Slightly more than expected but 100 was a good goal...
Friday, December 30, 2016
Bücherkulturchallenge 2016 - Rückblick
Alexandre Dumas - Der Graf von Monte Christo (1844) , gekürzte Fassung 7.8.2016
Jules Verne - Die Reise zum Mittelpunkt der Erde (1873) - 19.6.2016
Oscar Wilde - Das Bildnis des Dorian Gray (1891) - 21.2.2016
Bram Stoker - Dracula (1897) - 11.3.2016
Franz Kafka - Die Verwandlung (1915) - 6.8.2016
Franz Kafka - Der Prozess (1925) - 6.5.2016
Virginia Woolf - Ein eigenes Zimmer (1929) - 5.4.2016
John Steinbeck - Von Mäusen und Menschen (1937) - 30.7.2016
Erica Fischer - Aimée und Jaguar (1943) - 24.11.2016
Ernest Hemingway - Der alte Mann und das Meer (1952) - 11. Dezember 2016
Ray Bradbury - Fahrenheit 451 (1953) - März 2016
Ray Bradbury - Fahrenheit 451 (1953) - März 2016
Truman Capote - Frühstückbei Tiffany (1958) - März 2016
Harper Lee - Wer die Nachtigall stört (1961) - Mai 2016
Truman Capote - Kaltblütig (1965) - 17. August 2016
Fynn - Hallo, Mister Gott,hier spricht Anna (1974) - 2.11.2016
Alice Walker - Die Farbe Lila (1982) - Juni 2016
Nicholas Sparks - Wie ein einziger Tag (1996) - 31.7.2016Harper Lee - Wer die Nachtigall stört (1961) - Mai 2016
Truman Capote - Kaltblütig (1965) - 17. August 2016
Fynn - Hallo, Mister Gott,hier spricht Anna (1974) - 2.11.2016
Alice Walker - Die Farbe Lila (1982) - Juni 2016
Marc Levy - Solange du da bist (1999) - Mai 2016
Cornelia Funke - Der Herr der Diebe (2000) - 14.12.2016
Haruki Murakami - Kafka am Strand (2002) - 4.11.2016
Sara Gruen - Wasser für dieElefanten (2006) - Februar 2016
Kathryn Stockett - Gute Geister (2011) - März 2016
Thursday, December 29, 2016
Rebecca Lim - Gefangen
Gefangen von der australischen Autorin Rebecca Lim ist der erste Band einer YA-Serie über Mercy, die (laut Klappentext) ein gefallener Engel ist. Der Roman beginnt damit, dass Mercy wieder einmal in einem fremden Körper erwacht. Diesmal ist es der von Carmen, die sich gerade auf einem Schulaustausch befindet, bei dem sich mehrere Chöre in einer Kleinstadt treffen, um Mahlers 8. Sinfonie zu proben und aufzuführen. Zunächst lernt Mercy/Carmen ihre Gastfamilie kennen, der schreckliches widerfahren ist: Die Tochter Lauren ist vor längerer Zeit verschwunden und die Familie ist immer noch verstört. Mercy kann sich denken, dass sie dort ist, um der Familie zu helfen. Sie hofft, sich im Chor in der Masse der Sänger verstecken zu können - muss aber leider bei der ersten Probe feststellen, dass sie eine der Solistinnen ist! Aber sie wäre nicht Mercy, wenn sie dieses Problem nicht überwinden könnte - und schließlich singt sie ... wie ein Engel (!). Auch die verschwundene Lauren war eine talentierte Sopranistin.
Gemeinsam mit Laurens Bruder Ryan, den Mercy sehr anziehend findet, versucht sie dem Geheimnis auf die Spur zu kommen und Lauren wiederzufinden.
Die Protagonistin Mercy ist eine starke Persönlichkeit: Anpassungsfähig, selbstbewusst, empathisch und mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet, die sie zu ihrem Vorteil nutzt. Die Ausarbeitung der weiteren Charaktere bleibt dagegen lückenhaft und auch bei Mercy gibt es Leerstellen. So gibt es zwar zahlreiche Andeutungen, dass irgend etwas geschehen sein muss, weswegen sie (zur Strafe?) immer wieder in einem neuen Körper erwacht, um eben dieser Person zu helfen, aber keine Erklärung. Es tauchen weitere engelartige Gestalten auf, vor allem auch in ihren Träumen, die aber auch mehr Fragen aufwerfen als sie beantworten. Die Hintergrundsgeschichte bleibt unklar, zwar ist die Deutung, dass sie ein Engel ist, recht offensichtlich (sie leuchtet im Dunkeln, genau), aber alles andere ist Spekulation. Das ist, gelinde gesagt, in dieser Form selbst bei einer Serie höchst unbefriedigend.
Der Plot wird augenscheinlich bestimmt von der Suche nach Lauren. Mercy soll/will der Familie helfen und es gibt Nachforschungen/Unternehmungen mit Ryan, die aber keine Erkenntnisse bringen, sondern handlungstechnisch alle (!) Sackgassen sind. Verschiedene Personen geraten unter Verdacht und erweisen sich als unschuldig, nur der Täter natürlich nicht. In jedem Kriminalroman würde man erwarten, dass sich aus den Nachforschungen zumindest neue Erkenntnisse, Hinweise oder Spuren ergeben, die weiterführen und schließlich zur Entdeckung des Schuldigen führen - hier Fehlanzeige. Dazwischen sind lange Passagen, die von den Chorproben und dem Mädchengezicke der Sängerinnen untereinander handeln. Dabei kann sich Mercy zwar als charakterlich und strategisch überlegen profilieren, weitere Funktionen für die Handlung scheinen diese Episoden aber nicht zu haben.
Erstaunlicherweise liest sich der Roman dennoch flüssig und man bleibt weiter neugierig auf die Hintergründe - vielleicht gerade weil diese so undurchsichtig bleiben. Der finale Showdown ist arg klischeebeladen, Mercy wird zum Racheengel und das Gute siegt.
Insgesamt lässt mich Gefangen aber doch etwas enttäuscht zurück. Scheinbar hatte die Autorin eine Vision von einer tollen Protagonistin und einem ordentlichen Setting, aber sie scheitert daran, dem ganzen einen stringenten Plot zu geben, dieser wirkt zerstückelt und viel zu wenig durchdacht, es sind logische Leerstellen vorhanden, die es so einfach in keinem Roman geben sollte.
Rebecca Lim, Gefangen (Mercy #1). Ravensburger 2011.
Gemeinsam mit Laurens Bruder Ryan, den Mercy sehr anziehend findet, versucht sie dem Geheimnis auf die Spur zu kommen und Lauren wiederzufinden.
