- (1988) Gott schütze dieses Haus / A Great Deliverance
- (1989) Keiner werfe den ersten Stein / Payment in Blood
- (1990) Auf Ehre und Gewissen / Well-Schooled in Murder
- (1991) Mein ist die Rache / A Suitable Vengeance
- (1992) Denn bitter ist der Tod / For the Sake of Elena
- (1993) Denn keiner ist ohne Schuld / Missing Joseph
- (1994) Asche zu Asche / Playing for the Ashes
- (1996) Im Angesicht des Feindes / In the Presence of the Enemy
- (1997) Denn sie betrügt man nicht / Deception on his Mind
- (1999) Undank ist der Väter Lohn / In Pursuit of the Proper Sinner
- (2001) Nie sollst du vergessen / A Traitor to Memory
- (2003) Wer die Wahrheit sucht / A Place of Hiding
- (2005) Wo kein Zeuge ist / With No One as Witness ⭐️⭐️⭐️⭐️
- (2006) Am Ende war die Tat / What Came Before He Shot Her
- (2008) Doch die Sünde ist scharlachrot / Careless in Red
- (2010) Wer dem Tode geweiht / This Body of Death ⭐️⭐️⭐️⭐️
- (2012) Glaube der Lüge / Believing the lie ⭐️⭐️⭐️⭐️
- (2013) Nur eine böse Tat / Just one evil act⭐️⭐️
- (2015) Bedenke, was du tust / A Banquet of Consequences ⭐️⭐️⭐️
- (2018) Wer Strafe verdient / The Punishment She Deserves ⭐️⭐️
- (2022) Was im Verborgenen ruht / Something to Hide
Thursday, March 31, 2016
Elizabeth George's Inspector Lynley Series
This is the list of novels about Inspector Lynley and Barbara Havers in chronological order:
Tuesday, March 29, 2016
Martin Schmitz-Kuhl - Book und Bookster
Der Journalist Martin Schmitz-Kuhl befragte verschiedene Experten der Buchbranche, wie sie die Zukunft des Buches sehen. Seine Gesprächspartner waren Verleger, Buchhändler, Entwickler von Online-Plattformen, aus dem Wissenschaftsbetrieb und auch Verantwortliche der Frankfurter Buchmesse und des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, womit sichergestellt ist, dass das Thema aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet wird.
Genereller Tenor der Interviews ist, dass das Buch nicht tot ist, dass auch das Print-Buch nicht völlig verdrängt werden wird durch digitalen Content oder e-books, aber dass es Veränderung gibt.
Diese muss nicht schlecht sein, aber wie sie aussehen wird, in welche Richtung diese Veränderung sich bewegen werden, darüber ist sich im Grunde niemand klar.
Häufig taucht in der Auseinandersetzung mit dem Buchmarkt das Schreckgespenst Amazon auf, scheinbar ist es eine Herkules-Aufgabe, diesem Riesen etwas entgegenzusetzen. Leise Zweifel tauchen auf, wenn man sich die im Buch thematisierten Plattformen und neuen Online-Initiativen so anschaut:
LOG.OS - hier gibt es bislang nur die Zielsetzung und einige wenige Blogbeiträge.
sobooks - "social books", eine Plattform, in der die Nutzer über Bücher textstellengenau diskutieren können sollen... da scheint aber wenig los zu sein...
flipintu - sieht bunt und sehr interaktiv aus, aber auch hier scheint es noch nicht viele Aktivitäten zu geben.
buchhandel.de- darin ist die im Buch noch diskutierte Plattform "libreka" des Börsenvereins aufgegangen. Immerhin eine brauchbare Alternative e-books zu kaufen und auch den lokalen Buchhandel zu unterstützen
Das Buch bietet durchaus interessante Einblicke und Gedanken zum Thema, vor allem die unterschiedlichen Perpektiven der verschiedenen Interviewpartner sind dabei lohnend.
Martin Schmitz-Kuhl, Book und Bookster. Bramann, Frankfurt am Main 2015.
Genereller Tenor der Interviews ist, dass das Buch nicht tot ist, dass auch das Print-Buch nicht völlig verdrängt werden wird durch digitalen Content oder e-books, aber dass es Veränderung gibt.
Diese muss nicht schlecht sein, aber wie sie aussehen wird, in welche Richtung diese Veränderung sich bewegen werden, darüber ist sich im Grunde niemand klar.
Häufig taucht in der Auseinandersetzung mit dem Buchmarkt das Schreckgespenst Amazon auf, scheinbar ist es eine Herkules-Aufgabe, diesem Riesen etwas entgegenzusetzen. Leise Zweifel tauchen auf, wenn man sich die im Buch thematisierten Plattformen und neuen Online-Initiativen so anschaut:
LOG.OS - hier gibt es bislang nur die Zielsetzung und einige wenige Blogbeiträge.
sobooks - "social books", eine Plattform, in der die Nutzer über Bücher textstellengenau diskutieren können sollen... da scheint aber wenig los zu sein...
flipintu - sieht bunt und sehr interaktiv aus, aber auch hier scheint es noch nicht viele Aktivitäten zu geben.
buchhandel.de- darin ist die im Buch noch diskutierte Plattform "libreka" des Börsenvereins aufgegangen. Immerhin eine brauchbare Alternative e-books zu kaufen und auch den lokalen Buchhandel zu unterstützen
Das Buch bietet durchaus interessante Einblicke und Gedanken zum Thema, vor allem die unterschiedlichen Perpektiven der verschiedenen Interviewpartner sind dabei lohnend.
Martin Schmitz-Kuhl, Book und Bookster. Bramann, Frankfurt am Main 2015.
Monday, March 28, 2016
Truman Capote - Frühstück bei Tiffany
Selten hat man bei einem Roman so schnell so markante Filmszenen vor Augen wie bei Frühstück bei Tiffany.Der Ich-Erzähler, der (noch) erfolglose Schriftsteller Paul, wohnt im selben kleinen Backsteinhaus in New York wie die achtzehnjährige Holly Golightly. Sie ist eine faszinierende Persönlichkeit, sie treibt durch die Welt der Schönen und Reichen, kokettiert mit den Männern und feiert skurile Parties in der kleinen Wohnung. Nie weiß man, welche ihrer Geschichten wahr oder welche Erfindungen sind. Wenn sie das "rote Grausen", dann geht sie zu Tiffany, um sich zu beruhigen.
Der kurze Roman ist eine interessante Momentaufnahme vom Lebensgefühl im New York der 40er Jahre mit einer faszinierenden Protagonistin. Das Fehlen einer echten Liebesgeschichte zwischen dem Ich-Erzähler und Holly, die den Film entscheidend prägt, aber von Capote nicht vorgesehen war, lässt Hollys innere Zerrissenheit und ihre Unnahbarkeit noch deutlicher hervortreten.
Truman Capote, Frühstück bei Tiffany. Goldmann, München 2009.
Friday, March 25, 2016
Nadja Hermann - Fettlogik überwinden
Nadja Hermann fiel mir erstmals auf, als ein Facebook-Kontakt einige ihrer Webcomics (Erzähmirnix) zu verschiedenen Themen kommentierte. Von dort war es nur ein kleiner Schritt, um auf ihr Hauptthema und ihr Buch Fettlogik überwinden zu stoßen.Was ist Fettlogik?
