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Friday, December 27, 2024

Jean-Luc Bannalec - Bretonische Sehnsucht

In seinem 13. Fall verschlägt es Kommissar Dupin auf die abgelegene Insel Ouessant. Ein keltischer Musiker wird tot am Ufer aufgefunden und in seinem Haus entdeckt man ein wächsernes Kreuz, das an einen uralten Inselritus anknüpft. Die Märchenerzählerinnen, Sirenen und Druidinnen der Insel bestürmen Dupin mit ihren Geschichten, bis dieser schließlich sphärische Klänge hört und ständig nach mystischen Zeichen Ausschau hält. Nachdem zwei weitere Tote gefunden werden, glaubt niemand mehr an einen Zufall und die Suche nach einem Motiv wird dringlich, aber es braucht ein paar gedankliche Umwege, bis schließlich klar wird, worum es eigentlich geht.
Die Beschreibungen der Landschaft sind wie gewohnt eindrücklich und zeugen von großem Respekt und Bewunderung gegenüber der Bretagne. Der Kriminalfall schwächelt und auch die Auflösung geht ein wenig quer. Für meinen Geschmack zuviel Mystik und zu wenig Ermittlung. 

Jean-Luc Bannalec, Bretonische Sehnsucht. Argon 2024.

Wednesday, July 10, 2024

Jean-Luc Bannalec - Bretonischer Ruhm

Kommissar Dupin und Claire machen ihre Hochzeitsreise an der Loire, im Pays de Retz. Doch natürlich geht der Plan, von Weingut zu Weingut zu reisen und nur Essen und Weine zu genießen, nicht auf. Der Ex-Mann von Claires Freundin Cècile wird ermordet, kurz darauf geschieht ein weiterer Mord auf dessen Weingut. Cècile bittet die beiden um Hilfe, doch eigentlich darf und will Dupin nicht fernab seiner Zuständigkeiten ermitteln. Natürlich tut er es zusammen mit den beiden Frauen dennoch und ihre Bemühungen, der lokalen Polizei auszuweichen, geben der Geschichte einen humorvollen Touch. Ihre Hartnäckigkeit führt zu einem teilweisen Erfolg und sie können zumindest das Motiv für die Verbrechen aufdecken. Leider ist es dann so, dass der Täter sich selbst entlarvt, eine Aufklärungsform, die ich für Krimis unangemessen finde. Auch bleiben in diesem 12. Fall viele Aspekte fragwürdig, Nebenstränge, die nicht aufgelöst werden, und auch der Buffo-Plot um die Spechte war eher lahm. Jean-Luc Bannalec (alias Jörg Bong) schafft aber wie immer die vertraute französische Genussatmosphäre, die wohl die meisten Leser inzwischen dazu bringt, die Reihe stets weiterzuverfolgen. Der Krimiplot ist eher durchschnittlich, die Charaktere fallen nicht aus ihren Rollen, aber Landschaft und Kulinarik stimmen. Solide Sommer- und Urlaubsunterhaltung.

Jean-Luc Bannalec, Bretonischer Ruhm. Argon 2023.