Die Protagonistin Mercy ist eine starke Persönlichkeit: Anpassungsfähig, selbstbewusst, empathisch und mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet, die sie zu ihrem Vorteil nutzt. Die Ausarbeitung der weiteren Charaktere bleibt dagegen lückenhaft und auch bei Mercy gibt es Leerstellen. So gibt es zwar zahlreiche Andeutungen, dass irgend etwas geschehen sein muss, weswegen sie (zur Strafe?) immer wieder in einem neuen Körper erwacht, um eben dieser Person zu helfen, aber keine Erklärung. Es tauchen weitere engelartige Gestalten auf, vor allem auch in ihren Träumen, die aber auch mehr Fragen aufwerfen als sie beantworten. Die Hintergrundsgeschichte bleibt unklar, zwar ist die Deutung, dass sie ein Engel ist, recht offensichtlich (sie leuchtet im Dunkeln, genau), aber alles andere ist Spekulation. Das ist, gelinde gesagt, in dieser Form selbst bei einer Serie höchst unbefriedigend.
Der Plot wird augenscheinlich bestimmt von der Suche nach Lauren. Mercy soll/will der Familie helfen und es gibt Nachforschungen/Unternehmungen mit Ryan, die aber keine Erkenntnisse bringen, sondern handlungstechnisch alle (!) Sackgassen sind. Verschiedene Personen geraten unter Verdacht und erweisen sich als unschuldig, nur der Täter natürlich nicht. In jedem Kriminalroman würde man erwarten, dass sich aus den Nachforschungen zumindest neue Erkenntnisse, Hinweise oder Spuren ergeben, die weiterführen und schließlich zur Entdeckung des Schuldigen führen - hier Fehlanzeige. Dazwischen sind lange Passagen, die von den Chorproben und dem Mädchengezicke der Sängerinnen untereinander handeln. Dabei kann sich Mercy zwar als charakterlich und strategisch überlegen profilieren, weitere Funktionen für die Handlung scheinen diese Episoden aber nicht zu haben.
Erstaunlicherweise liest sich der Roman dennoch flüssig und man bleibt weiter neugierig auf die Hintergründe - vielleicht gerade weil diese so undurchsichtig bleiben. Der finale Showdown ist arg klischeebeladen, Mercy wird zum Racheengel und das Gute siegt.
Insgesamt lässt mich Gefangen aber doch etwas enttäuscht zurück. Scheinbar hatte die Autorin eine Vision von einer tollen Protagonistin und einem ordentlichen Setting, aber sie scheitert daran, dem ganzen einen stringenten Plot zu geben, dieser wirkt zerstückelt und viel zu wenig durchdacht, es sind logische Leerstellen vorhanden, die es so einfach in keinem Roman geben sollte.
Rebecca Lim, Gefangen (Mercy #1). Ravensburger 2011.
Wednesday, December 28, 2016
Andreas Föhr - Totensonntag
Totensonntag führt uns zurück an den beruflichen Anfang von Wallner und Kreuthner. Der fünfte Band der Alpenkrimi-Reihe von Andreas Föhr spielt im Jahr 1992: Wallner ist gerade Kriminalkommissar geworden, Kreuthner ist noch ein wenig wilder und regelresistenter als seine spätere Version. Wallner und die Staatsanwältin Claudia Lukas (und außerdem die Tochter von Wallners Chef) sind auf einer Party in einer Berghütte, als auch Kreuthner mit einem Häftling dort auftaucht. Kreuthner wollte nicht auf das Besäufnis verzichten und hat den Gefangenen kurzerhand mitgenommen. Die Ereignisse laufen aus dem Ruder, als der Gefangene in Panik gerät, zunächst Geiseln nimmt und schließlich von der Seilbahn aus in den Tod stürzt. Kurz zuvor hat er allerdings wirr von einer Leiche in einem Glassarg gesprochen.Die Geschichte nimmt Fahrt auf, als Kreuthner und Wallner die Leiche tatsächlich in einer alten Kapelle entdecken - mit einer Kugel im Kopf!
Die Spuren führen zurück ins Jahr 1945 kurz vor Kriegsende, der zweiten Erzählebene. Frieda flieht von einem Gefangenenransport, sie hofft auf Rettung durch die Amerikaner und versteckt sich, aber die SS ist ihr dicht auf der Spur.
Als Wallner versucht, die Identität der Leiche zu überprüfen und etwas über sie herauszufinden, bemerkt er schnell, dass einige der alten Männer im Dorf bewusst schweigen. Spätestens als der Dorfspitzel Beck, der Informationen über alles und jeden gesammelt hat, plötzlich ermordet wird, ist klar, dass jemand nicht will, dass die Ereignisse von damals ans Tageslicht kommen.
Totensonntag folgt dem bewährten Schema der Reihe mit zwei Erzählebenen, wobei die aktuellen Geschehnisse ihren Ursprung in der Vergangenheit haben und nur gemeinsam aufgedeckt werden können. Dabei hat der Leser/Zuhörer durch die Rückblenden stets einen geringen Wissensvorsprung vor den Ermittlern. Die jüngeren Fassungen von Wallner und Kreuthner sind interessant angelegt, man erfährt einiges über ihren Werdegang. Leider driftet das Absurd-Komische, das die Reihe durchaus auszeichnet, in diesem Band an einigen Stellen ins Klamaukige ab, ist überzogen und dadurch unglaubwürdig. Kiffen im Dienstwagen oder die Sprengung einer privaten Haustür mit Plastiksprengstoff ist dann doch leicht daneben und die Geschichte wäre ohne diese humorigen Ausrutscher besser gewesen.
Die Lesung von Michael Schwarzmeier ist wie gewohnt höchst unterhaltsam und ein echter Gewinn für die Reihe.
Andreas Föhr, Totensonntag. Argon 2014.
Tuesday, December 27, 2016
Sunday, December 25, 2016
Friday, December 23, 2016
Baby in a strange place
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Larry Towell: A Mennonite Child Kent County, Ontario, Canada 1996.
postcrossing card sent by Ethan, Denver, USA |
Thursday, December 22, 2016
Andreas Föhr - Schwarze Piste
Auch Schwarze Piste beginnt, wie die vorhergegangenen drei Krimis von Andreas Föhr: Kreuthner stolpert per Zufall über eine Leiche! Diesmal verstreut er gerade die Asche seines Onkel Simons, die landet aber im Gesicht einer Skifahrerin, er will sie nach unten begleiten, weil sie ihre Kontaktlinsen im Schnee verloren hat, aber er kennt sich dann doch nicht so gut aus - typisch Kreuthner eben.