Im Grunde sind Fettlogiken Argumente und Aussagen, die dazu dienen, das Nicht-Abnehmen zu erklären und zu rechtfertigen. "Na klar müsste ich abnehmen, aber..." Hier einige Beispiele aus dem Inhaltsverzeichnis:
- Ich esse nur 1000 kcal pro Tag und nehme nicht ab!
- Kalorienzählen wirkt bei mir nicht!
- Mein Stoffwechsel ist kaputt!
- Übergewicht ist zu einem hohen Anteil genetisch bedingt!
- 95% aller Diäten scheitern!
- ...
Nimmt man weniger Energie zu sich als man verbraucht, nimmt man ab.
Das ist nicht neu. Die FdH-Diät ("Friss die Hälfte!") war schon immer wirksam. Vielleicht ist es aber nachvollziehbar, dass mit der steigenden Anzahl von Übergewichtigen in unserer zunehmend inaktiven Gesellschaft (die Autorin spricht hier von 60% der Übergewichtigen) auch die Zahl der heilversprechenden Diäten steigt und angesichts der schieren Unübersichtlichkeit der Ernährungsstrategien es immer schwieriger wird, die Spreu vom Weizen zu trennen und zu erkennen, wann eine Aussage zur Ernährung und zum Thema Abnehmen fundiert und richtig ist. Die wenigsten Ratgeber basieren ihre Aussagen auf wissenschaftlicher Forschung bzw. beziehen diese nur teilweise ein.
Diese Erkenntnis brachte Nadja Hermann dazu, sich umfassend mit dem Thema Ernährung und Abnehmen zu beschäftigen, mit dem Ergebnis, dass ihre Literaturliste 10% des e-books ausmacht, wobei ein Großteil ihrer Quellen medizinischen Fachzeitschriften entstammen. So räumt sie mit vielen der "medizinischen Ausreden" vom Hungerstoffwechsel bis zur genetischen Grundlage auf, erklärt Zusammenhänge der Energieverwertung und widmet einen großen Teil dem Aufzeigen der gesundheitlichen Risiken, die Übergewicht mit sich bringt.
Dabei zeigt sie viel Verständnis für die Probleme, mit denen sich Abnehmwillige konfrontiert sehen, ihr Psychologiestudium und die Ausbildung zur Verhaltenstherapeutin kommen ihr selbstverständlich zugute. Sie verurteilt nicht, sondern zeigt immer wieder wertungsneutral die Fallen, die Fettlogiken, auf, mit denen sich jede/r herumschlagen muss, der Tiefschläge und Schwierigkeiten im Abnehmprozess erlebt.
Dabei wirkt sie auch dadurch besonders authentisch, dass ihr eigenes Abnehmen Anlass für das Verfassen des Buches war: Sie schaffte es, ihr adipöses Höchstgewicht von 150kg bei 175cm auf ein Normalgewicht von 63kg zu reduzieren. So nimmt sie in vielen der Kapitel Bezug auf ihre eigenen Erfahrungen und darauf, wie schwierig es war, die Vorurteile und Gemeinplätze zu überwinden und sich wissenschaftliche, medizinisch sachliche Zusammenhänge zu erarbeiten und damit zum Ziel zu kommen.
Besonders sympathisch ist mir Fettlogik überwinden deswegen, weil es nicht beschönigt, sondern höchst sachlich und fundiert erklärt, dass Abnehmen kein Wunder und auch nicht käuflich ist, sondern nur mit Willensstärke und Konsequenz funktionieren kann. Aber es ist machbar - für jeden.
Nadja Hermann zeigt zudem nicht den allein selig machenden Weg auf, sondern legt Wert darauf, dass entsprechend der individuellen Situation des Abnehmenden berücksichtigt werden muss, welche Form der Kalorienreduzierung für ihn oder sie passend und machbar ist.
Fazit: Ein sehr gutes Buch zum Thema für Menschen aller Gewichtsklassen!
- Das Blog zum Buch: Fettlogik überwinden
- Nadja Hermann, Fettlogik überwinden. Kindle Direct Publishing 2015.
- Inzwischen auch als Taschenbuch bei Ullstein...
Thursday, March 24, 2016
Ray Bradbury - Fahrenheit 451
Ray Bradbury's Fahrenheit 451 ist einer der Science Fiction und Dytopie-Klassiker schlechthin.Die Gesellschaft befindet sich auf einem absoluten Tiefpunkt: Der Großteil der Menschen gibt sich hirnlosen Vergnügungen hin, zum Beispiel lassen sie sich von Zimmergroßen TV-Bildschirmen beschallen, die dort auftretenden Schauspieler werden als "Familie" bezeichnet, während sie an den Menschen/Ehepartnern im eigenen Haushalt völlig emotionslos vorbeileben. Auch die Ehe zwischen Guy und Mildred Montag läuft so ab. Eigenes Denken und das Entwickeln von neuen Ideen ist in dieser Gesellschaft unerwünscht und so wundert es nicht, dass die möglichen Keimzellen von neuen Gedanken - Bücher - verboten sind und von der Feuerwehr schnellstmöglich verbrannt werden. Guy ist Feuerwerhmann und er mag seinen Beruf grundsätzlich, aber die Begegnung mit einer Nachbarin, einem 17jährigen Mädchen, die "Ideen" hat und ihn zum Nachdenken anregt, verändert seine Wahrnehmung der Welt. Als er beginnt, sich für die Inhalte der Bücher zu interessieren, deren Papier er tagtäglich bei einer Temperatur von 451 Fahrenheit verbrennt, setzt sich eine Spirale von Ereignissen in Gang, an deren Ende Zerstörung, aber auch ein Neuanfang steht.
Auch wenn durchaus die Entstehungszeit des Romans, 1953, gewisse Spuren in dem Roman hinterlassen hat, so ist die dystopische Gesellschaft, die Bradbury entwirft, auf nahezu beängstigende Weise aktuell und bedrohlich. Die Fähigkeit zu denken und zu reflektieren und aus dem Gedachten Schlüsse für die Zukunft und das eigene Handeln zu ziehen steht in krassem Gegensatz zu einer emotional verflachenden ständigen Mediennutzung, die zur absoluten Gleichgültigkeit gegenüber Mitmenschen, der Umwelt im Allgemeinen und dem politischen Weltgeschehen führt. Das Vergessen und Verdrängen von Gewesenem und von den Ideen und dem Wissen vorangegangener Generationen - hier symbolisiert durch die Bücher und ihre Verbrennung - führt zu einem gesellschaftlichen und menschlichen Bankrott und der Zerstörung des bestehenden Systems und des Menschen an sich.
Geht man heute durch die Stadt oder fährt mit öffentlichen Verkehrsmitteln, so muten einem die Smartphone-nutzenden Menschen mitunter roboterhaft und abwesend an. Eigenständiges Denken und Hinterfragen von Botschaften in sozialen Netzwerken, in der Werbung oder in der Medienberichterstattung ist oft Fehlanzeige. So erhascht man auch heute einen Blick auf eine Gesellschaft, die vielleicht Bradbury vor Augen hatte, als er vor mehr als 60 Jahren Fahrenheit 451 schrieb. Mich stimmt das nachdenklich und ängstigt mich ein wenig - und bestärkt mich in einem: Mehr lesen!