Sunday, February 05, 2023

Jean-Luc Bannalec - Bretonische Nächte

In seinem elften Fall Bretonische Nächte ermittelt Commissaire Dupin an der Côte des Légendes in einem sehr persönlichen Fall. Nach dem Tod seiner alten Tante besucht Kadeg noch einmal das Grundstück der ehemaligen Abtei, in der diese lebte - und wird dort brutal niedergeschlagen. Natürlich arrangiert Nolwen es so, dass Dupins Team mit den Zuständigen vor Ort zusammenarbeiten kann. Zwar gibt es mögliche Motive und Verdachtsmomente innerhalb der trauernden Familie von Kadeg, aber nichts will so recht zusammenpassen und einiges ist skurril, wie die mögliche Sichtung einer ausgestorbenen Vogelart. Dramatisch wird es, als auch noch der Gärtner der Tante einem brutalen Anschlag zum Opfer fällt und das Leben seiner Frau ebenfalls gefährdet ist. Nur langsam fügen sich einzelne Teilchen zusammen, bis Dupin per plötzlichem Einfall und aufgrund einer scheinbar nebensächlichen Bemerkung erkennt, wie alles zusammenhängt. Neben den wie üblichen wunderbaren Schilderungen der Landschaften, Kulinarik und der Menschen ist das - wie schon im vorangegangenen Band 10 - der einzige Kritikpunkt an diesem ansonsten spannenden und temporeichen Fall. Jean-Luc Bannalec (alias Jörg Bong) hat ein solides Konzept für seine Lokalkrimireihe gefunden - funktioniert und macht Freude. 

Jean-Luc Bannalec, Bretonische Nächte. Argon 2022.

Friday, December 23, 2022

Jean-Luc Bannalec - Bretonische Idylle

Die Bretonische Idylle findet Commissaire Dupin auf der Belle-Île, nachdem die Leiche eines der Inselbewohner an der Küste bei Concarneau angespült wurde. Niemand trauert um ihn, denn der Tote war äußerst unbeliebt und stand vielen seiner Nachbarn bei ihren Projekten im Weg. Dupin und sein Team versuchen herauszufinden, wer das stärkste Motiv hatte, als sich die Ereignisse überschlagen. Dupin hat alle Hände voll zu tun und wird immer wieder abgelenkt, außerdem scheint sein Denken durch die große Hitze eingeschränkt und so dauert es eine Weile, bis er den Zusammenhängen auf die Spur kommt. 

Wie immer schafft es der Autor Jean-Luc Bannalec (alias Jörg Bong) die bretonische Atmosphäre detailliert zu schildern, Aussichten, Gerüche, Geschmäcker - man merkt jedem seiner Bücher an, dass er ein Fan der Bretagne ist und noch gehen ihm die Ideen nicht aus, der Leserschaft neue Highlights zu präsentieren. Die Charaktere in Bretonische Idylle sind aufgrund ihrer Vielzahl nicht allzu detailliert ausgearbeitet, wohingegen der Plot ein ziemliches Tempo aufnimmt - der ganze Fall ist innerhalb von 48 Stunden erledigt. Die Aufklärung des Falls ist leider etwas schwächer, es ist zwar nicht Kommissar Zufall, aber Kommissar Geistesblitz, den ich auch nicht sonderlich mag, der den Fall löst - solide Recherche, Spurenauswertung und Kombinationsgabe sind mir lieber. Aber von Beginn der Reihe an liest man Bannalec nicht als nur als Krimi, sondern eben auch der Bretagne wegen und so bin ich in der Summe ganz zufrieden mit diesem 10. Band. 

Jean-Luc Bannalec, Bretonische Idylle. Argon 2021.

