Erwartet man in Knochenkälte einen sauberen Kriminalfall mit Ermittlungen, so wird man zwangsläufig enttäuscht. Hier sind das Wetter, Zufälle und marodierende Dorfbewohner die Handlungstreiber, bei denen Hunter nur sein Bestes tut, um den Kopf über Wasser zu halten und maximalen Schaden abzuwenden, damit eine gerechte Aufklärung möglich bleibt. Dennoch entstehen allerhand spannende Momente, in denen Hunter an seine physischen und zum Teil auch moralischen Grenzen kommt. Die Schilderung der düsteren, schneeumtosten Wälder und der dort verborgenen Geheimnisse haben mich durchaus gefesselt. Als Kritikpunkt bleibt, dass die Zusammenhänge am Ende dann durch detaillierte Geständnisse aufgeklärt werden, so dass einiges schon viel früher hätte bekannt sein können. Das ist eine erzählerische Krücke, die mir nicht sonderlich gefallen hat. Erzählstil und der Protagonist sind aber gewohnt überzeugend, weswegen die Reihe auch nach diesem siebten Band nach wie vor zu meinen Favoriten zählt.
Simon Beckett, Knochenkälte. Argon 2026.

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