Saturday, July 14, 2018

Roman Schatz - Gebrauchsanweisung Finnland

Die Gebrauchsanweisungen des Piper-Verlags bieten eine oft kurzweilige Einstimmung vor der Reise ohne den pragmatisch-touristischen Touch von Reiseführern. Der Verlag wählt Autoren mit besonderer Kenntnis des Landes aus, oftmals sind es ausgewanderte Deutsche.
Roman Schatz lebt seit 1985 in Finnland und ist dort zu einer Größe in der Medienlandschaft geworden - als Drehbuchautor, Journalist und Interviewpartner in allen deutschen Fragen. Der passende Autor also für die Gebrauchsanweisung für Finnland.
Diese deckt die verschiedensten Bereiche finnischen Daseins ab, historisch, wirtschaftlich, kulturell... oft gespickt mit kleinen Beispielen, Witzen und Anekdoten. Es ist ein leicht lesbares, auch unterhaltsames Buch, das zwar teils augenzwinkernd ironisch, aber dennoch stets wertschätzend dem Leser die Finnen und das typisch Finnische nahebringen will.

Roman Schatz, Gebrauchsanweisung für Finnland. Piper, München 2010.

Michael Robotham - Todeswunsch

Michael Robothams vierter Thriller um den Joseph/Joe O’Loughlin Todeswunsch treibt den Psychologen in tiefe Abgründe.
Sienna Hegarty, die vierzehnjährige Freundin seiner Tochter, wird blutüberströmt neben der Leiche ihres Vaters aufgefunden - sie kann sich an nichts erinnern. O’Loughlin, der sie kennt, fällt die Aufgabe zu, in Gesprächen die verdrängten Erinnerungen wiederzufinden. Schon bald wird klar, dass Sienna mehr als ein Geheimnis mit sich trägt -  ihr sind Dinge zugestoßen, die sie an Selbstmord denken lassen. Dennoch will sie den Täter schützen...
Mit der Hilfe von Ex-Detective Ruiz deckt O’Loughlin nach und nach weitere Puzzle-Stückchen der Zusammenhänge auf, bis er schließlich selbst - erneut - ins Zentrum der Geschehnisse gerät.

Es ist eine komplexe Geschichte, die in gedruckter Form sicherlich einfacher zu verfolgen ist als in der Audiobook-Fassung. So werden in der gekürzten Fassung einige Zusammengänge nicht ganz klar oder sind schwieriger zu erfassen. Dennoch bleibt es eine schnelle, actionreiche, aber auch sehr beklemmende Geschichte. Robotham versteht es, seine Charaktere auszugestalten, weiterzuentwickeln und Spannung zu schaffen.

Michael Robotham, Todeswunsch. Random House Audio 2010.

Saturday, June 30, 2018

Jean-Christophe Rufin - Das rote Halsband

Der kurze Roman Das rote Halsband von Jean-Christophe Rufinspielt in einer kleinen französischen Stadt 1919. Der erste Weltkrieg ist vorbei und Jacques Morlac wartet im Gefängnis auf das Urteil seines Richters Lantier de Grez. Morlac hat die Obrigkeit vor den Kopf gestoßen, als er seinen Tapferkeitsorden lieber seinem Hund anheftete als ihn selbst zu tragen. Der treue Hund, der Morlac durch die Kriegsjahre gefolgt ist, bellt sich nun vor dem Gefängnis die Seele aus dem Leib. Im Verhör erfahren Richter und Leser nach und nach die Hintergründe der Geschichte, die laut Autor auf einer wahren Begebenheit beruhen.

Der Klappentext spricht von einem "herzerwärmende[n] Roman über Treue, Mut und Liebe in schweren Zeiten". Natürlich entwickelt die Geschichte eine gewisse Dynamik, man möchte wissen, was Morlac angetrieben hat, warum seine Haltung dem Hund gegenüber ablehnend und achtungsvoll, aber nicht liebend ist. Natürlich spielen Treue, Mut und Liebe dabei eine Rolle. Dennoch schaffte es Das rote Halsband selbst nicht, große Gefühle auszulösen, der Funke sprang nicht recht über, vielleicht auch wegen des fremden Settings in einer vergangenen Zeit, deren politische Beweggründe sich heute anders darstellen.

Jean-Christophe Rufin, Das rote Halsband. Bertelsmann, Gütersloh 2014.

Thursday, June 28, 2018

Jan Costin Wagner - Sakari lernt, durch Wände zu gehen

Die beiden Vorgänger (#4 Das Licht in einem dunklen Haus, 2011, und #5 Tage des letzten Schnees, 2014) von Jan Costin Wagners Reihe um den stillen Ermittler Kimmo Joentaa waren spannend, sprachlich interessant und erzählten ungewöhnliche Geschichten aus ungewöhnlichen Perspektiven.
In der Fortsetzung Sakari lernt, durch Wände zu gehen ist Kimmo plötzlich Vater einer Tochter, die so heißt wie seine verstorbene Frau aus Band 1, Sanna. Im Haus am See scheint er seine Familienidylle gefunden zu haben, auch wenn unklar bleibt, wo die Mutter der Kleinen ist.
Die Idylle wird durchbrochen von Kimmos Kollegen Petri, der Rat bei ihm sucht. Bei einem Einsatz in der Innenstadt von Turku hat er einen jungen Mann erschossen, der nackt mit einem Messer in einem Brunnen stand. Die Situation und der Hintergrund des jungen Mannes wirft viele Fragen auf, denen sich Petri zusammen mit Kimmo stellen will. Dabei tauchen sie ein in gleich zwei von Tragödien geplagten Familien und unter der Lupe der Ermittlung werden die verschiedenen menschlichen Reaktionen auf undenkbare, undenkbar schreckliche Ereignisse sichtbar.
Erzählt wird aus unterschiedlichen Perspektiven der Beteiligten, der Autor gibt allen eine Stimme. In der Hörbuchfassung führt dies an manchen Stellen zu Verständnisschwierigkeiten, eventuell ist zum Teil auch schlecht gekürzt worden. Denn obwohl der Roman eine ähnliche Atmosphäre hat, wie seine Vorgänger, sprang der Funke der Geschichte für mich nicht so recht über. Vieles blieb in der Luft, war psychologisch angerissen, aber nicht zufriedenstellend erklärt und in keinen ordentlichen Gesamtzusammenhang gebracht. Dennoch endet die Geschichte auf einer hoffnungsvollen Note, Menschen mit Wunden und Narben, die sich zusammenschließen, um dennoch in die Zukunft zu blicken und einen Neuanfang - symbolisiert durch das Baumhaus, dass sie gemeinsam wieder aufbauen - wagen.

Jan Costin Wagner, Sakari lernt, durch Wände zu gehen. Argon 2017.

Sunday, June 24, 2018

E.B. White - Charlotte's Web

This is the story of a pig named Wilbur and his friends on a American farm in the 1950s. Published in 1952, Charlotte's Web by E.B. White (1899-11985) has been a children's classic for quite some time. It's not that popular in Germany so it's just now that I read it.
It's a cute story and Wilbur is a very friendly, terrific and radiant protagonist. It depicts a farm life long lost but its topics - life and death, becoming of age and friendship - remain.
The animal characters are lovable, I especially loved Charlotte, the spider, and I think it's great that an animal that isn't always loved plays this important, selfless role in Wilbur's life. Loved the language too. And I want a go on that swing...