Tuesday, June 23, 2020

Jean-Luc Bannalec - Bretonische Spezialitäten

In seinem neunten Fall ist Kommissar Dupin zunächst schwer genervt, dass er ausgerechnet mit seinem nervigen Präfekten Locmariaquer zu einer Fortbildung in die Nord-Bretagne muss. Einziger Trost - es sind auch einige sehr exklusive kulinarische Events im Programm. Doch als Dupin in der Mittagspause durch die Markthallen von St. Malo schlendert, geschieht beinahe direkt vor seinen Augen ein Mord: Zwei Star-Köchinnen, noch dazu Schwestern und Rivalinnen, streiten sich, die eine sticht die andere nieder und flieht.
Erst soll sich Dupin aus allem heraushalten, doch als die Ermittlungen durch das beharrliche Schweigen der verhafteten Täterin und weitere Morde erschwert werden, wird ein Sonderermittlerteam aus drei Kommissaren gebildet. Die Zusammenarbeit fällt dem einzelgängerischen Kommissar Dupin natürlich nicht leicht und lange ist nicht klar, was das Motiv für die Morde sein könnte, was zusätzlich frustrierend ist.
Wie immer schildert Bannalec die Landschaft und die Köstlichkeiten seiner bretonischen Wahlheimat kennerhaft und detailliert, was die Grundlage für die atmosphärische Krimireihe ist. Dupin ist ein Genießer und gut in seinem Job, selbst wenn er nicht in seiner Heimat und mit seinem Team arbeiten kann. Bretonische Spezialitäten besticht atmosphärisch und auch das Erzähltempo reißt den Leser mit, so dass der Roman ein echter Pageturner ist. Der Fall selbst hingegen beginnt zwar vielversprechend in der kulinarischen Szene, man wartet auf Enthüllungen in dem Bereich der Sterneküche. Das tatsächliche Motiv, das auf den letzten Seiten aufgedeckt wird, ist dagegen reichlich konstruiert. Es ist zwar soweit plausibel, will aber nicht so recht zum Thema (und Titel) des Buches passen. Die Täterin, obwohl als besonders skrupellos gezeichnet, bleibt unscharf und fremd, die vielen Toten unverhältnismäßig. So ist dieser neunte Fall sicherlich nicht der am besten konstruierte, aber ein Lesevergnügen aufgrund des sympathischen Kommissars und des Lokalkolorits.

Jean-Luc Bannalec, Bretonische Spezialitäten. Kiepenheuer und Witsch, Köln 2020.

Sunday, July 07, 2019

Jean-Luc Bannalec - Bretonisches Vermächtnis

Kommissar Dupin muss in seinem achten Fall unerwartet in seiner Heimatstadt Concarneau ermitteln. Ein angesehener und einflussreicher Arzt stürzt aus einem Fenster seiner Wohnung zu Tode - und diese Wohnung befindet sich ausgerechnet oberhalb des Amiral, Dupins Lieblingsrestaurants.
Fieberhaft beginnt er zu ermitteln, muss sich aber mit zwei neuen Inspektorinnen behelfen, ausgerechnet jetzt sind Riwal und Nolwenn im Urlaub und nicht zu erreichen. Denkbar schlechte Voraussetzungen und so fühlt sich Dupin zunächst sehr unwohl, zumal die Ermittlungen in so viele verschiedene Richtungen laufen und nichts zusammenpassen will. Vor allem das Motiv will nicht klar werden, erst recht nicht, als auch noch ein Anschlag auf Concarneaus Schiffswerft das Städtchen erschüttert. Wie hängt alles zusammen?
Die Antwort kommt von höchst überraschender und literarischer Seite, mehr sei nicht verraten.
Bretonisches Vermächtnis ist eine weitere Liebeserklärung an die Bretagne, die Schilderungen der Stadt Concarneau und der umliegenden Landschaften zeugen davon. Auch die übliche Begeisterung für bretonisches, gutes Essen kommt nicht zu kurz. So bleibt das Fernweh sicher nicht aus beim Lesen. Der Fall selbst ist etwas holprig und die Auslösung, sowohl in der Art und Weise als auch vom Motiv her, etwas dürftig. Das gab es schon besser und sauberer ermittelt bei Bannalecs Dupin. Es scheint fast so, als sei der Autor hier selbst so begeistert von seinem literarischen Bezug gewesen, dass sich der Roman dem fügen musste. Dennoch ist auch dieser bretonische Krimi aufgrund von Setting und Charakteren ein Lesevergnügen.

Jean-Luc Bannalec, Bretonisches Vermächtnis. Kiepenheuer und Witsch, Köln 2019.