Ray Bradbury, Fahrenheit 451. Heyne, München 2000.
Monday, March 21, 2016
Jeffery Deaver - Letzter Tanz
Lincoln Rhyme und Amelia Sachs ermitteln wieder. Der Totentänzer ist ein extrem wandlungsfähiger und intelligenter Auftragskiller und er soll drei Zeugen, die in einem in Kürze anstehenden Mordprozess aussagen müssen, umbringen. Der erste der Zeugen stirbt in einer Flugzeugexplosion, was die Skrupellosigkeit des Täters verdeutlicht. Zudem ist es bereits das zweite Mal, dass Rhyme mit dem Totentänzer in Kontakt kommt, dieser hat mit einer Bombe zwei Mitglieder von Rhymes Team vor seinem Unfall ermordet, was den Fall für Rhyme zu etwas sehr persönlichem macht.Jeffery Deaver gelingt es auch im zweiten Band der Serie solide Ermittlungsarbeit und Spurensuche mit einem rasanten Erzähltempo und Action zu verbinden und Einblicke in die Denkweise des Täters zu geben, ohne dabei jedoch zuviel über seine Absichten zu verraten, so dass die Spannung bis zu den letzten Seiten erhalten bleibt. Die Protagonisten erhalten weiteren Tiefgang und werden weiterentwickelt und auch die übrigen Akteure sind greifbar und ihre Beweggründe und ihr Handeln - auch emotional - nachvollziehbar.
Ein sehr guter Thriller, absolut lesenswert.
Jeffery Deaver, Letzter Tanz. Goldmann, München 2014.
Serie:
#1: Der Knochenjäger / The Bone Collector
#2: Letzter Tanz / The Coffin Dancer
Sunday, March 20, 2016
Kathryn Stockett - Gute Geister
Kathryn Stockett erzählt in Gute Geister die Geschichte dreier Frauen in Jackson, Mississippi, im USA Anfang der 60er Jahre.
Skeeter, eine priviligierte, junge weiße Frau, kommt von der Uni zurück nach Jackson und möchte eigentlich gern Journalistin werden. Doch ihre Mutter und Freundinnen erwarten von ihr anderes, wie zum Beispiel eine Hochzeit und vor allem Anpassung. Sie versucht dennoch, sich um einen Job zu bewerben und einer der Verlage legt ihr nahe, über für sie relevante und aktuelle Themen zu schreiben. Da ihr die schlechte Behandlung der schwarzen Dienstmädchen in ihren gesellschaftlichen Kreisen immer wieder auffällt und missfällt (vor allem weil sie selbst von einem solchen Dienstmädchen großgezogen worden ist, das nun verschwunden ist), ist dies für sie ein naheliegendes Thema. Doch zunächst sieht es nicht so aus, als ob sie Dienstmädchen finden würde, die ihr Auskunft geben, da alle um ihren Job fürchten müssen.
Aibileen und Minnie sind selbstbewusster als andere Dienstmädchen und gehen schließlich zögernd auf Skeeters Vorschlag ein und erzählen ihr von ihren Erlebnissen mit den weißen Herrschaften. Dabei ist die Bürgerrechtsbewegung und damit in Missisippi der Widerstand der Rassisten gegen die zunehmenden Rechte von Afroamerikanern auf dem Höhepunkt - Skeeter und die Dienstmädchen müssen also bei einer Entdeckung ihres Projektes mit Verlust ihres Ansehen, ihres Arbeitsplatzes und sogar mit gewalttätigen Konsequenzen rechnen. Aber die zunehmend unerträgliche Situation und Unterdrückung führt auch dazu, dass sich immer mehr Dienstmädchen bereit erklären, an dem Projekt teilzunehmen und sich interviewen zu lassen. Schließlich wird das so entstandene Buch publiziert und in dem aktuellen politischen Klima zu einem Bestseller. Natürlich bleibt die Veröffentlichung für die drei Frauen nicht ohne Konsequenzen, am Ende steht für alle ein Neuanfang, der auch eine Befreiung aus dem sie einschränkenden System ist.
Gute Geister besticht durch die sehr authentischen Stimmen der drei Ich-Erzählerinnen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, aber dennoch alle drei gemein haben, dass sie unfrei leben und zunächst annehmen, an ihrer Situation auch nichts ändern zu können. Das Bündnis, das sie eingehen, wird zu einem Befreiungsschlag, der für jede der drei Frauen notwendig war. Das dafür nötige Selbstvertrauen, aber auch das Vertrauen zueinander über Rassen- und Gesellschaftsgrenzen hinweg, baut sich nur nach und nach auf, ist aber dann umso gefestigter. Es ist ebenso ein feministischer wie ein Roman über den Kampf gegen die Rassentrennung im kleinen Alltag Mississippis. Es macht Freude, diesen Protagonisten dabei zuzuschauen, wie sie wachsen und gemeinsam etwas wagen, woran jede allein niemals geglaubt hätte.
Die Stimmen von Petri, Lemnitz und Biermann tragen sehr dazu bei, die Charaktere der drei Frauen lebendig zu machen, definitiv ein qualitativ gutes Audiobook.
Kathryn Stockett, Gute Geister. RandomHouse Audio 2011.
Tuesday, March 15, 2016
The New York City skyline takes me in...
![]() |
| card sent by Klovsja, GB |
The card reminded me of a song by Luka Bloom which is called Cold Comfort.
In days of grace this journey's a thrill to me
The New York City skyline takes me in
People at the station look and sometimes say to me,
"You never had it so easy,
Taking in the world with your guitar,
You never had it so easy ..."
I swear that's cold comfort
On a freezing New York night
Without my baby
The New York City skyline takes me in
People at the station look and sometimes say to me,
"You never had it so easy,
Taking in the world with your guitar,
You never had it so easy ..."
I swear that's cold comfort
On a freezing New York night
Without my baby
Monday, March 14, 2016
Sunday, March 13, 2016
Russian Cyclists in 1903
![]() |
| Cyclist in front of Winter Palace, Palace Square, ca. 1903, St Petersburg, Russia card sent by Ekaterina from Russia |
Saturday, March 12, 2016
Friday, March 11, 2016
Bram Stoker - Dracula
Bram Stokers Dracula ist das Schlüsselwerk der Vampirliteratur und Graf Dracula die wohl berühmteste Vampirfigur. Erstmals veröffentlicht wurde der Roman 1897 und er hatte großen Einfluss auf die spätere Beliebtheit von Vampir- und Schauergeschichten. Es existieren zahlreiche Adaptionen und Verfilmungen.Diese Audiobook-Ausgabe trägt der Tatsache Rechnung, dass Dracula formal aus einer Vielzahl von fiktionalen Quellen besteht: Es gibt Tagebucheintragungen, Phonographaufnahmen, Briefe und Zeitungsartikel, die von unterschiedlichen Personen verfasst werden. Die Protagonisten schildern darin ihre individuellen Erlebnisse, die in diesem Audiobook jeweils ihre eigenen, namhaften Sprecher erhalten. Die dadurch entstehenden Erzählstränge werden zusammengeführt, indem sich die Protagonisten zusammenfinden und sich austauschen bzw. gegenseitig ihre Tagebücher und Aufzeichnungen lesen. Dadurch ist - nach einer Phase des Schreckens und der schauerlichen Erlebnisse - ein gemeinsames Handeln möglich, als sie sich zusammentun, um Dracula zu verfolgen und zu töten.