Zunächst ist nicht klar, ob die Tote Selbstmord begangen oder ob jemand sie ermordet hat. Doch als weitere Morde mit gleichem Layout folgen, scheint die Sache klar... Wallner und sein Team ermitteln, Kreuthner auch, obwohl der das eigentlich gar nicht darf. Wie immer kommt er dabei stark mit den Dienstvorschriften in Konflikt, trotzdem wirkt er dabei diesmal ausgesprochen menschlich und engagiert und übernimmt damit die Rolle des Protagonisten in Schwarze Piste.
Natürlich gibt es wieder Rückbezüge in die Vergangenheit der Charaktere - dieses Mal die linke Szene mit RAF-Nähe, verdeckte Ermittler in diesen Kreisen und auch schlichtweg die Suche nach dem großen Geld. Eine wichtige Erzählrolle kommt dem gedungenen Krimineller Frank zu, der zwar eiskalt handelt, aber dennoch über die Geschehnisse reflektiert, denn natürlich ist nichts so einfach, wie es scheint. Und auch die Polizei kommt der Lösung nur mühsam auf die Spur.
Vor dem Hintergrund all der Krimis mit Lokalkolotit der letzten Jahre, gefallen mit Andreas Föhrs Alpenkrimis immer besser. Hier findet eine konsequente Weiterentwicklung der Charaktere statt, damit verschiebt sich der Fokus mal auf den einen oder auf den anderen Protagonisten, es sind bisher sehr unterschiedliche Themen, die der Autor auswählt (einiziger Kritikpunkt hier vielleicht, dass er nicht sehr in die Tiefe geht in der Ausleuchtung dieser Themen, aber es ist eben doch Unterhaltungsliteratur), die Spannungskurve stimmt und - mir persönlich immer sehr wichtig - die Lösung des Falls wird ermittelt und fällt nicht vom Himmel. Nicht zuletzt macht auch die Lesung durch Michael Schwarzmeier einfach Spaß.
Wie schade, dass aktuell nur noch zwei weitere Bände der Reihe vor mir liegen.
Andreas Föhr, Schwarze Piste. Audiomedia 2014.
Zunächst ist nicht klar, ob die Tote Selbstmord begangen oder ob jemand sie ermordet hat. Doch als weitere Morde mit gleichem Layout folgen, scheint die Sache klar... Wallner und sein Team ermitteln, Kreuthner auch, obwohl der das eigentlich gar nicht darf. Wie immer kommt er dabei stark mit den Dienstvorschriften in Konflikt, trotzdem wirkt er dabei diesmal ausgesprochen menschlich und engagiert und übernimmt damit die Rolle des Protagonisten in Schwarze Piste.
Natürlich gibt es wieder Rückbezüge in die Vergangenheit der Charaktere - dieses Mal die linke Szene mit RAF-Nähe, verdeckte Ermittler in diesen Kreisen und auch schlichtweg die Suche nach dem großen Geld. Eine wichtige Erzählrolle kommt dem gedungenen Krimineller Frank zu, der zwar eiskalt handelt, aber dennoch über die Geschehnisse reflektiert, denn natürlich ist nichts so einfach, wie es scheint. Und auch die Polizei kommt der Lösung nur mühsam auf die Spur.
Vor dem Hintergrund all der Krimis mit Lokalkolotit der letzten Jahre, gefallen mit Andreas Föhrs Alpenkrimis immer besser. Hier findet eine konsequente Weiterentwicklung der Charaktere statt, damit verschiebt sich der Fokus mal auf den einen oder auf den anderen Protagonisten, es sind bisher sehr unterschiedliche Themen, die der Autor auswählt (einiziger Kritikpunkt hier vielleicht, dass er nicht sehr in die Tiefe geht in der Ausleuchtung dieser Themen, aber es ist eben doch Unterhaltungsliteratur), die Spannungskurve stimmt und - mir persönlich immer sehr wichtig - die Lösung des Falls wird ermittelt und fällt nicht vom Himmel. Nicht zuletzt macht auch die Lesung durch Michael Schwarzmeier einfach Spaß.
Wie schade, dass aktuell nur noch zwei weitere Bände der Reihe vor mir liegen.
Andreas Föhr, Schwarze Piste. Audiomedia 2014.
Nikolay Buschik - Kupala Morning
Nikolay Buschik, Kupala Morning (2002),
central part of the triptych "With a Thought about the Motherland"
central part of the triptych "With a Thought about the Motherland"
postcrossing card sent by Alesya from Belarus
Anne Martinetti - Agatha Christie - Das Leben ist kein Roman
Neben Anne Martinetti sind auch noch Guillaume Lebeau und Alexandre Franc als Autoren dieser Graphic Novel zu nennen. Die beiden ersteren sind Spezialisten für Kriminalromane, sowohl im Verlagswesen, als auch Autoren, letzterer ist Illustrator und Comiczeichner. Das Cover von Agatha Christie - Das Leben ist kein Roman erinnerte mich stilistisch an Tim und Struppi von Hergé, klare Linien und Farben und detaillierte, realistische Darstellungen.Die Graphic Novel beginnt mit der wohl dramatischsten Szene aus Agatha Christies Leben - ihrem Verschwinden im Jahre 1926, als sie kurz nach dem Tod Mutter mit der Tatsache konfrontiert wurde, dass ihr Mann eine Geliebte hatte. Sie hinterlässt Indizien, welche die Polizei dazu bringen, ihren Mann zu verdächtigen - doch elf Tage später taucht sie wohlbehalten in Yorkshire wieder auf. Im Anschluss an diese Episode werden chronologisch wichtige Episoden und Stationen ihres Lebens aufgegriffen und humorvoll in Szene gesetzt. Immer wieder tauchen auch die beliebten Ermittler wie Poirot oder Miss Marple auf, die als Erscheinungen oder in Agathas Fantasie ihr Leben kommentieren. Besonders mit Poirot scheint sie in einem dauernden Zwiegespräch zu sein - obwohl sie ihn scheinbar nicht leiden kann.
Agatha Christie - Das Leben ist kein Roman gibt erste Eindrücke in das Leben der wohl berühmtesten und erfolgreichsten Kriminalschriftstellerin, macht neugierig und ist dabei stets humor- und dennoch respektvoll. Ergänzt wird dies noch durch eine tabellarische Auflistung ihrer wichtigsten Lebensstationen. Eine durchaus lohnende Lektüre.
Anne Martinetti, Agatha Christie - Das Leben ist kein Roman. Egmont, Köln 2015.
Wednesday, December 21, 2016
Book Challenge 2016 - completed!