Friday, August 03, 2018

Jean-Luc Bannalec - Bretonische Geheimnisse

Nach Bretonische Flut und Bretonisches Leuchten ermittelt Dupin in Bretonische Geheimnisse in seinem nunmehr siebten Fall. Eigentlich soll er nur eine kurze Befragung eines Wissenschaftler für seinen Kollegen aus Paris durchführen, während er mit seinem Team für einen Betriebsausflug in der Gegend des sagenumwobenen Waldes von Brocéliande ist. Doch leider findet er den Wissenschaftler ermordet in seiner Küche liegend - und wird kurzerhand zum Sonderermittler ernannt. Dabei will er doch eigentlich nur mit Claire in ihrer neuen gemeinsamen Wohnung Kisten auspacken und das Leben genießen! Da hilft nur, den Fall so schnell wie möglich zu lösen.
Das ist gar nicht so einfach, denn die Ereignisse überschlagen sich: In der Gruppe von Artus-Forschern, denen der Tote angehörte, sagt niemand die Wahrheit, alle verbergen etwas und gleichzeitig gibt es weitere Tote... Ohne die Unterstützung durch Nolwenn, Kadeg und Riwal geht da nichts, gemeinsam kommen sie aber dem Täter auf die Spur.

Bretonische Geheimnisse wartet mit all den guten Komponenten der Reihe auf: Ein schnelles Tempo, eine fundierte Ermittlung, die vertrauten Charaktere mit ihren Eigenarten, die sich wunderbar ergänzen, schöne Landschaftsbeschreibungen und eine gute Portion bretonischer Mythen und Geschichten. Das macht diesen Band zu einem bretonischen Lesevergnügen, wie die Fans der Reihe es sich wünschen.

Jean-Luc Bannalec, Bretonische Geheimnisse. Kiepenheuer und Witsch, Köln 2018.

Monday, October 23, 2017

Jean-Luc Bannalecs Commissaire Dupin series

Photo: Henri Camus

Jean-Luc Bannalec is the pen name of Jörg Bong. He is the son of a Breton father and a German mother. Since 2012 he published several crime novels about his Commissaire Dupin which are set in Brittany.


#1 Bretonische Verhältnisse (2012)
#2 Bretonische Brandung (2013)
#3 Bretonisches Gold (2014)
#4 Bretonischer Stolz (2015)
#5 Bretonische Flut (2016)
#6 Bretonisches Leuchten (2017)
#7 Bretonische Geheimnisse (2018)
#8 Bretonisches Vermächtnis (2019)
#9 Bretonische Spezialitäten (2020)
#10 Bretonische Idylle (2021)
#11 Bretonische Nächte (2022)
#12 Bretonischer Ruhm (2023)
#13 Bretonische Sehnsucht (2024)

Jean-Luc Bannalec - Bretonisches Leuchten

In seinem nunmehr sechsten Fall soll Commissaire Dupin eigentlich Ferien machen. Freundin Claire und auch seine Mitarbeiter bestehen darauf. Das passt ihm natürlich gar nicht und zwanghaft sucht er nach einem mysteriösen Zwischenfall an seinem Ferienort Trégastel an der Côte de Granit Rose - der ihm auch prompt geliefert wird. Ein Attentat auf eine Lokalpolitikerin, dann ein Mord... Dupin ermittelt verdeckt und lässt sich dabei von den freundlichen Bretonen vor Ort unterstützen. Dabei darf er sich nur nicht von dem eigentlich zuständigen Kommisar erwischen lassen. 

Der Kriminalfall in Bretonisches Leuchten kommt nur schwerfällig in Gang, über weiter Strecken liegt der Fokus eher auf Landschaftsbeschreibungen und Dupins Wahrnehmung der Natur und der Menschen. Von Essen und Wein gar nicht zu reden. Atmosphärisch und bretonisch ist es dadurch ganz und gar, als Krimi taugt es dagegen weniger. Zumal diesmal - und das ist etwas, was der Autor bisher noch nicht nötig hatte - die Auflösung sozusagen vom Himmel fällt, Dupin hat einen Geistesblitz, eine Inspiration, und weiß einfach so Bescheid, wie es gewesen sein muss. Das ist kein guter Weg, einen Kriminalfall zu lösen, zumal ihm die Informationen auch immer über zweite und dritte Hand zugetragen werden, er ermittelt sozusagen mit den Händen hinter dem Rücken. Das würde in der Realität schon schlecht funktionieren und erzählerisch ist es nicht besser. 
Also eher ein mittelprächtiger Band, der zwar Bretagnefans weiter begeistern wird, aber nichts, um als Krimileser mit der Reihe einzusteigen.

