Re-read von Julia Marohs Graphic Novel Blau ist eine warme Farbe - immer noch wunderbar.
I read all the above regularly but I figured I almost never read mangas and it is a different format - in the sense of the actual reading process. That was not really a problem, it took a few pages to get used to the right to left eye movement.
I can't say that I enjoyed Haruichi Furudates Haikyu! very much but it was okay. I guess volleyball is quite an exotic topic and as I am not very interested in the sport. The relationship between the two main characters was well-constructed but classic: from rivals to team players, adding each other's strengths to build something better and bigger. And that is as deep as the story went. The drawing are skillful, detailed and the sports movements are well done. It definitely was different from my "usual" but I don't want to extend my visit to the manga world at the moment.
Haruichi Furudate, Haikyu! Kaze 2022.
Fabcaro, Asterix in Lusitanien. Egmont 2025.
Eindrücklich schildert Takei mit Hilfe seiner Co-Autoren Justin Eisinger, Steven Scott sowie Zeichnerin Harmony Becker wie die Realität im Lager aussah und wie die Haltung seiner Eltern Takei beeinflusste. Deren tiefer Glaube an die Demokratie - trotz der Grausamkeiten, die ihnen durch den Staat angetan wurden - beeinflusste ihn derart, dass er trotz anfänglicher Schwierigkeiten wegen seiner Abstammung ein beliebter und einflussreicher Schauspieler und vor allem auch bis heute ein Bürgerrechts-Aktivist werden konnte.
Die weitgehend chronologische und detailreiche Erzählung wird durchbrochen von Zwischenblenden in Situationen, wo Takei aufgrund seiner Bekanntheit und seines Aktivismus auch zu politischen Veranstaltungen eingeladen wurde, sozusagen als Beispiel für einen "betroffenen Japaner". Dabei scheut Takei nicht, die Wahrheiten und Ungerechtigkeiten deutlich auszusprechen, denn es dauerte lang, bis mit dem Civil Liberties Act of 1988 endlich die Unrechtmäßigkeit der Inhaftierung der Japaner offiziell anerkannt wurde. Die Graphic Novel schafft es, dieses dunkle Kapitel der US-amerikanischen Geschichte sehr greifbar zu machen. Am Ende zeigt Takei noch auf, wie wichtig es ist, der Ausgrenzung und Anfeindung entgegenzuwirken, indem er auf die von Donald Trump 2018 veranlasste Trennung und Inhaftierung von Kindern mexikanischer Familien hinweist: Gleiches Leid, andere politische Gründe, aber auch Rassismus... So gelingt ganz nebenbei ein aktueller Kommentar und unterschwellig steht die Fragen: Was ist ein US-Amerikaner, wer darf es werden? Und wer entscheidet darüber?
George Takei (u.a.), They Called Us Enemy - Eine Kindheit im Internierungslager. Cross x Cult Ludwigsburg 2020.
Das Buch ist witzig, anrührend und sehr authentisch und unbedingt empfehlenswert, um für das Thema zu sensibilisieren.
Cece Bell, El Taubinio. Loewe, Bindlach 2014.
Irgendwie wird immer noch darüber gesprochen, wie die neuen Autoren der Asterix-Bände im Vergleich mit den ursprünglichen abschneiden. Vermutlich ist das reine Zeitverschwendung, wenn man bedenkt, wie alt das Konzept der Serie ist und wie Inhalt und Komik angelegt sind: Wortwitz, stereotype Charaktere, auf deren gleichbleibendes Verhalten man sich verlässt, weil man sie lieb gewonnen hat, gepaart mit ein wenig aktuellem Gesellschaftsbezug/-kritik. Bleibt man dabei, kann nichts schief gehen, aber es entwickelt sich eben auch nichts weiter.
So sind meines Erachtens die letzten Bände verlässlich unterhaltsam, bieten aber auch wenig Neues. Vielleicht kann man sich darüber freuen, muss sich aber auch definitiv nicht aufregen.
Alice Oseman ist eine junge Autorin, ihr Debutroman Solitaire erschien 2014. Aus dem Bruder der Protagonistin von Solitaire machte sie dann die Hauptfigur ihres Webcomics Heartstopper. 2022 führte sie Regie bei der gleichnamigen Netflix-Serie.
Heartstopper ist eine wunderbare, hoffnungmachende Liebesgeschichte, ansprechend gezeichnet und sensibel erzählt. Empfehlenswert.
Alice Oseman, Heartstopper #1. Loewe, Bindlach 2022.