Seit über drei Jahren denkt sich Mandy von bookaholicasworld tolle Challenge-Aufgaben aus.
Ich habe erfolgreich die Aufgaben von 20/13 und 20/14 bearbeitet. 20/15 hatte Mandy das Konzept umgestellt, es war freier, aber auch abhängiger vom Zufall. Ich hatte beschlossen, pro Buch nur eine Kategorie abzuhaken, dadurch war ich langsamer und ich habe auch nicht alle Begriffe finden können. Andere Teilnehmer haben ein Buch mehrfach verwendet. Dies hat Mandy bei der diesjährigen Challenge geändert, es darf mit einem Buch nur jeweils ein Punkt abgearbeitet werden und die Challenge gilt nur dann als gemeistert, wenn alle Punkte erledigt wurden!
Heute, am 21. Dezember, habe ich das letzte Buch für die Challenge beendet (Tess Gerritsens Totenlied), hier also mein Blogpost mit der Übersicht zu meinen Büchern.
21.12.2016 60/60
Kategorie 1 - Verlag
Goldmann: Lemony Snicket - Der Fluch der falschen Frage
Knaur: Terry Pratchett - Echte Katzen tragen niemals Schleifen
Bastei Lübbe: Lars Kepler - Paganinis Fluch
Heyne: Holly Seddon - Locked in: Wach auf, wenn du kannst
Loewe: Jennifer Rush - Escape (Altered #1)
Kategorie 2 - Cover
Tier: T.C. Boyle - Wenn das Schlachten vorbei ist
Element/e (Feuer, Wasser, Luft, Erde): Ray Bradbury - Fahrenheit 451
Spooky / Unheimlich / Angst einflößend: Max Bentow - Die Totentänzerin
Zeichnung / Illustration: Terry Pratchett - Schöne Scheine
Pflanze: Kathryn Stockett - Gute Geister
Körperteil/e: Jeffery Deaver - Letzer Tanz
Kategorie 3 - Preis (Verlagsneupreis!)
7,95 € - 7,99 €: Lene Kaaberbøl - Die Feuerprobe (Wildhexe #1, e-book)
8,95 € - 8,99 €: Nadja Hermann - Fettlogik überwinden (e-book)
9,95 € - 9,99 €: Hjorth und Rosenfeldt - Das Mädchen, das verstummte
12,99 € - 14,99 €: Vera Brosgol - Anyas Geist (Taschenbuch)
16,99 € - 19,99 €: Pierre Lagrange - Tod in der Provence (Audiobook)
20,00 € - 30,00 €: Jonathan Franzen - Freiheit
Kategorie 4 - Farbgestaltung
blau: Tove Jansson - A Winter Book
grün: Kai Meyer - Die Wellenläufer
gelb: Siegfried Lenz - So zärtlich war Suleyken
rot: John Reppion and Colton Worley - Dracula (Graphic Novel)
schwarz: Jan Costin Wagner - Das Schweigen
weiß: Truman Capote - Frühstück bei Tiffany
Kategorie 5 - Titel
1 Wort: Lukas Jüliger - Vakuum
2 Worte: Oliver Harris - London Killing
3 Worte: Kathy Reichs - Bones on Ice
4 Worte: Salomonica de Winter - Die Geschichte von Blue
5 Worte: Hakan Nesser - Das unerträgliche Weiß zu Weihnachten
mind. 6 Worte: Fredrik Backman - Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr leid
Kategorie 6 - Buchart
Hardcover mit Schutzumschlag: Karin Slaughter - Pretty Girls
Klappenbroschur: Jo Nesbø - Blood on Snow - Der Auftrag
e-Book: Haruki Murakami - Kafka am Strand
Hörbuch: Jennifer L. Armentroud - Onyx
Kategorie 7 - Autor/in
Vorname: 6 Buchstaben: Martin Schmitz-Kuhl - Book und Bookster
Nachname: 6 Buchstaben: David Almond - Zeit des Mondes
Gleiche Initialen (Anfangsbuchstabe Vor- und Nachname gleich): Sasa Stanisic - Vor dem Fest
2 Autoren - 1 Buch: Loisel und Tripp - Das Nest - Ernest
Name ohne "a" und "e": Nick Hornby - A Long Way Down
mind. 6 Buchveröffentlichungen: Arnaldur Indridason - Duell
Kategorie 8 - Herkunft / Bezug
Neukauf: Jonathan Stroud - The Creeping Shadow
Geschenk: Tess Gerritsen - Totenlied
Geliehen: Sara Gruen - Wasser für die Elefanten
Reduziert (z. B. ME - muss "neu" sein!): Lars Kepler - Der Sandmann
Gebraucht: Eckhart Nickel - Gebrauchanweisung für Portugal
Vorbestellung: Kathy Reichs - Die Sprache der Knochen (erscheint am 11. Januar 2016)
Kategorie 9 - Seitenanzahl
200 - 299: Marc Levy - Solange du da bist
300 - 399: Jan Costin Wagner - Das Licht in einem dunklen Haus
400 - 499: Harper Lee - Wer die Nachtigall stört
500 - 599: Gard Sveen - Der letzte Pilger
600 - 699: Lars Kepler - Flammenkinder
700 - 799: Elizabeth George - Bedenke, was du tust
Kategorie 10 - Erscheinungsjahr
2011: James Sturm - Markttag
2012: Katharina Hagena - Vom Schlafen und Verschwinden
2013: Olivia Vieweg - Huck Finn
2014: Jan Costin Wagner - Tage des letzten Schnees
2015: Philip Kerr - Winterpferde
2016: Isabel Bogdan - Der Pfau
Ich habe erfolgreich die Aufgaben von 20/13 und 20/14 bearbeitet. 20/15 hatte Mandy das Konzept umgestellt, es war freier, aber auch abhängiger vom Zufall. Ich hatte beschlossen, pro Buch nur eine Kategorie abzuhaken, dadurch war ich langsamer und ich habe auch nicht alle Begriffe finden können. Andere Teilnehmer haben ein Buch mehrfach verwendet. Dies hat Mandy bei der diesjährigen Challenge geändert, es darf mit einem Buch nur jeweils ein Punkt abgearbeitet werden und die Challenge gilt nur dann als gemeistert, wenn alle Punkte erledigt wurden!
Heute, am 21. Dezember, habe ich das letzte Buch für die Challenge beendet (Tess Gerritsens Totenlied), hier also mein Blogpost mit der Übersicht zu meinen Büchern.
