Thursday, August 04, 2011

Andrew Vachss: Flood

A while ago I remembered some of the first thriller authors I read as a teenager. There was Sara Paretsky's Vic Warshawsky series, some German and Swedish authors and there was this one guy called Andrew Vachss. His Burke was one of the darkest characters I had met so far, dark, but still the good guy. In my memory there were only bits and pieces so I re-read Flood (1985), the first novel, in English on my kindle. It was even darker then I remembered.
Burke is a kind of a private investigator who is very secretive, very careful about letting people know things about himself and his business. He chooses his cases carefully, apparently only for money, but deep down he's very sensitive - especially about the topic of child abuse.
He has well-trained dog called Pansy (who is modelled after one of Vachss' own dogs as you can read and see on his website) and some strange/bizarre friends who help him devotedly.
Flood is a woman who wants to revenge the death of her friend and her friend's child who were killed by a child abuser and she needs Burke's help to find the man. While dealing with a lot of violence and moving about in NY's darkest areas Burke and Flood get into a personal relationship which lets us see behind the mask of the tough guy and together they succeed.
I liked to read the story again, I am still fond of the characters, the setting and the atmosphere. The language took a while getting used to. The topic - which is Vachss' main impulse to write the books - is sadly still very up-to-date and he is still fighting for better treatment and protection of abandoned and abused kids.
Probably I'll read more - some of the later novels didn't get translated into German so there's a lot more to read (list on krimi-couch.de).

Tuesday, July 26, 2011

Mark Twain - Tom Sawyer


One of the first books I downloaded on my new kindle was Twain's Tom Sawyer (maybe inspired by a postcrossing card I got in May 2011). I have always wanted to read some of the classic American and English literature - in fact it was one of the reasons why I bought the kindle, so many free e-books to choose from!
It was fun to read Tom Sawyer, the language (and slang) of 1876's Missouri was a challenge in some parts (but not a problem thanks to helpful kindle context dictionary - great feature!) but the story still works and pulled me into Tom's world immediately. Just one example: What an ingenious idea to make painting look like the greatest thing in the world so everyone wants to do the job Tom is supposed to do as a punishment!
Here are two quotes from chapter two:

Tom appeared on the sidewalk with a bucket of whitewash and a long-handled brush. He surveyed the fence, and all gladness left him and a deep melancholy settled down upon his spirit. Thirty yards of board fence nine feet high. Life to him seemed hollow, and existence but a burden.

He had discovered a great law of human action, without knowing it — namely, that in order to make a man or a boy covet a thing, it is only necessary to make the thing difficult to obtain.

Looking forward to Huck Finn now.

Kristof Magnusson: Gebrauchsanweisung für Island


Als Urlaubsvorbereitung ist Magnussons Gebrauchsanweisung für Island gerade noch rechtzeitig erschienen. Als Halbisländer ist er eine ideale Besetzung für das Schreiben derselben, außerdem hat er schon einige andere literarische und übersetzerische Erfolge vorzuweisen, wie seine Website belegt.

Ganz im Stil der Reihe ist das Buch eine Mischung aus unterhaltsamen Anekdoten und (vermutlich) hilfreichen Informationen über den Lebensstil der Isländer und das "jüngste Land der Erde". Die sieben Kapitel beschäftigen sich mit Islands Entstehungsgeschichte und seiner Besiedlung, die Schwimmbadkultur, die Finanzkrise 2008 und ihre Hintergründe, die Natur Islands, Literatur und das Leben in der Hauptstadt Reykjavík - und zeichnen damit ein recht umfassendes Bild Islands, teils schwärmerisch, was Magnusson als "Íslandsvinur" (=Islandfreund) auch gar nicht zu verbergen versucht, teils aber auch hinterfragend ironisch.

Nach der Lektüre habe ich nun das Gefühl ein bisschen mehr über die Isländer zu wissen und blicke der Reise mit gespannter Erwartung entgegen, aber auch in dem Bewusstsein, dass ich vermutlich auf dem besten Weg bin, auch ein "Íslandsvinur" zu werden.

Kristof Magnusson, Gebrauchsanweisung für Island. Piper Verlag, München 2011.

Sunday, July 17, 2011

Carl Hiaasen: Der Reinfall


Ein Reinfall im wahrsten Sinne, Wortspiel erwünscht: Chaz wirft seine Frau Joey auf der Kreuzfahrt anlässlich ihres Hochzeitstags über Bord. Doch anstatt zu ertrinken wird die ehemalige Leistungsschwimmerin in letzter Minute gerettet von einem Expolizisten namens Mick Stranahan. Gemeinsam machen die beiden sich daran, die Gründe für den gescheiterten Mord herauszufinden und vor allem dem stümperhaften Mörder das Leben zur Hölle zu machen, um Gerechtigkeit zu erfahren.
Carl Hiaasen ist ein amerikanischer Journalist und Autor, der in Artikeln und in seinen Büchern die Korruptheit und Verlogenheit, die Gewissenlosigkeit der Umwelt gegenüber - alles in allem den Filz der amerikanischen Gesellschaft anprangert.
Wie immer liest Jan Josef Liefers grandios und der sarkastische Tonfall des Autors, die skurrilen Charaktere und der Zynismus über die Geschehnisse spielen ihm in die Hände, um das Ganze zu einem Hörgenuss zu machen.
Carl Hiaasen, Der Reinfall. Random House Audio 2006.

