In seinem 13. Fall ist Klufti immer noch
Interims-Polizeipräsident und bei seiner erste Anti-Terrorübung
in den Bergen wird plötzlich ein Kollege tot aufgefunden. Ein Unfall oder Mord? Die Ermittlungen laufen an, aber Kluftinger ist oft abgelenkt, denn er kandidiert für den Gemeinderat. Er ist der titelgebende Lückenbüßer, um die Liste der Partei zu füllen. Doktor Langhammer kandidiert für die Gegenseite, so kommt es zum üblichen Gerangel zwischen den beiden, bei dem man sich nicht entscheiden kann, ob man von Langhammers Arroganz oder Kluftis Dummdreistigkeit genervter ist. Es ist wieder der schon in den Vorgängerbänden vorherrschende Klamauk, wobei Kluftis Antworten und Ahnungslosigkeit im Interview zu aktuellen Themen eher zum Fremdschämen als zum Lachen anregen. Ich bringe diesen Charakter, der phasenweise in den Fällen schlau kombiniert, nicht mit diesem Dorfdeppen von altem weißen Mann zusammen, der sich dafür feiert, dass er für seine Frau ein Fertigmenü aufwärmt. Noch schlimmer, dass diese ihn auch noch für das leckere Essen lobt. Immerhin positionieren die Autoren Klüpfel und Kobr ihren Protagonisten deutlich gegen Nazis und die AfD, auch wenn Gleichberechtigung oder Nachhaltigkeit Fremdwörter für Klufti bleiben. Die Aufklärung des Mordes mäandert so neben dem Wahlkampfgeplänkel her und wird am Ende recht unspektakulär abgeschlossen. Gewohnt hervorragend ist die Umsetzung des Romans in der Lesung von den Autoren und Martin Umbach, so dass man Freude an den Dialogen haben kann. Volker Klüpfel und Michael Kobr, Lückenbüßer. Hörbuch Hamburg 2024.
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