Recht geschickt verteilt die Autorin die Erzählung auf die verschiedenen Ich-Erzähler, so dass wir nur häppchenweise etwas über die Hintergründe und Gedanken der Beteiligten erfahren und klassischerweise wie bei den Agatha Christie-Romanen miträtseln können, wie alles zusammenhängt. Auch das Szenario im von der Welt schließlich abgeschiedenen Hotel mit einem begrenzten Personentableau erinnert an Christie. Das Setting der Nachkriegszeit wird gut gezeichnet, wobei etwas mehr Fokus auf die weibliche Perspektive gesetzt wird, was mir ganz gut gefallen hat, wenngleich nicht alles dabei glaubwürdig und zeitgemäß ist. Auch Miss Marple ist nicht ganz "die" Miss Marple, aber das ist okay. Lucy Foley hat einen ansprechenden und unterhaltsamen Fall in Anlehnung an eine von Christies besten Figuren geschrieben, nicht mehr und nicht weniger.
Das Audiobook ist sehr aufwändig produziert mit einer großen Zahl von Sprecher:innen für die einzelnen Erzählperspektiven, gut gemacht.
Lucy Foley, Mord im Grand Alpine Hotel. Hörverlag 2026.

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