Wednesday, July 13, 2011

Kirsten Boie: Skogland


Der etwa 400 Seiten starke Jugendroman von Kirsten Boie wird hier kompakt in Form eines Hörspiels erzählt. Jarven wird bei einem Pseudofilmcasting dazu "ausgewählt", die Prinzessin Malena von Skogland zu doublen, die nach dem Tod ihres Vaters plötzlich verschwunden ist, von ihrem Onkel, dem Vizekönig, aber dafür gebraucht wird, ein Gesetz zu verabschieden, dass die Bewohner eines Landesteils unterdrücken soll. Natürlich lässt sich Jarven nicht lange täuschen und findet nach und nach die Wahrheit über die Machthaber Skogland, aber auch über ihre eigene Geschichte heraus. Es ist kein Zufall, dass sie der Prinzessin so ähnlich sieht...

Mit verblüffend einfachen und überzeugenden Mitteln zeigt Kirsten Boie sowohl die Probleme Jarvens beim Finden ihrer Persönlichkeit als auch die Schlechtigkeit eines Staates, in dem Unterdrückung, Gewalt und Intrige zum Alltag gehören. Auch der Einsatz von Terror und Medienberichterstattung zur Beeinflussung der Meinung des Volkes wird für junge Leser verständlich dargestellt.

Es ist nicht alles so, wie es auf den ersten Blick scheint, man muss hinterfragen, was geschieht und was man sieht, und für seine Rechte einstehen, wobei Gewalt allerdings nicht zu den Mitteln zählen soll. Das ist die klare Botschaft des Romans, in dem natürlich die Guten siegen.
Ein ungewöhnliches Thema für einen Jugendroman, gelungen dargestellt.

Kirsten Boie, Skogland, Das Hörspiel. Jumbo Neue Medien, 2007.

Sunday, July 03, 2011

Ohne Musik


Was wäre unser Leben ohne Musik!

Wenn man mir oder jedem halbwegs Musikalischen, etwa die Choräle Bachs, die Arien aus der Zauberflöte oder dem Figaro wegnähme, verböte oder gewaltsam aus dem Gedächtnis risse, so wäre das für uns wie der Verlust eines Organs, eines halben oder ganzen Sinnes.

Hermann Hesse

aus: Hermann Hesse, Musik. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1986, S. 22.

Saturday, July 02, 2011

Orgelmusik


Seufzend durchs Gewölbe zieht, und wieder dröhnend,
Orgelspiel. Andächtige Gläubige hören,
Wie vielstimmig in verschlungenen Chören,
Sehnsucht, Trauer, Engelsfreude tönend,
sich Musik aufbaut zu geistigen Räumen,
Sich verloren wiegt in seligen Träumen,
Firmamente baut aus tönenden Sternen,
Deren goldene Kugeln sich umkreisen,
Sich umwerben, nähern und entfernen,
Immer weiter schwingend sonnwärts reisen,
Bis es scheint, es sie die Welt durchlichtet,
Ein Kristall, in dessen klaren Netzen
Hundertfach nach reinlichsten Gesetzen
Gottes lichter Geist sich selber dichtet...

Hermann Hesse, Orgelspiel (erste Strophe),1937.

(Post inspiriert durch ein Orgelkonzert von Hartmut Sturm auf der Kamphermorgel in Friedrichsdorf, siehe Foto)

Being supportive

I've been wanting to do this for quite some time so today I gave a small donation to my favourite website, postcrossing.com. Funny to see myself on there! :)


Friday, July 01, 2011

Cody McFadyen: Das Böse in uns


Die Vox Crime Edition 2010 enthält Krimis von einigen namhaften Autoren wie Katzenbach oder Grangé, der Name McFadyen war mir noch unbekannt. Vielleicht nicht verblüffend, der Mann ist erst seit 2006 auf dem Krimiparkett. Vielleicht ist es ungeschickt mit einem dritten Band in die Reihe um Agentin Smoky Barett einzusteigen, andererseits kann man erahnen, dass der Grundtenor der Vorgänger auch nicht anders sein kann als bei Das Böse in uns. Und dieser Tenor ist - nunja - böse.
Gleich auf CD1 bekommt man die finstere Vorgeschichte der Protagonistin geschildert, Ehemann und Tochter auf schreckliche Weise ermordet, sie selbst entstellt. Und das ist erst der Anfang. Man wird hineingezwungen in die kranke Gedankenwelt eines religiösen Serienkillers, der per online-Videos die grausamen Details nicht der Morde, aber der sündhaften Geschichten der Opfer veröffentlicht. Im Namen der Wahrheit zwingt er sie zur Beichte, nur um sie im Anschluss daran zu töten. Über 140 Morde mit Hintergrundgeschichten, die an sich schon zu Albträumen reichen.
Ich bin nicht allzu empfindlich, was die Schilderung von brutalen und blutigen Details angeht, doch drängt sich mir bei McFadyen der Eindruck auf, diese seien zentrales erzählerisches Element. Übertriebene Gewalt, übertrieben dramatische Lebensgeschichten, überzogene persönliche Involviertheit von Smoky Barrett, die plötzlich auch noch eine Sündengeschichte (übertrieben!) zu beichten hat. Der Fall, die Kriminalistik, die Story, all dies bleibt zurück hinter all der Übertreibung und dem Ekel vor dem Geschilderten. Nein, so sieht kein guter Thriller aus.
Dem Audiobook muss man zugute halten, dass Franziska Pigulla eine gute Wahl für die Stimme von Smoky Barrett war, auch wenn dies bei mir Irritation hervorrief, weil ich ihre Stimme mit Kay Scarpetta (Patricia Cornwell) verbinde. Vielleicht haben die Kürzungen dem Roman auch nicht gut getan, aber gerade die Aufklärung des Falls geschieht brachial und ohne aufklärerisches Geschick, mehr per Zufall. Dagegen kommt der Killer viel zu lang und ausführlich und langweilig zu Wort, Dinge, die man nicht hören will.
Alles in allem sprachlich und moralisch leicht abstoßende, ansonsten mäßige Krimiunterhaltung. Keine Wiederholung nötig.
Cody McFadyen, Das Böse in uns. Audio Media Verlag 2010.

