In Das Mädchen, das in den Wellen verschwand erzählt Axie Oh die Geschichte von Mina. Sie lebt in einem Dorf an der Küste und schwere Stürme bedrohen Jahr für Jahr Land und Leute. Als Opfer für den Meeresgott wird das schönste Mädchen geopfert - was diese zum Teil als große Ehre empfinden, allerdings scheint das Ritual nichts zu verändern. Als die Geliebte ihres Bruders geopfert werden soll, springt Mina freiwillig in die Wellen und landet im Reich der Geister und Götter. Dort findet sie heraus, dass der Meeresgott verflucht wurde und schläft und daher die ihm dargebotenen Bräute gar nicht annehmen kann. Mina steht nun vor der unlösbaren Aufgabe, alles über den Fluch herauszufinden und ihn aufzuheben, bevor sie nach einem Monat zu einem Geist wird.
Zu Beginn war mir die beschriebene Welt sehr fremd, da ich wenig über koreanische Mythen, Geister und Götter weiß. Ähnlich wie Mina wird man aber immer vertrauter mit den Charakteren und Zusammenhängen, so dass es dann am Ende doch eine halbwegs runde Geschichte mit einer starken Protagonistin wird. Allerdings bleiben viele Fragen offen und die Geisterwelt ist leider nicht so plausibel, wie man sich das (selbst - oder gerade? - von einer Fantasywelt) erhofft. Die Beweggründe vieler Charaktere und Gottheiten sind unklar, ihr Handeln willkürlich. Auch die Liebesgeschichte wirkte auf mich eher erzwungen, vielleicht weil wir von Shin wenig mehr als die Oberfläche sehen.
Kein Fantasy-Highlight, aber das für mich ungewohnte Setting war interessant. Schönes Cover...
Axie Oh, Das Mädchen, das in den Wellen verschwand. Loewe 2022.

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