John Green, Das Schicksal ist ein mieser Verräter. Silberfisch 2012.
Showing posts with label John Green. Show all posts
Showing posts with label John Green. Show all posts
Saturday, May 10, 2025
John Green - Das Schicksal ist ein mieser Verräter (re-read)
Das erste Mal habe ich Das Schicksal ist ein mieser Verräter von John Green vor über 10 Jahren gelesen und mochte es. Nun habe ich mir als re-read das Hörbuch angehört. Das deutsche Audiobook wird von Anna Maria Mühe sehr angenehm gelesen.
Ich fand die Wiederbegegnung mit den Charakteren schön und kann meine
Gedanken vom ersten Lesen von damals noch gut
nachvollziehen.
Monday, January 22, 2018
Saturday, January 03, 2015
John Green - Eine wie Alaska
John Greens erster Roman - Eine wie Alaska - ist derjenige, den ich als letztes von seinen bislang erschienenen lese, also erst nach der Lektüre von- Die erste Liebe [nach 19 vergeblichen Versuchen],
- Margos Spuren,
- Will & Will (mit David Levithan) und
- Das Schicksal ist ein mieser Verräter.
Der Tod von Alaska teilt das Buch in zwei Hälften, in das Vorher und das Nachher, entsprechend werden die Kapitel betitelt, man weiß also von vornherein, dass irgendein einschneidendes Ereignis geschehen wird.
Es ist auch insofern ein typischer John Green Roman, dass es wieder eine Coming-of-Age-Story, eine Erwachsenwerden-Geschichte, ist. Hier ist es die Thematik des Lebens und des Todes und wie man mit der Aussicht auf den Tod bzw. mit der zeitweisen Schrecklichkeit des Lebens leben kann. Alles vergeht - aber die wirkliche Frage ist, ob das ein Problem sein muss oder wie man am besten damit leben sollte.
Ebenfalls typisch: Der Protagonist Miles hat eine Macke (wie alle von John Greens Protagonisten) - er kennt die letzten Worte von vielen Menschen, er liest Biographien. Dies stellt einen praktischen Querverweis zum Thema Leben/Tod dar.
Die Charaktere sind überzeugend, sympathisch und geben brauchbare Identifikationsfiguren für die Zielleserschaft ab. Sie sind in allen ihren Handlungen menschlich, treffen falsche und richtige Entscheidungen, streiten und verzeihen. Dabei bleibt dem Leser genug Raum, um die für ihn sinngebende Botschaft am Ende der Geschichte zu finden, ohne dabei moralisierend zu werden. Ein Offenlassen, ein Hoffen. Das ist es wohl auch, was mir an John Greens Romanen so gut gefällt.
John Green, Eine wie Alaska. Hanser, München 2007.
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Für die Buchchallenge 20/15 habe ich in diesem Buch aus der Kategorie IV. Gegenstand das Telefon ausgesucht. Dieses spielt mehrfach eine entscheidende Rolle. Es ist ein öffentliches Telefon und das einzige, das den Protagonisten zur Verfügung steht. Auf diesem Telefon erhält Alaska in ihrer Todesnacht einen Anruf, der zu der folgenschweren Autofahrt führt.
Thursday, July 10, 2014
John Green / David Levithan - Will & Will
Zwei Autoren.
Zwei Erzählperspektiven.
Ein Name: Will Grayson.
Eine Stadt: Chicago.
Zwei Schulen...
- Will Grayson I: hetero, mit dem schwulen Tiny Cooper befreundet, intaktes Elternhaus, Schwierigkeiten mit Freundschaft...
Er braucht lange, um zu verstehen, wie wichtig sie ist und vor allem wie irrational, denn zunächst geht er davon aus, man könne sich seine Freunde objektiv auswählen, und schafft es nur langsam, sich die emotionale Komponente von Freundschaft einzugestehen und seinen eigenen Gefühlen allgemein (er ist verliebt in Jane) auf die Spur zu kommen. Insgesamt ist er ein gutes Beispiel für das pubertäre Durcheinander in der Seele eines Jugendlichen, Liebe versus Wahrheit und all das. Am Ende versteht er es aber und kann Tiny und Jane ein Freund sein, der die Bezeichnung verdient.