Wednesday, June 29, 2011

Wellen


Auf den Wellen ist alles Welle,
auf dem Meer ist kein Eigentum.

Friedrich Schiller
aus: Die Braut von Messina (1803)
Postkarte via postcrossing von Markus, Schweiz

Sunday, June 26, 2011

Diktator-Logik

Ich wollte die Macht haben, um Gerechtigkeit zu schaffen", schrie der Diktator, und aus seiner Stirnwunde begann das Blut von neuem zu fließen, "aber um sie zu bekommen, musste ich Unrecht begehen. Jeder muss es, der sie haben will. Ich wollte die Unterdrückung beenden, aber dazu musste ich diejenigen, die mich daran hindern wollten, in den Kerker werfen und vernichten. Ich musste zum Unterdrücker werden. Um die Gewalt abzuschaffen, müssen wir Gewalt anwenden. Um das Elend zu beseitigen, müssen wir Elend hervorrufen. Um den Krieg unmöglich zu machen, müssen wir Kriege führen. Um die Welt zu retten, müssen wir die Welt vernichten. Das ist die Wahrheit der Macht!

aus: "Der Spiegel im Spiegel" (1984), in: Michael Ende, Worte wie Träume. Herder Verlag, Freiburg 1991, S. 52.

Wednesday, June 08, 2011

Nach neuen Meeren


Dorthin – will ich; und ich traue
Mir fortan und meinem Griff.
Offen liegt das Meer, ins Blaue
Treibt mein Genueser Schiff.

Alles glänzt mir neu und neuer,
Mittag schläft auf Raum und Zeit –:
Nur dein Auge – ungeheuer
blickt‘s mich an, Unendlichkeit!

"Nach neuen Meeren" aus: Friedrich Nietsche, Allzumenschliches. O.W.Barth Verlag, Bern/München/Wien.

Postcrossing Karte von Pedro, Spanien

Tuesday, June 07, 2011

Yann Martel: Schiffbruch mit Tiger

2003 schlug Yann Martels Roman Schiffbruch mit Tiger große Wellen und führte die Bestsellerlisten an. Einige Rezensionen sind bei perlentaucher.de zusammengefasst und verlinkt.
Die Geschichte ist verblüffend: Beim Umzug von Indien nach Kanada sinkt das Frachtschiff, auf dem sich Pi Patel, Sohn eines Zoodirektors, befindet. Als einziger Mensch rettet er sich auf ein Rettungsboot - einziger weiterer Passagier: Ein bengalischer Tiger namens Richard Parker. Die Geschichte ihrer gemeinsamen Odyssee ist unglaubwürdig und spannend zugleich.
Das Ende des Buches wirft die Frage auf, ob Pi mit der Tiger-Geschichte nur eine Parabel erzählt hat für eine ganz andere grausame Geschichte, die er, in Kurzform, den Japanern erzählt, die den Untergang des Frachtschiffs aufklären wollen. Was wahr, übertrieben, erträumt, halluziniert oder schlichtweg gelogen ist, bleibt im Ermessen des Lesers.
Die anfänglichen religiösen Wirrungen, Pi Patel ist Hindu, Christ und Moslem zugleich, haben schließlich keinen Einfluss mehr auf die Geschehnisse, was ein bisschen verwundert, denn die Einsamkeit und Verzweiflung des Schiffbrüchigen schreit geradezu nach religiöser Erlösung. Auch das Verwirrspiel der Erzählebenen (versagender Schriftsteller, Pi Patel, Tonbandaufnahmen, Protokolle,...) leuchtet am Ende nicht ein, es fehlt bei aller Spannung der große Bogen, der alles zusammenbringt und einen übergeordneten Sinn ergibt. Oder ich habe ihn nur nicht verstanden - möglich.
Angenehme Lektüre war es allemal, die Geschichte interessant und ungewöhnlich und damit eine gelungene Abwechslung vom literarischen Einerlei.
Yann Martel, Schiffbruch mit Tiger. Fischer, Frankfurt am Main 2005.

Fish Bowl

We're just two lost souls swimming in a fish bowl, year after year. Running over the same old ground. What have we found? The same old fears.

Wish you were here.

Pink Floyd, Wish You Were Here, from the album Wish You Were Here, 1975.

postcard received from Ashley, USA: Revenge of the Goldfish by Sandy Skoglund, 1981

Sunday, June 05, 2011

Baking bread


After some consideration I finally bought a bread machine, one more device that fills up space in my kitchen, but I'm quite happy with the first results - as shown above.
I tried ready made baking mixes (some organic ones too) and other recipes - so far both worked well. It dries out a little bit sooner than normal bread from the bakery but - hey - eat more bread then!

Let it rain



I have given I have given and got none
still I'm driven by something and I can't explain
it's not a cross - it is a choice
I cannot help but hear this voice
I only wish that I could listen without shame

Let it rain
let it rain on me
let it rain oh let it rain
let it rain on me...

from "Let it rain" by Amanda Marshall

[She's another one who should have published another album by now but she's stuck in some quarrel with her label, so sad. Read more in an interview on thestar.com, October 2010]

Monday, May 30, 2011

Postcrossing curiosity

Indeed, you sometimes get strange requests and likings on postcrossing.
The normal cats and dogs, landscapes, city views or lighthouses.