Jean-Luc Bannalec, Bretonisches Leuchten. KiWi, Köln 2017.

Übersicht zur Serie hier... 

Thursday, July 13, 2017

Jean-Luc Bannalec - Bretonische Flut

In seinem fünften Fall ist Kommissar Dupin wieder einmal gezwungen, sich auf den Atlantik zu begeben, genauer auf die Île de Sein, die vor der äußersten Westküste der Bretragne liegt. Die tote Fischerin, die früh morgens in den Fischhallen entdeckt wird, stammt von dort, ebenso die zweite Tote, eine Delfinforscherin, die im nahegelegenen Naturschutzgebiet Parc Iroise gearbeitet hat.
Lange ist nicht klar, in welche Richtung der Fall geht - es bieten sich zahlreiche Fährten und Motive an, jedoch ist nichts überzeugend, die vielen Tatverdächtigen haben zum Teil schwammige Alibis, nichts Konkretes zeichnet sich ab.
Dabei drängt die Zeit, Dupin soll eigentlich zum 75. Geburtstag seiner Mutter nach Paris reisen.
Dann beginnt Inspector Rewal auch noch von der mystischen versunkenen Stadt Ys zu erzählen - könnten die zwei Frauen vielleicht etwas entdeckt haben?

Bretonische Flut zeichnet sich durch ein hohes, actiongeladenes Tempo aus, zusammen mit den Ermittelnden wird auch der Leser von einem Ereignis ins nächste gesogen ohne kaum je zu Atem zu kommen. Wunderbar atmosphärisch ist die Schilderung von Wetter, Landschaft und Leuten auf den Inseln, zusammen mit Dupin blickt man staunend auf die Farben der Bretagne. Auch die gewaltige Macht der Meeres wird beeindruckend beschrieben, als Dupin gegen Ende des Romans vom Sturm eingeholt wird. Er kommt dabei an seinen physischen Grenzen und traut selbst seinen Wahrnehmungen nicht mehr. So kommt es, dass zwar der Täter ermittelt werden kann, aber noch viele Fragen nach den Motiven offen bleiben - ein klein wenig unbefriedigend und nicht unbedingt typisch für Bannalec. 

Jean-Luc Bannalec, Bretonische Flut. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2016.



Übersicht zur Serie hier...

Saturday, July 04, 2015

Jean-Luc Bannalec - Bretonischer Stolz

Im vierten Band um den neu-bretonischen Kommissar Dupin Bretonischer Stolz von Jean-Luc Bannalec wird im Austernort Bélon eine Leiche gefunden - aber sie verschwindet wieder! Zunächst zweifelt man an der Aussage der Zeugin, einer wunderlichen alten Filmdiva. Als jedoch eine zweite Leiche am Fuße eines Bergs in den sagenumwobenen Monts d'Arée gefunden wird, besteht kein Zweifel mehr, dass ermittelt werden muss. Die Ereignisse überschlagen sich: Keltische Mythen, Verbindungen zum "Brudervolk" nach Schottland, das Austernmilieu, Sandraub und ein uralter Banküberfall... Dupin schwirrt der Kopf. Und gleichzeitig soll er auch noch auf Kaffee verzichten!
Zur Lösung des Falls kommt es leider erst, nachdem der Präfekt aus Ignoranz und Eigenmächtigkeit heraus Dupin suspendiert und Unschuldige als Täter dargestellt hat.
Trotz reichlich vieler Verwirrungen und Nebenschauplätzen und einer holprigen Aufklärung, fügt sich Bretonischer Stolz zu einem runden und vor allem unterhaltsamen Roman. Dupin reift als Persönlichkeit, wird bretonischer und beziehungsfähiger, sowohl mit seiner Freundin Claire als auch mit seinen Kollegen, was der Autor anschaulich mit dem Fest zu seinem fünften Jahr als Kommissar in der Bretagne spiegelt.


