Saturday, October 13, 2012

Henning Mankell - Erinnerung an einen schmutzigen Engel



Mankells Faszination mit dem afrikanischen Kontinent fand schon immer auch Ausdruck in seinen Romanen. Erinnerung an einen schmutzigen Engel entstand auf der Basis eines historischen Fragments aus einer ehemaligen portugiesischen Kolonie, heute Moçambique.
Es gab mysteriöse Bordellbesitzerin mit schwedischem Namen, die als eine der bedeutendsten Steuerzahlerinnen in den Büchern der Stadt Laurenço Marques (heute Maputo) auftaucht. Man weiß nichts über ihre Herkunft und auch nichts über ihren Verbleib.
Mankell spinnt um dieses historische Fragment die Lebensgeschichte von Hanna Renström, die - aus einem schwedischen Dorf stammend - als Köchin auf einem Dampfschiff anheuert und auf dem Weg nach Australien an der afrikanischen Küste desertiert und von Zufällen bedingt dort ein außergewöhnliches Leben führt. Wesentliches Thema des Romans ist der Rassismus der Weißen gegenüber der schwarzen Bevölkerung. Die naive Hanna steht dem herrischen Verhalten der Weißen erst irritiert und verständnislos gegenüber, im Zuge ihrer Anpassung an die Situation und ihrem steigenden gesellschaftlichen Status übernimmt sie die diskriminierenden Verhaltensweisen, um diese dann schlussendlich aufgrund ihrer Überlegungen und Erfahrungen für sich selbst zu überwinden.
Durch die Augen der Protagonistin sieht man vor allem zu Beginn nur Ausschnitte der kolonialistischen Welt und gewinnt erst nach und nach Einblicke in die Mechanismen der Unterdrücker, die man aus Hannas Sicht aber erst spät als eben solche wahrzunehmen in der Lage ist. Doch dann zieht sie für sich die moralisch richtigen Schlüsse, versucht zunächst zu helfen, allerdings ohne das System der Ausbeutung, in dem sie sich als Bordellbesitzerin befindet, gänzlich aufzugeben, denn dieses ist Quelle ihres Reichtums. Als ihre Versuche scheitern, verlässt sie ihre Machtposition in der weißen Gesellschaft und reist ab. 
Mankell erzählt Hannas Geschichte in seinem gewohnten Stil, geradlinig und schnörkellos, aber mit starken Bildern, die es vermögen, sich sowohl Hannas wandelnde Weltsicht als auch das koloniale Leben Afrikas vorzustellen.  Gleichzeitig zeichnet Mankell auch einmal mehr das Mystische, das Afrika für ihn bedeutet.

Henning Mankell, Erinnerung an einen schmutzigen Engel. Paul Zsolnay Verlag, Wien 2012.

Monday, October 08, 2012

Cornelia Funke - Reckless



Cornelia Funke entwirft in Reckless – Steinernes Fleisch erneut eine Parallelwelt, wie sie es in ihrer Tinten-Trilogie bereits getan hat. Durch einen Spiegel gelangen die Protagonisten in eine Welt, die unserer zwar in manchen Dingen ähnelt, aber deutlich mystischer und magischer ausfällt. Gestalten und vor allem Zauberdinge aus den Märchen unserer Welt sind dort real, oftmals aber düsterer und gefährlicher als selbst das grausamste Märchen in unserer Realität. Neben Zwergen, Feen und Menschen gibt es auch noch eine weitere Bevölkerungsgruppe, die Goyl. Die Goyl haben eine steinerne Haut und streben nach jahrhundertelanger Verfolgung durch die Menschen nun an, nicht nur ihre eigene Unterwelt, sondern auch die oberirdische Welt zu beherrschen. Durch einen Feenzauber führen die Verletzungen der Goyl bei Menschen dazu, dass ihr Fleisch wie bei den Goyl zu Stein wird.
Als dies bei seinem Bruder Will geschieht, setzt Jacob  Reckless alles daran, seinen Bruder vor der schrecklichen Verwandlung zu retten und entkommt dabei mehrmals selbst nur knapp dem Tod.
Funkes fantastische Parallelwelt ist kein nettes Märchenland, auch wenn Rapunzelhaare, Hexenbesen und andere Wunderdinge einen dies glauben machen könnten, die Menschenfresser oder der todbringende Schneider stammen eher aus dem Gruselkabinett. So wird man immer wieder an die eigenen Märchen und Sagen erinnert, die seltsam verzerrt in dieser anderen Welt auftauchen, und dabei auch regelmäßig überrascht, weil vieles eben doch anders ist als erwartet. Das politische Geschehen, die Kriege, das Verhandeln, das in den Rücken fallen,  und die vielfach egoistischen Beweggründe der Figuren sind uns dagegen seltsam vertraut. Ein Spiegel, der uns vorgehalten wird?
Dennoch machen Funkes Figuren Freude, vor allem Jacob und seine Gefährtin, die gestaltwandelnde Füchsin, sind vielschichtig und interessant.  Dies gilt weniger für Will und seine Freundin Clara, die beide leider deutlich oberflächlicher gezeichnet sind, wobei eine Innensicht gerade Wills, dessen Äußeres und zugleich seine Identität sich wandeln, spannend gewesen wäre. Vielleicht ist dies aber auch der Unterschied eines Erwachsenenromans zum Jugendbuch, wo eine gewisse Vereinfachung sowohl die Textlänge im Rahmen hält, als auch das Verständnis erleichtert. 