Pipe organs or gravestones - a bit more unusual.
But today I got this:

- Anything red with a lisp
- Anything pink with a limp
- Anything blue with a squint
- Anything green with a grin
- Anything yellow with bad breath
- Anything that goes "pwett-pwett" or "clap-clap"

Apparently, Thaddée from France really is fed up with the normal touristic view cards and cute animals. I loved his request and here's the (self-made) card I chose for him:


My text: "[...] The trees are green and they grin, the clown limps and has bad breath."
I hope he likes it!

Geschenk (aus Homo Faber)


Gegen fünf Uhr das erste Dämmerlicht: Wie Porzellan!
Von Minute zu Minute wird es heller, das Meer und der Himmel, nicht die Erde; man sieht, wo Athen liegen muß, die schwarzen Inseln in hellen Buchten, es scheiden sich Wasser und Land, ein paar kleine Morgenwolken darüber: Wie Quasten mit Rosa-Puder: findet Sabeth, ich finde nichts und verliere wieder einen Punkt. 19:9 für Sabeth!
Die Luft um diese Stunde: Wie Herbstzeitlosen! Ich finde: Wie Zellophan mit nichts dahinter.
Dann erkennt man bereits die Brandung an den Küsten: Wie Bierschaum! Sabeth findet: Wie eine Rüsche!! Ich nehme meinen Bierschaum zurück, ich finde: Wie Glaswolle! Aber Sabeth weiß nicht, was Glaswolle ist
– und dann die ersten Strahlen über dem Meer: Wie eine Garbe, wie Speere, wie Sprünge in einem Glas, wie eine Monstranz, wie Fotos von Elektronen-Beschießungen.
Für jede Runde zählt aber nur ein einziger Punkt; es erübrigt sich, ein halbes Dutzend von Vergleichen anzumelden, kurz darauf ist die Sonne schon aufgegangen, blendend: Wie der erste Anstich im Hochofen! finde ich, während Sabeth schweigt und ihrerseits einen Punkt verliert...
Ich werde nie vergessen wie sie auf diesem Felsen sitzt, ihre Augen geschlossen, wie sie schweigt und sich von der Sonne bescheinen läßt. Sie sei glücklich, sagt sie, und ich werde nie vergessen: das Meer, das zusehends dunkler wird, blauer, violett, das Meer von Korinth und das andere, das attische Meer, die rote Farbe der Äcker, die Oliven, grünspanig, ihre langen Morgenschatten auf der roten Erde, die erste Wärme und Sabeth, die mich umarmt, als habe ich ihr alles geschenkt, das Meer und die Sonne und alles, und ich werde nie vergessen, wie Sabeth singt!
aus: Max Frisch, Homo Faber. Stuttgart 1957.

Sunday, May 29, 2011

Michael Ende: Die Traumfischer


Die Traumfischer

Denk dir: Auf riesenhaften dunklen Schiffen
Segeln sie auf das Meer des Schlafs hinaus
Bis zu den heimlichen Korallenriffen,
dort werfen sie die langen Netze aus.

Sehr ernste stille Leute sind die Fischer.
Ihr Kapitän ist alt – viel älter noch
Als du dir denken kannst und wunderlicher,
auch ist er blind – und jeder folgt ihm doch!

Er kennt des Schlaf-Meers träumereichste Plätze.
Die Fischer warten, bis er ruft: „Holt ein!“
Dann ziehen sie an Bord die schweren Netze,
gefüllt mit tausend Träumen, groß und klein.

Da blinkt’s und zappelt’s bunt und vielgestaltig,
auch manches Greuliche erspäht der Blick.
Gleichmütig lädt die Mannschaft und gewaltig,
nur was zu klein ist, werfen sie zurück.

Die vollbeladenen Schiffe endlich laufen
Im Hafen ein mit Segeln weiß und schön,
auf einem Markt den Fang nun zu verkaufen.
Dort hab‘ ich alle Träume heut gesehn.

Den allerschönsten – sei er dir gedeihlich! –
hab' ich für dich, mein Liebling, mitgebracht.
Hier, nimm! Du kannst ihn jetzt nicht sehen freilich,
doch warte nur erst, wenn du schläfst heut nacht!

Aus: Michael Ende, Trödelmarkt der Träume. Stuttgart 1986.

Saturday, May 28, 2011

Martha Grimes - Auferstanden von den Toten


22 Inspektor-Jury-Romane hat Martha Grimes inzwischen verfasst, außerdem zahlreiche andere Krimis. Inspektor Jury und die übrigen Charaktere, die ihn begleiten, sind britisch durch und durch. Faszinierende Trivia: Jeder Band der Inspektor Jury Reihe ist nach einem real existierenden englischen Pub benannt (bei den deutschen Titeln natürlich nicht mehr nachvollziehbar). Wer die Atmosphäre englischer Kleinstädte (und traditioneller Pubs) mag, muss wohl auch einmal Grimes lesen.
Auferstanden von den Toten ist von 2002 und damit Band 18, von mir wahllos herausgegriffen und günstig als Taschenbuch erworben. Jury leidet an den Folgen einer Schussverletzung aus Band 17, Die Trauer trägt schwarz, und Melrose Plant muss einige der Ermittlungen in dem neuen Fall anstrengen. Nell Ryder wird mit 15 Jahren aus dem Stall eines Gestüts entführt, mit ihr zusammen eines der wertvollen Rennpferde. Zwei Jahre später ist der Fall immer noch ungelöst, irgend etwas scheint aber mit der Familie Ryder nicht zu stimmen, so dass Jurys Interesse geweckt wird. Ein Mord geschieht und die Dinge nehmen ihren dramatischen Lauf.
In Teilen ist der Roman ein wenig pferdelastig, unglaubwürdig erscheint zum Beispiel Plants Kauf eines teuren Rennpferdes im Laufe der Ermittlungen - er kann kaum reiten. Andererseits ist das Treiben auf seinem Anwesen mit den schrulligen Bediensteten und in diesem Fall mit einem angestellten Eremiten (!) auch eines der Elemente, die den Charme des Romans ausmachen. Erst als Jury die Bühne betritt, nimmt die Geschichte wirklich ihren Lauf, wenngleich Plants Sichtweise auf die Geschehnisse amüsanter und interessanter sind.
Solider britischer Kriminalroman mit Augenzwinkern.

