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Saturday, December 20, 2025

Fabcaro - Asterix in Lusitanien

Mein Eindruck war immer, dass Asterix schon überall im Mittelmeerraum gewesen ist - weit gefehlt, scheinbar fehlte Portugal noch, alias Lusitanien. In diesem 41. Band von Fabcaro und Didier Conrad kommen die üblichen, bewährten Zutaten zusammen. Sie werden von einem Portugiesen gebeten, dessen Freund Schãoprozes vor dem Tod zu bewahren. Er wird verdächtigt, Cäsar vergiften zu wollen, in Wirklichkeit stecken knallharte wirtschaftliche Interessen dahinter. Asterix und Obelix regeln das auf ihre unverkennbare Art und Weise, auch wenn Obelix etwas Probleme mit der lokalen Melancholie und dem allgegenwärtigen Kabeljao hat. Zahlreiche Anspielungen auf Oligarchen und andere Flüche der Neuzeit mit dem gewohnten Sprachwitz runden den Band ab. Gelungen. 

Fabcaro, Asterix in Lusitanien. Egmont 2025.


Wednesday, December 03, 2025

Gil Ribeiro - Spur der Schatten

Gil Ribeiro (Pseudonym von Holger Karsten Schmidt) führt in Spur der Schatten seine Krimireihe um den Asperger-Autisten Leander Lost weiter. Der Austauschkommissar aus Hamburg ist immer noch in Fuseta und arbeitet mit den dortigen portugisischen Kommissaren zusammen. 
In Spur der Schatten verschwindet zunächst eine Polizistin spurlos und es wird eine intensive Fahndung gestartet - leider kann nur noch ihre Leiche geborgen werden. Die spezielle Kombinationsgabe von Leander hilft dabei, schnell neue Spuren zu finden, um den Täter aufzuspüren. Doch der Fall ist deutlich verwickelter als zunächst angenommen. Die portugisisische Kolonialgeschichte in Angola spielt eine intensive Rolle, zufällig ist eine bekannte Journalistin aus Angola zu Gast in Fuseta, die mit Überzeugungen und Informationen zu Korruption und anderen Verbrechen offensichtlich anderen im Weg ist. 
Wie schon im ersten Band erzeugt Leanders Asperger-Verhalten oft eine gewisse Komik, wobei er durch die Akzeptanz durch seine Kolleg:innen menschlich wächst. Insgesamt werden alle Charaktere leicht überzeichnet und bedienen sich wiederholender Klischees, sowohl in den Dialogen als auch in ihrem Verhalten. Das ist vielleicht hier und da auffällig, aber nicht unbedingt störend, da man durch die Spannung des Falls bei Laune gehalten und gut unterhalten wird. 
Die Lesung durch 
Andreas Pietschmann hat mir gut gefallen. 

Gil Ribeiro, Spur der Schatten. Argon 2018. 

Thursday, July 31, 2025

Gil Ribeiro - Lost in Fuseta

Kriminalkommissar Leander Lost aus Hamburg beginnt in Fuseta ein "Austauschjahr" bei der portugisischen Polícia Judiciária. Zunächst stehen Sub-Inspektorin Rosado und ihr Kollege Esteves dem seltsamen Lost sehr skeptisch gegenüber, der schwarze Anzug und sein Verhalten, alles ist irgendwie schräg. Als sie erfahren, dass er Autist ist, gehen sie verständnisvoller auf ihn zu und so klappt die Zusammenarbeit an dem Fall um Wasserrechte und Erpressung dann doch. Pluspunkte kann der Roman mit seinen Charakteren machen. Bei dem Hörbuch scheinen einige landeskundliche Passagen entfallen zu sein (wenn ich anderen Rezensenten glauben schenken kann, waren diese eher langatmig), aber in dieser Fassung fand ich das Setting angenehm beschrieben. Schwierig ist die kaum vorhandene Ermittlungsarbeit, die viel stümperhafter nicht ausgeführt werden könnte, das alles fügt sich dann irgendwie zusammen, zum Teil dank Leander Losts Inselbegabung, einmal Gesehenes fotografisch wieder abrufen zu können, aber im Umgang mit Zeugen und Verdächtigen ist das alles eher Wilder Westen, es wird auch scharf geschossen. Losts Eigenarten führen zu einigen humorvollen Dialogen (wobei man sich auch fragen muss, ob dies sensibler Umgang mit dem Thema Autismus ist). Insgesamt habe ich mich gut unterhalten gefühlt, es ist ein Urlaubskrimi mit Lokalkolorit, nicht mehr, aber auch nicht weniger. 

Gil Ribeiro, Lost in Fuseta. Argon 2017.