One quote:
Why did you do all this for me?' he asked. 'I don't deserve it. I've never done anything for you.' 'You have been my friend,' replied Charlotte. 'That in itself is a tremendous thing.

And the illustrations by Garth Williams (1912-1996) are lovely too.

E.B. White, Charlotte's Web. Harper Collings 2003. (Nice hardcover edition...)

Tuesday, June 19, 2018

Anna Regeniter - Ein Jahr in London


Ein Jahr in London von Anna Regeniter berichtet genau davon - einem in London verlebten Jahr der Autorin. Sie schildert die Schwierigkeiten, die ein Umzug in diese Großstadt mit sich bringt, bringt Anekdoten über die schrägen Londoner (die meistens auch von anderswo stammen) und streit einige persönliche berufliche und private Erfahrungen mit ein.
Je nachdem, aus welcher Perspektive man dies liest, ist es witzig bis unterhaltsam, informativ nicht unbedingt. So ist es vielleicht als Einstimmung auf einen Besuch (Dauer egal) in London geeignet oder zum Reminiszieren über vergangene Aufenthalte und eigene Erfahrungen mit den Briten. Tiefschürfenden Erkenntnisse darf man nicht erwarten, auch keine literarischen Höhenflüge, die Autorin berichtet eher schlicht, aber so ist es ein kleiner netter Londonausflug.

Anna Regeniter. Ein Jahr in London. Reise in den Alltag. Herder, Freiburg 2010.

Saturday, June 16, 2018

Michael Robotham - Dein Wille geschehe

Im dritten Band Dein Wille geschehe von Michael Robothams Reihe um Joe O’Loughlin und Vincent Ruiz steht wieder der Psychologe im Mittelpunkt des Geschehens. Eigentlich will Joe es viel ruhiger angehen lassen, er ist mit seiner Familie nach Bath gezogen und hat nur einen kleinen Lehrauftrag an der Uni. Der Zufall will es, dass er zur falschen Zeit am falschen Ort ist und bei einer Selbstmordsituation zu Hilfe gerufen wird: Eine nackte Frau steht auf einer Brücke. Joe versucht, einen Kontakt herzustellen, stellt dabei fest, dass sie mit jemandem telefoniert - kurz bevor sie sich in die Tiefe stürzt, ohne dass er sie aufhalten kann.
Sein Verdacht, dass es sich um keinen normalen Selbstmord handelt, wird bestätigt, als die Tochter der Toten sich an ihn wendet und behauptet, ihre Mutter hätte sich niemals umgebracht und hätte außerdem Höhenangst gehabt.
Schnell wird klar, dass hier ein Mörder am Werk ist, der mit den Waffen der Manipulation und mit großem Wissen über die menschliche Psyche Frauen in den Tod treibt. Denn es bleibt nicht bei dem einen Opfer.
Gemeinsam mit Ruiz und den zuständigen Ermittler stellt Joe Zusammenhänge her und kommt dem Täter auf die Spur - leider wird der Täter aber auch auf Joe und seine Familie aufmerksam...
Parallel zur Geschichte des bedrohlichen Täters wird klar, dass Joes Ehe ebenfalls auf dem Prüfstein steht, seine persönliche Betroffenheit gibt dem Fall zusätzliche Dramatik.
Es ist der erste Band der Reihe, den ich als Audiobook gehört habe. Es geschieht nicht oft, aber hier war es schwer zu ertragen, die Stimme des Täters in all seinem Enthusiasmus, seinem Wahn und seiner perfiden Intelligenz - bravourös umgesetzt von Frank Arnold - anzuhören. Nichts für schwache Nerven und nicht unbedingt kurz vor dem Einschlafen anzuhören.
Insgesamt ist Dein Wille geschehe ein spannender Fall, Robotham versteht es, seinen Plot gut aufzubauen, Wendungen gut zu inszenieren und seinen Charakteren Glaubhaftigkeit und Tiefe zu geben.

Michael Robotham, Dein Wille geschehe. Audiobuch 2011.

Friday, June 15, 2018

The course of the horse

photo is titled "The course of the horse"
postcrossing card sent by Irina from Russia

Tuesday, June 05, 2018

Dörte Hansen - Altes Land

Das Alte Land ist ein Gebiet südlich der Elbe in Hamburg und in Niedersachsen, es ist Teil der Elbmarsch und als Obstanbaugebiet bekannt. Es ist dieser Landstrich, den Dörte Hansen als Handlungsort für ihren Roman ausgewählt hat. Im Zentrum der Geschichte ist die Familie von Hildegard von Kamcke und ihrer Töchter und Enkelinnen. Hildegard wird als Flüchtling mit ihrer Tochter Vera im Alten Land auf einem Hof aufgenommen und obwohl sie sich mit der Bäuerin nicht verträgt, heiratet sie deren Sohn. Doch lange hält es sie nicht dort, sie verlässt Mann, Vera und den Hof, die von nun an eine Einheit bilden. 
Parallel dazu erfahren wir die Geschichte von Anne, Hildegards Enkelin, die mit ihrem kleinen Sohn Leon ihren Mann verlässt, als dieser im hippen Hamburg plötzlich eine andere hat. Zu ihrer Mutter hat sie ein gestörtes Verhältnis, aber die Tante Vera - inzwischen allein - nimmt sie in dem alten Hof auf. 
In kleinen Nebenanekdoten kommen noch andere Bewohner des Alten Landes zu Wort, die Alteingesessenen, die Einsamen, die Neuankömmlinge und Zugezogenen, die verliebt sind in ihre Vision des Landlebens, die aber an der Realität scheitern müssen. 
Sensibel schildert die Autorin die Charaktere, gibt aber vor allem der Einsamkeit der Protagonistinnen, ihrem Suchen nach Halt, viel Raum. Sie versucht dabei nicht, alles psychologisierend zu erklären, gibt aber Denkanstöße in die Richtung der Flüchtlingsfamiliengeschichte. Das Harte und das Hartnäckige und die Verletzlichkeit steckt in beiden Charakteren und beeindrucken in ihrer Schilderung. Man bekommt den Eindruck, diese Frauen, aber auch einige der Nachbarn, schon gut zu kennen, man könnte hinfahren und sie herzlich begrüßen. In all ihren Unzulänglichkeiten kommt man nicht umhin, Bewunderung für sie zu empfinden, wie sie beharrlich überleben trotz all der Steine, die ihnen das Leben in den Weg legt. Die Botschaft dahinter ist schlicht aber dennoch bedeutsam, Familie hilft, aber man findet sie nicht immer dort, wo man sie erwartet. Schreibstil/Sprache,  Geschichte, Setting, großartige Charaktere - hier passt im Grunde alles harmonisch zusammen - ein großer Wurf für einen ersten Roman. 

Dörte Hansen, Altes Land. Knaus, München 2015.