Es geht um drei Jugendliche: Aktivistin Charly mit den gelben Gummistiefeln, der aus Syrien geflüchtete und zeichenbegabte Hamid und Benny, dessen Opa ihm kurz vor seinem Tod einen Davidstern an einer Halskette vererbt. In einem Moment waren die drei noch unzertrennlich, als plötzlich religiöse Vorurteile das Gleichgewicht zwischen ihnen durcheinander bringen. Antisemitimus, Handydiebstähle an der Schule, verletzte Gefühle und Gewalt breiten sich aus. Aus der Sicht von Charly blicken wir auf das Geschehen und können es wie sie kaum begreifen, wie alles so aus dem Ruder laufen kann. Es bedarf großer Anstrengungen bei allen Dreien und viel Mut, um das ganze wieder ins Lot zu bringen...
Völlig meschugge ist zeichnerisch wunderbar, emotional, klar und mit Liebe zum Detail zugleich gezeichnet. Gleichzeitig hatte ich beim Lesen Steinhöfels sonore Stimme im Ohr, denn sein Erzählstil scheint auf jeder Seite durch. Das Thema ist hart, leider immer aktuell und schrecklich wichtig - doch macht Steinhöfel es sich nicht leicht, leichte Lösungen und das rosige Happy End liegen ihm nicht. Behutsam zeigt er die Vielschichtigkeit des Problems auf - vor allem auch das Problem des Nicht-Zuhörens (auch von den Erwachsenen, die es besser wissen sollten, doch wie sagt Hamids Imam auf dessen Frage nach dem Grund für den Judenhass: "Das ist etwas, das nicht einmal Erwachsene richtig verstehen.") und der Angst und des Wegschauens. Eine tolle und sehr empfehlenswerte Graphic Novel.
Andreas Steinhöfel und Melanie Garanin, Völlig meschugge?! Carlsen, Hamburg 2022.
Diese Graphic Novel ist farbig gestaltet und weniger düster als Das Dorf der Teufel. Die Irritationen über Unterschiede zwischen eigener Fantasie und Comicdarstellung der Protagonisten bleibt. Der Plot ist interessant und hält den Spannungsbogen, allerdings hielt sich meine Begeisterung für das Setting in der Wrestling-Szene in Grenzen, was aber nur mein persönliches Problem ist. Insgesamt ist die graphische Umsetzung gelungen und der Band eine Abwechslung zu den Hörspielen und Büchern.
Christopher Tauber und Calle Claus, Die drei Fragezeichen - Der goldene Salamander. Kosmos, Stuttgart 2021.
Nora Krug ist eine deutsch-amerikanischer Autorin und Illustratorin, die in New York lebt. In Heimat: Ein deutsches Familienalbum begibt sie sich auf die Spuren ihrer deutschen Familie. Sie ist dabei nicht nur neugierig, sondern auch bedrückt und ängstlich, was sie dabei über die politische Gesinnung ihrer Vorfahren zur Zeit des Nationalsozialismus herausfinden wird. Sie trifft bei ihren umfangreichen Recherchen auch auf Mauern, die typischerweise von vielen Familien in Deutschland errichtet wurden, um sich nicht allzu intensiv mit der eigenen Schuld auseinandersetzen zu müssen.
Ihr Erkenntnisse und Fundstücke - "deutsche" Flohmarktfunde, Familienfotos, Briefe und offizielle Dokumente aus Archiven - ordnet sie in einmaliger Art und Weise an - sie kombiniert die Dokumente mit Illustrationen, Comicstrips, sachlichen Zusammenfassungen und persönlichen Texten. Es entsteht dabei eine Textform, die sehr das Lesen einerseits schwieriger, andererseits aber auch zu einer Entdeckungsreise werden lässt, ähnlich der, auf die sie sich selbst begeben hat.
Persönlich fand ich ihre letztendliche Erkenntnis - nämlich dass sie nie sicher wissen wird, was im Kopf ihrer Vorfahren wirklich vorgegangen ist, welche grundliegenden Einstellungen beispielsweise ihr Großvater hatte - nicht überraschend. Vielleicht ist es etwas, mit dem man sich als seit Generationen in Deutschland Lebende/r sowieso abfinden muss: Familien haben automatisch eine nationalsozialistische Vergangenheit. Nur wenige waren gegen das System, die meisten haben zugelassen, was geschehen ist. Je nachdem, in welche Generation man geboren wurde, hat man entweder noch die Prozesse um die Täter miterlebt, die Phase der Verleugnung durchlebt oder hat schulisch eine intensiv aufklärerische Zeit erfahren. Inzwischen scheint eine Generation der ahnungslos Ignorierenden heranzuwachsen, was sich an aufbrechendem Antisemitismus und dem Zuwachs rechter Extermisten leicht ablesen lässt. Die eigene Positionierung erfolgt familien- und generationenspezifisch - eine intensive Suche, wie sie Nora Krug aus ihrer US-amerikanischen Perspektive betreibt, erübrigt sich daher oft. Was nicht bedeuten soll, dass sie nicht auch uns neue, klarere Sichtweise auf die Geschichte - vor allem die eigene - bringen könnte. Auch vor diesem Hintergrund ist Nora Krugs Buch eine beachtenswerte Lektüre.