Martha Grimes, Auferstanden von den Toten. Goldmann, München 2007.

Hakan Nesser: Kim Novak...

Hakan Nessers Kim Novak badete nie im See von Genezareth ist einer meiner Lieblingsromane des schwedischen Autors. Er ist nicht im eigentlichen Sinne ein Kriminalroman, eher eine Initiationsgeschichte mit kriminalistischen Hintergrund.
(Mehr zum Inhalt bei krimi-couch.de.)

Die Audiobook-Fassung wird großartig gelesen von Dietmar Bär und hat mich ursprünglich zum Fan von Hörbüchern von ihm gemacht.
Der norwegische Regisseur Martin Asphaug hat 2005 den Roman auf gelungende Weise verfilmt. Inhaltlich nimmt das Drehbuch nur kleinere Änderungen vor, die Stimmung des Sommers am schwedischen See und das Erleben der beiden Jungen Erik und Edmund wird sensibel umgesetzt. Der folgende Trailer ist auf schwedisch, aber zeigt dennoch gut die Atmosphäre des sehenswerten Films.

Saturday, May 14, 2011

Tom Sawyer


This card arrived a while ago from Taiwan and is from Gina. It shows an old Penguin book cover of Mark Twain's Tom Sawyer. Sure this is one of the older "children's books", it was published in 1876, at a time when there were no children's books.

In the background you can see the small church of this Missouri village next to the Mississippi river and I love the way Tom is walking straight into the other direction. Joined by dogs and cats but away from all other brightly dressed people. Lovely cover.

Since Twain died long ago his texts are available at gutenberg.org. Some nice quotes may be found at twainquotes.com. There is a free audiobook available at librivox.com.

Friday, May 13, 2011

Lena Anderson

Lena Anderson is a Swedish illustrator of children's books. I got a wonderful card from Pirkko, Finland, showing a picture of Linneas Yearbook. I remember having a cookbook illustrated by Anderson, this one (loved the cinnamon rolls):


Messages in bottles


Just a castaway, an island lost at sea, oh
Another lonely day, with no one here but me, oh
More loneliness than any man could bear
Rescue me before I fall into despair, oh

I'll send an S.O.S. to the world
I hope that someone gets my
Message in a bottle, yeah

A year has passed since I wrote my note
But I should have known this right from the start
Only hope can keep me together
Love can mend your life but
Love can break your heart

I'll send an S.O.S. to the world
I hope that someone gets my
Message in a bottle, yeah

Walked out this morning, don't believe what I saw
Hundred billion bottles washed up on the shore
Seems I'm not alone in being alone
Hundred billion castaways, looking for a home


postcard by Valeska via postcrossing

lyrics by Sting

Thursday, May 12, 2011

First


My first first day issue postcard, sent to me by Vikki from the other side of the world, she lives in Sydney. It shows Hellfire Bay in Cape Le Grand National Park in Western Australia.
Astonishing.

Wednesday, May 04, 2011

21 things



Do you derive joy when someone else succeeds? Do you not play dirty when engaged in competition? Do you have a big intellectual capacity? But know that it alone does not equate wisdom? Do you see everything as an illusion? But enjoy it even though you are not of it? Are you both masculine and feminine? Politically aware, and don't believe in capital punishment?

These are 21 things that I want in a lover
Not necessarily needs but qualities that I prefer

Do you derive joy from diving in and seeing that loving someone can actually feel like freedom? Are you funny? A self-deprecating? Like adventure and have many formed opinions?

These are 21 things that I want in a lover
Not necessarily needs but qualities that I prefer.
I figure I can describe it since I have a choice in the matter These are 21 things I choose to choose in a lover

I'm in no hurry, I could wait forever
I'm in no rush 'cause I like being solo
No worries and certainly no pressure in the meantime
I'll live like there's no tomorrow

Are you uninhibited in bed? More than three times a week? Up for being experimental? Are you athletic? Are you thriving in a job that helps your brother?Are you not addicted? [...]

...curious and communicative...

Alanis Morissette, 21 Things I Want In A Lover, from Under Rug Swept, 2002.

Friday, April 29, 2011

Cracked



cracked
the ground
no life inside
I lost the rain
desert


Picture: One of my treasured postcards, on it's way to Ukraine now.

Sunday, April 24, 2011

Goethe: Nähe des Geliebten


Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer
Vom Meer erstrahlt;
Ich denke dein, wenn sich des Mondes Flimmer
In Quellen malt.

Ich sehe dich, wenn auf dem fernen Wege
Der Staub sich hebt;
In tiefer Nacht, wenn auf dem schmalen Stege
Der Wandrer bebt.

Ich höre dich, wenn dort mit dumpfem Rauschen
Die Welle steigt;
Im stillen Haine geh ich oft zu lauschen,
Wenn alles schweigt.

Ich bin bei dir, du seist auch noch so ferne,
Du bist mir nah!
Die Sonne sinkt, bald leuchten mir die Sterne.
O wärst du da!