- Will Grayson II: schwul , depressiv und muss deswegen Medikamente nehmen, lebt bei seiner Mutter, finanzielle Schwierigkeiten, Bezugspersonen kaum vorhanden, verschlossener Einzelgänger...
Seine Mitschülerin Maura drängt sich ihm auf, will ihn aus seiner Isolation befreien, er blockt ihre Versuche weitgehend ab, will sich ihr nicht öffnen. Das tut er nur bei seinem Internet-Freund Isaac, in den er verliebt ist. Als es schließlich zu einem ersten Date kommen soll, stellt sich albtraumhaft heraus, dass hinter dem Profil von Isaac Maura steckt - aber am Treffpunkt lässt der Zufall die beiden Wills zusammentreffen - und Will II trifft den sehr realen Tiny Cooper, der ihn in eine wirkliche Welt mit Liebe und echten Gefühlen holt.
Das Schreibkonzept und beide Erzählstile haben mir gut gefallen. Beide Autoren schreiben mit Herzblut aus der Sicht ihres jeweiligen Will Graysons, unterscheiden sich aber hinreichend, nur anfangs benötigt man eine kurze Eingewöhnungszeit, um die Jungen und ihre Eigenschaften/Geschichten auseinander zu sortieren. Die Innensicht der zwei pubertierenden Jungen ist überzeugend, vor allem auch deswegen, weil beide - unabhängig von ihrer sexuellen Ausrichtung - das gleiche Grundproblem, die gleichen Grundfragen haben: Bin ich liebenswert? Lohnt sich die Liebe? Soll ich das Risiko des drohenden Absturzes und der Verletzungsgefahr, falls es nicht klappt, eingehen? Dreimal ja, ja, ja.
Manchmal hätte ich mir die beiden Wills etwas selbstständiger und reflektierter gewünscht, jeder auf seine Art neigt zum Selbstmitleid und hat nur geringe Möglichkeiten zur Selbsterkenntnis, oft sind es erst die Anstöße von außen, die sie dazu bringen, den nächsten Schritt ins Leben zu machen.
Eine filmische Umsetzung bietet sich praktisch an, gern leicht amerikanisch/Hollywood, aber vielleicht hilfreich, um Barrieren im Bereich Homosexualität abzubauen und die Normalität dessen zu zeigen.
John Green / David Levithan, Will & Will. cbt, München 2013.
Saturday, March 01, 2014
John Green - Margos Spuren
Margos Spuren ist nach Das Schicksal ist eine mieserVerräter und Die erste Liebe mein drittes Buch von John Green.
Es handelt von Quentin, der kurz vor seinem Schulabschluss
steht und in Margo verliebt ist. Margo wohnt seit Jahren nebenan, aber ihre Freundschaft aus Kindertagen hat
nicht überlebt, sie ist beliebt in der Schule und beachtet ihn, den Außenseiter,
kaum. Eines Nachts taucht sie plötzlich an seinem Fenster auf und bestimmt ihn
als ihren Fahren auf einem abenteuerlichen Rachefeldzug, bei dem sie mit ihrem
Ex-Freund und anderen Freunden abrechnet und schließlich als krönendem
Abschluss noch bei SeaWorld einbricht. Am nächsten Tag ist Quentin gespannt,
wie es mit Margo weitergehen wird, doch sie ist verschwunden. Er setzt alles daran, Spuren zu finden, wohin sie
verschwunden sein könnte. Mit Hilfe seiner Freunde Ben und Radar findet er tatsächlich
einige Hinweise, die auch darauf deuten, dass Margo vielleicht doch nicht das
aufregende, selbstbewusste Mädchen ist, das sie zu sein scheint. Schließlich
erahnen sie Margos Aufenthaltsort und begeben sich auf einen filmreifen Roadtrip,
um sie zu finden.
Roadtrips (oder vergleichbare Reisen) zeichnen sich als eine
Konstante in Greens Romanen ab, auch die Charaktere sind erneut etwas schräg
und ungewöhnlich. Green zeichnet seine Jugendlichen als verletzliche Wesen, die
auf der Suche nach den Wahrheiten der Erwachsenenwelt sind. Es ist ein düsteres
Bild dieser Welt, das aus der Sicht von Margo und ihren Spuren gezeichnet wird.
