Friday, April 03, 2026

Arthur Conan Doyle - Eine Studie in Scharlachrot

In Eine Studie in Scharlachrot (1887) hat der berühmteste Detektiv der Literaturgeschichte seinen ersten Auftritt. Gemeinsame Wohnungsnot und mangelnde Finanzen bringen Dr. Watson und Sherlock Holmes in die gemeinsame Unterkunft in der Baker Street. Watson ist - wie auch in den folgenden Geschichten - schlichtweg begeistert von Holmes' Fähigkeiten, während er selbst manchmal leicht begriffsstutzig wirkt. 
Interessant an diesem ersten Fall ist jedoch die ausführlich dargestellte Hintergrundgeschichte für das Rachemotiv der Morde, die vor dem Hintergrund der frühen Mormonengemeinde von Salt Lake City spielt. Dafür verwendet Arthur Conan Doyle viel Erzählzeit, vielleicht auch um Verständnis für den Mörder zu wecken, der dann gnädig noch vor seinem Prozess an einem Aneurysma stirbt. Ansonsten bietet dieser erste Roman bereits viele bekannte Charakteristiken der folgenden Holmes-Geschichten, auch wenn der Protagonist noch nicht vollständig ausgearbeitet zu sein scheint. Dazu passt aber die bereits angelegte subjektive Erzählperspektive des treuen Dr. Watson, welcher den Detektiv auch gerade erst besser kennenlernt. 
Wahre Begeisterung für die Geschichte konnte ich nicht aufbringen - ich kann mich in der Tat nicht erinnern, sie schon vorher einmal gelesen zu haben, wenngleich es interessant war, diesen ersten Band und damit die Anfänge Sherlock Holmes kennenzulernen. 
Die Lesung durch 
Peter Kortz-Frankemoelle hat mir persönlich nicht so gut gefallen, wirkt sie doch streckenweise sehr nüchtern und gleichbleibend. So stelle ich mir Sherlock Holmes eigentlich nicht vor, aber vermutlich ist das nur eine persönliche Präferenz. 

Arthur Conan Doyle, Eine Studie in Scharlachrot. Publius 2023. 

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