Arnaldur Indridason - Frostnacht


In dieser gekürzten Audiobuchfassung wird man direkt hineingeworfen in einen kaltblütigen Mord: Ein kleiner Junge isländisch-thailändischer Abstammung wird erstochen auf dem Gehweg nicht weit entfernt von seinem Zuhause aufgefunden.

Erlendur, Sigurður Óli und Elinborg ermitteln in diesem siebten Fall in dem Umfeld des Jungen: Rassistische Lehrer, Jungenbanden und etwas kompliziertere Familienzusammenhänge geraten in ihr Blickfeld. Die Tatwaffe - ein Schnitzmesser aus der Schule - wird gefunden, aber wer hat es gestohlen, wer hat es benutzt?
Systematisch werden die Spuren weiterverfolgt, gleichzeitig erhält Erlendur seltsame Anrufe von jemandem, die offensichtlich etwas weiß, aber zögert, zu sprechen... 

Es ist ein kleiner, aber böser Fall, der - wie üblich bei Indridason - bestimmte Aspekte isländischer Gesellschaft beleuchtet und mit der Skepsis der Inselbewohner gegenüber Neuankömmlingen traf und trifft der Autor sicher sowohl 2005 im Erscheinungsjahr als auch heute noch einen Nerv. 

Arnaldur Indridason, Frostnacht. Lübbe Audio 2008.

Sunday, June 03, 2018

Thursday, May 31, 2018

Erin Morgenstern - Der Nachtzirkus


Über 14 Stunden Lesung von Matthias Brand umfasst die Audiobook Fassung von Der Nachtzirkus von Erin Morgenstern. Eigentlich heißt er Cirque des Rêves, Zirkus der Träume. Er erscheint immer plötzlich, ohne Vorankündigung, und man kann ihn nur nachts besuchen. Statt eines großen Zirkuszeltes ist er eine ganz Sammlung von kleinen wunderbaren, im wahrsten Sinne des Wortes magischen Zelten, in denen außergewöhnliche Artisten die Zuschauer verzaubern.
Gleichzeitig ist er die Bühne, auf der sich die Zöglinge zweier verfeindeter Zauberer gegenüberstehen in einem Spiel um Leben und Tod und sich mit ihrer Magie messen sollen.
Sehr langsam entwickelt die Autorin die Gegebenheiten ihrer Geschichte und auch ihren Protagonisten gibt sie viel Raum, um zu wachsen. Dabei bedient sie sich eine sehr poetischen Sprache, bildgewaltig und traumhaft. Vieles möchte man sehen können und nicht lesen/hören müssen, eine der Stärken des Romans. Ihre Charaktere sind besonders und ihre Fähigkeiten beneidenswert, wenn man sich denn auf die Magie einlassen kann.
Der Roman ist sehr feinmaschig und sorgfältig gewebt, etwas, dass an sich oft von Vorteil ist - hier aber führte es auch zu einer Handlungsverzögerung, oft steht das Geschehen auf der Stelle, die Charaktere betreiben Innenschau, reflektieren, ohne dabei wesentlich zum Vorankommen der Geschichte beizutragen. Man kann den Roman natürlich als Zauberschau, als Sammlung wunderbarer und wundersamer Bilder und Gedanken an sich vorbeitreiben lassen und dies genießen. Wer hingegen dazu auch spannende Handlung erwartet, der wird vielleicht enttäuscht werden - so interessierte mich schlussendlich der Showdown und die Lösung des Wettstreitproblems nicht mehr, auch an schönen Bildern war ich schließlich übersättigt. Selten habe ich so lange gebraucht, um ein Hörbuch zuende zu hören, obwohl ich es anfangs durchaus sehr poetisch und schön fand.

Erin Morgenstern, Der Nachtzirkus. Hörbuch Hamburg 2012.

Sunday, May 27, 2018

Frances Hodgson Burnett - Little Lord Fauntleroy

Frances Burnett, part of a photograph
by Herbert Rose Barraud (1845-1896)
Frances Hodgson Burnett was a British novelist who lived from 1849 to 1924. Her family emegrated to the USA in 1865, she married twice, had two children and is best known for her children's books.

One of them is Little Lord Fauntleroy, best known from the all-time favourite family film from 1980 by Jack Gold, starring Alec Guinness as a main actor.

The film stays very close to the novel - so if you've known the film first you can see the scenes and hear the characters voices in your head while reading!
The story begins in New York where a British lawyer one day seeks out 7-year-old Cedric Errol and his mother to tell them that Cedric is the remaining heir of the Earl of Dorincourt. The child has to leave his best friends - bootblack Dick and greengrocer Mr- Hobbs - behind and travels to England to meet his grandfather. The grumbly bitter old man is determined to hate this American boy and his mother because he hadn't wanted his son to marry her in the first place. But the Little Lord soon changes his mind...

At its time the novel was a huge success and very popular, Cedric was a well-known character and even influenced fashion. Read today, the characters all seem to be exaggerated, overdone. Cedric is to good to be true, sickly-sweet and without flaw. So is his mother. In length the reader gets to know about the dark, unjust and moody old Earl - only to see him overturned in a few pages by the sweet character of the child. Unbelievable and very predictable from the first page on. Of course, it's a fairy tale, a children's story - good has to conquer the bad! And it is done beautifully in Little Lord Fauntleroy, helping poor people, being righteous, being kind. In fact, this message of kindness is one that we can still use today.
There are some problematic aspects of the novel: Considering Burnetts background as a female writer at the time and her knowledge of British and American society one would have wished for some more interesting views on aristocracy and the political systems. Instead, the main political critic Mr. Hobbs is transformed into a fan of aristrocratic society and never returns to the USA. But again, it's a children's book and one might still enjoy this positive and kind story today.

Frances Hodgson Burnett, Little Lord Fauntleroy. Public domain, kindle edition 2012. 




Thursday, May 24, 2018

Arnaldur Indridason - Tage der Schuld

Island Ende der 70er Jahre: Erlendur ist nach seinen Ermittlungen in Nacht über Reykjavík Mitglied der Mordkommission geworden und arbeitet mit Marian Briem zusammen. Die beiden ermitteln im Fall eines Toten, der  in einer Lagune in der Nähe von Reykjavík entdeckt wird. Der Ermordete arbeitete auf der amerikanischen Militärbasis, daher gestalten sich die Ermittlungen schwierig, weil die Amerikaner nicht kooperativ sind und auch einiges zu verbergen haben. Hilfe erhalten die beiden von einer engagierten Mitarbeiterin der Militärpolizei.
In einem zweiten Ermittlungsstrang beschäftigt sich Erlendur mit dem Fall der jungen Dagbjörk, die unter ungeklärten Umständen in der 50er Jahren verschwand. 
Hartnäckig arbeiten beide Ermittler sich Schicht um Schicht näher an die Wahrheit heran und bringen so beide Fälle schließlich zur Aufklärung. 
Indridason schlägt in Tage der Schuld einen eher ruhigen Ton an, beschreibt seine Charaktere - allen vorangestellt natürlich Erlendur - mit genauem Blick - sprachlich und stilistisch ein typischer Indridason-Krimi.  

Arnaldur Indridason, Tage der Schuld. Bastei, Köln 2017.