Interessant ist, wie einflussreich die in Dracula mit einer Art wissenschaftlichem Anstrich versehenen Fakten über Vampire langfristig sind. Das Fledermaushafte, die Tageslichtempfindlichkeit, Särge bis hin zum Knoblauch als Gegenmittel - all dies ist uns als Vampirgesetz bekannt und wurde vielfach kopiert und als gegeben weiterverwendet. Wenige Romane hatten einen solchen Einfluss. Gleichzeitig ist die Geschichte auch heute noch spannend zu lesen.
Bram Stoker, Dracula. GoyaLit/Jumbo 2012.
Monday, March 07, 2016
Friday, March 04, 2016
#rockyourhandwriting
Kara (Boho Berry), Dee (Decade Thirty), Jessica (Pretty Prints and Paper), and Kim (Tiny Ray of Sunshine) started this handwriting challenge.
I like the idea and I joined - although a bit late. I did the first four days at once...
Wednesday, March 02, 2016
Jan Costin Wagner - Im Winter der Löwen
Kimmo Joenta ist auch im dritten Roman von Jan Costin Wagners Reihe um den finnischen Kommissar noch verstört vom Tod seiner Frau Sanna. So erwartet er nicht viel vom Weihnachtsfest. Doch die Dinge entwickeln sich anders, als eine junge Prostituierte, die sich Larissa nennt, sich in sein Leben und in seine Wohnung drängt, nachdem er zuvor auf dem Revier ihrem Bericht von einem übergriffigem Freier zugehört hatte. Dann werden kurz nacheinander erst ein langjähriger Kollege, ein Gerichtsmediziner, und ein Filmpuppenbauer erstochen aufgefunden. Beide waren zu Gast in einer Talkshow bei dem Talkmaster Petteri Hämäläinen, der kurz darauf nur knapp einem Anschlag entkommt.Larissa spricht es als Erste aus: Irgend etwas in dieser Talkshow muss jemanden sehr wütend gemacht haben, so wütend, dass er oder sie diese Morde begeht. Die Ermittlungen kommen nur langsam voran, weil die möglichen Motive zahlreich und der Personenkreis der möglichen Beteiligten groß ist. Gleichzeitig erfahren wir aus der Perspektive der Täterin, was sie antreibt und welche verstörenden Erlebnisse hinter ihr liegen. Gleichzeitig löst sich Kimmo langsam aus seiner emotionalen Starre und beginnt, Anteil zu nehmen an dem Leben seiner Kollegen und sich wieder Freude im Leben zu erlauben.
Parallele Erzählperspektiven sind oft spannungsfördernd, geben Einblicke und dadurch Hinweise auf Motive, die den Leser mit in die Rolle eines Ermittelnden mit Wissensvorsprung geben. In Im Winter der Löwen liegen hingegen durch die Täterperspektive die Beweggründe und Zusammenhänge offen, so dass man eher den Eindruck hat, man schaut nun nur noch zu, wie Kimmo und seine Kollegen ihre Arbeit machen, während man selbst schon Bescheid weiß. Spannend hingegen sind die Facetten von Tod und Trauer - in der Täterin und in Kimmo Joenta.
Jan Costin Wagner, Im Winter der Löwen. Eichborn Lido 2009.
Website von Jan Costin Wagner
Bände der Reihe um Kimmo Joenta:
- Eismond
- Das Schweigen
- Im Winter der Löwen
- Das Licht in einem dunklen Haus
- Tage des letzten Schnees
Loïc Dauvillier und Glen Chapron - Das Attentat
Das Attentat von Loïc Dauvillier und illustriert von Glen Chapron ist eine Adaption des gleichnamigen Romans von Yasmina Khadra. Hinter diesem Pseudonym verbirgt sich der algerische Autor Mohammed Moulessehoul, der diesen weiblichen Namen wählte, um in seinem Land nicht unter die Zensur zu fallen. Seine Bücher wurden mehrfach ausgezeichnet. Er bemüht sich um gegenseitiges Verständnis in den religiösen und politischen Konflikten zwischen der westlichen und der arabischen Welt.Der Inhalt von Das Attentat ist schnell erzählt: Der Protagonist Amin Jaafari lebt in Tel Aviv und arbeitet als Chirurg. Nachdem er eine Nacht lang die Opfer eines Selbstmordattentat operiert hat, kommt er nach Hause und erhält kurz darauf die Nachricht, dass seine Frau nicht nur bei dem Attentat ums Leben gekommen, sondern dass sie die Attentäterin sei! Er kann dies nicht begreifen, da er keine Anzeichen ihres Fanatismus bemerkt hat. Er begibt sich auf die Suche nach ihren Gründen und ihren Kontaktpersonen, um mehr zu erfahren. Dabei dringt er immer tiefer in die komplexen, gewaltbereiten Strukturen des palästinensichen Widerstands ein, begegnet aber auch dem ebenso rücksichtslosen Verhalten des israelischen Militärs. Er ist nicht bereit aufzugeben und sich abzufinden, ist aber gleichzeitig dem Geschehen um ihn herum zunehmend ausgeliefert, weil er keinen Einfluss darauf nehmen kann.
Der Roman von Khadra wird in der Graphic Novel auf 153 Bildseiten erzählt. Viele Dialoge scheinen direkt übernommen zu sein, die unterschiedlichen Settings in Tel Aviv, Bethlehem und den Dörfern ringsum werden zeichnerisch detailreich und atmosphärisch sehr gut umgesetzt. Manches kommt einem schrecklich bekannt vor von Nachrichtenbildern im Fernsehen.
Die Situationen, in denen sich der Protagonist wiederfindet sind bedrohlich, erschreckend und spiegeln die Gewalt so deutlich wieder, dass ich zwischendurch das Buch weggelegt habe. Es ist eine emotional angreifende Geschichte, die verdeutlicht, wie vielschichtig, wie emotional und wie verwirrend der Konflikt in der Region ist. Besonders gefallen hat mir, dass viele verschiedene Perspektiven aufgezeigt werden, die Fehler auf beiden Seiten, aber auch ansatzweise die Beweggründe und Zusammenhänge. Durch die Neutralität des Protagonisten, der wie der Leser unfreiwillig in diese Spirale von Ereignissen gerät, ist man nicht gezwungen, Position zu beziehen, sondern erfährt mehr über die innere Dynamik des Konflikts. Empfehlenswert.
Loïc Dauvillier and Glen Chapron, Das Attentat. Carlsen, Hamburg 2013.
Tuesday, March 01, 2016
Jo Nesbø - Blood on Snow - Der Auftrag
Der Klappentext liefert eine krasse Einleitung zu Jo Nesbøs kurzem Roman Blood on Snow - Der Auftrag:
Als Leser hofft man auch, dass die Geschichte für Olav gut ausgehen kann, wenngleich die Wahrscheinlichkeiten dagegen sprechen. Gleichzeitig spielt Nesbø mit den verschiedenen Facetten der Ereignisse, dreht sie manchen Stellen herum, so dass man plötzlich erkennt, an welchen Stellen Olav mit seiner Wahrnehmung gründlich falsch gelegen hat.