21.12.2016 60/60
Kategorie 1 - Verlag
Goldmann: Lemony Snicket - Der Fluch der falschen Frage
Knaur: Terry Pratchett - Echte Katzen tragen niemals Schleifen
Bastei Lübbe: Lars Kepler - Paganinis Fluch
Heyne: Holly Seddon - Locked in: Wach auf, wenn du kannst
Loewe: Jennifer Rush - Escape (Altered #1)
Kategorie 2 - Cover
Tier: T.C. Boyle - Wenn das Schlachten vorbei ist
Element/e (Feuer, Wasser, Luft, Erde): Ray Bradbury - Fahrenheit 451
Spooky / Unheimlich / Angst einflößend: Max Bentow - Die Totentänzerin
Zeichnung / Illustration: Terry Pratchett - Schöne Scheine
Pflanze: Kathryn Stockett - Gute Geister
Körperteil/e: Jeffery Deaver - Letzer Tanz
Kategorie 3 - Preis (Verlagsneupreis!)
7,95 € - 7,99 €: Lene Kaaberbøl - Die Feuerprobe (Wildhexe #1, e-book)
8,95 € - 8,99 €: Nadja Hermann - Fettlogik überwinden (e-book)
9,95 € - 9,99 €: Hjorth und Rosenfeldt - Das Mädchen, das verstummte
12,99 € - 14,99 €: Vera Brosgol - Anyas Geist (Taschenbuch)
16,99 € - 19,99 €: Pierre Lagrange - Tod in der Provence (Audiobook)
20,00 € - 30,00 €: Jonathan Franzen - Freiheit
Kategorie 4 - Farbgestaltung
blau: Tove Jansson - A Winter Book
grün: Kai Meyer - Die Wellenläufer
gelb: Siegfried Lenz - So zärtlich war Suleyken
rot: John Reppion and Colton Worley - Dracula (Graphic Novel)
schwarz: Jan Costin Wagner - Das Schweigen
weiß: Truman Capote - Frühstück bei Tiffany
Kategorie 5 - Titel
1 Wort: Lukas Jüliger - Vakuum
2 Worte: Oliver Harris - London Killing
3 Worte: Kathy Reichs - Bones on Ice
4 Worte: Salomonica de Winter - Die Geschichte von Blue
5 Worte: Hakan Nesser - Das unerträgliche Weiß zu Weihnachten
mind. 6 Worte: Fredrik Backman - Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr leid
Kategorie 6 - Buchart
Hardcover mit Schutzumschlag: Karin Slaughter - Pretty Girls
Hardvover ohne Schutzumschlag: Loïc Dauvillier und Glen Chapron - Das Attentat
Taschenbuch: Alice Walker - Die Farbe LilaKlappenbroschur: Jo Nesbø - Blood on Snow - Der Auftrag
e-Book: Haruki Murakami - Kafka am Strand
Hörbuch: Jennifer L. Armentroud - Onyx
Kategorie 7 - Autor/in
Vorname: 6 Buchstaben: Martin Schmitz-Kuhl - Book und Bookster
Nachname: 6 Buchstaben: David Almond - Zeit des Mondes
Gleiche Initialen (Anfangsbuchstabe Vor- und Nachname gleich): Sasa Stanisic - Vor dem Fest
2 Autoren - 1 Buch: Loisel und Tripp - Das Nest - Ernest
Name ohne "a" und "e": Nick Hornby - A Long Way Down
mind. 6 Buchveröffentlichungen: Arnaldur Indridason - Duell
Kategorie 8 - Herkunft / Bezug
Neukauf: Jonathan Stroud - The Creeping Shadow
Geschenk: Tess Gerritsen - Totenlied
Geliehen: Sara Gruen - Wasser für die Elefanten
Reduziert (z. B. ME - muss "neu" sein!): Lars Kepler - Der Sandmann
Gebraucht: Eckhart Nickel - Gebrauchanweisung für Portugal
Vorbestellung: Kathy Reichs - Die Sprache der Knochen (erscheint am 11. Januar 2016)
Kategorie 9 - Seitenanzahl
200 - 299: Marc Levy - Solange du da bist
300 - 399: Jan Costin Wagner - Das Licht in einem dunklen Haus
400 - 499: Harper Lee - Wer die Nachtigall stört
500 - 599: Gard Sveen - Der letzte Pilger
600 - 699: Lars Kepler - Flammenkinder
700 - 799: Elizabeth George - Bedenke, was du tust
Kategorie 10 - Erscheinungsjahr
2011: James Sturm - Markttag
2012: Katharina Hagena - Vom Schlafen und Verschwinden
2013: Olivia Vieweg - Huck Finn
2014: Jan Costin Wagner - Tage des letzten Schnees
2015: Philip Kerr - Winterpferde
2016: Isabel Bogdan - Der Pfau
Tess Gerritsen - Totenlied
Tess Gerritsens Totenlied vereint mehrere Genre in sich, ist Familiendrama, historischer Roman und Thriller zugleich. Wer einen Fall wie von Rizzoli und Isles erwartet, wird eventuell enttäuscht sein...Die US-amerikanische Violinisten Julia Ansdell findet in einem italienischen Antiquitätengeschäft ein Notenbuch mit einem handgeschriebenen Notenblatt. Der darauf notierte Walzer und der Komponist sind ihr völlig unbekannt. Zurück zuhause spielt sie erstmals die Komposition und findet danach ihren ermordeten Kater und ihre verstörte dreijährige Tochter Lily daneben. Als sich weitere Vorfälle ereignen, die scheinbar auch mit dem Walzer mit dem Titel "Incendio" zu tun haben, gerät ihr gesamtes Familienleben aus dem Gleichgewicht. Sie scheint nicht mehr sie selber zu sein, fürchtet sich vor ihrer Tochter und hat schreckliche Angst, ihr Mann könne sie in eine psychiatrische Anstalt einweisen, denn ihrer Mutter geschah ähnliches... Sie weiß nicht, was los ist, aber sie will das Rätsel um die Herkunft des Walzers klären, um vielleicht herauszufinden, warum all diese Dinge geschehen, und reist erneut nach Italien...
Parallel dazu wird die Geschichte des Komponisten und Violinisten Lorenzo Todesco im Italien der 1930er Jahre erzählt, so dass der Leser einige der Antworten auf Julias Fragen schon vorher kennt. Dadurch kommt die Auflösung und das Ende der Geschichte vielleicht nicht ganz so überraschend, aber Totenlied ist dennoch ein echter Pageturner. Beide Erzählebenen entwickeln ihre eigene Dynamik, die Protagonisten, obgleich beide Musiker sind, ist ihr Verhältnis zur und Erleben von Musik dennoch unterschiedlich. Einerseits ist es für Lorenzo seine Möglichkeit, seine Gefühle auszudrücken und wird sogar zum einzigen Mittel dies zu tun, zum Rettungsanker in der Verzweiflung. Für Julia ist es eher auch Beruf, ihre emotionalen Bindungen geschehen nicht über die Musik, es ist eher etwas, das sie von ihrem Mann trennt, der als Logiker und Rationalist sie nicht immer verstehen kann. Erst am Ende stellt sich heraus, dass die Musik sie in einer schweren Zeit heilen kann und zur Zukunft wird.