Johann Wolfgang von Goethe, 1795

Saturday, April 23, 2011

Yukon Bay and elephants




Prairie Dog

Visitied Hannover Zoo yesterday and although the place was crowded due to beautiful weather and holidays on Good Friday we had a great time.
They opened a new area called Yukon Bay last year and they designed it well.
There are five elephant babies at the moment and they did all they could to give a good show.
For more, go here:
Zoo Hannover April 2011

Friday, April 22, 2011

Make sense


Sometimes the fastest way to get there is to go slow
And sometimes if you wanna hold on you got to let go
I'm gonna close my eyes
And
count
to
ten

I'm gonna close my eyes
And when I open them again
Everything will make sense to me then

from Count to Ten by Tina Dico

Fund this today (3rd August, 2012), nice version:

 

Thursday, April 21, 2011

Merle Hilbk: Tschernobyl Baby

Merle Hilbk schreibt als freie Journalistin für Zeit und Spiegel und hat nun ein Buch mit dem Titel Tschernobyl Baby veröffentlicht. Ausgehend von eigenen Reisen ins belarussische Sperrgebiet und ihren Gesprächen mit Zeitzeugen in Belarus, der Ukraine und Deutschland schreibt sie (nicht nur) ihre Erlebnisse und Erinnerungen auf, eine Mischform aus Sachbuch und Roman.

Dabei wird deutlich, dass das belarussische und das deutsche Erleben der Katastrophe von Tschernobyl sich grundlegend unterscheidet und es bis heute schwer ist, diese unterschiedlichen Sichtweisen zu vereinen, da auch die Gesellschaftssysteme diese Unterschiede weiter forcieren.
Sie zeigt sowohl die Versuche (Initiativen "Kinder von Tschernobyl") zu helfen, sich die Hand zu reichen, als auch die Grenzen, die diese Hilfe hat.
Dabei wirft sie zudem einen kritischen Blick auf die Entwicklung der Anti-Atomkraft-Bewegung in Deutschland, beleuchtet den Werdegang einiger der Hauptakteure mit Interviews und persönlichen Eindrücken. Gerade vor dem aktuellen tagespolitischen Hintergrund, der Diskussion über den Atomausstieg Deutschlands nach Fukushima ist dies teilweise sehr lesenswert.

Interessant ist auf jeden Fall eine russische bzw. belarussische Perspektive einzunehmen, der Blick über den Zaun, der manchmal doch noch stabiler steht, als gehofft und gedacht.

Merle Hilbk: Tschernobyl Baby. Wie wir lernten, das Atom zu lieben. Eichborn, Frankfurt am Main 2011.

Hakan Nesser: Inspektor Barbarotti - Verachtung



Die Romane um Kommissar Van Veeteren sind nun abgeschlossen, Hakan Nessers neuer Kommissar heißt Gunnar Barbarotti. Die ARD verfilmte nun dessen zweiten Fall (dt. Originaltitel Eine ganz andere Geschichte), in dem Barbarotti persönlich in eine Mordserie hineingezogen wird, in dem er Briefe des Mörders erhält, in denen die Namen der Opfer vorher bekannt gegeben werden.
Inhaltlich sind für den Film einige Dinge verändert worden (vergleiche Inhalt Film und Inhalt Buch), dafür ist der Film sehr stimmungsintensiv, der Kommissar glaubhaft und authentisch und vor allem die schwedische Landschaft beeindruckend ins Bild gesetzt. Mir hat der Film Freude bereitet. Sehenswert, nicht nur für Nesser Fans.

Wednesday, April 20, 2011

Hanns-Josef Ortheil: Die Moselreise


"Die Mosel ist grünblau und grünbraun,
an den Rändern aber eher grün.
In der Mitte ist die Mosel wie ein dunkler, stiller Teich,
fett und dunkelgrün und unheimlich."


Hanns-Josef Ortheil schreibt alles auf. Ereignisse, Beobachtungen, Dinge, die ihn umgeben. Daraus bastelt er Romane. Gleichzeitig ist er auch noch Universitätsprofessor. Und offensichtlich ein bisschen schräg, bedingt durch eine merkwürdige Biographie (einziges überlebendes von fünf Kindern, die Mutter verstummt durch die Trauer und er mit ihr, er findet erst mit sieben Jahren zum Sprechen zurück).
Mit 11 Jahren macht er mit seinem Vater eine Wanderreise an der Mosel entlang und schreibt basierend auf seinen Notizen einen Reisebericht. Dieser Bericht ist der Kern von Die Moselreise, er wird umrahmt von Anmerkungen zu seiner Biographie und seiner Einstellung zum Schreiben und zum Reisen.
Anrührend sind die Worte des Elfjährigen, einfach, klar, bestechend in den Beobachtungen, die das Kinderauge macht und die durch den Blick des erwachsenen Lesers an Bedeutsamkeit gewinnen. Man hat Achtung vor dem Schreibtalent des Kindes - mich macht es neugierig auf seinen von erwachsener Hand geschriebenen Roman Die Erfindung des Lebens.
Das Buch hat außerdem einen bemerkenswerten Umschlag. Ich bin mir nicht sicher, was für ein Material es ist: kühl, glatt, gefühlt lederartig - laut Verlag Pappe, aber Hardcover?! Dazu dieses schillernde, wässrige Grün. Abgerundeter Seitenschnitt. Schön, man mag es gern anfassen.

Es ist ein Buch für Schreiberlinge, Reisende und Bücherliebhaber.

Hanns-Josef Ortheil, Die Moselreise. Roman eines Kindes. Luchterhand, München 2010.

Japanese Mail



Today I received this lovely card showing an illustration by Moe Nagata from postcrosser Mitsuyo. Cute little fairies getting mail by "mail bird"...

Tuesday, April 19, 2011

Erinnert


Denn deine Gnade reicht, so weit der Himmel ist,
und deine Treue, so weit die Wolken gehen.