 Cornelia Funke, Reckless – Steinernes Fleisch. Dressler 2010.

Friday, October 05, 2012

Kerstin Gier: Edelstein-Trilogie

Kerstin Gier schreibt normalerweise leichte Frauenliteratur, wie man ihrer Website auch deutlich anmerkt. Aber sie verfasste auch eine Jugendbuch-Trilogie mit den Titeln Rubinrot, Saphierblau und Smaragdgrün. Als Hörbücher waren diese angenehme Kost, gelesen und interpretiert von der Schauspielerin Josefine Preuß. Ihre Umsetzung des kleinen Dämons Xemerius ist wunderbar und sehr witzig.
Die Edelstein-Trilogie handelt von Zeitreisen. Über die Jahrhunderte hinweg werden zwölf Menschen mit einem Zeitreisegen  geboren, einer davon, der Graf, gründet eine Geheimloge, die zum Ziel hat, mit dem Blut aller dieser Zeitreisenden einen Stein der Weisen, ein Unsterblichkeitselexir zu erzeugen. Natürlich tarnt der Graf sein egoistisches Ziel der eigenen Unsterblichkeit und die Protagonisten der drei Romane Gwendolyn und Gideon, die beiden zuletzt geborenen Edelsteine, versuchen seine Machenschaften zu durchkreuzen (mehr zum Inhalt bei wikipedia). Mit in die Story verwoben ist die Liebesgeschichte der beiden, oftmals durchaus kitschig und pubertär wie die Protagonistin, aufgelockert aber durch die ironische Kommentierung von Xemerius.
Nette Unterhaltung mit einem deutlichen Plus für die Hörbuchversion. 

Sunday, September 30, 2012

Kathy Reichs - Bones are Forever


As a fan of Kathy Reichs' books and the TV series Bones there is no escaping reading all her novels. So here's the new Tempe Brennan novel (no 15 of the series) titled Bones are Forever, published a few weeks ago. German translations isn't available yet so I got this one as an English e-book. The predecessor was Flash and Bones (Fahr zur Hölle, 2011) which I liked although it wasn't amazing.
In Bones are Forever three dead, in part mummified babies are discovered in Montreal. Their supposed mother/murderer is missing. This quickly leads Tempe and Ryan (still very painfully not together) to the very north of Canada to Yellowknife. The story develops around prostitution and drugs but also around gold and diamond mining.
There's very little of Tempe Brennans original line of work in the story, it's not a lot about bones at all but she's investigating - alone which as usual brings her into trouble.
Apart from still liking Reichs' style of writing I didn't like the story so much. It appears to be done quick and dirty - which is somehow proven by Kathy Reichs' own explanation in the epilogue where she compairs writing with fixing a big pot of soup throwing in a lot of ingredients here and there then stirring up the whole thing.
Bones are Forever works okay, but again as in Flash and Bones it has the need to do a lot of explaining at the end after the showdown to fix the loose ends. I also don't like protagonists having sudden inspirations to solve the case - flashes inside her brain, in her unconscious mind, or by her id (as Reichs put it herself).
Altogether I enjoyed reading - the language was at times challenging for me, some really colloquial bits and unusual imagery - but I guess writing TV scripts has somehow influenced not only Reichs'  language but also her other writing in regard to pace and style of storytelling.

Kathy Reichs, Bones are Forever. William Heinemann, London 2012.

Saturday, September 29, 2012

Sunday, September 23, 2012

Tina Dico: Where do you go to disappear?


Tina Dico, dänische Singer/Songwriterin, hat seit einigen Tagen ein neues Album mit dem Titel Where do you go to disappear? Im Vorfeld gab es schon zwei Videos zu sehen, "Moon to let" und "You wanna teach me to dance". Beide sind zu sehen auf ihrer Website: tinadickow.dk
Wie in dem Video zu "You wanna teach me to dance" sehen ist, lebt Tina Dico inzwischen in Island, einem kreativen Rückzugsort wie es scheint.
Das Album selbst enthält sowohl die typisch melancholischen Gitarren-Balladen, die man von den vorhergegangenen Alben (etwa Welcome Back Colour, 2010) kennt, aber mit "You wanna teach me to dance" oder dem Titeltrack "Where do you go to disappear?" durchaus auch poppigere, fröhlichere Klänge. Das Album ist abwechslungsreich, ihre Stimme nach wie vor hörenswert.

Bemerkenswert finde ich den Titel und damit die Frage des Albums: Wohin gehst du, wenn du verschwinden willst? Im Songtext zählt sie einige Möglichkeiten auf, sie selbst scheint sich dafür, wie bereits erwähnt, Island ausgesucht zu haben (eine sehr nachvollziehbare Wahl, wie ich finde) - und man selbst? Man wird daran erinnert, dass es wichtig ist, so einen Ort zu haben, einen Ort, an dem man verschwinden kann, sich selbst und die Welt loslassen kann, um den Kopf freizubekommen, frei zu werden, ganz zu werden.
Ich kenne einige meiner Orte, aber man muss sich auch daran erinnern, sie auch aufzusuchen, und man wird immer wieder neue finden können.