Überrascht war ich am Ende des Buches von der Tatsache, dass Gerritsen in Totenlied ihre eigene Affinität zur Musik zum Ausdruck bringt, ja sogar das Titelstück komponiert hat, sodass "Incendio" bei Leseveranstaltungen mit der Autorin am Klavier aufgeführt wurde. Insgesamt kann ich den Roman allen Musik-affinen Fans von Tess Gerritsen empfehlen, auch wenn eine stringente Thriller-Handlung vielleicht nicht zustande kommt - dies bedeutet nicht, dass das Buch nicht spannend ist!
Tess Gerritsen, Totenlied. Limes, München 2016.
Leopold Maurer - Der Sturm
Leopold Maurer ist ein österreichischer Künstler und Illustrator. Im Shakespeare-Jahr 2016 (das 400 Todesjahr des englischen Dramatikers) illustrierte Maurer dessen spätes, als Romanze eingeordnetes Stück Der Sturm (verlegt beim Luftschacht Verlag, Buchverlag für zeitgenössische Literatur seit 2001 mit Sitz in Wien).
Der Sturm erzählt die Geschichte vom Prospero und seiner Tochter. Prospero ist Herzog von Mailand, musste aber vor seinem Bruder auf eine Insel flüchten. Er nutzt Magie, um seine ebenfalls dort gestrandeten Feinde zu besiegen, und kehrt, nachdem seine Ehre wiederhergestellt worden ist, in seine Heimat zurück.
Maurers Fassung stellt Prospero sowohl als Mächtigen dar, der dem Luftgeist Ariel befiehlt, aber auch als jemanden, der seine Feinde geschickt mittels Technologie überwacht. Die Figuren sind schlicht und eher kantig gezeichnet, vor allem auch die Umgebung wird wenig detailreich und oft wüstenartig dargestellt. Die Koloration ist plakativ, es überwiegen klare, flächig verwendete Farben, die auch symbolhaft einer Person zugeordnet werden und so bei den ähnlichen Männerfiguren eine einfache Unterscheidung ermöglichen. Ariel wird die Farbe rot zugeordnet, so dass dessen Machenschaften und Einfluss farbig kenntlich gemacht werden.

Der Text besteht in weiten Teilen aus der überarbeiteten Übersetzung von 1987/88 (Schlegel-Übersetzung in Überarbeitung von Vera Sturm und Claus Peymann) und ist nicht immer leicht verständlich, was an notwendigen Auslassungen liegen mag, auch an dem komplexen Stück selbst. Nicht immer empfand ich die Bilder als Bereicherung zum Text, die Bilder allein können die Geschichte aber nur an wenigen Stellen tragen (zum Beispiel wenn Ariel auftritt, wird sofort deutlich, dass er Einfluss auf das Geschehen nimmt, ohne dass dies weiter erklärt werden muss). Viele der Dialoge wirkten auf mich zusammenhanglos, die Figuren blieben Hülsen, Properos Sinneswandel am Ende in seinen Grundlagen unklar.
Insgesamt war diese Graphic Novel keine wirkliche Bereicherung in Bezug auf das Shakespeare-Stück und der Stil der Illustrationen trifft ebenfalls nicht meinen Geschmack. Aber das mag anderen anders ergehen.
Leopold Maurer, Der Sturm. Luftschacht Verlag, Wien 2016.
Der Sturm erzählt die Geschichte vom Prospero und seiner Tochter. Prospero ist Herzog von Mailand, musste aber vor seinem Bruder auf eine Insel flüchten. Er nutzt Magie, um seine ebenfalls dort gestrandeten Feinde zu besiegen, und kehrt, nachdem seine Ehre wiederhergestellt worden ist, in seine Heimat zurück.
Maurers Fassung stellt Prospero sowohl als Mächtigen dar, der dem Luftgeist Ariel befiehlt, aber auch als jemanden, der seine Feinde geschickt mittels Technologie überwacht. Die Figuren sind schlicht und eher kantig gezeichnet, vor allem auch die Umgebung wird wenig detailreich und oft wüstenartig dargestellt. Die Koloration ist plakativ, es überwiegen klare, flächig verwendete Farben, die auch symbolhaft einer Person zugeordnet werden und so bei den ähnlichen Männerfiguren eine einfache Unterscheidung ermöglichen. Ariel wird die Farbe rot zugeordnet, so dass dessen Machenschaften und Einfluss farbig kenntlich gemacht werden.

Der Text besteht in weiten Teilen aus der überarbeiteten Übersetzung von 1987/88 (Schlegel-Übersetzung in Überarbeitung von Vera Sturm und Claus Peymann) und ist nicht immer leicht verständlich, was an notwendigen Auslassungen liegen mag, auch an dem komplexen Stück selbst. Nicht immer empfand ich die Bilder als Bereicherung zum Text, die Bilder allein können die Geschichte aber nur an wenigen Stellen tragen (zum Beispiel wenn Ariel auftritt, wird sofort deutlich, dass er Einfluss auf das Geschehen nimmt, ohne dass dies weiter erklärt werden muss). Viele der Dialoge wirkten auf mich zusammenhanglos, die Figuren blieben Hülsen, Properos Sinneswandel am Ende in seinen Grundlagen unklar.
Insgesamt war diese Graphic Novel keine wirkliche Bereicherung in Bezug auf das Shakespeare-Stück und der Stil der Illustrationen trifft ebenfalls nicht meinen Geschmack. Aber das mag anderen anders ergehen. Leopold Maurer, Der Sturm. Luftschacht Verlag, Wien 2016.
Sunday, December 18, 2016
Andreas Föhr - Karwoche
In dem dritten Alpen-Krimi Karwoche um Wallner und Kreuthner geht es um ein Familiendrama. Doch der Roman beginnt wie seine Vorgänger einmal mehr mit einer idiotischen Idee Kreuthners: Bei einer Wettfahrt zwischen
ihm und seinem Freund kommt es beinahe zu einer Kollision und Zeuge ist ausgerechnet Wallner auf seiner Fahrt in den Osteriurlaub! Um nicht allzu deppert dazustehen, tut Kreuthner so, als wolle er den Lieferwagen kontrollieren - nur um im Laderaum eine Tote zu finden!