Thursday, December 12, 2019

Pascal Mercier - Nachtzug nach Lissabon

Der 2004 erschienene Roman Nachtzug nach Lissabon des Schweizer Autors Pascal Mercier (eigentlich Peter Bieri) war vor allem in Deutschland ein großer Erfolg und wurde bislang in 32 Sprachen übersetzt.
Der Roman erzählt die Geschichte von Raimund Gregorius, einem 57 Jahre alten Lehrer für alte Sprachen an einem Berner Gymnasium. Nach seiner Scheidung lebt er allein und mehr in seinen Büchern als in der realen Welt. Sein Zusammenstoß mit einer jungen Portugiesin, die in Bern auf einer Brücke steht und in den Tod springen will, reißt ihn aus den gewohnten Bahnen. In einem Antiquariat stößt er schicksalhaft auf ein portugiesisches Buch von Amadeu Inácio de Almeida Prado. Dessen Worte treffen ihn in der Seele und so macht er sich Hals über Kopf auf nach Lissabon, wo er sich auf die Spuren des Autors macht. Die Suche endet auch dann nicht, als er feststellen muss, dass Prado schon seit 30 Jahren tot ist. Er dringt tiefer in die Geschichte dieses Mannes und der ihn umgebenden Menschen vor, erfährt von der düsteren Seite der portugiesischen Historie ("Estado Novo") und lernt nebenbei Menschen kennen, die ihn dazu bringen, seine Sicht auf sich und die Welt zu ändern.
Nachtzug nach Lissabon ist keine leichte Belletristik, sondern ist gespickt mit philosophischen Überlegungen, die seinen Hauptfiguren in Geist, Herz und Mund gelegt werden. Die Geschichte, in die diese Dinge eingebettet werden, ist durchaus interessant, aber nicht immer spannend. Beim Audiobook ergibt sich dabei das Problem, dass mit größerer Konzentration gehört werden muss als bei einem beliebigen Thriller oder Unterhaltungsroman, da man sonst Zusammenhängen und Gedankengängen nicht mehr folgen kann. Die Stimme von Walter Kreye passt hingegen hervorragend zur Figur des Greorius, was das Hören wiederum lohnenswert macht.
Insgesamt finde ich den Roman dennoch sperrig, schwer verdaulich sozusagen, und, obwohl sprachlich geschliffen, hat er mich nicht allzu sehr in seinen Bann ziehen können.

Pascal Mercier, Nachtzug nach Lissabon. Hörbuch Hamburg 2007.

Sunday, August 21, 2016

Madeira Sommer 2016

view on Porto da Cruz

view on Caniçal in the north-east

hiking Ponta de São Lourenço (most eastern part of Madeira)





view on Machico

another view on Porto da Cruz

typical agapanthus-levada-Trail



levada trail

levada with orchis



succulents (lots of them)

Atlantic ocean in Sao Vicente

trail near Ecumeada pass / Pico Grande


view on Funchal

Friday, July 22, 2016

Eckhart Nickel - Gebrauchsanweisung für Portugal

Bei der Reihe der Länder-"Gebrauchsanweisungen" aus dem Piper-Verlag weiß man nie, was man bekommt: Das Konzept ist, dass sich die Autoren "mit persönlichem Blick den Ländern, Regionen oder Städten auf ungewöhnliche und literarische Weise annähern", so der Verlag.

So unterschiedlich die Autoren, so unterschiedlich ist selbstverständlich auch das Ergebnis. Eckhart Nickel ist deutscher Schriftsteller und Journalist (u.a. für ZEIT und SZ) und liebt Portugal schon seit langem und unternahm zahlreiche Reisen in das Land. Er strukturiert seine Gebrauchsanweisung in Kapiteln mit knappen Überschrift - zumeist in Verbform - wie "Unterkommen", "Essen", "Trinken" oder "Beten".
Er informiert anekdotisch über die portugisische Geschichte und die Hintergründe einige Gebräuche und Gegebenheiten und gibt dadurch nebenbei auch einige Tipps für den Reisenden. Dabei behandelt er Land und Leute durchaus mit einem liebevollen Blick und nicht allzu kritisch. Einiges ist sehr von seinen persönlichen Erfahrungen geprägt und so ergab sich bei mir der Eindruck von sehr subjektiven Momentaufnahmen, aber einen wirklichen Überblick glaubt man nach Beendigung der Lektüre nicht zu haben. Natürlich waren einige Beobachtungen witzig und vieles ließ sich auch - kurz nach der Madeira-Reise - durch eigene Erfahrungen bestätigen. Ob sich die Portugiesen gut repräsentiert fühlen würden, kann ich nicht beurteilen. Nickel schreibt in einem literarischen Tonfall, vielleicht rührt der Eindruck von subjektiv geprägten Informationen auch daher. Als Einstimmung für oder Nachsinnen über eine Protugalreise aber dennoch geeignet - als klare Informationsquelle hingegen eher weniger, aber das ist ja auch nicht das Anliegen der Reihe.

Eckhart Nickel, Gebrauchsanweisung für Portugal. Piper, München 2003.