"Where do you go to disappear?"

Hanging from a rope
On a mountain side
Rocking on a boat
Hook on the line

Picking up a pen
To get stuck in a story
Looking for the Zen
Legs crossed before me

I am looking
Yeah, for a place
Where I can fade
Where I can fade away

But where do you go to disappear?

From tomorrow’s hold
Yesterday’s headlock
Where do you go
To raise your mind up

Science, sex and food
Handcrafts and poetry
Far away or in your room
Whatever keeps you hungry

Are you looking
Yeah, for a place
To get away
Get away from this chaos
I’m still looking
For that special place
Where I can fade
Where I can fade away

But where do you go to disappear?

Everybody needs a place to disappear
Why don’t you come here?
Where do you go to disappear?

Everybody needs a place to disappear
Why don’t you come here?

Saturday, September 22, 2012

Die unendliche Leichtigkeit des Seins

Der Titel von Kunderas Roman kam mir immer wie eine Mogelpackung vor, Leichtigkeit (und auch noch unendlich) gepaart mit Sein - nein, das schien mir immer unpassend. Das Sein ist nicht leicht, das Leben ist nicht leicht. Dennoch gefiel mir der Roman, beeindruckte mich. Liebesgeschichte, politisches Geschehen und persönliches Schicksal verwoben und wunderschön erzählt.
Heute gab es ein Wiedersehen mit dem Film.
Philip Kaufman verfilmte Die unendliche Leichtigkeit des Seins mit Daniel Day-Lewis, Juliette Binoche und Lena Olin in den Hauptrollen der Dreiecksliebesbeziehung. 1988 war Juliette 24 Jahre alt (die Drei Farben Trilogie, Der englische Patient oder Chocolat waren noch in weiter Ferne) und so wirkt sie aus heutiger Sicht sehr jung, unverbraucht, unschuldig - und passt perfekt in die Rolle der Tereza. Auch Lena Olin als Sabina ist faszinierend anzusehen als verletzliche Femme Fatale.
Besonders beeindruckend ist aber die Darstellung des Prager Frühlings. Kaufmann mischt dabei seine Filmaufnahmen mit historischen Szenen und fokussiert zugleich noch Einzelschicksale durch die Kameralinse Terezas. Standbilder zeigen schreckliche Momentaufnahmen, gipfelnd in dem Foto eines direkt in Terezas Linse gerichteten Revolvers. Nimmt man sie in diesem Moment noch als Heldin war, die sich in Gefahr begibt, um die Ungerechtigkeit zu dokumentieren, so wird die Perversität des Systems in der nächsten Szene noch klarer, als eben Terezas Fotos für die Identifizierung von Regimegegnern verwendet werden und ihre Fotos als Waffe missbraucht werden.
Für mich der bewegenste Moment des Films, der aber auch im Ganzen mit vielen ungewöhnlichen und beeindruckende Perspektiven und Bildmitteln aufwertet. 
Die Botschaft auf der persönlichen Ebene bleibt dennoch sperrig: In dem Moment, wo es wirklich leicht wird für Tereza und auch für Tomas, sie Glück empfinden und dies auch äußern können, endet ihr Leben und löst sich buchstäblich, filmisch ins Weiß, ins Nichts auf. Alles zuvor war auf keinen Fall leicht - eher Leiden als Leichtigkeit.

Thursday, September 20, 2012

Malaysian Dream

Fleecy cirrus clouds against a cobalt sky
overlooking the sapphire waters of Perhentian Island
which is 20km off the coast of Terengganu State.

Wednesday, September 19, 2012

Bears from Japan


And every now and then there are these postcrossing cards that convince you that there are good things, good people in this world, wanting to share, wanting to spread happiness.
I can't see any other reason than that for cards like this one from Mika, Fukushima, Japan.
Apart from choosing a truly lovely Paddington Bear card for me (wonder why I didn't get any Paddingtons before though) she also did an amazing job designing/illustrating the written side of the postcard. She printed out little photos of her trip to a Teddy Bear Museum and glued them on the card, along with little headlines like "Bat Bear" or "Zorro". Along with some decorative tape, lovely stamps and an amazing example of neat Japanese handwriting (looks like it's printed rather than written) this makes a perfect postcrossing card and it brightened my day. Thank you, Mika! 

Monday, September 17, 2012

Take off

A waterlogged cormorant 
trying to take off 
and appearing 
to be walking 
on the water.

postcard sent by Karen, France

Sunday, September 16, 2012

French stamps

On French postcards you usually get the same picture in different colours, a woman's head. For example this one on the left:

On my last two postcrossing cards the senders chose different and much more beautiful ones, both kind of special.

The first shows lavender, a plant often seen in France in huge fields for the production of essential oils and perfumes. It has some seeds of the plant glued on it!

The second one has got a collection of famous sights of France on it, inviting the receiver to visit.