Sprachlich hat mir der Roman sehr gut gefallen, Nesbø spiegelt mit seinem Erzählstil die Kontraste seines Protagonisten, dunkel, aber mit scharfem Verstand, dazwischen verklärt romantisch.
Randbemerkung: Die Ullstein Ausgabe hat eine hübsche Klappenbroschur, das schwarzweiße Design wird nur durch einzelne gelbe Schriftelemente durchbrochen und der Buchblock hat zudem einen schwarzen Schnitt. Für ein Taschenbuch eine wirklich schicke Ausgabe.
Jo Nesbø, Blood on Snow - Der Auftrag. Ullstein, Berlin 2015.
"Olav lebt das einsame Leben eines Killers. Als Killer ist es eben nicht unbedingt leicht, anderen Menschen nahe zu kommen. Doch jetzt hat Olav die Frau seiner Träume getroffen. Zwei Probleme stellen sich:Aus der Ich-Perpektive berichtet Olav von seinen Erlebnissen bei diesem Auftrag. Er erklärt uns auch, warum er nur zum Auftragskiller und nicht für andere kriminelle Jobs geeignet ist. Er gibt uns Einblicke in sein etwas sonderbares Gefühlsleben, ist dabei einerseits poetisch und voller trockenem schwarzen Humor andererseits. Bald wird zudem klar, dass seine Wahrnehmung der Geschehnisse sich manchmal von denen anderer Menschen unterscheidet oder er vielleicht die falschen Schlüsse zieht. Man entwickelt Sympathie mit diesem Sonderling, Sympathie mit einem Killer, dem man ein anderes, ein besseres Leben wünscht.
Sie ist die Frau seines Chefs.
Und Olav wurde gerade beauftragt, sie zu töten."
Als Leser hofft man auch, dass die Geschichte für Olav gut ausgehen kann, wenngleich die Wahrscheinlichkeiten dagegen sprechen. Gleichzeitig spielt Nesbø mit den verschiedenen Facetten der Ereignisse, dreht sie manchen Stellen herum, so dass man plötzlich erkennt, an welchen Stellen Olav mit seiner Wahrnehmung gründlich falsch gelegen hat.
Sprachlich hat mir der Roman sehr gut gefallen, Nesbø spiegelt mit seinem Erzählstil die Kontraste seines Protagonisten, dunkel, aber mit scharfem Verstand, dazwischen verklärt romantisch.
Randbemerkung: Die Ullstein Ausgabe hat eine hübsche Klappenbroschur, das schwarzweiße Design wird nur durch einzelne gelbe Schriftelemente durchbrochen und der Buchblock hat zudem einen schwarzen Schnitt. Für ein Taschenbuch eine wirklich schicke Ausgabe.
Jo Nesbø, Blood on Snow - Der Auftrag. Ullstein, Berlin 2015.
Saturday, February 27, 2016
Philip Kerr - Winterpferde

Wie das Cover bereits verrät, geht es in Philip Kerrs Roman Winterpferde um die besondere Freundschaft zwischen einem Mädchen und zwei Pferden. Es sind allerdings nicht irgendwelche Pferde oder Ponys, sondern die seltenden Przewalksi-Pferde, die es 1941 im ukrainischen Askania-Nowa noch gibt.
Aber die deutschen Nazis haben das Naturreservat besetzt und betrachten die Pferde als minderwertig und wollen alle töten. Genauso bedroht ist das jüdische Mädchen Kalinka, die sich in den Wäldern versteckt hält. Der harte Winter zwingt sie jedoch in die Nähe der wenigen Häuser, wodurch sie den Tierwärter Max kennenlernt. Max ist der erste Mensch nach langer Zeit, der Kalinka hilft und Wärme, Nahrung und Freundschaft bietet. Doch schon bald muss sie fliehen, zusammen mit zweien der verbleibenden Pferde und Max' Wolfshund.
Winterpferde ist eine Abenteuergeschichte, deren Zielgruppe Kinder und Jugendliche sind. Die politisch-historischen Hintergründe werden in einfache Zügen umrissen und erklärt, auch die Geschichte der Przewalksi-Pferde wird in die Erzählung eingebunden. Berührend ist die Freundschaft zwischen dem alten, einsamen Max und Kalinka, die den Verlust ihrer Familie noch nicht betrauern kann, aber dennoch große Empathie für Mensch und Tier aufbringen kann. Auf der Flucht besteht die Gruppe die Gefahren nur durch den Zusammenhalt, wenngleich die übertriebene Intelligenz der Pferde die Geschichte zwischenzeitlich ins Mystisch-Fantastische abgleiten lässt.
Kerr versucht, keine rein schwarz-weißen, stereotypen Figuren zu zeichnen, sowohl unter den Nazis als auch unter den Russen gibt es in Winterpferde gute und schlechte Menschen. Kalinkas Instinkt sagt ihr, wem sie vertrauen kann und wem nicht, dadurch - und durch die Loyalität ihrer tierischen Freunde - kann sie sich schließlich in Sicherheit bringen, auch wenn das Ende für Kinder sicherlich dennoch schwer zu ertragen sein wird.
Philip Kerr, Winterpferde. Sauerländer 2015.
Lighthouses I
A few weeks ago I edited my postcrossing profile and added "lighthouses" to my preferences.
Now the first cards are starting to arrive. Beautiful!
My favourite so far is La Jument - now I want to visit Brittany even more...
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| Vente Cape lighthouse, Lithuania - built in 1860, 11 m high |
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| Chersonese lighthouse in Sevastopol, Ukraine - built in 1816 (rebuilt in 1951) |
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| La Jument lighthouse, island of Ushant, France - built in 1911, 47 metres high |
Wednesday, February 24, 2016
Tuesday, February 23, 2016
Sunday, February 21, 2016
Oscar Wilde - Das Bildnis des Dorian Gray
Gern hätte ich gesagt, was lange währt, wird endlich gut, denn lange schiebe ich diesen Roman vor mir her. Ich habe ihn angefangen, weggelegt, musste wieder von vorn beginnen... Leider ist es ein Lesekampf geblieben mit Oscar Wildes Klassiker aus dem Jahr 1891 und ich muss zugeben, dass ich einige Passagen großzügig quer gelesen habe. Seitenlange Beispiele für die verschiedenen Leidenschaften des Dorian Gray in seinem Wahn auf der Suche nach Schönheit und Ablenkung (11. Kapitel) vermochten mich nicht zu fesseln. Die Handlung mag jeder nachlesen.
Ich kann das Skandalöse und Kritische des Romans vor dem Hintergrund seiner Entstehung nachvollziehen, diesbezüglich ist es vielschichtig und bietet zahlreiche Deutungsmöglichkeiten. Es bietet sicherlich auch eine interessante Darstellung der britischen oder besser der Londoner Gesellschaft zu Wildes Zeiten. Vor allem die Dekadenz der Reichen und Adligen, die der allwissende Erzähler mit einer gewissen Nüchternheit durch die Schilderung von Grays Lebensstil abzeichnet, erzeugt die vermutlich gewollte Abscheu beim Leser.
Im Werk Wildes nimmt Das Bildnis des Dorian Gray eine Sonderstellung ein, da es sein einziger Roman ist. Zu meinen Lieblingsklassikern wird es dennoch auf keinen Fall.