Jean-Luc Bannalec, Bretonischer Stolz. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2015.

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Für die Buchchallenge 20/15 habe ich in diesem Buch aus der II. Umgebung das Restaurant ausgesucht. Wie bereits in den vorangegangenen Bänden und natürlich für Frankreich auch typisch spielt Essen eine große Rolle in den Dupin-Romanen. Besonders ein Austern/Meeresfrüchte-Restaurant ist mehrfach der Ort, an dem Dupin sich berät.

Friday, May 15, 2015

Jean-Luc Bannalec - Bretonisches Gold

In seinem dritten Fall befindet sich Kommissar Dupin außerhalb seines eigentlichen Zuständigkeitsbereiches. Die Journalistin Lilou Brevals hat ihn gebeten, sich in den Salinen im "Weißen Land" bei Guérande umzuschauen, dort seien merkwürdige blaue Fässer aufgetaucht. Während er noch die Landschaft und ihre Gerüche in sich aufnimmt, wird plötzlich auf ihn geschossen! Keine Frage, dass Lilou tatsächlich einer Sache auf der Spur war. Entgegen seiner Befürchtungen findet sich für Dupin ein Weg mit der örtlichen Kommissarin Rose zusammenzuarbeiten. Die ist ihm in manchen Dingen fast zu ähnlich und Dupin sieht seine eigenen Verhaltensweise in ihr gespiegelt, gemeinsam begeben sie sich auf die Recherche nach den Vorkommnissen in dem Salzgebiet. Nach nur wenigen Stunden dramatisieren sich die Ereignisse noch einmal - ein Mord ist geschehen, der Zusammenhang mit der Schießerei offensichtlich.
Bretonisches Gold ist, ähnlich wie die beiden Vorgänger, einerseits ein klassisch angelegter Kriminalfall mit soliden Ermittlungen, bei denen der/die Täter systemathisch eingegrenzt werden, und andererseits eine Hommage an die wunderbare bretonische Landschaft und Kultur. Der Autor beschreibt mit großer Liebe die Schönheit der Salinen und des Golfe du Morbihan, auch das Lob auf die bretonische Küche kommt nicht zu kurz. Wenngleich Dupin und Rose zusammen äußerst besonnen und logisch in ihren Ermittlungen vorgehen, drohen sie doch schließlich steckenzubleiben, der Kreis der Verdächtigen lässt sich nicht weiter eingrenzen. Da behilft sich der Autor mit einem plötzlich Geständniswilligen - eine nicht besonders elegante und auch abrupte Methode, den Fall zu lösen. Darauf folgen nur noch einige wenige Seiten, die Zusammenhänge zu schildern, bis Dupin endlich ins heimatliche Concarneau zurückkehren darf.
Dupin gewinnt weitere Sympathien, der Fall ist bis zum Schluss spannend (mit kleinen Abstrichen bei der Auflösung) und die leidenschaftliche Schilderung der Bretagne macht Fernweh - alles Gründe, die für Bretonisches Gold sprechen. Und im Juni erscheint bereits der vierte Band - passend zur Ferienzeit.

Jean-Luc Bannalec, Bretonisches Gold. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2014.

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Für die Buchchallenge 20/15 habe ich in diesem Buch aus der Kategorie I. Protagonisten die Kollegen ausgesucht. Die beiden Kommissare müssen hier gezwungermaßen zusammenarbeiten und schaffen dies nach anfänglichem Misstrauen dann auch ganz gut. 