Saturday, September 15, 2012

Wolfgang Herrndorf: Tschick


Wolfgang Herrndorf (Berliner Schriftsteller, Maler und Illustrator) veröffentlichte Tschick 2010 und erhielt im gleichen Jahr den Deutschen Jugendliteraturpreis dafür. Der Roman hält sich seitdem in den Bestsellerlisten und hat bereits Einzug als Schullektüre gehalten.
Tschick ist ein Roadmovie in Buchform: Maik Klingenberg und Andrej Tschichatschow (=Tschick), Schüler einer 9. Klasse in Berlin, fahren in den Sommerferien mit einem geklauten Lada durch Deutschland und erleben Abenteuer und Freundschaft. (mehr zum Inhalt bei wikipedia)

Die Rezensionen sind durchgehend positiv. Sowohl die Geschichte der ungleichen Jugendlichen, die aber dennoch mit ähnlichen Problemen der Identitätsfindung und Einsamkeit zu kämpfen haben, als auch die stilistische Umsetzung von Jugendsprache und -denken funktionieren und wirken weitgehend authentisch. Eine flüssige, angenehme Lektüre, die aber dennoch nicht oberflächlich bleibt, sondern vielmehr nachwirkt.
Als Jugendbuch empfehlenswert und ansprechend, denn trotz der angerissenen Problematiken (zerrüttete Familienverhältnisse, soziale Verwahrlosung, Integration,...) ist es nicht belehrend oder abgehoben.

Wolfgang Herrndorf, Tschick. rororo, Berlin 2012.

Wolfgang Herrndorf bei Wikipedia
Blog des Autors: "Arbeit und Struktur" (literarisch)

Saturday, September 01, 2012

Longing for Canada

Every now and then there's a reminder via postcrossing why I should definetely travel to Canada again one day: Moraine Lake, Banff National Park, Canadian Rockies

from Donna, Barrie, Canada

Friday, August 31, 2012

There ought to be a book

illustration "Follow me" by Ekaterina Shmyrina
'It was much pleasanter at home,' thought poor Alice, 'when one wasn't always growing larger and smaller, and being ordered about by mice and rabbits. I almost wish I hadn't gone down that rabbit-hole — and yet — and yet — it's rather curious, you know, this sort of life! I do wonder what can have happened to me! When I used to read fairy-tales, I fancied that kind of thing never happened, and now here I am in the middle of one! There ought to be a book written about me, that there ought! And when I grow up, I'll write one.'

Lewis Carroll, Alice's Adventures in Wonderland, Chapter 4 - The Rabbit Sends in a Little Bill, 1865. 
postcard by Anna from St. Petersburg, Russia

Update, 22/9/2012: 
And a totally different style of illustration (unknown artist), postcard by another Anna from Moscow, Russia.

Wednesday, August 29, 2012

Kaj Stenvall

Kaj Stenvall (*1951 in Tampere) is a Finnish artist. The main and most famous character of his paintings is "a very familiar looking duck." I like the way he paints, it reminds me of other artists I like, e.g. Quint Buchholz or Rene Magritte. Surreal.
Here are three cards I received via postcrossing during the last weeks. Love the titles.

When the Shit Hits My Biggest Fan (2009)

Riding on the Surface Tension (2001)
From the Place of Growth to the Caretaking (2000)

Monday, August 27, 2012

Tuesday, August 21, 2012

Tina Dico: You Wanna Teach Me to Dance



Tina Dico will publish her new album “Where Do You Go To Disappear?" soon. This video was apparently made in Iceland.♥

Monday, August 20, 2012

Nele Neuhaus: Tiefe Wunden


Nele Neuhaus hat sich für ihren dritten Roman Tiefe Wunden eine Mordreihe an alten Menschen ausgedacht. Diese verbindet ein gemeinsames Geheimnis, das in der NS-Zeit in Masuren seinen Ursprung hat. Die Ermittlung dieses Aspekts wird flugs einer lang vermissten Freundin von Pia Kirchhoff übertragen, die praktischerweise polnisch kann und gleich nach Polen reist, um von dort dann immer mal anzurufen, um den sich schleppend dahinziehenden Fall wieder mit neuen Details ins Laufen zu bringen. Oliver von Bodensteins Baby taucht nur am Anfang kurz auf (vielleicht ist es auch der Hörbuchkürzung zum Opfer gefallen?!), schade, sein Charakter wird in diesem Band nicht weiterentwickelt, Hauptermittlerin ist Pia Kirchhoff.
Ansonsten gilt die gleiche Kritik wie in den vorangegangenen Bänden: Zu viele Personen, die zu komplex miteinander in Verbindung stehen. Dabei bleiben die meisten Charaktere flach, weil natürlich entsprechend wenig Zeit auf sie verwendet wird. Der Showdown im polnischen, verfallenen Landschloss wirkt erzwungen, die Hauptperson hat keinen triftigen Grund, sich dort aufzuhalten, außer für den Effekt. Für das heikle Thema, Altnazis, die mit fremden Identitäten unter uns leben, geht mir das alles zu schnell und ist mir zu oberflächlich. Vielleicht auch, weil ich noch unter dem Eindruck von Das Alphabethaus stehe, das weitaus besser recherchiert und konstruiert ist.
Sprachlich gingen mir diesmal deutlich die doch sehr platten und verbrauchten sprachlichen Bilder auf die Nerven. "Augen hart wie Glasmurmeln"? Muss das? Wird das noch besser?

