Taylor Jenkins Reid, Atmosphere. avm 2025.
Monday, January 26, 2026
Taylor Jenkins Reid - Atmosphere
Nach den ersten Kapiteln von Atmosphere von Taylore Jenkins Reid dachte ich zunächst, es würde ein Abbruchbuch. Zunächst konnte mich Joan Goodwins Charakter nicht so recht abholen, vielleicht weil sie in sich so ungewöhnliche, unwahrscheinliche Eigenschaften verbindet. Musikalisch und zeichnerisch talentiert, Professorin für Astrophysik, die perfekte Tante und dann bewirbt sie sich bei der NASA. Da passt einiges nicht zusammen. Während wir in Rückblenden einiges über sie erfahren, kommen einige der übrigen Astronautenkolleg:innen und eine Menge Astrophysisches hinzu. Der Tech-Anteil war noch zu verkraften und Joans Beobachtungen ihrer Kolleg:innen machten sie sympathischer. Als sich dann die Liebesgeschichte mit Vanessa abzeichnet, hatte ich wieder einen Moment der starken Ablehnung - wie kann Joan nicht wissen, dass sie Frauen liebt, wie kann sie als intelligente Wissenschaftlerin das übersehen, nicht durchblicken? Parallel zur der Beziehung der Frauen reflektiert Atmosphere aber auch zunehmend stärker über Frauen in den Naturwissenschaften, die Frauenrollen in den später 70ern und frühen 80ern, Vorurteile, Zwänge und Diskriminierung. Dies wertete die Geschichte deutlich auf und auch die Charaktere wurde zunehmend plastischer, glaubhafter. Den Knalleffekt der dramatischen Ereignisse von Vanessas Mission im All hatte die Autorin an den Anfang ihres Romans gestellt - zu einem Abschluss bringt sie ihn schlussendlich in höchst emotionaler und ergreifender Form, was mich - und das geschieht nicht oft - zu Tränen rührte. So hat mich Atmosphere am Ende "erwischt". Es ist weniger ein Roman über die Erkundung des Weltalls oder Frauen in der NASA, schlussendlich ist es eine Liebesgeschichte, die sich über gesellschaftliche Normen und wirtschaftliche Zwänge hinwegsetzen muss.
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