erst durch das Niederschreiben des vorangegangenen Gedankens ergeben, sich aneinanderreihen und miteinander sprechen, auf dem Papier nebeneinander stehen, in Konkurrenz und Kommunikation treten. So kann ich sie sehen und besser verstehen.
So kann Schreiben auch Sinn schaffen.
Schreiben ist wichtig für mich.

Thursday, March 22, 2007

Störche, Otter, Esel, Uhus...

Hey, zugegeben, Bielefeld ist nicht der Nabel der Welt. Manch einer behauptet eben auch, Bielefeld gibt es gar nicht (siehe Bielefeldverschwörung), aber nun, wenn man hier wohnt, kann man es schlecht leugnen, oder? Wer sich also hierher verirrt oder sogar freiwillig einen Besuch wagt - Sehenswürdigkeiten gibt es vielleicht nicht allzu viele. Man würde vielleicht zunächst die Sparrenburg erwähnen oder gar die Kunsthalle (?!), aber ich finde ja eine der Hauptattraktionen ist der Tierpark Olderdissen. Wunderbare Tierwelt Ostwestfalens, kein Eintritt, prima Spaziergangsgelände und ein wirklich nettes Café, um hinterher die wohlverdiente Pause zu machen. Allerdings nicht geeignet für Wochenendsbesucher, da wird man von Kinderwagen überrollt. Aber bitte sonst nicht verpassen!

Erich Fried: Benennungen

Es ist schön
deutlich getäuscht zu werden

Ein Bild von Magritte

auf diesem Stein steht BROT
auf diesem Messer steht VOGEL

Ganz einfach

du siehst und du liest
und die verstehst die Methode

und könntest lachen

Aber worauf steht hier LIEBE

und was trägt die Auschrift
DENOKRATIE

Was ist das in Wirklichkeit
und warum N
statt M

Ist das Absicht oder ein Irrtum

Und dort steht LEBEN
mit einem Strich mitten durch

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Mal wieder ein Funstück von Fried, ich kann nicht wiederstehen, wenn er auch noch weitere Dinge berührt, die ich mag und schätze. Mehr über René Magritte bei Wikipedia.

Tuesday, November 21, 2006

Sunday, June 18, 2006

Erich Fried: Sie wird alt



In Katzenjahren gerechnet
ist sie nicht viel älter als ich
Sie bewegt sich vorsichtig:
Vom Fensterbrett springt sie
zuerst auf den Stuhl hinunter
und dann zögernd zu Boden

Sie geht langsam zu ihrem Napf:
Jede Bewegung ein Schmerz
Ich beginne aufzustehen
um ihr Futter zu geben
Ich zucke zusammen
und muß stillstehend
einatmen
ausatmen

Richtig:
Jede Bewegung ein Schmerz

aus: Erich Fried "Ein Leben in Bildern und Geschichten", Berlin 1996.

Sunday, June 04, 2006

The Serenity Prayer

In der Wohnung einer Freundin fand ich neulich eine Postkarte mit einem mir immer mal wieder begegnenden Text.
(Nicht zuletzt kenne ich ihn in einer englischen Fassung aus dem Vorspann einer meiner älteren CDs, nämlich "I do not want what I haven't got" von Sinead O'Connor, 1990, aber das nur am Rande.)

Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen,
die ich nicht ändern kann, den Mut,
Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Ich kannte mehrere, leicht verschiedene Fassungen, außerdem besagte englische Version. Frage: Was ist denn nun das "Original"?
Überraschenderweise fand ich heraus, dass der Verfasser ein Amerikaner ist. Ein Theologe, Philosoph und Politikwissenschaftler sogar, Reinhold Niebuhr (1892-1971). Bei dem Namen war ich erst verwirrt, aber ja, er ist Amerikaner und das Originalzitat daher englisch. In einer leicht abgeänderten Form ist The Serenity Prayer übrigens das Leitmotto der Anonymen Alkoholiker in den USA. Wie ich las, war Niebuhr nicht nur Kritiker des Kommunismus, sondern hatte bereits zu Beginn der großen (Auto-)Industrialisierungsphase etwas gegen die Selbstgerechtgkeit der USA. Wieder etwas gelernt.
God, give us grace to accept with serenity
the things that cannot be changed, courage
to change the things which should be changed,
and the wisdom to distinguish the one from the other.