Saturday, May 19, 2018

J.K. Rowling - Phantastische Tierwesen

Das Originaldrehbuch zum 2016 veröffentlichten Film Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind von J.K. Rowling erschien fast zeitgleich mit dem Film, der als erster Teil einer drei- oder fünfteiligen Reihe geplant ist. Es ist ein Drehbuch mit knappen Szenenbeschreibungen und Regieanweisungen, nicht mehr und nicht weniger.
Man hat die entsprechenden Filmszenen gleich wieder vor Augen, wenn man den Film bereits gesehen hat, durchaus kein unangenehmer Nebeneffekt, einige Feinheiten nimmt man vielleicht neu oder anders war. Kennt man den Film nicht, so ist die Lektüre vielleicht eher anstrengend, zumal die interessanten und zauberhaften Tierwesen nur skizzenartig geschildert werden und erst im Film zu echtem Leben erweckt werden, das kann das Drehbuch allein nicht leisten. Im Fazit ist dieses Drehbuch wohl eher etwas für Fans der magischen Welt der J.K. Rowling und als solches auch nur für diese empfehlenswert.

J.K. Rowling, Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind. Pottermore 2017. 

Sunday, May 13, 2018

Mit dem Herzen

Denn so wie ihr Augen habt,
um das Licht zu sehen, 
und Ohren, 
um Klänge zu hören, 
so habt ihr ein Herz, 
um damit die Zeit wahrzunehmen. 

Und alle Zeit, 
die nicht mit dem Herzen wahrgenommen wird, 
ist so verloren, 
wie die Farben des Regenbogens für einen Blinden 
oder das Lied eines Vogels für einen Tauben. 

Michael Ende, Momo

Saturday, May 12, 2018

Michael Robotham - Amnesie


Amnesie ist der zweite Band der Reihe über den Psychologen Joseph O'Loughlin und Captain Vincent Ruiz von Michael Robotham. Diesmal wird erzählt aus der Sicht von Ruiz, der inzwischen freundschaftlich mit O'Loughlin umgeht, nachdem er ihn in Adrenalin noch als Täter verdächtigte. Zusammen mit Ruiz fällt der Leser schockartig ins Geschehen: Ruiz schwebt in Lebensgefahr, man hat ihn angeschossen und mit hohem Blutverlust aus der Themse gefischt. Am schlimmsten daran ist, dass er sich an nichts erinnern kann. Retrograde Amnesie. Er ist psychisch und physisch massiv angeschlagen. Wie kam er auf das Boot, auf dem er angeschossen wurde und von dem er ins Wasser stürzte? Was wollte er dort? Hat er selbst jemanden erschossen? Seine Vorgesetzten glauben, er habe eigenmächtig gehandelt, und entziehen ihm jede Unterstützung. Ihm bleibt nichts anderes übrig, als selbst herauszubekommen, was dahinter steckt. So folgt er seinen eigenen Spuren und ermittelt sich selbst - eine ungewöhnliche Perspektive.
Schnell ist klar, dass es mit einem lange zurückliegenden Fall um die verschwundene Mickey Carlyle zu tun haben muss. Zwar wurde damals ein Verdächtiger verurteilt, aber Ruiz kann sich nicht mehr sicher sein, ob er den Richtigen erwischt hat. Ohne seine Erinnerung fällt es ihm schwer, die Ereignisse zu rekonstruieren, und er benötigt Hilfe von O'Loughlin, einer jungen Kollegin namens Ali und auch einiger zwielichtiger Kontakte. Bis zur Wiederentdeckung seiner Erinnerungen unternimmt er buchstäblich abenteuerliche Ausflüge in die Londoner Unterwelt...
In diesem zweiten Band entwickelt Robotham seinen zweiten Protagonisten weiter, gibt dem rüpelhaften Captain deutlich mehr Tiefe und Charakter. Ermittlungsarbeit und schließliche Erleuchtung (durch die plötzlich wieder eintretende Erinnerung) halten sich zum Glück die Waage und trotz der teils skurrilen Settings der Geschehnisse wird die Story nicht vollkommen absurd, wenngleich sie durchaus konstruiert wirkt, zwar gut konstruiert, aber konstruiert.
Gleich beide ersten Fälle sind sehr persönlich auf die Protagonisten zugeschnitten, geben viel preis von deren Innerem, man darf gespannt sein, wie diese Intensität im dritten Band gehandhabt wird.

Michael Robotham, Amnesie. Goldmann, München 2011.

Thursday, May 10, 2018

Winslow Homer


Winslow Homer (1836-1910): Long Branch, New Jersey (1869) 
postcrossing card sent by Renee from New Jersey, USA

Robert Doisneau - The Kiss


Robert Doisneau (1912-1994), French photographer
sent as a card by Valentina from Italy

This photo made Doisneau famous, everyone believed it was an amazing snapshot. But, as stated in this article in Berlin's Tagesspiegel on an exhibition of Doisneau's work, it wasn't. Two actors were hired to kiss in front of the busy street so Doisneau could deliver the photo as part of a report on "Paris, the city of love" as ordered by the US magazine LIFE. 
The picture is - nevertheless - a great one.

real postcrossing card got damaged...

Wednesday, May 09, 2018

One happy Moomin

postcrossing card by Yunxi 
- a Chinese girl studying in the UK sending out a card by a Finish author

Tuesday, May 08, 2018

Monday, May 07, 2018

Miffy and Mondrian

Miffy and Mondrian, illustration by Dick Bruna (1927-2017)
postcrossing card sent by Jeroen and Jana from the Netherlands

This is simply a wonderful card. The irony, the crossreference... Love it. 

Sunday, May 06, 2018

Louis Sachar - Löcher

Löcher - Die Geheimnisse von Green Lake ist ein Jugendroman von Louis Sachar. Er wird gern als Schullektüre gelesen und erschien erstmals 1998 in den USA.

Der Protagonist ist Stanley Yelnats, so sein Name vorwärts und rückwärts, der auf eine ungewöhnliche Familiengeschichte zurückblicken kann. Da gibt es einen Schweinedieb, Börsengewinn, einen Raubüberfall, einen erfolglosen Erfinder von recyclebaren Turnschuhen und vieles mehr. Die Familie ist verflucht, so behauptet es die Familiesage, und daher ist es nicht verwunderlich, dass Stanley wegen eines angeblichen Diebstahls in einem Bootcamp mitten in der texanischen Wüste landet. Dort gräbt er mit anderen "schweren Jungs" Löcher in den harten Wüstenboden, was zu seiner Läuterung führen soll. So die offizielle Version. Inoffiziell hat die Chefin des Camps ganz andere Motive...

Löcher besticht durch seine ganz spezielle Mischung aus klarer Erzählung mit starken Charakteren einerseits und den mystischen Passagen andererseits, in denen unglaubliche Geschehnisse der Vergangenheit plötzlich wie selbstverständlich ihre Auswirkungen auf das Leben Stanleys haben. In Rückblenden erfahren wir nach und nach, was alles in der Vergangenheit geschah, um die Puzzleteile in der Jetztzeit an die richtigen Stellen fallen zu lassen. Gekonnt konstruiert und mit viel Augenzwinkern erzählt - daran ändert auch das allzu glückliche, übertriebene Happy End nichts.

