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Sunday, July 16, 2023

Cornelia Funke und Guillermo del Toro - Das Labyrinth des Fauns

2006 premierte Guillermo del Toros Pans Labyrinth in den Kinos. Der Film gewann zahlreiche Preise, darunter 2007 Oskars für Beste Kamera, Bestes Szenenbild und Bestes Make-up. Er wurde zum Lieblingsfilm der deutschen Autorin Cornelia Funke, die schließlich in Zusammenarbeit mit dem Regisseur eine Buchfassung des Films verfasste. Das Labyrinth des Fauns erschien 2019. Die Audiobook-Fassung wurde von der Autorin und Tom Vogt gesprochen und unter Funkes eigenem Label Atmende Bücher verlegt. 

In Das Labyrinth des Fauns treffen zwei Welten aufeinander. 1944, in Spanien, zieht die junge Ofelia mit ihrer schwangeren Mutter zu ihrem Stiefvater Capitán Vidal in eine verlassene Mühle. Von dort aus betreibt er die Verfolgung der verbliebenen Rebellen, die sich im Wald verstecken. Ofelia hingegen betritt das im Wald gelegene Labyrinth und mit ihm eine Parallelwelt. Ein Faun erzählt ihr, dass sie die lang verschollene Prinzessin eines unterirdischen Königsreichs ist, aber um zurückkehren zu können, muss sie - wie in den Märchen, die Ofelia so gut kennt - drei Aufgaben erfüllen. An diversen Stellen werden kurze märchenhafte Geschichten eingebettet, die das Geschehen in der Haupterzählung erklären und kommentieren, aber erst am Ende erschließt sich der größere Zusammenhang aller Ebenen. Erzählerisch ist das so geschickt angelegt, dass sich Bilder und Metaphern in allen drei Ebenen wiederfinden und alles miteinander verwebt wird.
Die Gestaltung des Audiobooks ist besonders hervorzuheben, da es komplett in 3D-Technik aufgenommen wurde und man sozusagen mit Ofelia und dem Faun im Labyrinth steht. Umgebungsgeräusche und dezente Klangeffekte begleiten die gesamte Produktion, aber es ist kein Hörspiel im eigentlichen Sinn, da nur Funke und Vogt lesen.

Betrachtet man nur die Geschichte und die Charaktere, so ist Das Labyrinth des Fauns sehr düster und bedrückend. Gerade weil man durch die Soundeffekte so hineingezogen wird, fühlt man die beängstigende Atmosphäre sehr intensiv. Es ist aufgrund der geschilderten Grausamkeiten (Folter, Menschenfresser) meines Erachtens auf keinen Fall für Kinder geeignet. Den Film habe ich noch nicht gesehen, bin aber gespannt...

Cornelia Funke und Guillermo del Toro, Das Labyrinth des Fauns. Atmende Bücher 2017.

Friday, September 18, 2015

Alhambra pattern and guitars

 
This card shows a pattern of the Alhambra Palace in Granada, Spain. It was sent by Antonio who lives there.
It also had a nice stamp that commemorates the great guitarist Paco de Lucía who died in 2014.
It reminded me of the legendary album Friday Night in San Francisco, a collaboration of Paco De Lucia, Al Di Meola and John McLaughlin.


Friday, October 17, 2014

Carlos Ruiz Zafón - Der Gefangene des Himmels

Nach Der Schatten des Windes und Das Spiel des Engels ist Der Gefangene des Himmels der dritte Roman von Carlos Ruiz Zafó, der sich um den Friedhof der verlorenen Bücher dreht. Letzterer ist aber für die Handlung in diesem Roman nicht entscheidend. Die spielt im Barcelona des Jahres 1957. Der Buchhändler Daniel Sempere und sein Freund Fermín werden von den Schatten der Vergangenheit eingeholt, die ihrer beider Leben beeinflusst haben und beeinflussen werden. Parallel wird die Lebensgeschichte Fermíns erzählt, wie er Gefangener des nationalsozialistischen Systems war und wie er fliehen konnte.
Selbst nach dem Lesen meiner eigenen Rezensionen erinnere ich mich nicht mehr besonders gut an die beiden anderen Romane, auch wenn es sich um die gleichen Personen handelt. Ich glaube, dass mit Zafóns Schreibstil durchaus gefällt, selbst in der Übersetzung wirkt er sprachlich noch sehr ausgefeilt und wohlgesetzt. Die Geschichten selbst scheinen mich aber seltsam unberührt zu lassen, wirken auf mich immer ein klein wenig zu dramatisch, gewollt mysteriös oder sie laufen ins Leere und werden dadurch in letzter Konsequenz bedeutungslos. Die dramatische, psychisch zerstörerische Flucht Fermíns beispielsweise bringe ich mit dem handelnden Charakter im Jahr 1957 nicht zusammen, sie scheinen nicht dieselbe Person zu sein, und seine Erfahrungen beeinflussen ihn scheinbar kaum. Und der eifersüchtige und irgendwie auch eitle Protagonist Daniel weckte in mir auch wenig Sympathie. 
So festigt sich die Erkenntnis, dass Zafón kein Autor für mich ist.

Carlos Ruiz Zafón, Der Gefangene des Himmels. Argon 2012.