Thursday, May 25, 2006

Die Macht der Phantasie

...oder: Was weiß ich eigentlich über Russland?
Gerade habe ich ein Buch ausgelesen, dass ich wohl in der Buchhandlung selbst nie ausgewählt hätte. Aber manches flattert einem als Geschenk in die Hände.
In Das Wunder von St. Petersburg erzählt Maria Blumencron die Geschichte von Anna Timonina, die in verschiedenen russischen Kinderheimen aufwächst.
Anna ist in vielerlei Hinsicht begabt, sie ist Musikerin, Fotografin und Überlebenskünstlerin in einer Welt, die ihr mehr Hindernisse in den Weg stellt, als ein Mensch allein eigentlich zu tragen in der Lage ist. Nebenbei habe ich einiges über Russland, russische Kunst und Literatur und nicht zuletzt über St. Petersburg erfahren. Wie wenig ich eigentlich darüber weiß...


St. Petersburg, fotografiert von Anna Timonina

Das Buch erzählt auch die Geschichte von Annas Tochter Alja, eigentlich ein schwer krankes Kind, das neben einem ungewöhnlichem Mal-Talent auch eine schier unbegrenzte Phantasie hat. Alja hat sich eine Welt erschaffen, Finx Lux, eine bunte Welt voller wunderbarer Dinge und bewohnt von zauberhaften Katzenwesen.
Faszinierend an dem Buch sind die verschiedenen Erzählebenen, Annas Vergangenheit und Gegenwart und Aljas phantastische Ideen und Geschichten. Sie überlagern und ergänzen sich, kommentieren einander. Die Geschichte einer starken Frau, die trotz schlechter Startbedingungen das Leben bewältigt, Kraft ausstrahlt - und Hoffnung macht.


Die bunte Bucht, gemalt von Alja

Wednesday, May 24, 2006

Surreal



Missverständnis zweier Surrealisten
(für Katja Hejek)

"es regnet"
sagte sie
"Männer in schwarzen Mänteln
gehen vorbei"
sagte sie

Magritte aber
hörte sie
nicht mehr genau
(sie sagte es nämlich erst Jahre
nach seinem Tod)

So hörte er nicht mehr
ihre letzten zwei Worte
und verstand nur
"es regnet Männer in schwarzen Mänteln"

Das malte er


Gedicht von Erich Fried
Bild von René Magritte

Saturday, May 20, 2006

Arnaldur Indridason - KälteZone

Komissar Erlendurs Faszination für verschollene und vermisste Personen erhält neues Futter, als ein Skelett auf dem Boden eines trockenfallenden isländischen Sees im wahrsten Sinne des Wortes auftaucht. Am Skelett - ein russiches Sendegerät. Kein wirklicher Spionage-Thriller, aber eine Geschichte, die neue Perspektiven auf die DDR, kommunistischem Idealismus, der fatal enttäuscht wird, und menschliche Irrungen aufzeigt.
Gut, wie nicht anders von Arnaldur Indridason zu erwarten, wenngleich einige der Vorgänger um den verschrobenen Erlendur mir besser gefallen haben. Dennoch lesenswert.

Monday, April 17, 2006

Vom Schweinehund

Bezeichnend - schon vor etwa einem Jahr habe ich doch dieses Buch gekauft, "So zähmen Sie Ihren inneren Schweinehund!" von einem Marco von Münchhausen. Natürlich stand das Buch seitdem unangetastet im Regal, listig, dieser Schweinehund. Dann fiel mir das Hörbuch dazu in die Finger und ich habe ihn ausgetrickst und immerhin schon den ersten Teil angehört. Mal sehen, wie lange ich den zweiten Teil aufschiebe. Empfehlenswert:

-> Spiegelartikel über Prokrastination

Tuesday, April 04, 2006

Sex & Fun

Coupling ist eine britische Sitcom von Steven Moffat. Vier Staffeln, die original von 2000 bis 2004 bei BBC2 liefen.
Dates, Sex und die üblichen, unvermeidlichen Missverständnisse - jede Menge Frauen- und Männertalk, zum Teil zum Brüllen komisch, zum Teil auch bittere Wahrheit. Spaß macht's allenthalben. Zum Beispiel:

Men - and I don't mean to generalize - are crap.
They're the human race's only failed gender. Who needs them?
And why are they so difficult to keep hold of? Do you think they realize, that were it not for the genetic imperative to populate the earth, they wouldn't get a date? That's one hell of an inducement: no pressure, girls, but shag one of these or it's curtains for all humankind! That's harassment.
But do you know what? Do you know what's even more crap than men? We are more crap than men.... These magazines! A hundred pages of "men are useless bastards," and an article about why you should wake him up with a blow job.
Am I alone in spotting the inconsistency here?