Louis Sachar, Löcher - Die Geheimnisse von Green Lake. Beltz & Gelberg Weinheim Basel 2002.

Kikker wil cake - frog wants cake...


Kikker means frog in Dutch... 
illustration by Max Velthuijs, a Dutch illustrator, born 1923
postcrossing card by Lara from Belgium

Saturday, May 05, 2018

Michael Crichton - Nippon Connection

Ursprünglich 1992 veröffentlicht (und erfolgreich verfilmt unter Die Wiege der Sonne u.a. mit Sean Connery, Wesley Snipes und Harvey Keitel) ist Nippon Connection von Michael Crichton ein Thriller seiner Zeit. Die US-Amerikaner befürchten die Übernahme ihrer Wirtschaft (und Wissenschaft) durch die Japaner.

Während der Eröffnungsfeier eines neuen japanischen Hoch- und Geschäftshauses in L.A. wird eine junge Frau im Konferenzraum ermordet. Die Ermittlungen können zunächst nicht beginnen, weil die japanischen Gastgeber den Verbindungsbeamten für japanische Angelegenheiten der Polizei anfordern. Neben Lt. Webster Smith wird auch noch Capt. John Connor hinzugezogen, der eine Zeit in Japan lebte und fließend japanisch spricht. Zwar ist das ganze Gebäude videoüberwacht, doch mit den Aufnahmen stimmt ganz offensichtlich etwas nicht. Mehrmals stoßen die Ermittler auf Manipulationen und falsche Fährten, denn mit den japanischen Geschäftsleuten und hochrangigen amerikanischen Politikern haben sie gleich zwei starke Gegner...

Nippon Connection hat viele spannende Momente und die Story ist grundsätzlich gut erzählt (wunderbar gelesen von Oliver Rohrbeck, wie immer!). Der Fokus liegt in vielen Momenten darauf, dass die bösen Japaner den USA durch ihre zunächst schleichende, dann offensive wirtschaftliche Machtübernahme schaden. Dabei übernimmt Connor die Rolle, den relativ unbedarften Smith aufzuklären und ihm als Lehrer die Zusammenhänge und Gefahren darzulegen. Natürlich ist er ihm auch ermittlungstechnisch immer zwei Schritte voraus, teilt ihm diese Erkenntnisse jedoch nicht mit, erst wenn es unumgänglich wird bzw. Smith halbwegs selbst darauf gekommen ist. Smith' Rolle ist dann, die Gefahren emotional zu reflektieren und so endet der Thriller nach der Aufklärung auf einer sehr nachdenklichen Note ob der andauernden Bedrohung durch die Japaner.
Diese Befürchtungen kann man in den heutigen Zeiten der extremen Globalisierung nicht mehr ganz so sehr nachvollziehen, die Bedrohungen kommen nun eher von anderen Seiten, so scheint es.

Michael Crichton, Nippon Connection. Random House Audio 2012.

Friday, May 04, 2018

Yasmine Ghata - Lange hatte ich Angst in der Nacht

Lange hatte ich Angst in der Nacht von Yasmine Ghata wurde mir durch die Gütersloher Redaktion der Neuen Westfälischen im Rahmen der Aktion Leseprobe zur Verfügung gestellt. Der in dem Aufruf ursprünglich angegebene zeitliche Rahmen wurde nicht eingehalten, das Buch erreichte mich erst in der KW 16 statt vor den Ostertagen... Zum Glück ist es mit 160 Seiten ein kurzer Roman und dadurch schnell zu lesen.


Auf dem Cover spaziert ein kleiner Junge mit einem Koffer in der Hand über eine Düne, auf eine Sand- oder Wolkenwand zu, darüber ein hoffnungsvoller blauer Himmel. Der kleine Junge heißt Arsène, er ist acht und stammt aus Ruanda. Lange hatte ich Angst in der Nacht erzählt in einer der zwei Erzählperspektiven die Geschichte seiner Flucht vor dem Völkermord. Seine Großmutter drückt ihm den Koffer in die Hand und befiehlt ihm zu fliehen - er entkommt, während die übrige Familie ermordet wird. Der Koffer wird sein Weggefährte, sein Beschützer, an ihm hält er fest auf dem langen Weg nach Paris zu seinen neuen Pflegeeltern.
Als Suzanne, die einen Schreibkurs in seiner Pariser Klasse gibt, den Auftrag erteilt, einen Gegenstand aus der Familie auszuwählen, der eine Geschichte erzählt, stellt sich Arsène der Wiederbegegnung mit seinem Koffer. Noch nie hat er die Geschichte seiner Flucht ganz erzählt, nun erzählt er sie Suzanne.
Diese kämpft selbst mit den Gespenstern ihrer Vergangenheit, der frühe Tod des Vaters hat sie mit einer Menge unverarbeiteter Trauer zurückgelassen. In dieser zweiten Erzählperspektive begibt sie sich zeitgleich mit Arsène daran, die Erinnerungen zuzulassen und dadurch in einen neuen Abschnitt des Lebens aufzubrechen.

Die beiden Erzählebenen werden stilistisch deutlich voneinander getrennt: Arsènes Geschichte erzählt indirekt auch Suzanne, denn sie schreibt seinen mündlichen Bericht in der Du-Form auf, was anfangs gewöhnungsbedürftig ist, weil man sich in die Rolle des Achtjährigen hineingedrängt fühlt, dessen Gedankenstrom erlebt und dadurch beinahe zur Empathie gezwungen wird. Verstärkt wird dies auch noch die Präsensform, welche die Autorin das ganze Buch hindurch verwendet. Suzannes Geschichte hingegen bedient sich einer normaleren Erzählperspektive aus der dritten Person, gibt Dialoge wieder und ist dadurch weniger emotional und sachlicher, so scheint es. Doch je tiefer Suzanne in die Welt ihrer Erinnerungen eintaucht, desto stärker empfindet auch der Leser mit ihr.

Dennoch ist die Geschichte Arsènes diejenige, die hängenbleibt, die berührt, die nachdenklich macht, wenn man weiß, wie viele Menschen - darunter auch Kinder wie Arsène - sich gerade in diesem Moment vielleicht auch nur mit einem Koffer oder sogar weniger in der Hand auf der Flucht befinden.

Yasmine Ghata, Lange hatte ich Angst in der Nacht. Diana, München 2018.