Bei dieser stellen die Ermittler bald eine Querverbindung zum Tod eines jungen Mädchen, Leni, her, das aus der bekannten Schauspielerfamilie Millruth stammte und deren Onkel gerade wegen fahrlässiger Tötung auf Bewährung verurteilt worden ist. Die Tote aus dem Laderaum verfügte über Informationen, die den Tathergang in ein anderes Licht rücken als bisher angenommen. Die Motive für den Tod des Mädchens scheinen noch weiter in der Vergangenheit zu liegen, auch Lenis altes Kindermädchen wird vermisst. Um den aktuellen Mord aufzuklären, ist es unerlässlich, noch einmal zu prüfen, wer Leni wirklich umgebracht hat.
In Rückblenden erfahren wir, was am letzten Weihnachtsabend bei den Millruths wirklich geschehen ist, während Wallner trotz Urlaub ermittelt, richtig schlussfolgert und die passenden Theorien entwickelt und dabei am Ende noch einen weiteren Mord verhinden kann. Natürlich bekommen auch die Nebencharaktere wie Opa Manfred wieder ihre Auftritte und auch in Wallners Privatleben gibt es Neuigkeiten. Andreas Föhr setzt in Karwoche die unterhaltsame Reihe gekonnt fort, in der Lesung von Michael Schwarzmaier ein Hörvergnügen.
Andreas Föhr, Karwoche. Audio Media Verlag 2011.
Bei dieser stellen die Ermittler bald eine Querverbindung zum Tod eines jungen Mädchen, Leni, her, das aus der bekannten Schauspielerfamilie Millruth stammte und deren Onkel gerade wegen fahrlässiger Tötung auf Bewährung verurteilt worden ist. Die Tote aus dem Laderaum verfügte über Informationen, die den Tathergang in ein anderes Licht rücken als bisher angenommen. Die Motive für den Tod des Mädchens scheinen noch weiter in der Vergangenheit zu liegen, auch Lenis altes Kindermädchen wird vermisst. Um den aktuellen Mord aufzuklären, ist es unerlässlich, noch einmal zu prüfen, wer Leni wirklich umgebracht hat.
In Rückblenden erfahren wir, was am letzten Weihnachtsabend bei den Millruths wirklich geschehen ist, während Wallner trotz Urlaub ermittelt, richtig schlussfolgert und die passenden Theorien entwickelt und dabei am Ende noch einen weiteren Mord verhinden kann. Natürlich bekommen auch die Nebencharaktere wie Opa Manfred wieder ihre Auftritte und auch in Wallners Privatleben gibt es Neuigkeiten. Andreas Föhr setzt in Karwoche die unterhaltsame Reihe gekonnt fort, in der Lesung von Michael Schwarzmaier ein Hörvergnügen.
Andreas Föhr, Karwoche. Audio Media Verlag 2011.
Wednesday, December 14, 2016
Cornelia Funke - Herr der Diebe
In Herr der Diebe erzählt Cornelia Funke die Geschichte einer Gruppe von Kindern, die versuchen, sich in Venedig ohne die Hilfe von Erwachsenen durchzuschlagen. Sie leben in einem alten Kino und ihr Anführer nennt sich Herr der Diebe, heißt aber eigentlich Scipio. Er bringt ihnen von Zeit zu Zeit erbeutete Gegenstände, die sie bei einem Antiquitätenhändler zu Geld machen. Bedroht wird ihre scheinbare Sicherheit durch den Privatdetektiv Victor, der den Auftrag hat, die Geschwister Bo und Prosper, die nach dem Tod ihrer Eltern nach Venedig geflohen sind, im Auftrag ihrer Tante zu suchen. Gleichzeitig erhält die Bande den mysteriösen Auftrag einen scheinbar wertlosen Gegenstand aus dem Haus der Fotografin Ida Spavento zu stehlen.
Jedoch entwickelt sich die Geschichte nicht wie erwartet...
Der Roman besticht vor allem durch die zahlreichen Wendepunkte: Die einzelnen Charaktere erhalten von Kapitel zu Kapitel mehr Tiefe und treffen Entscheidungen, die so nicht zu erwarten waren - vor allem Scipio und Victor sind nicht die, die sie anfangs zu sein scheinen, ihre unerwarteten Reaktionen werden aber plausibel, sobald wir etwas mehr über ihre persönliche Geschichte erfahren.
Das Thema des Erwachsenseins und des Erwachsenwerdens steht wie ein großes Motto über allen Charakteren: Sie wollen nicht mehr in der Rolle des Kindes gefangen sein, sehnen sich zurück zu den Abenteuern der Kindheit, haben Kindheit nachzuholen oder werden langsam, aber stetig erwachsener und übernehmen Verantwortung für sich und andere. Genau diese Vielschichtigkeit und Spannung zwischen Kind- und Erwachsensein stellt Funke an den Anfang des Romans:
Am beeindruckendsten ist die Tatsache, dass Funke das Meisterstück gelingt, beim Leser selbst für die bösen Charaktere, die Gegenspieler der Kinder, Sympathie oder zumindest Verständnis zu wecken. Auch diese haben eine Geschichte und Beweggründe, warum sie so sind, wie sie sind. Den Protagonisten hingegen gönnt man das Happy End, dass die Autorin ihnen geschrieben hat, von ganzem Herzen. Ein liebenswerter, poetischer und zugleich spannender Roman mit starken Charakteren - eine Seltenheit.
Cornelia Funke, Herr der Diebe. Dressler, Hamburg 2000.
Jedoch entwickelt sich die Geschichte nicht wie erwartet...
Der Roman besticht vor allem durch die zahlreichen Wendepunkte: Die einzelnen Charaktere erhalten von Kapitel zu Kapitel mehr Tiefe und treffen Entscheidungen, die so nicht zu erwarten waren - vor allem Scipio und Victor sind nicht die, die sie anfangs zu sein scheinen, ihre unerwarteten Reaktionen werden aber plausibel, sobald wir etwas mehr über ihre persönliche Geschichte erfahren.