Coupling, "Split," original airdate 23 September 2002, written by Steven Moffat, spoken by the character Susan

Mehr über Coupling...

Tuesday, March 28, 2006

Jeff Smith - Boneville

After being run out of Boneville, the three Bone cousins - Fone Bone, Phoney Bone and Smiley Bone, are separated and lost in a vast uncharted desert. One by one, they find their way into a deep forested valley filled with wonderful and terrifying creatures.

Bone is is a series of comic books by Jeff Smith.
Strange, intelligent, beautifully drawn and even funny (well, these are comics, right...)

There are even dragons in it:


Fone Bone meets the dragon for the first time

Saturday, March 18, 2006

Elizabeth Kostova - The Historian

Aufgrund von Zeitmangel hat mich dieser historische Roman von Elizabeth Kostova viele, viele Wochen gekostet, bis ich ihn jetzt kürzlich endlich aus der Hand legen konnte. Im Grunde bin ich kein Fan von Gruselstories und erst recht nicht von Vampirgeschichten. Wobei – eigentlich kann ich auch nicht behaupten, dass ich mich bislang überhaupt mit Romanen aus diesem Themenbereich beschäftigt hätte. Aber ich mag ab und an einen historischen Roman.
Und ich bin lesewillig, erstrecht wenn mir jemand ein Buch mit einer gewissen Begeisterung in die Hand drückt – lies mal. Also habe ich gelesen, auf Englisch, obwohl die gebundene Ausgabe auch inzwischen auf Deutsch erschienen ist (Der Historiker). So bin ich mit den verschiedenen Generationen von Historikern, die dieses Buch in Form Briefen, Postkarten, mündlichen und schriftlichen Berichten bevölkern, durch verschiedene Zeiten, Länder, Klöster und Bibliotheken gereist. Das klingt verwirrend und kompliziert – das ist es auch von Zeit zu Zeit. Gerade wenn man das Buch in Etappen liest, so wie ich das leider tun musste. Aber dieser ausgeklügelte Aufbau hat mir gefallen, er macht zu großen Teilen den Reiz des Romans aus. Denn die Vampirstory an sich, nun ja, dieser Dracula hat mich nicht sonderlich geängstigt. Faszinierend war wohl eher die Suche nach ihm, seinem Grab und die damit verbundene Familiengeschichte der Erzählerin.
Kostova hat 10 Jahre an dem Buch recherchiert und geschrieben, sogar einen Preis für den Roman bekommen, bevor er fertig war. (Nämlich den Hopwood Award for the Novel-in-Progress – ich wusste bis vor kurzem nicht, dass so ein Preis überhaupt existiert.) In den USA war das Buch 2005 praktisch direkt nach dem Erscheinen auf den Bestseller-Listen. Hier in Deutschland scheint die Begeisterung etwas schwächer ausgefallen zu sein. Meine Begeisterung hält sich ebenso in Maßen, nett war’s schon, aber vielleicht braucht es doch einen Vampirfan dafür?!

Thursday, March 16, 2006

Funny little frog



Honey lovin you is the greatest thing
I get to be myself and I get to sing
I get to play at being irresponsible
I come home late at night and I love your soul
I never forget you in my prayers
I never have a bad thing to report

Manch neues Album braucht eine ganze Weile, um durchzudringen. Immer mal wieder reinhören, weghören, verschüttet unter alten All-Time-Favourites – ganz einfach hat es neue Musik, haben neue Bands es bei mir nicht. Nicht so Belle & Sebastian mit "The Life Pursuit" (2006). Eingeschleust durch eine Freundin war die CD fast spontan auf Rotation, ganz erklären kann ich es mir auch nicht. Wahrscheinlich die Mischung: bizarre Sounds und abgefahrene Texte.
Wie diese Geschichte mit dem Frosch: Eigentlich ein Lovesong an die EINE – ein Traum von einer Beziehung, man seufzt still und sehnt sich ähnliches. Doch halt, vielleicht doch *zuviel* Harmonie... Am Ende war da doch gar keine Beziehung, sondern nur der komische kleine Frosch im Hals. Großartig.
And the blues is still blue.
Der Frosch auch.