Saturday, April 28, 2018

Thursday, April 26, 2018

Baltic Sea


Baltic Sea at Roja, Latvia - looking forward to seeing this coast by myself this summer!
postcrossing card sent by Marianna from Lavia

Wednesday, April 25, 2018

Tuesday, April 24, 2018

Three Acrobats

Marc Chagall - The Three Acrobats (1926)
postcrossing card sent by Lauren from Canada

Sunday, April 22, 2018

Val McDermid - Eiszeit

Eiszeit schließt direkt an seinen Vorgänger Vergeltung an: Die erfolgreiche Ermittlergruppe um Carol Jordan und Tony Hill arbeitet nicht mehr zusammen, Carol und Tony selbst sprechen nicht mehr miteinander, Carol hat den Job gleich ganz hingeworfen und bastelt an der "Scheune" herum, dem Haus, in dem ihr Bruder und dessen Lebensgefährtin so grauenhaft ermordet wurden.
Doch dann werden Frauen entführt und getötet, die eine gewisse Ähnlichkeit mit Carol haben. Eine merkwürdige Blutspur verleitet die ermittelnde Alex Fielding, die neue Chefin von Paula McIntyre, dazu, den Schuldigen ausgerechnet in Tony Hill zu suchen. Er wird verhaftet und sitzt in Untersuchungshaft. Paula will ihm unbedingt helfen, allerdings darf Fielding davon nichts merken, so dass sie schließlich Carol ausfindig macht, die einwilligt, trotz ihres Konflikts mit Tony.
Um Tony zu entlasten, folgen sie den Hinweisen, die sie dank Tonys Profil des Serienmörders haben, und lösen den Fall. Und Carol begreift, dass sie wirklich gut in dem ist, was sie tut, und bedenkt die von ihr in Trauer und Wut getroffenen Entscheidungen.

Nachdem Vergeltung eher katastrophal endete, alle Charaktere vor einem Scherbenhaufen standen, webt Val McDermid sie in Eiszeit wieder geschickt zusammen. Sie handeln dabei stets glaubhaft, kommen sozusagen wie im echten Leben nach einer Zeit wieder zur Besinnung und können sich wieder klar entscheiden. Der eigentliche Fall wird ein wenig zum MacGuffin, der Serienkiller ist Mittel zum Zweck, um die Figuren handeln lassen zu können. Dennoch wird auch in dem Fall sauber ermitteln und die Lösung fällt nicht - wie in so vielen schlechten Thrillern - vom Himmel.

Val McDermid, Eiszeit. Audiomedia 2014.

#1 Das Lied der Sirenen (The Mermaids Singing, 1995)
#2  Schlussblende (The Wire in the Blood, 1997)
#3  Kalter Strom (The Last Temptation, 2002) - gelesen
#4 Tödliche Worte (The Torment of Others, 2004)
#5 Schleichendes Gift (Beneath the Bleeding, 2007)
#6 Vatermord (Fever of the Bone, 2009)
#7 Vergeltung (The Retribution, 2011)
#8 Eiszeit (Cross and Burn, 2013)
#9 Schwarzes Netz (Splinter The Silence, 2015)
#10 Insidious Intent, 2017

Thursday, April 19, 2018

Michael Winterhoff - Die Wiederentdeckung der Kindheit

Michael Winterhoff fasst in Die Wiederentdeckung der Kindheit die Beobachtungen, die er im Alltag und vor allem in seiner Bonner Praxis seit den 90er Jahren bis heute gemacht hat, zusammen. Auch wenn es bereits in seinen vorangegangen Büchern (z.B. Lasst Kinder wieder Kinder sein) deutlich wurde, wie problematisch die gesellschaftliche Situation ist, wenn Kinder und Eltern sich in Beziehungsstörungen befinden, so spannt dieses Buch noch einen weiteren Bogen.

Er weist eingangs darauf hin, dass Gewöhnung Menschen dazu bringt, Dinge im Laufe der Zeit anders wahrzunehmen und zu bewerten als dies bei der ersten Konfrontation der Fall ist. Er vergleicht Situationen und gesellschaftliche Reaktionen am Beispiel zweier fiktiver Kinderpaare, die er Alex und Alexa bzw. Luis und Luisa nennt. Das eine Paar positioniert er mit ihren Erlebnissen im Jahr 1990, das andere in vergleichbaren Situationen im Jahr 2017. Er schildert eindrücklich, wie groß die Unterschiede in den Beziehungs- und Reaktionsmodi sind, weil sich Eltern in symbiotischen Beziehungsmustern mit ihren Kindern befinden. Sie nehmen Kinder nicht mehr als Kinder, sondern als kleine Erwachsene wahr, die viel zu früh Entscheidungen, Verantwortlichkeiten und Problemen ausgesetzt werden, denen sie vom Entwicklungsstatus nicht gewachsen sind. Gleichzeitig bieten ihnen die Erziehenden keine klaren Grenzen und Orientierungsmöglichkeiten mehr, was dazu führt, dass die Psyche auf der Stufe eines 10-16 Monate alten Kindes zurückbleibt. Es lernt nicht zu unterscheiden zwischen Mensch und Gegenstand, d.h. zwischen steuerbarem und nicht steuerbarem "Ding". Es erfährt weiterhin, dass sich auch Menschen steuern lassen, besonders die Eltern, da es alles bekommt, was es möchte. So versuchen sie durchgehend Menschen zu steuern und handeln dabei rein lustbetont. Dabei ist angepasstes Verhalten zum Teil möglich, oft aber fallen diese Kinder durch ständiges Nachfragen, Unruhe oder andere Formen von Sabotage auf.
Winterhoff schildert eindringlich, dass es diesen Kindern/Jugendlichen/jungen Erwachsenen schier unmöglich ist, ein erfülltes Leben zu führen, weil sie auf allen Ebenen durch ihre unterentwickelte Psyche gehemmt werden. Sie können schlecht lernen, sind nicht anstrengungsbereit, haben verzerrte Wahrnehmungen von sich und der Welt und können wegen ihrer mangelnden Empathie kaum tragende Bindungen/Freundschaften aufbauen. Oft sind sie freudlos, obwohl sie oft in Familiensituationen leben, in denen ihnen alles prompt geboten wird, was sie möchten.
Auch die Erziehenden leiden in der Symbiose, sie fühlen sich getrieben, rastlos, und verzweifeln oft darüber, dass das Kind, das doch alles bekommt, was es braucht, zum Beispiel im schulischen Rahmen versagt. Sie empfinden dies als einen Körperteil, der nicht funktioniert.
Außerdem stellt er einen Bezug her zu der massiven Digitalisierung der Gesellschaft und damit der Familien. Einen ersten Anstieg der beziehungsgestörten Eltern sieht er Mitte/Ende der 90er Jahre (Einzug des Internets), einen weiteren ab 2007, als das Smartphone seinen Siegeszug antrat. Eindringlich beschreibt er geradezu absurde Familiensituationen, in denen digital aneinander vorbeigelebt wird - für die aber jeder von uns eigene Beispiele finden kann, sei es durch Beobachtung oder in der eigenen Unzulänglichkeit "abzuschalten".
Besonders interessant war sein Exkurs in die Schulwelt, in aller Kürze: Kompetenzorientierung und offene Unterrichtsformen unterstützen das lustgesteuerte Verhalten der psychisch unterentwickelten Kinder weiter und festigen ihr Weltbild, dass auch Lehrer sich steuern lassen und für sie persönlich keine Grenzen und Strukturen gelten.