Nele Neuhaus: Tiefe Wunden. HörbuchHamburg/Downtown 2011. zur Rezension bei krimi-couch.de

Sunday, August 19, 2012

Es ist bald zu dunkel zum Lesen...

"Es ist bald zu dunkel zum Lesen..."
"Nein! Weiter! Es ist gerade so schön! Weiter von dem Berg, aus dem die schrecklichen Geräusche dringen; von dem schweigenden Schiff auf dem schwarzen See; von der weißen Wüste mit den Fußspuren im Sand!"
"Aber nicht mehr lang! Die Buchstaben schwimmen schon vor den Augen."
"Nein! Sie schwimmen nicht, sie fliegen - und auch wir fliegen! Das Land sinkt nach unten. Dort ist schon Nacht. Aber bei uns mit unserem Buch ist noch ein schöner Schein, ein blaues Leuchten. Das wird ewig so weitergehen!"
"Jetzt erkenne ich nur noch hier und da ein Wort... Berg... See... Wüste - und jetzt gar nichts mehr."
"Und trotzdem musst du weiterlesen! Deine Stimme muss immer neue Bilder beschwören. Wenn du still bist, wird etwas Schlimmes geschehen - wenn du still bist, stürzen wir ab!"

Bild: Quint Buchholz
Text: Martin Mosebach, aus: BuchBilderBuch. Geschichten zu Bildern. Sanssouci, München/Wien 2005.

Brian Thacker: Couch Surfing


Naheliegend, dass man mir dieses Buch schenkte, nachdem ich vor einigen Jahren anfing, zu den lokalen Meetings der Couchsurfer zu gehen. Jetzt endlich bin ich dazu gekommen, es auch zu lesen.
Couchsurfing ist inzwischen zwar mehrfach durch die Medien gegangen, aber soviel in aller Kürze: Auf couchsurfing.org bieten Menschen anderen Menschen ihre Couch zum Übernachten an. Warum? Der Grund ist weniger die kostenlose Unterkunft (auch wenn dies manche zunächst fälschlich annehmen) als vielmehr die Möglichkeit des kulturellen Austauschs - wie sollte man ein Land oder eine Stadt besser kennenlernen als mit den Augen eines Einheimischen?

Brian Thacker, den man wohl als reisesüchtig bezeichnen kann, wurde in England geboren und wuchs in Melbourne, Australien, auf. Er trampte durch Europa und arbeitete als Reiseführer bei Bustouren. Inzwischen ist er hauptberuflicher Autor.
In seinem Reisebericht Couch Surfing - Eine abenteuerliche Reise um die Welt beschreibt er seine Erfahrungen mit Couchsurfing. Er übernachtete auf verschiedenen Sofas und Betten in Chile, Brasilien, den USA, Kanada, Island, Belgien, Luxemburg, der Türkei, Kenia und auf den Phillipinen. 
Wie er selbst resümmiert, lernt er oft die alkoholischen Aspekte des lokalen Lebens kennen, sodass man fast den Eindruck bekommen könnte, alle Couchsurfer seien verkappte Alkoholiker und nur darauf aus, die Gäste die ganze Nacht lang durch alle Bars ihrer Heimat zu schleifen. Eine etwas einseitige Darstellung, vielleicht sieht sich Brian gern als Partymensch (oder ist tatsächlich einer).
Natürlich ging es um das Erleben des Miteinanders der Couchsurfing Gastgeber, aber dennoch kommen mir für einen Reisebericht die einzelnen Länder zu kurz. Zwar spricht er die dramatische Lage in einigen Ländern an (HIV in Südamerika, Slums in Indien, etc.), wirkt dabei aber emotional unberührt, was zwar seiner sachlichen Art zu schreiben entspricht, aber an manchen Stellen herzlos bis ignorant wirkt. Die kenianische Couch bekommt Abzüge, weil es zu dunkel war? Hier muss man sich doch wundern.
Die Grundidee des Couchsurfing hat Brian Thacker aber dennoch schön zusammengefasst und auch erlebt: Reisen ist anders, sobald man das Land nicht in Form von Bauten und Landschaften kennenlernt, sondern mit Hilfe von Einheimischen entdecken darf. Seine Geschichten sind authentisch und passen zu den Erlebnissen anderer Cochsurfer, die auf den Meetings ähnliches erzählen.

Brian Thacker's Homepage 
Fotos von seiner Reise

Brian Thacker, Couch Surfing - Eine abenteuerliche Reise um die Welt. Eichborn, Frankfurt am Main 2009.

Friday, August 17, 2012

Blue Couch in Purple Seascape


Aernout Overbeeke: Blue Couch in Purple Seascape (1992)

The postcard is from Anne-Lies (Netherlands), the picture won a photography award of the Netherlands.