Belle & Sebastian bei Wikipedia

Sunday, March 12, 2006

Meer

Wenn man ans Meer kommt
soll man zu schweigen beginnen
bei den letzten Grashalmen
soll man den Faden verlieren

und den Salzschaum
und das scharfe Zischen des Windes
einatmen
und ausatmen
und wieder einatmen

Wenn man den Sand sägen hört
und das Schlurfen der kleinen Steine
in langen Wellen
soll man aufhören zu sollen
und nichts mehr wollen wollen
nur Meer

Nur Meer

(Erich Fried)


Meersehnsucht

Thursday, March 09, 2006

Regentropfen (wiedergefunden)


Regentropfen

Der, den ich liebe,
Hat mir heute gesagt,
Daß er mich braucht.
Darum
Gebe ich auf mich acht,
Sehe auf meinen Weg und
Fürchte von jedem Regentropfen,
Daß er mich erschlagen könnte.

Bertold Brecht

Saturday, August 13, 2005

neu aufgelegt


...mörderisch gut...

Jacques Berndorf alias Michael Preute sendet wieder "Grüße vom schönsten Arsch der Welt, der Eifel" - so schreibt er auf seiner Website, die ich anlässlich seiner letzten Veröffentlichung "Der letzte Agent" nochmal besucht habe. Er ist mein deutscher Lieblingskrimiautor, seine Eifel-Krimis sind einfach grandios-witzig-spannend. Vielleicht ist "Der letzte Agent", eine Neuauflage eines bereits 1993 beim Bastei-Verlag erschienenen Baumeister-Krimis, zwar nicht der beste der Eifel-Krimis, aber die wichtigen Elemente (der verschrobene Charakter des Protagonisten, Katze Krümel, die Pfeifen, Musik und nicht zuletzt die Eifel und ihre erstaunlichen Bewohner) sind alle enthalten und machen Freude wie immer. Gern gelesen und immer wieder Fan.

Monday, July 25, 2005

F. Scott Fitzgerald - Der große Gatsby

Francis Scott Fitzgerald – grandioser Name schon. Natürlich fällt der Name, gerade wenn man sich mal mit amerikanischer Literatur beschäftigt. „Der große Gatsby“ stand schon lange auf meiner Wunschleseliste (diese wächst übrigens stetig, egal wie viel ich lese, ein aussichtsloses Unterfangen im Grunde...), daher war der Band natürlich bei meinen Käufen von der Süddeutsche Zeitung Bibliothek dabei. Nachdem sich der olle Gantenbein zog wie zu altes Kaugummi, war der Gatsby sehr frisch (haha) und gut lesbar, obwohl älteren Datums, nämlich von 1925. Die Atmosphäre des quirlenden New York und der Reichen und Erfolgreichen ist überzeugend, so stelle ich mir New York in den 20ern vor.
Die Story: Der mittellose James Gatz erfindet sich selbst neu als den erfolgreichen Jay Gatsby. Zunächst tut er nur so, aber schließlich wird er auch reich und erfolgreich. Die Liebe seines Lebens, die wunderbare Daisy, schnappt ihm allerdings ein anderer
vor der Nase weg. Alle Intrigen, um Daisy zurück zu erobern, scheitern und enden am Ende tödlich.
Spannend fand ich die Erzählperspektive des jungen und hoffnungsvollen Ich-Erzählers, der nur zum Teil unbeteiligte Nachbar, der die rauschenden Feste Gatsbys erst von außen und dann von innen miterlebt. Seine vielschichtige Meinung über Gatsby beleuchtet die Geschichte von allen Seiten. American Dream, natürlich, auch in seiner reinsten Form, aber mit bitterem Ende.
„Gatsby glaubte an das grüne Licht, an die rauschende Zukunft, die Jahr um Jahr vor uns zurückweicht. Sie ist uns gestern entschlüpft, doch was tut’s – morgen schon eilen wir rascher, strecken weiter die Arme aus... Und eines schönen Tages...
So regen wir die Ruder, stemmen uns gegen den Strom und treiben doch stetig zurück, dem Vergangenen zu.“

F. Scott Fitzgerald, Der große Gatsby. Süddeutsche Zeitung Bibliothek 2004, Band 4.

Saturday, July 23, 2005

Sein Name war Gantenbein... oder Enderlin... oder Frisch... oder... oder...