Das Thema des Erwachsenseins und des Erwachsenwerdens steht wie ein großes Motto über allen Charakteren: Sie wollen nicht mehr in der Rolle des Kindes gefangen sein, sehnen sich zurück zu den Abenteuern der Kindheit, haben Kindheit nachzuholen oder werden langsam, aber stetig erwachsener und übernehmen Verantwortung für sich und andere. Genau diese Vielschichtigkeit und Spannung zwischen Kind- und Erwachsensein stellt Funke an den Anfang des Romans:
Um all diese Perspektiven noch etwas intensiver zu beleuchten, bedient sich die Autorin eines einzelnen fantastischen Elements in einem sonst in der realistischen Jetztzeit beheimateten Romans: Ein Karussel, dass den, der darauf fährt, älter oder jünger machen kann - es steht in einem verwilderten Labyrinth auf einer mysteriösen, verlassenen Insel und besticht durch seine schlichte Schönheit - real und symbolisch."Erwachsene erinnern sich nicht daran, wie es war, ein Kind zu sein.Auch wenn sie es behaupten.Sie wissen es nicht mehr. Glaub mir.Sie haben alles vergessen.Wie viel größer die Welt ihnen damals erschien.Dass es mühsam sein konnte, auf einen Stuhl zu klettern.Wie fühlte es sich an, immer hochzublicken?Vergessen.Sie wissen es nicht mehr.Du wirst es auch vergessen.Manchmal reden die Erwachsenen davon, wie schön es war, ein Kind zu sein.Sie träumen sogar davon, wieder eins zu sein.Aber wovon haben sie geträumt, als sie Kinder waren?Weißt du es?Ich glaube, sie träumten davon, endlich erwachsen zu sein."
Am beeindruckendsten ist die Tatsache, dass Funke das Meisterstück gelingt, beim Leser selbst für die bösen Charaktere, die Gegenspieler der Kinder, Sympathie oder zumindest Verständnis zu wecken. Auch diese haben eine Geschichte und Beweggründe, warum sie so sind, wie sie sind. Den Protagonisten hingegen gönnt man das Happy End, dass die Autorin ihnen geschrieben hat, von ganzem Herzen. Ein liebenswerter, poetischer und zugleich spannender Roman mit starken Charakteren - eine Seltenheit.
Cornelia Funke, Herr der Diebe. Dressler, Hamburg 2000.
Monday, December 12, 2016
Ernest Hemingway - Der alte Mann und das Meer

Für seine Novelle Der alte Mann und das Meer erhielt Ernest Hemingway 1953 den Pulitzer-Preis, es ist zugleich sein letztes zu Lebzeiten veröffentlichtes Werk und eines der ausschlaggebenden Werke, warum er den Literaturnobelpreis verliehen bekam.
Der alte kubanische Fischer Santiago hat seit 84 Tagen keinen Fisch mehr gefangen, die Eltern seines Gehilfen - dem Jungen - haben diesem verboten, weiterhin mit ihm zu fahren, weil er vom Pech verfolgt ist. So fährt der alte Mann allein weit aufs Meer hinaus - und es beißt der größte Fisch seines Lebens an - ein Marlin. Zwei Tage lang kämpft er mit dem Fisch bis an den Rand der Erschöpfung, sogar bis an den Rand des Todes, bis er schließlich den Fisch töten kann und den Kampf gewinnt. Doch der Triumph ist ihm nicht vergönnt, auf der Rückreise in den Hafen wird er mehrfach von Haien angegriffen, die seinen Fang nahezu komplett vernichten - nur das Skelett und das Schwert des Fisches zeugen von seiner enormen Größe. Er selbst ist physisch und psychisch erschöpft und der Junge ist in Sorge und Trauer um ihn.
Es ist eine sehr eindringliche Erzählung von Einsamkeit und dem inneren Kampf mit sich selbst. Die Lesung des inzwischen verstorbenen Rolf Boysen trägt sehr zur Atmosphäre bei, es ist, als höre man tatsächlich dem alten Mann und seinen Gedanken zu.
Hemingways Themen sind nicht die meinen, es fällt mir schwer, das Töten, Jagen, Kämpfen loszulösen und nur als Metaphern für die großen Themen des Lebens zu sehen. Bei Der alte Mann und das Meer fiel mir dies etwas leichter und es gab viele Momente, die mich berührt haben - auch wenn Hemingway wohl kaum einer meiner Lieblingsautoren werden wird. Aber ich habe etwas mehr Achtung vor dessen Schaffen gewonnen.
Ernest Hemingway, Der alte Mann und das Meer. Litraton 1998.
Saturday, December 10, 2016
Lars Kepler - Der Sandmann
Wie am Ende des letzten Bandes Flammenkinder schon angedeutet, ist der Protagonist in Der Sandmann der Serienmörder Jurek Walter, der schon seit Jahren in Sicherheitsverwahrung eingesperrt ist und den Joona Linna damals überführt hat. Gleichzeitig ist er auch der Grund, warum Joona vortäuschen musste, dass seine Frau und seine Tochter tot sind. Jurek Walter drohte allen an seiner Überführung beteiligten Familien und nachdem die Kinder eines Kollegen entführt wurden, zweifelte niemand mehr daran, dass Jurek einen Komplizen hat, der seine Verbrechen fortsetzt. Dies alles liegt Jahre zurück, da taucht plötzlich eines der als Kind entführten Opfer wieder lebend auf und berichtet von seiner Gefangenschaft - und auch davon, dass seine Schwester ebenfalls noch lebt. Eine neue Suche nach dem Versteck wird eingeleitet, aber die Hinweise sind dürftig - klar ist aber, dass Jurek Walter das Versteck kennt und irgendwie immer noch Kontakt zu seinem Komplizen hält. Man beschließt, Joonas Kollegin Saga Bauer als Mitgefangene mit einem Mikro ausgestattet in die Sicherheitsverwahrung einzuschleusen, damit sie eine Beziehung zu Jurek aufbaut. Eine höchstgefährliche Mission, die Sagas Leben und Psyche in mehrfacher Hinsicht in Gefahr bringt. Der Plan geht auch nicht auf, Jurek gelingt die Flucht und er will zuende bringen, was sein Komplize nicht geschafft hat, während Saga und Joona seine Opfer zu retten und Jurek zu stoppen.
Im Vergleich zu den vorangegangenen Bänden kommt Der Sandmann mit weniger Schauplätzen und einem kleineren Personenkreis aus, bietet aber noch mehr Spannung. Besonders Sagas nahezu suizidale Mission in der Sicherheitsverwahrung, bei der ihr von mehr als einer Seite Gefahr droht, lässt einen nicht los. Von Joonas Innenleben erfahren wir wiederum wieder weniger, was auch zu dem nun schon erwarteten Cliffhanger am Ende führt. Die Story um höchst mainpulativen Jurek Walter wird schichtweise aufgedeckt und bekommt Tiefe, wenngleich die Auswirkungen seiner Manipulationen auf die Menschen in seiner Umgebung teils übertrieben wirken. Der Sandmann ist m.E. der bisher beste Band der Reihe und ein echter Pageturner mit einer beeindruckenden Spannungskurve.
Lars Kepler, Der Sandmann. Lübbe Audio 2014.
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