Eine Plastikwelt mit künstlichen Figuren darin, die keine Wahrhaftigkeit
ausstrahlen. Quentins Wahrnehmung ist zunächst klischeebelastet, er nimmt seine
Highschoolwelt mit ihren Prototypen wahr, und auch wenn er diese Prototypen
nicht mag, so akzeptiert er sie dennoch. Erst die Suche nach Margo zeigt ihm
die Dinge, die sich unter der Oberfläche befinden – bei Margo, bei seinen
Freunden, bei den Mitschülern und bei sich selbst. So ist Margos Spuren eine
Initiationsgeschichte, vergleichbar mit den beiden anderen bereits erwähnten
Romanen von John Green.
Erzählstil, der Plot mit seinem dreigliedrigen Aufbau und die
Charaktere – alles in allem stimmig. Margo blieb mir unsympathisch, zu
egozentrisch in ihrer Gedankenwelt, wenngleich ihre die Welt ablehnende
Haltung, ein Welthass nahezu, ein typisches Teenagerphänomen ist, das gut
nachzufühlen ist (sofern man sich als erwachsener Leser noch erinnert). Allerdings
gelange ich zu der Überzeugung, dass John Green gleiche Muster in seinen
Romanen verwendet, auch die Protagonisten ähneln sich von ihrer
Grundausrichtung und ihrem Charakter her. Da wünscht sich der Leser des
Gesamtwerks mehr Abwechslung.
John Green, Margos Spuren. Hanser Verlag, München 2010.
Sunday, July 28, 2013
John Green - Die erste Liebe [nach 19 vergeblichen Versuchen]
Colin ist hochbegabt und sozialer Außenseiter. Das Außergewöhnlichste an ihm sind seine 19 Ex-Freundinnen, die alle den Namen Katherine tragen. Die letzte hat ihn gerade verlassen und er ist untröstlich.
Sein Freund Hassan - Muslim, dick und ein bisschen antriebsschwach - ist der einzige, der Colins Art erträgt und ihm auch bei diesem 19. Liebeskummer noch zuhört. Er ist es auch, der den Roadtrip vorschlägt, mit dem Die erste Liebe [nach 19 vergeblichen Versuchen] von John Green beginnt. Die beiden ungleichen Freunde stranden in einem Kuhdorf namens Gutshot und treffen dort auf Lindsey. Lindsey ist selbstbewusst, anpassungsfähig und sozial clever, aber dennoch unsicher, was ihre eigene Zukunft betrifft.
Alle drei Charaktere sind interessant, ungewöhnlich, aber dennoch glaubhaft. John Greens Roman ist ein Adoleszenzroman, die drei müssen ihre Defizite erkennen und sich mit ihnen auseinandersetzen, um sich weiterzuentwickeln. Der Erzählstil ist ungewöhnlich, entsprechend Colins Hochbegabung wimmelt es von abstrusen (und größtenteils nutzlosen) Fakten und seltsamen mathematischen Konstruktionen, und humorvoll. Die teils absurden Geschehnisse machen beim Lesen Freude und dennoch kann man der Geschichte aufgrund der wunderbaren Protagonisten Bedeutung abgewinnen und freut sich über das optimistische Ende.
Mir hat der Roman Spaß gemacht, wenngleich mich Das Schicksal ist ein mieser Verräter stärker berührt hat.
PS.: Der deutsche Titel ist kein Glücksgriff.
John Green: Die erste Liebe [nach 19 vergeblichen Versuchen]. Hanser, München 2008.
Sein Freund Hassan - Muslim, dick und ein bisschen antriebsschwach - ist der einzige, der Colins Art erträgt und ihm auch bei diesem 19. Liebeskummer noch zuhört. Er ist es auch, der den Roadtrip vorschlägt, mit dem Die erste Liebe [nach 19 vergeblichen Versuchen] von John Green beginnt. Die beiden ungleichen Freunde stranden in einem Kuhdorf namens Gutshot und treffen dort auf Lindsey. Lindsey ist selbstbewusst, anpassungsfähig und sozial clever, aber dennoch unsicher, was ihre eigene Zukunft betrifft.