Habe ich dieses Buch verstanden? Ich weiß es nicht.
Habe ich dieses Buch gern gelesen? Ich glaube nicht.
Bin ich froh dieses Buch gelesen zu haben? Nun ja, ein Roman mehr von einem der großen Nachkriegsautoren, ein Aspekt mehr zu Frisch nach Biedermann, Homo Faber und den Andorranern. Am Ende denkt sich der Protagonist wieder mal auf ein Schiff, lechzt einer viel zu jungen Frau hinterher, die Lila heißt und irgendwie erfunden oder auch nicht ist und am Ende Pingpong spielt wie die Tochter des Homo Faber.
Ich glaube, ich habe doch gern auch eine verlässliche Handlung in einem Roman. Sie darf gern auch langsam voranschreiten und vielleicht auch lächerlich sein, aber diese quasi erfundenen und immer wieder revidierten und neu zusammengesetzten, geträumten Handlungen eines wie auch immer zu benennenden Protagonisten. Man kann noch nicht mal sagen, wer das aller erzählt! Man wird selbst leicht schizophren beim Lesen, möchte man sagen, stimmt natürlich auch nicht, aber man könnte sich vorstellen, dass es so sei. Oder auch nicht. Mein Name sei Lila. Oder auch nicht. Oder?

Max Frisch „Mein Name sei Gantenbein“. Süddeutsche Zeitung Bibliothek 2004, Band 32.

Thursday, July 21, 2005

Marburg revisited

An manchen Orten scheint die Zeit still zu stehen. Vielleicht einige Kneipen ein bisschen verändert, die meisten gleich geblieben. Die Mensa, die Cafés, die Oberstadt, das entsetzlich-verstimmte Klingeln des Oberstadtaufzugs... Oh, nur eins: Ein Gerüst um den schiefen Kirchturm - soll der jetzt begradet werden? Nur die Menschen, die man kannte sind fort, andere studieren und diskutieren und trinken ihren Milchkaffee im Roten Stern. Sentimental journey, ich schaue zwischendurch gern zurück.


Blick aufs Landgrafenschloss und die Oberstadt von der Lahn aus

Wednesday, July 20, 2005

back in the circus

...um einmal das letzte Album von Jonatha Brooke zu zitieren. Lange Zeit keine neuen Blogg-Einträge mehr, aber Totgesagte leben bekanntlich länger. Irgendwer hat mal behauptet, das durchschnittliche Blogg stirbt nach den ersten paar Einträgen. Derjenige wäre auch mal wieder dran mit einem Tucson-Update... :)
Jedenfalls: Hier bin ich wieder und ich habe Ferien! Und endlich auch mal wieder Zeit, um mich mit Hobbies zu beschäftigen wie Websitebasteln und Lesen. Dadurch ergibt sich dann vielleicht wieder etwas zum Posten im Blogg. We'll see.

Every man's the same
Only the times and places change
On this rollercoaster ride, up and down
But I never get to the other side.

Wednesday, March 09, 2005

Norderney 2005


Lehramtsanwärter in den Dünen von Norderney

In der vergangenen Woche fielen die Paderborner Referendare (zwei Jahrgänge, fast 120 Leute + sieben Hauptseminarleiter) auf der schönen Insel Norderney ein. Auf die Frage, wie es war, antworten jetzt im Nachhinein fast alle mit "Kalt!", das trifft es auch ganz gut. Es lag jede Menge Schnee und es wehte der eisige Nordwind (oder kam der doch aus dem Osten?). Wenn wir nur drinnen geblieben wären und brav unser Bierchen getrunken hätten, wäre das ja kein Problem gewesen, aber bereits am ersten Abend schickte man uns allesamt vor die Tür zur Nachtwanderung! Simulation von Klassenfahrtsbedingungen. Wäre eingemummt mit Strumpfhosen, langen Unterhosen, Mützen und Schals ja alles gar nicht so schlimm gewesen, aber es führte uns der Leiter des Nationalparkhauses (Watt, Ihr erinnert Euch...) und der musste natürlich an markanten Punkten immer noch mal stehenbleiben und ein bisschen was erläutern und auf was hinweisen. Oben auf einer der höchsten Dünen stehen und die nächtlich beleuchtete Insel betrachten, vom Wind umtost, das war in der Tat ein echtes Highlight. Brrrr.

Es folgte umfangreiche Projektarbeit und Präsentation derselben, plus das bereits erwähnte Bierchen. Oder zwei. Oder drei. Dann sollte noch wattgewandert werden, was aber nicht stattfinden konnte wegen des zu kalten Wetters, in gefrorenes Watt darf man wohl nicht (?!). Hoffnung glomm auf, aber nein - statt dessen mussten dann alle an der Inselbegehung teilnehmen. Wieder 2 Stunden gehen, stehenbleiben, auskühlen, frieren. Vielleicht hätten wir alle dichter beieinander bleiben sollen...?

