Sunday, March 01, 2026

Alison Espach - Wedding People

Ein Hotel, unterschiedliche Reiseanlässe. Phoebe will nach der Scheidung und dem Tod ihres Katers ihrem Leben ein Ende setzen - das aber bitte mit Stil in ihrem besten Kleid und in dem schönen Hotel, zu dem sie eigentlich immer mal mit ihrem Exmann reisen wollte. Das übrige Hotel ist belegt mit Hochzeitsgästen, denn Lila und Gary sollen heiraten - die Feierlichkeiten sind auf eine ganze Woche ausgelegt. Statt der offensichtliche Fremdkörper zu sein - und natürlich ihren Suizidplan umzusetzen - lässt sich Phoebe von Lila in das minutiös geplante Hochzeitsdurcheinander ziehen und muss schließlich sogar die Rolle der Trauzeugin übernehmen. Dieses Grundsetting ist vielleicht etwas schräg, aber doch einigermaßen interessant - danach läuft der Roman leider sehr vorhersehbar ab.

(Achtung Spoiler:) Natürlich passen Braut und Bräutigam nicht zueinander, alles eigentlich nur ein Missverständnis, der Bruder der verstorbenen ersten Frau und die Braut gehören eigentlich zusammen und Phoebe und der Bräutigam haben natürlich Chemie. Natürlich verträgt sie sich auch super mit Gregs Tochter, kann selbst keine Kinder bekommen, perfekt. Kurzer dramatischer Zwischenauftritt von ihrem Exmann, den sie dann nach kurzem Sentimentalitätssex abserviert, um ihr Leben neu und hoffnungsvoll zu beginnen. Die Depression und der Suizidgedanke verschwinden nach kurzem Interemzzo mit dieser wildfremden Hochzeitsgesellschaft, wo jahrelange Therapie nichts ausrichten konnte. Pff. 

Wedding People von Alison Espach war auf der Bestseller-Liste der New York Times, aber auch wenn einige Szenen milde unterhaltsam waren, so fand ich das ganze doch aufgrund der absehbaren Entwicklungen wenig spektakulär. Phoebes Entwicklung, so großartig sie auch angelegt ist, bleibt aufgrund des Szenarios und des Zeitrahmens unglaubwürdig. 

Alison Espach, Wedding People. Lübbe 2025.