Saturday, March 15, 2014

Jean-Luc Bannalec - Bretonische Brandung

Im zweiten Band der Reihe um Kommissar Dupin, Bretonische Bradung, von Jean-Luc Bannalec werden gleich drei Leichen gefunden. Als der Kommissar auf die  Glénan-Inseln vor Concarneau gerufen wird, will er am liebsten  nur in der Inselkneipe sitzen bleiben und Hummer essen (und Kaffee trinken, aber das will er ja ständig...). Doch die Untersuchung ergibt, dass die drei nicht ertrunken, sondern ermordet worden sind.
Gleich mehrere Ermittlungsrichtungen und Motive ergeben sich und Dupin muss sich eingehend mit den Inseln und ihren Einwohnern beschäftigen.
Auch dieser Roman besticht durch den klassischen Aufbau eines typischen Krimis, diesmal fühlt man sich an Agatha Christie erinnert, der kleine Kreis der Verdächtigen auf engem Raum, ja, Bannalec setzt sogar alle zusammen mit einem Sturm für eine Nacht auf einer Insel fest. Zwar hat der Kommissar nach wie vor seine Probleme und wird auch nicht sonderlich sympathischer in diesem Band durch seine andauernde Unfähigkeit zur konstruktiven Kooperation mit seinen Mitarbeitern, aber er ist dadurch auch nicht so düster wie manche seiner skandinavischen Kollegen. Der bretonische Lokalkolorit, die Schilderung der Landschaft und der Farben sind wunderbar und machen Lust auf eine Reise an diese rauhe Küste.


Jean-Luc Bannalec, Bretonische Brandung. Der Audio Verlag 2013

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Thursday, January 30, 2014

Jean-Luc Bannalec - Bretonische Verhältnisse

Es ist schon ein besonderer Charakter, den Jean-Luc Bannalec mit seinem Commissaire Dupin geschaffen hat. Zwangsversetzt aus Paris, hat er sich inzwischen an die Eigenarten von Land und Leuten in der Bretagne gewöhnt, sie sogar schätzen gelernt. Es wird auch schon bald deutlich, warum er zwangsversetzt wurde: Seine Ermittlungsmethoden sind eher unorthodox-egoistisch, er arbeitet schlecht im Team und ignoriert seine Vorgesetzten. Er ist auch hartnäckig und scharfsinnig und hat eine Intuition für das Verbrechen und die Beweggründe der Menschen. 
Als ein lokaler Hotelier, über 90 Jahre alt und gebrechlich, im benachbarten Künstlerort Pont Aven (in dem Gauguin und andere große Künstler logierten und malten) ermordet wird, gibt es zunächst kein erkennbares Motiv. Doch bald stellt sich heraus, dass alle Beteiligten lügen - und zwar wegen der gleichen Sache...
Bretonische Verhältnisse besticht durch seine französisch-bretonische Atmosphäre, mit viel Sympathie für den Landstrich lässt Bannalec landeskundliche Fakten und schwärmerische Beschreibungen der Orte und Landschaften einfließen, während der Fall seinen Lauf nimmt. Dieser nimmt zunehmend Tempo auf und hat einige Überraschungsmomente parat, so dass über weite Strecken die Spannung erhalten bleibt. Lediglich das Ende schwächelt ein wenig, meinem Empfinden nach, auch bin ich mir noch nicht ganz über mein Urteil über Dupin im Klaren. Er ist zwar spleenig und auf seine Weise genial genug, um - naheliegend - an Maigret zu erinnern, seine teils nahezu asoziale Art, mit seinen Kollegen umzugehen, war allerdings nicht sonderlich sympathisch, auch wenn man seinen Ermittlern ja bereit ist, vieles zu vergeben. Der zweite Band wird vermutlich zeigen, wie es damit weitergeht.  

Jean-Luc Bannalec, Bretonische Verhältnisse. Der Audio Verlag 2012. 

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