Klüpfel/Kobr: Schutzpatron

Der aktuellste Krimi von Volker Klüpfel und Michael Kobr trägt den Titel Schutzpatron. Der Schutzpatron ist der Kopf einer Verbrecherbande, die zum Ziel hat einen Burgschatz (mit der Reliquie von St. Magnus, dem Schutzpatron des Allgäus), der in Altusried ausgestellt werden soll, zu stehlen. Kluftinger kommt der Bande durch den Mord an einer alten Frau auf die Spur.
Nebenschauplatz  ist Wien, wo der Schatz zuvor ausgestellt wurde, wo es ein Wiedersehen mit einem der (unsympathischen) Charaktere aus Laienspiel (2008) gibt, so dass die Autoren beim Lesen wieder "wienern" dürfen.
[Achtung, Spoiler!] Kluftinger wirkt in diesem Band verschusselter und unbedarfter (dümmer?!) als in den vorangegangenen Romanen, vergisst beispielsweise, wo er sein Auto abgestellt hat und glaubt es sei gestohlen, hat keine Ahnung von den Abläufen an Flughäfen und vertraut einem der beteiligten Kriminellen. Bei der Aufklärung am Schluss hat er dennoch den passenden Geistesblitz und alles wird gut.
Natürlich gibt es wieder durchaus sehr witzige Momente, ganz überzeugen konnte mich die Story diesmal auch nicht und Kluftingers Art habe ich diesmal als weniger liebenswert und statt dessen als anstrengend empfunden.
Fazit: Nicht ganz schlecht, aber die beiden Autoren haben schon Besseres geschrieben.

Volker Klüpfel und Michael Kobr, Schutzpatron. HörbucHHamburg 2011.
offizielle HP der Autoren: kommissar-kluftinger.de
zu Schutzpatron bei krimi-couch.de

Thursday, August 16, 2012

Jonas Jonasson: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand


2.500.000 Exemplare des Romans sind laut Jonas Jonasson's Website verkauft, die Übersetzungsrechte in 35 Länder verkauft und in Deutschland führt das Buch sämtliche Bestenlisten an (aktuell z.B. Platz 1 bei den Audiobooks und Belletristik Hardcover bei spiegel.de). 
Auf die Story will ich gar nicht im Detail eingehen, der Titel sagt bereits alles über den Aufhänger der Handlung, von diesem Moment an entwickelt sich eine Art schwedisches Roadmovie gespickt mit Skurrilitäten und unvorhersehbaren Wendungen.
Parallel dazu wird das schier unglaubliche Leben des Hundertjährigen namens Allan Karlsson in Episoden erzählt. Nichts davon ist glaubhaft in einem realitätsnahen Sinne, dennoch macht es einfach Spaß, den wilden Ideen Jonassons und seines Protagonisten zu folgen, und führt oftmals zu lautem Auflachen.

Ein äußerst kurzweiliges, unterhaltsames Buch, das einem aber auch vor Augen führt, auf welch absurde Weise manchmal weltpolitische Entscheidungen gefällt und Prozesse in Gang gesetzt werden können, wohingegen wir uns selbst oft viel zu ernst und zu wichtig nehmen.
Der Erfolg ist berechtigt, Glückwunsch an den Autor, ein tolles Buch. 

Jonas Jonasson, Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand. Carl's Books, München 2011.

Tuesday, August 14, 2012

R20 - Rund um Gütersloh

Seitenarm der Lutter
Fahrradtour rund um Gütersloh auf dem R20: 45.61 km in etwas mehr als drei Stunden: Hervorragendes Wetter, gute Strecken, ordentlich Beschilderung und eine nette Einkehr in Isselhorst.

Sunday, August 12, 2012

Klüpfel/Kobr: Rauhnacht


Das Quartett - Kluftinger, Langhammer und deren Ehefrauen - schneit in Rauhnacht in einem abgelegenen Hotel in den Allgäuer Bergen ein. Es soll ein Krimispiel stattfinden - doch plötzlich gibt es einen echten Toten. Es wird heftig mit den Klischees beliebter klassischer Krimireihen (Poirot, Dr. Watson,...) gespielt, klassisch auch die Ermittlungssituation eines abgeschlossenen Ortes ohne Kontakt zur Außenwelt mit begrenztem Täterkreis, die Kluftinger nervlich nur schwer zusammen mit dem übereifrigen Langhammer durchsteht. Typisch ist auch die Vielzahl an möglichen Tätern und Motiven. Die Auflösung hingegen, naja, kurz gesagt ist sie vielleicht nicht ganz so elegant wie bei Agatha Christie. Der Showdown, eine Schlittenfahrt ins Tal, wirkt leider etwas aufgesetzt.
Wie schon in Milchgeld (und auch den übrigen Bänden) lesen die Autoren Klüpfel und Kobr ihr Buch selbst und geben sich alle Mühe, verschiedene Dialekte, Akzente und die Emotionen darzustellen - und das gelingt ihnen auch. Insgesamt lebt Rauhnacht eher von der Komik als von der Spannung und ist damit durchaus sehr unterhaltsam.