Winterhoffs Buch ist ein höchst beunruhigender Überblick über die bestehende Situation, jede Lehrkraft kennt die von ihm beschriebenen Kinder Luis und Luisa und kann unzählige Beispiele nennen. Die vom Autor genannten Zahlen schockieren, sind aber vielleicht nicht unrealistisch.
Einmal mehr ist es aber schwer auszuhalten, dass Winterhoff nicht klarer formuliert, wie der Ausweg aus der Misere aussehen kann. Wie kann man als Lehrkraft auflösen, wenn Eltern sich in einer Beziehungsstörung, im falschen Denkmuster, in der Symbiose,... befinden, und damit die Entwicklung des Kindes verhindern? "Die klare Kante bieten" allein wird schwerlich alles richten...
So erkennt man das Problem zwar erschreckend deutlich, bleibt aber dennoch gewissermaßen hilflos zurück.

Michael Winterhoff, Die Wiederentdeckung der Kindheit. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2017.

Monday, April 16, 2018

Nicolas Barreau - Das Lächeln der Frauen

Ein bisschen verrückt ist es schon, seine Hörbücher danach auszusuchen, ob es von ‎Oliver Rohrbeck. ‎Jens Wawrczeck oder ‎Andreas Fröhlich gesprochen wird. Hier war es nun letzterer, der zusammen mit Stefanie von Stappenbeck Das Lächeln der Frauen des (fiktiven) Autors Nicolas Barreau gelesen hat.

Ich wusste nichts über den Roman, vielleicht wäre es auch nicht tragisch gewesen, ihn nicht kennenzulernen. Es ist die vorhersehbare, aber nett erzählte Geschichte, einer Pariserin, die nach einer verkorksten Liebesbeziehung Trost in einem Buch findet. Das ist angeblich von einem Engländer geschrieben und darin findet sie sich selbst beschrieben (Aussehen, ihr Restaurant, ...bis hin zu ihrem grünen Kleid). Natürlich will sie nun den Autor kennenlernen, das Problem ist nur, dass es den gar nicht gibt, denn ein französischer Lektor hat das Buch geschrieben und es seinem Verleger untergeschoben. Natürlich ist er gleichzeitig der perfekte Mann für sie und nach einigem Verwirrspiel und romantischen Verwicklungen gibt es das - eben vorhersehbare - Happy End.

Das ganze war solide gelesen, Andreas Fröhlich hat das Maximum aus der männlichen Rolle herausgeholt, dadurch hatte es ganz ordentlichen Unterhaltungswert, zumal es mit etwas über sechs Stunden auch nicht zu langatmig war. In Ordnung...

Nicolas Barreau, Das Lächeln der Frauen. Hörbuch Hamburg 2011.

Martta Wendelin


illustration by Martta Wendelin (1893-1986)

card was sent by Merja from Finland

Sunday, April 15, 2018

Roald Dahl


Lovely Penguin book cover for Roald Dahl Charlie and the Chocolate Factory by Faith Jacques (British illustrator, 1923-1997) from 1973.
I have to read more of Dahl's book I think...
The card was sent by Jacque from Arizona, USA.

Saturday, April 14, 2018

Assateague Island


This beautiful lighthouse card was sent by Carol from Maryland, USA. She visited Assateague Island and told me about it. It is an barrier island on the coast of Maryland. It's only 60 km long and uninhabited. But there are some wild ponies there... Sounds like a mystical place to me... 

Additional post on 24th April, 2018:
A second card arrived with the lighthouse of this island! Funny postcrossing coincidence.
This one was sent by Bobby from Kentucky, USA.



Friday, April 13, 2018

Val McDermid - Vergeltung

Ich mag Val McDermid, ich mag ihre Art Charaktere zu entwickeln, das Setting der Romane ist oft interessant, sie erzählt oft gute Geschichten. Mit ihrer erfolgreichsten Reihe um Carol Jordan und Tony Hill bin ich dennoch nie ganz warm geworden. Vielleicht weil ich diese, entgegen meiner Gewohnheit, nicht von vorn begonnen und mit großen Abständen gelesen habe. Hätte ich vielleicht tun sollen...

Vergeltung ist der siebte Band und erzählt von zwei Fällen. Zum einen geht ein brutaler Serienkiller um, der mit immer neuen Methoden Prostituierte umbringt, dabei aber immer sein Markenzeichen hinterlässt, sodass klar ist, dass es ein und derselbe Täter sein muss. Gleichzeitig ist der fieseste Serienmörder, der Tony und Carol jemals begegnet ist - Jacko Vance aus Band 2,  Schlussblende - aus dem Gefängnis ausgebrochen. Natürlich will er sich rächen und zunächst ahnt niemand, wo er als nächstes zuschlagen wird, um Leid bei seinen Feinden zu verursachen. Zunächst sieht es so aus, als hätte Vance Erfolg, denn er treibt einen Keil zwischen das so erfolgreiche Team Tony und Carol. Und so ist es Verzweiflung und Wut, die beide vorantreibt, um schließlich - auch mit Hilfe der anderen im Ermittlerteam - beide Fälle zu lösen.

Die Lesung durch Johannes Steck ist eine gekürzte Fassung, zudem fehlen mir einige Bände dazwischen, so dass ich nicht alle Zwischentöne nachvollziehen konnte. Der Fall jedoch war spannend und vor allem durch solide Ermittlung und nicht durch Glück am Ende zu lösen.

Val McDermid, Vergeltung. Argon Hörbuch 2013.

#1 Das Lied der Sirenen (The Mermaids Singing, 1995)
#2  Schlussblende (The Wire in the Blood, 1997)
#3  Kalter Strom (The Last Temptation, 2002) - gelesen
#4 Tödliche Worte (The Torment of Others, 2004)
#5 Schleichendes Gift (Beneath the Bleeding, 2007)
#6 Vatermord (Fever of the Bone, 2009)
#7 Vergeltung (The Retribution, 2011)
#8 Eiszeit (Cross and Burn, 2013)
#9 Schwarzes Netz (Splinter The Silence, 2015)
#10 Insidious Intent, 2017


Saturday, April 07, 2018

Mechtild Borrmann - Trümmerkind

Mechtild Borrmann erzählt Trümmerkind aus der Perspektive von drei Protagonisten, deren Schicksal eng miteinander verwoben ist. Es ist eine deutsche Kriegsgeschichte, aber doch nicht nur ein historischer Roman, da ein Großteil der Spannung auch durch die Frage nach dem Täter der "Trümmermorde" erzeugt wird.

Die Familie Dietz schlägt sich im zerstörten Hamburg nur mit Mühe durch den Hungerwinter 1946/1947, als Sohn Hanno auf der Suche nach Brennholz in einem Keller auf die Leiche einer Frau stößt. Dies verstört ihn nachhaltig, dennoch reagiert er mitfühlend als er auf der Straße einen Drejährigen findet, der scheinbar keine Verwandten hat. Kurzerhand nehmen Hanno und seine Schwester ihn mit nach Hause, er wird schnell Teil der Familie.

Nach Kriegsende erfährt die Familie Anquist auf ihrem Landgut in der Uckermark, dass sie durch die russischen Besatzer jeglichen Anspruch auf ihren Besitz verlieren, Nach vielen leidvollen Erfahrungen fliehen sie gen Norden, erst nach Lübeck, dann nach Hamburg. Von der Familie sind dabei nur noch der Vater, Tochter Clara und die zwei Kinder ihrer Schwester übrig.