Oscar Wilde, Das Bildnis des Dorian Gray. Süddeutsche Zeitung Bibliothek, München 2004.
Saturday, February 20, 2016
Sara Gruen - Wasser für die Elefanten
Ein alter Mann namens Jacob Jankowski blickt zurück auf sein Leben, genauer auf ein besonderes, lebensbestimmendes Jahr, in dem er nach seinem Studiumsabbruch (Veterinärmedizin) beim Wanderzirkus Benzini anheuerte. Dort verliebt er sich in Marlena, die Pferdedresseurin, die aber mit einem zu Gewalt neigenden Mann verheiratet ist, was zwangsläufig zu Problemen führen muss. Eine weitere wichtige Rolle spielt Rosie, eine scheinbar sture Elefantendame, mit der Jacob eine besondere Beziehung aufbaut. Wasser für die Elefanten von Sara Gruen ist Liebesroman und eine Coming-of-Age-Story, die ihre Poesie aus dem besonderen Setting der Zirkuswelt bezieht. Der Plot bietet keine großen Überraschungen, alles ist relativ vorhersehbar, aber die unterschiedlichen Charaktere, die gesellschaftlichen Differenzen, die es in dieser Parallelwelt ebenso wie in der "realen Welt" gibt, und die starke Emotionalität, die diese Menschen mit dem Zirkus, den Tieren und der Artistik verbindet, geben dem Roman einen besonderen Charme.
Andreas Fröhlich liest das Audiobook gekonnt, wie erwartet.
Nur am Rande: Man könnte sich fragen, ob Jonas Jonasson sich von Gruens Roman hat inspirieren lassen - der alte Mann, der Elefant...
Sara Gruen, Wasser für die Elefanten. Argon 2011.
Wednesday, February 17, 2016
Sunday, February 14, 2016
Postcrossing Meeting 2016.1
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Card is from the DaWanda postcard calendar, design by buntes Dings, card is traveling to Hong Kong now. Nice meeting of a few postcrossers from Bielefeld area today at Kachelhaus which turned out to be a nice location - thanks to Andrea for organizing! |
Saturday, February 13, 2016
Lukas Jüliger - Vakuum
Die düstere Stimmung in Lukas Jülingers Graphic Novel Vakuum erfasst einen bereits auf den ersten Seiten. Die Welt des Protagonisten ist öde und leer, die Gesichter der Menschen um ihn herum ausdruckslos bis traurig. Je mehr man über ihn erfährt, desto mehr bestätigt sich dieser Eindruck. Seine Freundschaft zu Sho ist verschwunden, als Sho seine Persönlichkeit und seinen Lebenswillen nach einem Drogenkonsum verloren hat. Der namenlose Protagonist weiß nicht, wie er helfen soll. Seine Ratlosigkeit überträgt sich auch auf seine neue Beziehung zu einer Mitschülerin, die ihn eines Tages einfach anspricht. Sie ist für ihn schwer zu verstehen, verschwindet zwischenzeitlich einfach und ist fast ebenso seltsam wie Sho.Was die Teenager am meisten bedrückt, ist die Perspektivlosigkeit, sie wollen nicht das eintönige Leben ihrer Eltern leben, haben aber auch kein Gegenkonzept - es scheint nur die Flucht zu geben, wobei Drogen und Selbstmord als Fluchtmöglichkeit thematisch auftauchen. Letzteres in Form eines Mitschülers, der sich umbringt, während alle anderen nur eine morbide Neugier an seinem toten Körper entwickeln statt nach seinen Beweggründen zu fragen.
Das Vakuum, in dem sich die Protagonisten befinden, ist allumfassend und so ist es nur eine Frage der Zeit bis zur Katastrophe...
Düster und verstörend, so empfinde ich die Geschichte von Lukas Jülinger, andererseits sind die Bilder ästhetisch und schön und es sind bildliche Metaphern enthalten, die das Buch sehr eindrucksvoll machen.
Lukas Jüliger, Vakuum. Reprodukt, Berlin 2012.
Links zu einem Interview und zur Rezension der Zeit
Jennifer L. Armentrout - Onyx
Obsidian, der erste Band der Reihe um die Lux, ließ Fragen offen über die Hintergründe dieser Außerirdischen und einmal mehr war ich unzufrieden mit den Protagonisten und der Authentizität ihres Charakters.
Wurde schon in Obsidian angedeutet, dass Daemon Katy durch die Heilung, die er ihr zukommen ließ, als sie schwer verletzt war, irgendwie verändert hat, so muss sie in Onyx definitv feststellen, dass sie mutiert ist und über ähnliche Fähigkeiten verfügt wie die Lux.
Zeitgleich tauchen - wie sollte es anders sein - neue Feinde auf, dubiose Gestalten einer Art Aufsichtsabteilung des Verteidigungsministeriums (VM), die es besonders auf die mutierten Menschen abgesehen haben. Die sind sicher total nützlich und wertvoll - nur wieso bleibt weiterhin unklar.
Gleichzeitig bekommt Daemon den klassischen Gegenspieler, auf den Katy natürlich trotz der speziellen Verbindung mit Daemon und ihrer sowieso sowas von offensichtlichen Verknalltheit hereinfällt. Wieso, bleibt auch... unklar. Natürlich schreit alles nach Verrat und Lüge und Betrug und endet schrecklich... - nur um die Verbindung zwischen Katy und Daemon zu festigen.
Onyx lässt die Leserin (kein männlicher Leser wird das durchhalten, vermute ich) teilhaben an einer Teeny-Achterbahnfahrt der Gefühle mit stark aufgeladenen, dramatisierten Liebesszenen zweier relativ irrational handelnder Charaktere mit paranormalen Fähigkeiten. Die Story selbst stolpert so hinterher, die Nebencharaktere bleiben weiter unterentwickelt, was mir besonders bei Dee leid tut.
Vielleicht muss ich einfach aufhören, dieses Genre zu lesen, anstatt mich immer wieder zu ärgern, über diese willkürlich zusammengebastelten Liebesromane mit einem Hauch von Fantasy. Do not read.
Jennifer L. Armentrout, Onyx - Schattenschimmer. Silberfisch 2014.
Wurde schon in Obsidian angedeutet, dass Daemon Katy durch die Heilung, die er ihr zukommen ließ, als sie schwer verletzt war, irgendwie verändert hat, so muss sie in Onyx definitv feststellen, dass sie mutiert ist und über ähnliche Fähigkeiten verfügt wie die Lux.
Zeitgleich tauchen - wie sollte es anders sein - neue Feinde auf, dubiose Gestalten einer Art Aufsichtsabteilung des Verteidigungsministeriums (VM), die es besonders auf die mutierten Menschen abgesehen haben. Die sind sicher total nützlich und wertvoll - nur wieso bleibt weiterhin unklar.
Gleichzeitig bekommt Daemon den klassischen Gegenspieler, auf den Katy natürlich trotz der speziellen Verbindung mit Daemon und ihrer sowieso sowas von offensichtlichen Verknalltheit hereinfällt. Wieso, bleibt auch... unklar. Natürlich schreit alles nach Verrat und Lüge und Betrug und endet schrecklich... - nur um die Verbindung zwischen Katy und Daemon zu festigen.