Volker Klüpfel und Michael Kobr, Rauhnacht. HörbucHHamburg 2009.
offizielle HP der Autoren: kommissar-kluftinger.de
zu Rauhnacht bei krimi-couch.de

Saturday, August 11, 2012

Jussi Adler Olsen: Das Alphabethaus

Die englischen Jugendfreunde James und Bryan, Flieger der Royal Air Force, stürzen 1944 bei einem Erkundungsflug über Deutschland ab. Auf ihrer Flucht landen sie schließlich in einem deutschen Lazarett für Nervenkranke, dem Alphabethaus (benannt nach den Buchstabenkennungen der Krankheiten), wo sie psychische Erkrankungen vortäuschen müssen. Neben den drastischen Behandlungsmethoden mit unerprobten Medikamenten und Elektroschocks werden sie auch noch von deutschen SS-Offizieren bedroht, die sich ebenfalls als Simulanten dort vor dem Frontgeschehen verstecken. Gleichzeitig schweben sie in ständiger Gefahr als Engländer entdeckt zu werden. Die Extremsituation verlangt James und Bryan das Äußerste ab, sie versuchen sehr unterschiedlich mit der Situation zurechtzukommen. James, der im Gegensatz zu Bryan Deutsch verstehen kann, versinkt in großer Furcht vor einer Gruppe von SS-Offizieren, die ihn bedrohen, und wird apathisch. Bryan reagiert furchtloser und ist risikobereiter, sodass ihm schließlich die Flucht gelingt, er dabei aber James zurücklassen muss.
Der Rest der Geschichte spielt 1972. Bryan führt in England ein erfolgreiches Leben, konnte aber den Verlust bzw. die Ungewissheit über James' Verbleib nie verwinden. Alle Recherchen verliefen ergebnislos. Als er eine berufliche Eingeladung erhält, reist er schließlich das erste Mal wieder nach Deutschland, wo sich die Dinge um die Gruppe der ehemaligen SS-Offiziere und James dramatisch entwickeln.
Der Schluss des Geschehens soll hier nicht vorweggenommen werden, denn Jussi Adler Olsen ist hier durchaus eine spannende Geschichte gelungen. Im Nachwort des Buches, das weder ein Kriegsroman noch ein Krimi ist, erklärt der Autor, dass Teile des Romans in seiner persönlichen Geschichte begründet liegen, da sein Vater Psychiater war und er als Kind mitbekommt, wie psychische Kranke in den 50er und 60er Jahren behandelt wurden. Dabei beschäftigte ihn, ob diese Menschen tatsächlich alle krank sind oder ob sich Simulanten unter ihnen befanden. Die Frage, ob man als gesunder Mensch in dieser Umgebung überleben und gesund bleiben kann, war der erste Grundstein zu seinem Roman.
Diesen plante Adler Olsen bereits ab 1987, er erschien 1997.
Inzwischen ist der Autor in allen Bestsellerlisten, Erbarmen, Schändung und  Erlösung, die ersten drei Bände der Reihe um Carl Mørck sind äußerst erfolgreich, mit Spannung wird Band vier erwartet (erscheint am 24. diesen Monats). Die Gemüter und Meinungen gehen auseinander bei Das Alphabethaus. Begeisterung und Enttäuschung halten sich die Waage. Ich glaube, der Roman ist nicht das, was man nach den Carl-Mørck-Geschichten vom Autor erwartet hat. Zu berücksichtigen ist aber dabei, dass dies sein Erstlingswerk ist, man darf durchaus erwarten, dass ein Autor sich bezüglich seines Stils und seiner Erzählweise verbessert (überragend ist Das Alphabethaus da vermutlich wirklich nicht, sofern man das von einer Übersetzung schließen darf). Es ist ein komplett anderes Genre, in dem er sich hier bewegt, viele der Leser scheinen dennoch einen Thriller erwartet zu haben, wobei sich die Bücher in Bezug auf psychische Brutalität durchaus vergleichen lassen.
Es ist ein spannendes und ungewöhnliches Thema, das Adler Olsen durchaus flüssig und eben auch spannend erzählt.Über die Plausibilität der Geschichte lässt sich an einigen Stellen streiten, mir ging die unkalkulierbare Krankheit/Gesundheit von James gegen den Strich, die aber gleichzeitig der Knackpunkt der Geschichte ist: Jemand lässt sich fallen in die Krankheit, flüchtet in Apathie und entzieht sich dadurch der schrecklichen Realität, um am Leben zu bleiben, übernimmt dadurch aber auch keinerlei Verantwortung für das eigene Leben und das der übrigen Beteiligten. Nicht-Handeln und Passivität als Schuldmoment - durchaus etwas, über das sich jeder Gedanken machen sollte, sei es in Situationen für Zivilcourage oder in Fragen der Umwelt und des gesellschaftlichen Miteinanders.

Jussi Adler Olsen, Das Alphabethaus. dtv, München 2012.

Friday, August 10, 2012

Nele Neuhaus: Mordsfreunde


Mit Band zwei der Reihe um Kirchhoff und von Bodenstein bin ich bereits ein bisschen wärmer geworden, natürlich gewöhnt man sich an Protagonisten.  Aber von Begeisterung noch keine Spur.