Das klingt jetzt alles sehr zynisch, das liegt aber nur daran, dass ich diese Aktionen für meinen gesundheitlich angeschlagenen Zustand verantwortlich mache (u.a. Stimmbandentzündung). Insgesamt fand ich es eigentlich schön, einige der Mitreferendare besser kennenzulernen, einige Kontakte haben sich vertieft, bei anderen hat sich vielleicht auch die Erkenntnis verdeutlicht, das man sich nicht unbedingt besser kennenlernen muss. 20 Leute waren allerdings eindeutig zuviel. Ich glaube, es hat niemand versucht, auch nur ansatzweise alle Namen zu lernen, so dass man sich zurück im Seminar dann immer noch mit "Hallo --- ?" anreden muss.

Um das Thema abzuschließen: Norderney im Schnee ist sicherlich reizvoll, aber im Frühling oder Sommer stelle ich es mir doch angenehmer vor.

Saturday, February 26, 2005

Paul Auster - Stadt aus Glas

Der Erzähler von Stadt aus Glas von Paul Auster berichtet dem Leser, dass der Schriftsteller Daniel Quinn, der unter dem Pseudonym William Wilson Kriminalromane veröffentlicht, unter dem Namen Paul Auster, der angeblich ein Privatdetektiv sein soll, einen seltsamen Fall übernimmt, in dessen Verlauf er den tatsächlichen Paul Auster ausfindig macht, der aber kein Privatdetektiv, sondern Schriftsteller ist, aber schließlich seinen Fall aufgeben muss, nachdem er sein Leben und seine Identität eingebüßt hat, verschwindet und nur ein rotes Notizbuch hinterlässt, das wiederum von dem Schriftsteller Paul Auster gefunden und an den Erzähler weitergegeben wird, der daraufhin die Geschichte des Daniel Quinn erzählt.

Und erzählt wurde all das von dem amerikanischen Schriftsteller Paul Auster.

Verwirrend.
Aber gut.

Paul Auster ist außerdem der Autor der Drehbücher von Smoke und Blue in the Face, beides wunderbare Filme.

Thursday, February 24, 2005

Patricia Highsmith - Der talentierte Mr. Ripley

Jetzt ist mir klarer, warum Patricia Highsmith ein Mythos ist.
Krimikönigin. Sagt man.
Der Klappentext meiner Ausgabe von „Der talentierte Mr. Ripley“ sagt „eine der erfolgreichsten Kriminalbuchautorinnen Amerikas“.
Ich liebe Krimis, ich liebe die Krimiserien von Jacques Berndorf über Donna Leon bis Kathy Reichs.
Dieser Ripley war anders, mehr Roman als einfach gestrickter Krimi, andere Perspektive. Bis zum Schluss ist man unentschlossen, ob man diesen Ripley mögen soll oder nicht. Er kommt davon mit seinen Morden, seinen Lügen, seinen Betrügereien. Das an sich ist etwas, das man im Krimi nicht erwartet. Das schöne am Krimilesen ist – neben dem Thrill – ja gerade, dass das Böse am Ende ertappt und zur Strecke gebracht wird. Manchmal vielleicht nicht ganz oder man muss Kompromisse eingehen – aber hier betrachtet man das Geschehen die ganze Zeit aus der Perspektive des Täters, vergisst manchmal mit ihm zusammen, dass er zwei Menschen ermordet hat und daraus auch noch Kapital schlägt. Er ist auch in dieser Hinsicht ein wirklich talentierter Betrüger.
Mein Klappentext spricht auch, dass Hitchcock fasziniert von Highsmiths Geschichten war. Und das passt. Faszinierend, intelligent und abgründig – das musste Hitchcock gefallen. Die Verfilmung des Tom Ripleys mit Matt Damon und Gwyneth Paltrow, die ich gesehen habe, bevor ich jetzt das Buch gelesen habe, erreicht übrigens nicht ganz die Atmosphäre des Textes. Ich folgere also: Highsmith sollte man mal gelesen haben – und sei es nur, um seinen Krimihorizont zu erweitern.

Mehr über Patricia Highsmith auf meiner Lieblingskrimiwebsite:

http://www.krimi-couch.de/krimis/patricia-highsmith.html

Wednesday, February 16, 2005

lurt ens!

Lurt ens! Schaut mal!
Eigentlich hatte ich für Kölsch nie viel übrig. Weder für dieses bierähnliche Gesöff (da bin ich eher Alt-Anhänger) noch für die kölsche Sprache. BAP klang zwar von der Musik her immer ganz okay, verstanden hab’ ich’s nie. Und dann gerate ich ausgerechnet an ein Buch, das ganze Passagen von einem dem Kölsch verwandten Platt enthält, Himmel!
Ulla Hahn, „Das verborgene Wort“, München 2003.