Nora Krug, Heimat: Ein deutsches Familienalbum. Penguin 2018.
Die Story von Zwei Espresso ist schnell zusammengefasst: Der französische Comiczeichner Benjamin reist ins japanische Hinterland, um nach einer Japanerin zu suchen, mit der er vor Jahren eine Nacht in Paris verbracht hat. Sie hat ihm damals zu seinem ersten beruflichen Erfolg verholfen, aber nur vage Hinweise auf ihre Identität hinterlassen. Er findet sie daher erst einmal nicht, sondern hilft einem Japaner, der dort im Nirgendwo ein Cafe betreibt, endlich Kaffeekochen zu lernen. Im Gegenzug hilft er ihm bei der Suche...
Der Zeichenstil ist eher europäisch als typisch japanisch, weswegen die Autorin auch bekannt geworden ist. Die schwarz-weißen Bilder sind ansprechend gestaltet (nur die Geräusche sind etwas übertrieben dargestellt, so dass man sie versucht zu übersehen/-lesen). Die Story ist unterhaltsam, aber birgt wenige Überraschungen. Andere Bände der Autorin (wie Der Liebhaber oder Stille Wasser) scheinen - glaubt man den Rezensionen - beeindruckender zu sein.
Kan Takahama, Zwei Espresso. Carlsen, Hamburg 2016.
Roald Dahls Hexen hexen (1983) ist ein Klassiker der britischen Kinderliteratur. Erzählt wird die Story aus der Perspektive eines kleinen Jungen, der kürzlich seine Eltern verloren hat und nun mit seiner Großmutter lebt. Diese erzählt ihm Geschichten - und auch davon, dass Hexen immer Handschuhe und Perücken tragen, damit sie wie normale Frauen aussehen. Und Hexen hassen Kinder und wollen sie vernichten! Zum Beispiel verwandeln sie die Kinder in Tiere oder in Steine. Leider schützt dieses Wissen allein nicht vor ihren Hexenkünsten - aber man kann es nutzen, um sie zu bekämpfen!
Die Französin Pénélope Bagieu hält sich in ihrer Comic-Adaption weitgehend an die literarische Vorlage und illustriert die Geschichte mit leichter Hand. Die Charaktere werden geschickt eingeführt - man sieht sich nicht sofort komplett, sondern nähert sich ihnen Stück für Stück - und auch die Backgroundgeschichte der verstorbenen Eltern wird so erzählt. Die Großmutter ist zeichnerisch ein Knaller mit ihren verrückten Haaren und Outfits, sehr schräg, aber liebevoll mit ihrem Enkel. Die Szenen mit den Hexen sind angemessen gruselig und die Zeichnungen der zwei in Mäuse verwandelten Kinder sind hinreißend niedlich. Angenehm fand ich auch das Verhältnis von Text zu Bild, es wird nicht zuviel vorweggenommen durch Textkästen, aber durch die Dialoge kann man die Geschichte gut verfolgen und der Sprachwitz der Protagonisten - eine Stärke von Dahls Charakteren - bekommt ausreichend Raum.
Hexen hexen ist eine sehr gelungene Graphic Novel, die viel Spaß macht!
Penelope Bagieu / Roald Dahl, Hexen hexen. Reprodukt, Berlin 2020.
Die Judenbuche von Annette Droste-Hülshoff erschien erstmals 1842. Die Autorin legt ihrer Novelle eine wahre Begebenheit zugrunde, einen Mordfall in einem westfälischen Dorf. Dennoch handelt es sich nicht allein um eine Kriminalgeschichte, sondern Die Judenbuche wird als Milieustudie der Zeit verstanden. 
Diese Graphic Novel ist der erste Teil einer Adaption von Der Goldene Kompass von Philip Pullman. Sie umfasst die Geschichte Lyras in Oxford, ihre Flucht vor Mrs Coulter und ihren Aufbruch gen Norden, wo sie helfen will, ihren Onkel und die verschwundenen Kinder zu retten."Die Frauen, die ich kenne, haben keinen Hass auf Männer. Aber viele meiner Geschlechtsgenossen denken, ihnen wird etwas genommen, wenn sie nicht mehr allein regieren, befehlen, besitzen, zerstören, terrorisieren... Sie haben noch nicht gelernt zu teilen, eure Freunde zu sein. Sie mögen sich selbst nicht mehr, sie fühlen sich schwach. Schwache Menschen können gefährlich sein."