Parallel wird die Geschichte von Anna Meerbaum erzählt, die sich trotz des beharrlichen Schweigens ihrer alkoholkranken Mutter - Clara - im Jahr 1992 auf die Suche nach ihren Familienwurzeln in der Uckermark macht. Sie weiß vom Gut der Familie Anquist. Doch schnell findet sie heraus, dass selbst das Wenige, dass sie von ihrer Familiengeschichte weiß, nicht zu dem passt, was sie dort herausfindet.

Je weiter die Geschichte aus der Nachkriegszeit voranschreiten, um so mehr erfährt auch Anna von den wahren Zusammenhängen und nach und nach setzt sich das Puzzle zusammen, was 1947 tatsächlich passiert sein muss.

Die Autorin erzählt alle drei Geschichten spannend, gibt den Protagonisten Tiefe und schärft auch die anderen Charaktere im Verlauf. Die Verzahnung der drei Ebenen ist exzellent gelöst, so dass man gleichermaßen allen Erzählsträngen fasziniert folgt. Die Auflösung lässt sich ab einem gewissen Punkt erahnen, was wohl auch gewollt ist, das tut der Spannung aber keinen Abbruch. Ein sehr guter historischer Roman mit kriminalistischen Aspekten, lohnenswert!

Mechtild Borrmann, Trümmerkind. Droemer, München 2016.

Tuesday, April 03, 2018

Gudrun Pausewang - Die letzten Kinder von Schewenborn

1983. Tschernobyl ist noch nicht geschehen, der Kalte Krieg noch nicht beendet. Es Gudrun Pausewang veröffentlicht ihr Buch Die letzten Kinder von Schewenborn. Es handelt von einem fiktiven Atomschlag in Europa, bei dem alle größeren deutschen Städte zerstört werden. Der Erzähler ist der Jugendliche Roland Bennewitz, der mit seiner Familie gerade auf dem Weg zu den Großeltern ist, als die Bomben fallen. Sie erreichen den Heimatort der Großeltern - Schewenborn - schließlich, aber die Großeltern wurden durch die Bombe im nahegelegenen Fulda getötet. Schonungslos und zum Teil drastisch erzählt Roland von den Folgen der Bombe. Er beobachtet das Sterben der Menschen um ihn herum und muss auch in seiner Familie zahlreiche Verluste ertragen. Strahlenkrankheit, Seuchen wie Typhus und Ruhr, dann schließlich Hunger und Kälte raffen die Menschen dahin. Zwar überlebt er, am Ende des Buches ist er 17 Jahre alt, aber eine Zukunft scheint es nicht zu geben.

Unbarmherzig schildert die Autorin die Qualen und Chancenlosigkeit, die den Menschen im Falle der atomaren Katastrophe drohen - und ist damit vermutlich realistisch. Pausewang war fest verankert in der Friedensbewegung und schrieb über zahlreiche Themen, aber mit ihren Büchern zu atomaren Bedrohung (nach Tschernobyl schrieb sie ihr vielleicht bekanntestes Werk Die Wolke, veröffentlicht 1987) erhielt sie die größte öffentliche Aufmerksamkeit. Für ihr Gesamtwerk wurde sie 2017 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. Sie wolle Menschen wachrütteln und dazu bewegen, im Kleinen selbst etwas für den Frieden zu tun.
Die letzten Kinder von Schewenborn rüttelt wach, erinnern, mahnt, auch über 40 Jahre nach seiner Ersterscheinung, denn leider ist "Nie wieder Krieg!" auch in 2018 noch nicht zur Wirklichkeit geworden, ganz im Gegenteil.

Gudrun Pausewang, Die letzten Kinder von Schewenborn. Ravensburger, Ravensburg 2015.

ZEIT-Artikel zu Pausewangs 90.Geburtstag

Sunday, April 01, 2018

Angie Thomas - The Hate U Give


Angie Thomas hat mit The Hate U Give einen sehr beeindruckenden Roman geschrieben, der bereits im vergangenen Jahr zahlreiche Auszeichnungen erhielt.

Die Protagonistin Starr Carter lebt in zwei Welten: Zum einem in ihrem Heimatviertel Garden Heights, wo sie vertraut ist mit Drogendealern, Gangmitgliedern und all den anderen Problemen der schwarzen Community, zum anderen geht sie auf eine Schule, die beinahe nur von Weißen besucht wird. Sie trennt beide Welten strikt voneinander und kommt damit - meistens - gut zurecht.
Als sie eines Abends mit ihrem alten Freund Khalil im Auto nach Hause fährt, wird dieser - obwohl unbewaffnet - von der Polizei angehalten und erschossen.
Starr wird von ihrer Familie in allem unterstützt, was auf dieses dramatische Ereignis folgt, doch ist sie unsicher, wie sie mit der besonderen Situation, die sie als einzige Zeugin bei diesem Mord innehat, umgehen soll. Sie beginnt im Zuge der folgenden Ereignisse und des öffentlichen Interesses an dem Fall über grundlegende gesellschaftliche Probleme nachzudenken - und vor allem über ihre eigene Rolle dabei. Statt vorsichtig und angepasst zu reagieren, sieht sie Chancen zur Veränderung und will ihren Teil dazu beitragen.

Stärken hat The Hate U Give viele:
An erster Stelle eine interessante, facettenreiche Protagonistin, die sich im Zuge des Romans weiterentwickelt, dabei witzig, nachdenklich, intelligent und emotional zugleich ist. Die Schilderung des Milieus ist so authentisch, wie es nur sein kann, auch Starrs Probleme beim Wechsel zwischen den unterschiedlichen Welten sind absolut glaubhaft. Wie könnte es auch anders sein, bedenkt man, dass die Autorin über ähnliche Erfahrungen verfügt. Auch die übrigen Charaktere haben Tiefe, werden weiterentwickelt und sind liebenswert und interessant.
Bereits durch den Klappentext wird zwar das dramatische Ereignis vorweggenommen, das den Roman eröffnet, dennoch bleibt eine hohe Spannung erhalten, wie sich die Dinge für Starr und ihre Familie und Freunde weiterentwickeln. Gleichzeitig weiß man um die große Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit weiter Teile der afroamerikanischen Bevölkerung in bestimmten Bezirken - wie kann die Situation wirklich verändert, verbessert werden? Rassismus kommt in vielen Facetten daher, The Hate U Give weist mit großer Eindringlichkeit auf die kleinen und großen Dinge hin, die den gleichberechtigten Umgang von schwarz und weiß (und rot und gelb und ...) immer noch erschweren oder gar unmöglich machen.
Dieses Buch geht unter die Haut, denn auch wenn es um Rassismus geht, so ist doch nichts einfach schwarz oder weiß, richtig oder falsch. Zusammen mit Starr entdeckt der Leser die Komplexität der Thematik, nur um zugleich mit großer Einfachheit und Klarheit darauf hingewiesen zu werden, dass jeder dazu beitragen muss, die Dinge zu verändern. Man kann nur bei sich selbst beginnen.
"Sometimes you can do everything right and things will still go wrong. The key is to never stop doing right." 
"What's the point of having a voice if you're gonna be silent in those moments you shouldn't be?"
Angie Thomas, The Hate U Give. cbt, München 2017.