Heeldejaad (Hildegard, Hilla) ist das Kind von „Proleten“, der Vater prügelt, die Mutter und Großmutter beten und sind ansonsten verbittert, allein der Großvater stellt eine positive Figur dar, der mit Hildegard und ihrem Bruder Rheinspaziergänge macht, Märchen erzählt und ihr Buchsteine schenkt. Buchsteine sind Steine, auf denen Geschichten aller Art geschrieben stehen, nur eben nicht mit richtigen Buchstaben, man muss sie also nur lesen können. Und Hildegard kann sie lesen. Und sie liest noch viel mehr, als sie endlich in die Schule kommt, ist fasziniert von allem Geschriebenen, von der Beziehung von Wörtern und Literatur zur Wirklichkeit. Zu den Welten, die sie sich durch das Lesen erschließt, will die Arbeiterrealität und -mentalität der Familie nicht passen. Sie begegnet Verachtung und Unverständnis – und bleibt dennoch bei ihren Büchern. Durch den Einsatz des Volksschullehrers wird es ihr möglich, gegen alle Widerstände die Realschule zu besuchen. Danach soll sie eine Ausbildung im Büro der Papierfabrik machen. Beinahe erstickt sie dort an dem banalen Einerlei dieser Arbeit – mit Hilfe von Pastor und Lehrern gelingt aber die Flucht aus „de Papp“ aufs Gymnasium und Hilla kann mit ihren Büchern erwachsen werden, Mensch werden.

Das Platt war wirklich gewöhnungsbedürftig, aber nach einer Weile kam ich mit so etwas wie „Drömdöppe“ (Traumkopf) und all den anderen „Wööd“ (Wörter) ganz gut zurecht. Ich muss die Sprache ja nicht mögen, um das Buch gut zu finden. Denn es war eine wunderbare Geschichte. Sieg der Wörter und Literatur über das Dumme und Gemeine, aber dennoch mit Verständnis für die, denen Wörter nichts sagen und deswegen nichts bedeuten können.

Wednesday, December 29, 2004

Weihnachten in der Wueste

Heute wird von einem anderen Kontinent aus gebloggt - bin angekommen in Fossies neuer Zwischenheimat Tucson, Arizona.
Ehrlich gesagt war der 24. Dezember in diesem Jahr kein reines Vergnuegen. Viele, viele Stunden Flugzeit und langes Warten darauf, meine Fingerabdruecke und ein bestimmt aeusserst apartes Foto (ich - schon ueber 20 Stunden wach und genervt...) abgeben zu duerfen. Darueber haette ich beinahe meinen Anschlussflug nach Tucson via Phoenix verpasst und es bildeten sich Horrorvisionen von Heiligabend am Washingtoner Flughafen vor meinem inneren Auge. Aber - ein kleines weihnachtliches Wunder - mein Flieger wartete auf mich und irgendwann um 22 Uhr Ortszeit konnte Fossie mich endlich in Empfang nehmen.
Geschenke wurden wie es sich fuer amerikanische Christmas gehoert erst am folgenden Morgen ausgepackt, vermutlich waere ich sonst auch ueber dem Geschenkpapier schnarchend zusammengesackt.
Am 25. Dezember waren wir bei Fossies Chef eingeladen und durften so ein klassisches Turkey-Dinner miterleben. Den verschiedenen irischen und britischen Einfluessen werden wir es aber zu verdanken haben, dass ausserdem auch noch "white elephants" getauscht wurden, was nicht anderes ist als das allseits beliebte Horrorwichteln oder Grollen. Sehr satt, mit einer haesslichen Tasse und einem Froschteelichthalter mehr und sehr zufrieden mit dem netten Abend verliessen wir dann die Festivitaet.
Der 26. Dezember war alles in allem schon weniger weihnachtlich, wir haben einen kurzen Hike in den Catalina Mountains bei Tucson unternommen und einen ersten Erkundungsgang durch die Tucson Mall gemacht.
Ich finde, meine Zeit hier laesst sich damit ganz gut an und ich freue mich auf die Dinge, die da noch kommen werden, wie vielleicht noch ein Ausflug nach San Diego in den kommenden Tagen.

Thursday, November 18, 2004

ein chor ist ein chor ist ein chor...