Psalm 108,5
An manche Dinge erinnert man sich selten, aber dann kommt ein besonderer Anlass und man erinnert sich. Hier sind es Worte, mit 14 ausgewählt, als eine Art Überschrift über das Leben geschrieben. Bedeutsamkeit.
Heute denke ich an Reisen, an beschützt sein unter dem weiten Himmel, an ein Miteinander gehen. Und daran, dass 14 lange her ist und ich mich dennoch an das Gefühl von damals erinnern kann. Das ist gut.

Monday, April 18, 2011

Tina Dico


Sie ist Dänin und 33 Jahre alt und sie singt und textet und hat wundervolle Songs produziert.
Ich bin von der ersten Minute an Fan. Nicht mehr, nicht weniger. Hübsch ist sie auch noch. :)


Come and take my handIt's been so longSince tender words last fellFrom our hard tonguesTell me, tell me nowWhere we go wrongTell me there's a way if we press onAnd keep our arms open wideDon't say no to anyoneBut keep our hearts safe insideDon't let go to anyoneAnd raise above the chaos of love

Lyrics from "Open wide" from Welcome Back Colour, (2010)

Friday, April 08, 2011

Diane Tullson: Wie im Rausch


Diane Tullsons Roman Wie im Rausch erzählt die Geschichte eines Mädchens namens Truth. Truth ist eine gute Schülerin, hat eine Basketball spielende Freundin namens Skye, arbeitet in den Ferien in einer Pizzeria und sie ist verliebt in Ryan. Außerdem trinkt sie und das nicht gerade wenig. Das führt gegen Ende des Romans zur völligen Katastrophe, ein Autounfall nimmt Ryan das Leben und ihre Freundin Skye verliert einen Arm und kann nie wieder Basketball spielen.
Neben dem Alkoholmissbrauch und der ersten Liebe steht vor allem das Thema Freundschaft im Mittelpunkt - was macht eine gute Freundschaft aus und im Rahmen welcher Zwänge müssen wir oft handeln? Warum tun wir Dinge oft nur, weil sie zu unserem eigenen Vorteil zu sein scheinen?
Ich würde das Buch als leicht zu lesendes Problem-Jugendbuch bezeichnen. Die Sprache ist (auch in der Übersetzung aus dem Kanadischen) einfach und jugendgemäß. Inhaltlich lassen sich gerade in Bezug auf das Thema Freundschaft und Erwachsenwerden und Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen interessante Aspekte entdecken. Mit der Darstellung des Alkohols und mit dem wirklich dramatischen Unfall am Ende habe ich Probleme, das eine ist mir zu leichtfertig, das andere zu krass.

Diane Tullson, Wie im Rausch. Carlsen, Hamburg 2010 (Sonderausgabe).

Heinz Strunk: Fleisch ist mein Gemüse


Naja. Nach all den euphorischen Äußerungen über dieses Buch habe ich, glaube ich, mehr erwartet. Fleisch ist mein Gemüse ist die scheinbar autobiographische Schilderung eines Bandmusikers, der Unterhaltungsmusik auf Volksfesten und Familienfeiern spielen. Ein unglücklicher Charakter mit schwieriger Mutterbeziehung, zu lang anhaltender Pubertät und einem Phlegma, dass ihm nicht erlaubt, aus all diesen Beschränkungen ins wirkliche Leben (?) aufzubrechen. Dabei schwankt er zwischen Selbstmitleid und Depression und einem bissigen Sarkasmus für seine Mitmusiker und das Publikum. "Heinzer" Strunk alias Mathias Halfpape hat mit diesem Buch scheinbar 2004 einen Nerv getroffen und hohe Verkaufszahlen erreicht. Mein Humor ist es wohl nicht ganz, wenngleich es durchaus unterhaltsam anzuhören war, auch durch die Lesung vom Autor selbst.

Heinz Strunk, Fleisch ist mein Gemüse. Roof Music GmbH 2005.

Tove Jansson: Komet im Mumintal


Mumin und Schnüferl ziehen los in ein Abenteuer, um etwas über den Kometen herauszufinden, der das Mumintal bedroht. Auf dem Weg treffen sie erstmals den Schnupferich, den Snork und vor allem das Snorkfräulein, in das sich Mumin gleich sehr verliebt. Vor allem wegen der tollen Stirnfransen. Offensichtlich gibt es dazu auch einen Film, der sich scheinbar recht nah ans Original hält, außer dass im Film auch noch Klein Mü mit auf die Reise geht. Wieder eine wunderschöne Mumingeschichte.
Tove Jansson, Komet im Mumintal. Arena, Würzburg 2006.

Wednesday, April 06, 2011

The King's Speech


"A chronicle of King George VI's (Colin Firth) effort to overcome his nervous stammer with the assistance of speech therapist Lionel Logue (Geoffrey Rush)."

Colin Firth spielt in der Tat großartig, ein verdienter Oscar.

Mir gefällt der Film in allen möglichen Aspekten, Charaktere, das Britische, Kameraführung, Story,...

Ich bedaure zutiefst, ihn nicht im Originalton gesehen zu haben, das muss gar noch besser sein. Definitive Empfehlung.

Link zum Film (Movie Database)

Tuesday, March 22, 2011

Kate DiCamillo - Winn-Dixie


India Opal Buloni, Tochter eines Predigers, findet im Supermarkt einen streunenden Hund und nimmt ihn mit nach Hause. Sie nennt ihn Winn-Dixie - nach dem Supermarkt. Winn-Dixie kann lächeln und schließt leicht Freundschaften - ...und mit Winn-Dixies Hilfe gelingt dies auch India Opal, obwohl sie sich ohne Mutter und neu in der Stadt zunächst sehr einsam fühlt.