Onyx lässt die Leserin (kein männlicher Leser wird das durchhalten, vermute ich) teilhaben an einer Teeny-Achterbahnfahrt der Gefühle mit stark aufgeladenen, dramatisierten Liebesszenen zweier relativ irrational handelnder Charaktere mit paranormalen Fähigkeiten. Die Story selbst stolpert so hinterher, die Nebencharaktere bleiben weiter unterentwickelt, was mir besonders bei Dee leid tut.
Vielleicht muss ich einfach aufhören, dieses Genre zu lesen, anstatt mich immer wieder zu ärgern, über diese willkürlich zusammengebastelten Liebesromane mit einem Hauch von Fantasy. Do not read.
Jennifer L. Armentrout, Onyx - Schattenschimmer. Silberfisch 2014.
Friday, February 12, 2016
Wednesday, February 10, 2016
James Sturm - Markttag

Mendelmann ist ein jüdischer Teppichknüpfer im frühen 20. Jahrhundert. James Sturm schildert einen schicksalshaften Markttag, an dem Mendelmann seine Teppiche zum Händler bringen will und feststellen muss, dass der Inhaber gewechselt hat und dieser nun seine hochwertigen Teppiche nicht abnehmen will. Seine Versuche, die Teppiche auf dem markt anderweitig zu verkaufen, scheitern, er wird sie erst in einer Art Kaufhaus für wenig Geld los und stürzt in tiefe Verzweiflung. Seine Existenz steht schlagartig auf dem Spiel, den das Teppichknüpfen ist für ihn nicht einfach ein Beruf, sondern auch Lebensinhalt, da er seine Sicht der Welt in seine Kreationen einfließen lässt.
Gleichzeitig weiß er, dass seine Frau in Kürze ihr Baby erwartet und aufgrund der schwierigen Situation beginnt er nun auch an seiner persönlichen Situation zu zweifeln. Ist es recht, ein Kind in die Welt zu setzen, wenn seine wirtschaftliche Lage so schlecht ist? Will er dieses Kind überhaupt?
James Sturms Bilder bestechen durch große Klarheit und wirken besonders durch die eingeschränkte Farbpalette, die aus Erd- und Grautönen zusammengestellt ist, und durch starke Hell-Dunkel-Kontraste. Dabei wechselt die Perspektive von Mendelmanns Beobachtungen (z.B. die Landschaft, durch die er zum Markt geht, oder die Menschen, die er dort auf dem Markt sieht) zu der Totalen, in der Mendelmann nicht selten zum kleinen Detail im gesamten Bild wird. Der Gegensatz vom Geschehen in der Welt und dem persönlichen Erleben des Individuums, das den Entwicklungen in dieser Welt mehr oder weniger hilflos ausgeliefert ist, wird dadurch auch zeichnerisch zum Ausdruck gebracht. Der Idealismus, mit dem Mendelmann seine Teppiche webt, ist in der von Konsum geprägten, sich in Richtung Kapitalismus weiterentwickelnden Welt nicht mehr gefragt, so dass er an sich und seinem Platz in der Welt zu zweifeln beginnt.Das Ende der Graphic Novel bleibt offen - er kehrt nach Hause zurück, aber ob er wirklich aufgibt und seinen Webstuhl verkaufen wird, oder ob der Anblick seines neugeborenen Kindes andere Veränderungen bringen werden, erzählt James Sturm nicht mehr.
Markttag ist sehr atmosphärisch, traurig und anrührend, Geschichte und visuelle Umsetzung passen wunderbar zueinander.
James Sturm, Markttag. Reprodukt, Berlin 2011.
No bread today - logistics fail
When my last bread machine broke down after many many breads I wanted a new one for sure. I did what one ususally does, read some tests, compared features and prices, read some reviews. Then I tried to buy one in local stores and it wasn't possible to find a store who had the one I wanted. So I finally decided to order it online because I didn't want to wait any longer. It didn't take long to ship it and the packet arrived shortly and as planned. But when I opened it I found this - a big heavy packet of washing powder!
Parcel number and address were correct, but I won't be baking any bread today!
I'm a bit annoyed because I have to send the washing powder back and wait a few more days for the bread machine but I guess this happens if there are thousands and thousands of packets packed every day.
I'm wondering now... is whoever ordered the washing powder now the lucky owner of my bread machine?
12.2.2016: Actually, it arrived just one day later, they really tried to get that right. There is fresh bread in the house now! :)
Parcel number and address were correct, but I won't be baking any bread today!
I'm a bit annoyed because I have to send the washing powder back and wait a few more days for the bread machine but I guess this happens if there are thousands and thousands of packets packed every day.
I'm wondering now... is whoever ordered the washing powder now the lucky owner of my bread machine?
12.2.2016: Actually, it arrived just one day later, they really tried to get that right. There is fresh bread in the house now! :)
Tuesday, February 09, 2016
Olivia Vieweg - Huck Finn
Huckleberry Finn von Mark Twan ist ein durchaus beeindruckendes literarisches Werk, das viele Bedeutungsebenen hat. Vorweg steht sicher der Abenteuerroman - der Junge, der auf einem Floß durch das Land reist.Olivia Vieweg nimmt Mark Twains Geschichte und erzählt sie als die einen weißen Jungen in Ostdeutschland (Halle an der Saale).
Die Parallelen stimmen in groben Zügen, Huck ist Halbwaise und zwischenzeitlich bei einer Witwe untergekommen, die sich für ihn einsetzt. Im Original besteht der Konflikt dieser Konstellation darin, dass die Witwe weiß und religiös, Huck dagegen schwarz und frei von echter Erziehung ist und sein Leben lang für sich selbst sorgen musste. In der Adaption scheint hier keine echte Not zu bestehen, der weiße Huck scheint einfach nur ein fauler Sack zu sein (siehe Beispielseite unten), der nicht zu Schule und nur abhängen will. Das lässt den Charakter in einem völlig anderen Licht erscheinen.

Diese Diskrepanz zwischen Original und Adaption setzt sich auch in weiteren Elementen fort, bestimmte Gewissenskonflikte Huck Finns, die Mark Twains Roman Tiefe und Ambivalenz geben, funktionieren in dem neuen Setting deutlich schlechter. Seine Mitreisende ist eine junge asiatische Prostituierte (statt des Sklaven Jim), die ihn zwar kurzfristig in Gewissenskonflikte bringt, aber die Bedeutung dessen wird in der Graphic Novel schwerlich klar, im Roman hingegen ist dies eine Schlüsselszene für Huck und seine Lebensphilosophie. Die Fehde zweier am Fluss lebender Familien wirkt für Sachsen-Anhalt ebenfalls etwas herbeifabuliert.
So gelingt es Olivia Vieweg trotz recht atmosphärischer Bilder meines Erachtens nicht, die Tiefe der Geschichte erfolgreich in das neue Medium zu übertragen, ihr Huck Finn bleibt oberflächlich und rein unterhaltend.
Olivia Vieweg, Huck Finn. Suhrkamp, Berlin 2013.
Jan Costin Wagner - Das Schweigen
Nach Eismond ist Das Schweigen der zweite Fall für Kimmo Joentaa, den finnischen Kommissar des deutschen Schriftstelllers Jan Costin Wagner.