"Herrscher des Himmels erhöre das Lallen, lass Dir die matten Gesänge gefallen..."
Als ich diesen Text vor langer Zeit das erste Mal hörte, habe ich gedacht, dies sei bestimmt eine Parodie - aber nein, dies ist der wirkliche Text des dritten Teils des Weihnachtsoratoriums von J.S.Bach. Kaum zu glauben.Ein schönes Stück Musik, das irgendwie nicht fehlen darf, wenn es weihnachtet. Auch sehr gut als Untermalung geeignet während des Tannenbaumschmückens am 24. Dezember. Worum ich das alles erzähle?
Weil ich noch unter Schock stehe.
Gerade komme ich zurück von einer Probe des ökumenischen Kirchenchores Friedrichsdorf. Meine Mutter ist dort seit langem Mitglied und auch wenn ich die musikalischen Darbietungen des Chores auch schon manchmal mit skeptischen Ohr begutachtete (wobei größere Missgunst aber auf den meistens zeitgleich auftretenden Posauenchor entfiel), so dachte ich doch aus meiner bisherigen Erfahrung heraus, dass Singen mir gut tut und besagtes Bachoratorium ist ja nun auch, wie bereits erwähnt, ein schönes Werk. Ich wurde ein temporäres Mitglied für das diesjährige Adventskonzert.
Ganz einfach ist der Bach vielleicht aber auch nicht. Und auch hoch an einigen Stellen. Für ältliche Soprane scheinbar schwer zu erreichen und auch weniger ältliche Altstimmen sind froh, Alt zu singen. Vorausgegangen war der heutigen Probe ein Probenwochenende, wo die Sänger hochmotiviert, gut eingesungen und stimmgebildet waren. Umso dramatischer der Vergleich zum heutigen Abend: Der Dirigent war nur die Vertretung, zugegeben, aber selbst meine Mutter, die ja geübt in derlei Erfahrungen ist, fiel einmal fast vom Stuhl. Und ich mit meinem chronischen Schlafmangel... Selten habe ich bei einer Chorprobe so wenig gesungen und so wenig neues gelernt. Ich denke fast, im Vergleich zum Probenwochenende ist sogar fast wieder eine Verschlechterung eingetreten. Kein Schwung, viele falsche Noten ("Jaaaa, schön, schon fast richtig...") und ich verpasste fast meine Einsätze, weil ich schon nicht mehr damit rechnete, dass tatsächlich gesungen werden würde! Und da soll ich an den kommenden Donnerstagen wieder hingehen? Oje!

Herrscher des Himmels erhöre das Lallen!

Wednesday, November 03, 2004

butterfly

...was noch dringend zu ergänzen ist: Sarah hatte einen Frontact, der extrem erwähnenswert ist
Butterfly Boucher ist seit dem zweiten Konzert auf Rotation in meinem CD-Player - wunderbar, die Frau!

Tuesday, November 02, 2004

world on fire


world on fire...
Es ist ein bisschen schwierig, Worte für ein Ereignis zu finden, auf das man sich sehr, sehr lange gefreut hat. Noch schwieriger wird das, wenn dieses Ereignis auch noch die ohnehin hohen Erwartungen erfüllt und übertroffen hat.
Aufgeregt wie ein Teenie habe ich auf die Europatour von Sarah McLachlan gewartet und mich zudem mit nicht nur einem Konzert zufrieden gegeben, sondern ich war in Hamburg und in Köln. Das zweite Konzert in Köln im E-Werk war noch besser als das erste in CCH (wobei die Location da auch wirklich nicht besonders dazu angetan war, tolle Stimmung aufkommen zu lassen, wer sich das bloß ausgedacht hat!).
Sarah zu sehen und sie singen zu hören, war in jeder Hinsicht wunderbar. Auch ihre Musiker waren fantastisch, aber sie über ihre Musik und ein bisschen über ihr Leben sprechen zu hören und staunend festzustellen, dass ich ihre Stimme live noch beeindruckender finde als auf ihren Alben... wie gesagt - es ist nicht ganz einfach, das auszudrücken. Daher hat das Schwärmen hier ein vorläufiges Ende.

Saturday, October 09, 2004

evil inga

Today, evil Inga fought a mountain of frightening English class tests although it was supposed to be a lazy Saturday. "Tina is listens the radio." Hurts somehow. Will keep on fighting tomorrow. Good night!

it was hot and happened this summer


Bryce Canyon Amphitheater

So lange ist es noch gar nicht her, der Urlaub in den Nationalparks von Arizona und Utah. Die Zeit dort mit Wandern und faszinierenden Landschaften hat mich ein wenig mit dem Land versöhnt - was kann es auch für seine Bewohner und den Unsinn, den einige davon vom Zaun oder Bush brechen?