Leicht zu lesende Lektüre etwa ab 9 Jahren. Interessante Charaktere, Außenseiter und Weirdos, Verletzte des Lebens. India Opals Sicht auf diese Menschen und die Welt ist anders und eröffnet damit vielleicht auch jungen Lesern einen anderen Blickwinkel.

Kate DiCamillo: Winn-Dixie. dtv junior, München 2001.

Jonathan Stroud: Bartimaeus - The Ring of Solomon


I thoroughly enjoyed Jonathan Stroud's Trilogy about Bartimaeus, an astonishing spirit, conjured by demoniac magicians to do their bidding. Bartimaeus gets caught in the humans world and involved in their affairs although always longing to return to the Other Place where spirits live. He never gets tired of telling his listeners/readers what a great and ancient spirit he is and what great things he's done. Never lacking a bit of self-irony in all the bragging.
The Ring of Salomon takes us back in time and to Jerusalem where with the help of a magical ring King Salomon reigns over profane humans, magicians and spirits alike. The ring gives its owner nearly absolute power because it enslaves the most powerful magical being.
When in Salomon's name the Queen of Sheba is blackmailed into paying tribute she sends an assassin girl - Asmira - to stop him, kill him and get the ring. A hopeless task - but it isn't if Bartimaeus is around. He - as usual - gets caught in the middle of trouble and - as usual - saves the day. But how ... I won't tell.
First I had difficulties to re-enter Bartimaeus' world and style - maybe it was the ancient setting, maybe it was because events started slowly. Nevertheless, Bartimaeus is a great character, fun to be with and altogether an enjoyable read including laughter and the right tension.

Jonathan Stroud, Bartimaeus - The Ring of Salomon. Randomhouse, London 2010.

Sunday, March 13, 2011

Leo Lionni: Frederick


In der alten Steinmauer wohnte eine Familie schwatzhafter Feldmäuse. Als es Herbst wurde, sammelten alle Mäuse Vorräte für den Winter. Alle - bis auf Frederick.
Die Mäuse fragten ihn: "Frederick, warum arbeitst du nicht?"
"Ich arbeite doch", sagte Frederick, "ich sammle Sonnenstrahlen für die kalten dunklen Wintertage."
Außerdem sammelte er noch Farben und Wörter - und als der Winter da war, die Vorräte fast aufgegessen und es kalt und dunkel wurde, da kann Frederick erzählen... von den Sonnenstrahlen und den Farben...

...und von den Wörtern, die er gesammelt hat:

"Wer streut die Schneeflocken? Wer schmilzt das Eis?
Wer macht lautes Wetter? Wer macht es leis?
Wer bringt den Glücksklee im Juni heran?
Wer verdunkelt den Tag? Wer zündet die Mondlampe an?

Vier kleine Feldmäuse wie du und ich
wohnen im Himmel und denken an dich.

Die erste ist die Frühlingsmaus, die lässt den Regen lachen.
Als Maler hat die Sommermaus die Blumen bunt zu machen.
Die Herbstmaus schickt mit Nuss und Weizen schöne Grüße.
Pantoffeln braucht die Wintermaus für ihre kalten Füße.

Frühling, Sommer, Herbst und Winter sind vier Jahreszeiten.
Keine weniger und keine mehr. Vier verschiedene Fröhlichkeiten."

Als Frederick aufgehört hatte, klatschten alle und riefen: "Frederick, du bist ja ein Dichter!"
Frederick wurde rot, verbeugte sich und sagte bescheiden:
"Ich weiß es - ihr lieben Mäusegesichter."



frei nach: Leo Lionni, Frederick und seine Mäusefreunde. Beltz, Weinheim Basel 2005.

Sunday, March 06, 2011

Simon Beckett: Verwesung


David Hunter ist zurück. Nach Die Chemie des Todes, Kalte Asche und Leichenblässe erschien im Februar Band 4, Verwesung.

Der erste Teil des Romans ist ein Sprung acht Jahre in die Vergangenheit, als Hunter bei der Entdeckung einer Leiche im Dartmoor hilft, die nur eines der Opfer von Gewalttäter Jerome Monk ist, der geständig und verurteilt im Gefängnis sitzt. Nur seine Opfer sind bisher noch nicht gefunden worden. Das Ermittlerteam setzt sich fast nur aus unsympathischen Menschen zusammen. Eben dieses Team spielt acht Jahre später im zweiten Teil (nach dem Tod von Hunters Familie, dem Überfall auf ihn und natürlich den anderen drei Fällen!) wieder eine Rolle, als Monk aus dem Gefängnis ausbricht und erneut Gewalttaten geschehen.

Auffällig ist, dass die Verwesung, mit der der Roman betitelt und die Hunters Fachgebiet ist, gar keine entscheidende Rolle spielt. War bei den Vorgängern Hunters Spezialwissen gefragt und zentrales Moment der Handlung, so ist es hier ein verwirrendes Beziehungsgeflecht, in das er unfreiwillig eingebunden ist und wird, so dass er der Aufklärung im Grunde gar nicht entkommen kann, da er in diesem Netz festsitzt.
Die Auflösung ist nicht schlecht, wenngleich stärker voraussehbar als bei den anderen drei Romanen. Man hat das Gefühl, Hunter legt ein weiteres Stück Vergangenheit zu den Akten mit diesem Fall, wohin das bei der Entwicklung seines Charakters führt, wird man sehen müssen.
Sehr einnehmend ist nach wie vor der Erzählstil, wieder einmal ein Pageturner, der in einem Tag durchgelesen werden wollte.
Wer neu mit Beckett beginnt, sollte allerdings chronologisch vorgehen, Band 4 ist nicht der ideale Einstieg, um Hunter kennenzulernen.
Simon Beckett, Verwesung. Rowohlt, Hamburg 2011.