Ein Mädchen namens Sinikka verschwindet an exakt derselben Stelle, an der vor 33 Jahren bereits ein anderes Mädchen verschwand, das später ermordet aufgefunden wurde. Es war damals der erste Fall von Kimmos Kollegen Ketola, der gerade pensioniert wurde, jetzt jedoch darauf brennt den damals ungelösten Fall doch noch aufklären zu können. Parallel zu den eher schleppend verlaufenden Ermittlungen erleben wir mit, wie der neue Vermisstenfall einen der damaligen Täter zutiefst aufwühlt. Er gerät zunehmend unter Druck - allerdings nicht von außen durch die Ermittlungen, sondern aus seinem eigenen Inneren heraus, die Schuld der Tat lastet schwer auf ihm.
Wie in Eismond steht auch in Das Schweigen die psychologische Betrachtung der Protagonisten - Täter und Kimmo Joentaa - im Vordergrund. Besonders bei ersterem wird dies auch sprachlich intensiv umgesetzt, sein Denken wird zunehmend verworrener, es verbinden sich Gegenwart und Vergangenheit und beides ist zusammen kaum zu ertragen. Mitleid entwickelt man dennoch nicht mit dem Täter, aber einen Triumph feiert auch die Gerechtigkeit nicht. Das Ende hat eine Überraschung parat, die zwar durchaus plausibel und realistisch, aber auch ein bisschen unbefriedigend ist.
Jan Costin Wagner, Das Schweigen. Eichborn, Frankfurt am Main 2007.
Ein Mädchen namens Sinikka verschwindet an exakt derselben Stelle, an der vor 33 Jahren bereits ein anderes Mädchen verschwand, das später ermordet aufgefunden wurde. Es war damals der erste Fall von Kimmos Kollegen Ketola, der gerade pensioniert wurde, jetzt jedoch darauf brennt den damals ungelösten Fall doch noch aufklären zu können. Parallel zu den eher schleppend verlaufenden Ermittlungen erleben wir mit, wie der neue Vermisstenfall einen der damaligen Täter zutiefst aufwühlt. Er gerät zunehmend unter Druck - allerdings nicht von außen durch die Ermittlungen, sondern aus seinem eigenen Inneren heraus, die Schuld der Tat lastet schwer auf ihm.
Wie in Eismond steht auch in Das Schweigen die psychologische Betrachtung der Protagonisten - Täter und Kimmo Joentaa - im Vordergrund. Besonders bei ersterem wird dies auch sprachlich intensiv umgesetzt, sein Denken wird zunehmend verworrener, es verbinden sich Gegenwart und Vergangenheit und beides ist zusammen kaum zu ertragen. Mitleid entwickelt man dennoch nicht mit dem Täter, aber einen Triumph feiert auch die Gerechtigkeit nicht. Das Ende hat eine Überraschung parat, die zwar durchaus plausibel und realistisch, aber auch ein bisschen unbefriedigend ist.
Jan Costin Wagner, Das Schweigen. Eichborn, Frankfurt am Main 2007.
Friday, February 05, 2016
Favourites - pencil
![]() |
| Palomino Blackwing |
Brevi Manu in Bielefeld is one of two places in Germany to buy this really great pencil.
Thursday, February 04, 2016
artsy.net
I was recently contacted by Joel from artsy.net. He was promoting their Claude Monet page, maybe my post Encounter with Monet triggered this. I looked at their site and it is really quite impressive.
This is what they say about themselves:
"Monet's bio, over 75 of his works, exclusive articles, as well as up-to-date Monet exhibition listings. The page even includes related artist and category tags, plus suggested contemporary artists, allowing viewers to continue exploring art beyond our Monet page."
This is what they say about themselves:
The Claude Monet page is one example for what they have to offer:Artsy’s mission is to make all the world’s art accessible to anyone with an Internet connection. We are a resource for art collecting and education.
"Monet's bio, over 75 of his works, exclusive articles, as well as up-to-date Monet exhibition listings. The page even includes related artist and category tags, plus suggested contemporary artists, allowing viewers to continue exploring art beyond our Monet page."
The site features a lot of artists, from Rembrandt to contemporary artists. You can find painters, sculptors, photographers and designers. It's indeed a great resource and certainly fun to browse through all this wonderful art and discover new artists.
Tuesday, February 02, 2016
Solomonica de Winter - Die Geschichte von Blue
Hochgelobt ist es, das Erstlingswerk der inzwischen 18jährigen Salomonica de Winter (Tochter des Schriftstellerehepaars Leon de Winter und Jessica Durlacher). Sie stammt aus den Niederlanden, wohnt dort auch wieder nach einigen Jahren Aufenthalt in den Los Angeles mit ihren Eltern.
Der Originaltitel Over the Rainbow stellt den direkten Bezug zum Inhalt her - es ist einer der Songs aus dem Film The Wizard of Oz. Die Geschichte ist für Blue von unglaublicher Wichtigkeit, sie träumt sich in die Welt von Oz, identifiziert sich mit der Hauptperson Dorothy und gleichzeitig ist das Buch, das sie überallhin mit sich trägt, eine Erinnerung an ihren toten Vater. Blue ist durch den Verlust des Vaters und der Überforderung der Mutter gefangen in einem Zustand der Verzweiflung und Verwirrung. Sie hat aufgehört zu sprechen, sie hat keine Freunde, nur das Buch, an dem sie sich festklammert. Und eine unbändige Wut auf denjenigen, den sie dafür verantwortlich macht, dass ihr Vater tot ist. Sie ist so wütend, dass sie ihn ermorden will - bis sie plötzlich jemanden trifft, der das gleiche Buch liebt wie sie. Charlie durchbricht Blues Panzer des Schweigens und der scheinbaren Teilnahmslosigkeit, doch für Die Geschichte von Blue gibt es dennoch kein Happy End. Gewalt und Verzweiflung gewinnen die Oberhand - doch am Ende hat die Autorin noch eine Wendung parat, die die Geschichte in einem anderen Licht erscheinen.
Der Roman ist sprachlich sehr eigen, manchmal wirken die Sätze starr und hölzern, dann bewusst poetisch mit interessanten Bildern, aber insgesamt ist es ein steter Fluss eines inneren Monologs, der die Verwirrtheit, Düsternis und Begrenztheit der Protagonistin sehr gut darstellt. Sie kann aus ihrem inneren Gefängnis nicht ausbrechen, weder sprachlich noch in der realen Welt. So wirkt der Roman bedrückend und gibt wenig Raum zur Hoffnung, alles wiederholt sich, alles bleibt gleichsam schlecht und sinnlos.
Die Wendung am Ende, die einen Perspektivwechsel des Lesers erzwingt, hinaus aus der Innenwelt, hin zur Draufsicht auf eine psychisch Kranke, erschien mir etwas zu plötzlich, zu forciert, und bildete einen (zu) starken Gegensatz zur eigensinnigen Poesie des ersten Teils. Wirkliche Erklärungen gibt es nicht, sind aber vielleicht auch nicht nötig oder schlicht nicht möglich. Die Geschichte von Blue ist interessant, sie ist anders und ein beeindruckendes Erstlingswerk, keine Frage.
Solomonica de Winter, Die Geschichte von Blue. Diogenes, Zürich 2014.
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