Alle drei Charaktere sind interessant, ungewöhnlich, aber dennoch glaubhaft. John Greens Roman ist ein Adoleszenzroman, die drei müssen ihre Defizite erkennen und sich mit ihnen auseinandersetzen, um sich weiterzuentwickeln. Der Erzählstil ist ungewöhnlich, entsprechend Colins Hochbegabung wimmelt es von abstrusen (und größtenteils nutzlosen) Fakten und seltsamen mathematischen Konstruktionen, und humorvoll. Die teils absurden Geschehnisse machen beim Lesen Freude und dennoch kann man der Geschichte aufgrund der wunderbaren Protagonisten Bedeutung abgewinnen und freut sich über das optimistische Ende.
Mir hat der Roman Spaß gemacht, wenngleich mich Das Schicksal ist ein mieser Verräter stärker berührt hat.
PS.: Der deutsche Titel ist kein Glücksgriff.
John Green: Die erste Liebe [nach 19 vergeblichen Versuchen]. Hanser, München 2008.
Sunday, February 03, 2013
John Green - Das Schicksal ist ein mieser Verräter
John Greens Das Schicksal ist ein mieser Verräter war schnell und lange und überall auf den Bestsellerlisten. Es erzählt die Geschichte der krebskranken Hazel, 16, die bei einer Krebsselbsthilfegruppe Augustus trifft. Es passiert, was passieren muss, sie verlieben sich. Die Geschichte wird durch ihre Krankheit besonders, intensiver, leuchtender. Sie sind auch keine Teenager im eigentlichen Sinn, sie nehmen die Liebe und das Leben, vor allem aber, was danach kommen oder nicht kommen kann, ernster als der durchschnittliche Teen das tut. Literatur und Musik spielen eine bedeutungsvolle Rolle in ihrem durch den Krebs gekennzeichneten, viel zu kurzem Leben.
Die Geschichte ist anrührend aus vielen Gründen:
Die Charaktere sind sympathisch und authentisch, man möchte sie auf der Stelle kennenlernen und vor allem das Schicksal dazu zwingen, sie am Leben zu lassen.
Green schafft es, die Geschichte unpathetisch, beinahe leicht zu erzählen, man lacht und weint gleichermaßen mit den Protagonisten, vergisst zwischendurch, was ihnen und einem selbst als Leser am Buchende bevorsteht, um dann wieder über der Grausamkeit des Lebens zu verzweifeln.
Die Querverweise zu Literatur und die Reflexion über die Schwierigkeiten und Intentionen eines Autors beim Schreiben und in der Kommunikation mit dem Leser sind vielleicht, wie teilweise in den Kritiken angemerkt, nicht "passend" für die Gedankenwelt einer 16jährigen (aber Hazel und Augustus sind schicksalsbedingt auch keine normalen Jugendlichen), aber sie sind es auch, die das Buch über die allein schon wunderbare Liebesgeschichte hinaus noch wertvoller machen und dem Buch Schönheit und eine weitere Bedeutungsebene verleihen.
Ich mochte das Buch sehr gern.
John Green, Das Schicksal ist ein mieser Verräter. Hanser, München 2012.
Die Geschichte ist anrührend aus vielen Gründen:Die Charaktere sind sympathisch und authentisch, man möchte sie auf der Stelle kennenlernen und vor allem das Schicksal dazu zwingen, sie am Leben zu lassen.
Green schafft es, die Geschichte unpathetisch, beinahe leicht zu erzählen, man lacht und weint gleichermaßen mit den Protagonisten, vergisst zwischendurch, was ihnen und einem selbst als Leser am Buchende bevorsteht, um dann wieder über der Grausamkeit des Lebens zu verzweifeln.
Die Querverweise zu Literatur und die Reflexion über die Schwierigkeiten und Intentionen eines Autors beim Schreiben und in der Kommunikation mit dem Leser sind vielleicht, wie teilweise in den Kritiken angemerkt, nicht "passend" für die Gedankenwelt einer 16jährigen (aber Hazel und Augustus sind schicksalsbedingt auch keine normalen Jugendlichen), aber sie sind es auch, die das Buch über die allein schon wunderbare Liebesgeschichte hinaus noch wertvoller machen und dem Buch Schönheit und eine weitere Bedeutungsebene verleihen.
Ich mochte das Buch sehr gern.
John Green, Das Schicksal ist ein mieser Verräter. Hanser, München 2012.
Subscribe to:
Posts (Atom)





