Monday, March 09, 2026

Martin Walker - Französisches Roulette

Bruno, Chef de Police, in St. Denis ermittelt in seinem nun schon 13. Fall. Das ist für jede Krimireihe eine große Zahl von Fällen und oft zeigen sich dann Ermüdungserscheinungen. So scheint es, als seien auch Martin Walker die Ideen ausgegangen für plausible Fälle in seinem beschaulichen Perigord. So geht es in Französisches Roulette zwar um einen ungeklärten Todesfall, erste Spuren weisen auf eine betrügerische Versicherungsgesellschaft hin. Dann kippt das Ganze aber und bekommt eine weltpolitische Schräglage mit russischen Oligarchen, Flüchtlingen und ukrainischen Konflikten (der Band erschien 2021, vor dem russischen Angriffskrieg). Plötzlich sind wieder nationale Polizeikräfte/Geheimdienste involviert und Bruno wird quasi zum Handlanger. Dieser Plot geschieht aber bis zum letzten Drittel mehr so "nebenbei". Mehr Erzählzeit, viel mehr Erzählzeit, wird für Einkäufe, Kochen, Ausritte, Schwimmunterricht, dem Bau eines Hühnerstalls und (!) dem Deckvorgang seines Hundes Balzac verwendet. Nebenbei die immer gleiche Leier, dass Bruno Isabelle liebt, aber sie ihren Job mehr liebt. 
Diesmal geriet das ganze wirklich in einer absolutes Ungleichgewicht - wenn man denn (wie ich) eine halbwegs stringente Krimihandlung erwartet. Vielleicht ist es nun also Zeit, die Reihe allein zu lassen. An Johannes Steck gewohnt guter Lesung lag es jedenfalls nicht. 


Martin Walker, Französisches Roulette. Diogenes 2021. 

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