Auch in Mordsfreunde ist das Gewebe der Story weiter komplex, viele Nebenschauplätze und zahlreiche Personen verwischen die Struktur. Pia Kirchhoff lässt sich für meinen Geschmack auch zu sehr in den Bann gleich zweier Verdächtiger ziehen, noch (bzw. zu) persönlich wird das Ganze, als auch noch eine unschöne Stalking- und Vergewaltigungsepisode aus ihrer Vergangenheit aus dem Hut gezaubert wird. Ein wenig mehr Fokus auf den eigentlichen Plot wäre da wünschenswert. Es wirkt ein wenig so, als hätte Neuhaus hier unbedingt auch noch die Charaktere ihrer Ermittler weiterentwickeln müssen - weil man das eben in Krimireihen so macht. So wirkt es gezwungen, ebenso wie die zusammenhanglose plötzliche Schwangerschaft von von Bodensteins Frau.

Da kommt in den Folgebänden ja noch was auf uns zu.

Nele Neuhaus: Mordsfreunde. HörbuchHamburg/Downtown 2011.

Doodle V


But your smile is a prayer that prays for love
And your heart is a kite that longs to fly
Allelujah here I am
Let's cut the strings tonight

from Allelujah by Fairground Attraction  (from the album First of a Million Kisses 1988)

Tuesday, August 07, 2012

Doodle IV

Gedankengänge - Gedankenwanderungen...

Nele Neuhaus: Eine unbeliebte Frau

Nele Neuhaus, Schneewittchen und so... Bestsellerlisten. Als ich die Audiobooks in der Online-Ausleihe der Stadtbibliothek entdeckte, dachte ich, nun könne ich diese Erfahrungslücke auf einfache Weise füllen. Bei Krimireihen immer auf Chronologie bedacht, entnahm ich der Übersicht bei krimicouch.de, dass der erste Band Eine unbeliebte Frau war. Klick, download und dann viel Zeit beim Wändestreichen...
Die Ermittler sind Oliver von Bodenstein und seine neue Kollegin Pia Kirchhoff, die zum ersten Mal zusammen an einem Fall arbeiten. Die Morde: Frankfurter Oberstaatsanwalts Dr. Joachim Hardenbach und die "unbeliebte Frau" Isabel Kerstner. Das Milieu ist das der Reichen und Schönen, Reiterhof, Börse, Affären,...
Sympathisch wirken die Ermittler schon, die Story selbst verliert sich aber in immer neuen Schauplätzen und Handlungssträngen. Am Ende ist natürlich nach dem soundsovielten Verdächtigen nichts so, wie man am Anfang dachte. 
Mich hat die Story nicht richtig gepackt, Kategorie seichte Unterhaltung. Julia Nachtmann liest solide, aber nicht fesselnd. Einige der Rezensenten bei der Krimicouch bzw. Amazon waren regelrecht enttäuscht und es gab Verrisse wegen schlechter Recherche in Bezug auf die Darstellung von Polizeiarbeit und die Region. Andererseits scheint der erste Teil der Reihe nicht zwangsläufig der beste zu sein, nicht umsonst landete Schneewittchen muss sterben in den Listen und nicht dieser Krimi. Ich gebe der Autorin noch eine Chance, aber bin noch nicht überzeugt.

Nele Neuhaus: Eine unbeliebte Frau. HörbuchHamburg/Downtown 2011.

Sunday, August 05, 2012

George R.R. Martin: A Game of Thrones


I like a fantasy novel from time to time. I'd heard of Georg R.R. Martin (just the name) and then the kindle shop offered a bundle of the first four novels a while ago. Took me until this summer holidays to start reading on them and I finished A Game of Thrones just now.
After some time of getting used to style and characters I started to like it: Martin has chosen a medieval setting and a fantasy world with only some differences to the real world. Apart from e.g. dragons and direwolfs most of the characters are human. I liked the different perspectives of the characters, in A Game of Thrones it's mainly different members of the Stark family, so their experiences add up nicely for an overall impression of their family and fate.
I won't go into the story much further (read up plot summaries on wikipedia if you like). I was more or less surprised when the first volume ended - because it feels more like it just started! This is a common "problem" of fantasy series - so much to tell, so many different angles, a lot to explain about the world in which all this is happening. So when the reader is finally ready to comprehend names and places the first 500 pages are already gone!
I'm looking forward to reading the next parts of the story though I need to take a break now. Martin's style has some lengths so it consumes a lot of time (maybe even more so because I read slower in English, naturally) - and I want to catch up on some of the other books on hold.

R.R. Martin, Game of Thrones 4-Book Bundle, Bantam 2011.

Saturday, August 04, 2012

Baba Yaga


This postcard came from Russia from Gyuzel. It shows the Russian witch Baba Yaga and her hut on chicken legs. She is part of many folktales and fairytales. Here it's the fairytale "The Magic Swan Geese" (of which I'd never heard before).

The card reminded me of an old record (really!) I owned as a child. It was a children's version of Mussorgsky's Pictures at an Exhibition. Each picture was described and explained as if you were really moving through an exhibition and then you listened to the music. It was a great.

So here's the music The Hut on Fowl's Legs (Baba-Yagá) and The Bogatyr Gates (in the Capital in Kiev):