Sunday, September 15, 2013

Dora Heldt - Kein Wort zu Papa

Kein Wort zu Papa von Dora Heldt war eine Bibliotheksausleihe, Geld habe ich dafür zum Glück nicht ausgegeben. Es ist Teil einer Reihe um die erfolglose Journalistin Christine, selbst die Fans geben in den Rezensionen zu, dass dieser Roman nicht Frau Heldts bester ist.
Christine ist unzufrieden: Im Job läuft es mäßig, der Freund ist in Schweden, aus ihrer Wohnung sollte sie längst ausgezogen sein.
Noch genervter wird sie, als sie zusammen mit ihrer Schwester Ines für ihre Freundin Marleen deren Pension auf Norderney  übernehmen muss. Der Grund dafür ist eine dubiose Anklage, wegen der Marleen und ihr Freund in Dubai festsitzen.
Das "Chaos" beginnt, die Schwestern sind unerfahren und stümpern herum, die Mitarbeiter der Pension sollen nicht eingeweiht werden, da niemand erfahren soll, warum Marleen fehlt. Zahlreiche und unterschiedliche Lügen werden konstruiert, immer mehr Leute werden trotzdem involviert, auch die Eltern von Christine und Ines, wobei der Titel Kein Wort zu Papa irgendwie ein Fehlgriff ist, denn nicht nur Papa soll nichts erfahren.
Das Chaos und die Verwirrungen sollen wohl lustig sein, für mich waren sie teils vorhersehbar, teils einfach nur nervig. Nebenbei soll Christine natürlich noch merken, wo es in ihrem Leben hakt, neue Männer tauchen auf, der alte in Schweden ist ein Klotz am Bein. Es ist beinahe schmerzhaft, wie bemüht die Autorin Christine *nicht* vorwärts kommen lässt und sie im Vergleich zu ihrer Schwester Ines das Leben nicht begreifen lässt. Damit wird sie für mich zu einer unmöglichen, unsympathischen Protagonistin, von der ich mich nur noch distanzieren wollte - lieber hätte ich die Geschichte aus der Perpektive von Ines erzählt bekommen.
Einen Spannungsbogen weist die Geschichte kaum auf, am Ende entscheidet man sich doch für den Schritt zur Wahrheit und im gleichen Moment lösen sich natürlich auch die Probleme auf und Marleen kann zurückkehren. Dah.
Natürlich ist der Roman Unterhaltungslektüre, ein schwacher Plot ist daher vielleicht verzeihlich, meine Antipathie für die Protagonistin und der fehlende Humor (die Situationskomik erschloss sich mir nicht) werden mich allerdings definitiv davon abhalten, ein weiteres Buch der Autorin zu lesen.  

Dora Heldt, Kein Wort zu Papa. dtv, München 2010.

Sunday, September 08, 2013

Val McDermid - Das Moor des Vergessens

Das Moor des Vergessens von Val McDermid verknüpft einen historisch-literarischen Mordfall mit Todesfällen der Gegenwart: Jane Gresham ist Expertin für den berühmten Dichter William Wordsworth aus dem Lake District. Als dort eine tötowierte Moorleiche entdeckt wird, stellt sie eine Verbindung her zu Fletcher Christian, der nicht nur die berühmte Meuterei auf der Bounty anführte, sondern in seiner Jugend auch mit dem Dichter befreundet war. Sie hat die Theorie, dass Christian Fletcher Wordsworth die waren Geschehnisse der Meuterei erzählt haben und dieser wiederum ein Gedicht darüber verfasst haben könnte. Durch den Moorleichenfund bestätigt, beginnt sie die Recherche nach dem verschollenen Manuskript.
Doch auch andere versuchen, es zu finden - und gehen dabei über Leichen. Denn bevor Jane mit den Beteiligten, die vielleicht etwas wissen könnten, sprechen kann, sterben diese einer nach dem anderen. Jane gerät schließlich sogar selbst unter Mordverdacht...
Zwar entwickelt McDermid ihren Plot wie gewohnt gut, gekonnt verwebt sie die historische Geschichte mit dem Forschungsdrang und der Geldgier der Jetztzeit, dennoch fesselten mich die Charaktere weniger als die anderer ihrer Romane. Das Motiv, für das hier getötet wird, ein verschollenes Manuskript, dessen Existenz nicht einmal stichhaltig bewiesen ist, erscheint mir doch etwas unglaubwürdig. Sicherlich nicht McDermids bester Roman, aber auch nicht ganz schlecht.

Val McDermid, Das Moor des Vergessens. Argon 2008. 

Saturday, August 31, 2013

Janet Evanovich - Der Winterwundermann

Vermutlich war es ungeschickt, als ersten Roman von Janet Evanovich Der Winterwundermann zu wählen. Es scheint eine große Fangemeinde der Reihe um Stephanie Plum zu geben, ihr Charakter ist witzig und spontan, vereinigt Chaos und starken Willen.
Doch in diesem kurzen Roman stimmt sonst leider nichts: Eines Morgens kurz vor Weihnachten ist da plötzlich ein Mann namens Diesel in Stephanie Plums Küche. Woher er kommt, ist und bleibt unklar, aber er hat übermenschliche Fähigkeiten, die er in der völlig unglaubwürdigen, unlogischen Geschichte rund um andere Menschen mit besonderen Fähigkeiten und kleinen Menschen, die aber doch keine Elfen sind, zum Einsatz bringt. Nebenbei rettet er noch Stephanie Plums Weihnachtsfest.
Hier ging es wohl nur darum, eine Weihnachtsstory zu entwerfen, was offensichtlich nicht sonderlich gut gelungen ist. Die fantastischen Elemente passen nicht zum Charakter der Protagonistin, sofern ich mir nach der kurzen Zeit darüber schon ein Urteil erlauben darf. Thriller und Humor, das kann gut zusammen gehen, die Mystik obendrauf - zuviel des Guten.

Janet Evanovich, Der Winterwundermann. Randomhouse 2009.

Håkan Nesser - Die Einsamen

Nach Mensch ohne Hund, Eine ganz andere Geschichte und Das zweite Leben des Herrn Roos ist Die Einsamen der vierte Roman um Håkan Nessers Inspektor Barbarotti.
Erneut ist es (wie in Eine ganz andere Geschichte) eine Geschehen aus der Vergangenheit und die Rückblenden dazu, die den Roman prägen. In den 70er Jahren freunden sich sechs junge Menschen, drei Paare, miteinander an. Sie unternehmen eine Reise im eigenen Bus miteinander. In Rumänien geraten sie durch Zufall in eine schreckliche Situation, deren psychologische Auswirkungen zum Zerbrechen der Freundschaft führen.
Ermitteln muss Barbarotti als in einer Schlucht die Leiche von Germund Grooth gefunden wird, einem der sechs. Jahre zuvor war in der gleichen Schlucht eine der drei Frauen der Gruppe zu Tode gestürzt, ein Verbrechen konnte damals aber nicht nachgewiesen werden.
Beharrlich ermitteln Bakmann und Barbarotti, sprechen mit den verbleibenden Mitgliedern der Gruppe von damals, bis schließlich zwei davon bereit sind zu sprechen...
Von den bisherigen Barbarotti-Romanen empfinde ich diesen als den schwächsten. Die sechs Charaktere sind mir allesamt unsympathisch geblieben, die Ermittlungsarbeit war zäh und Barbarotti und Bakmann treten lange auf der Stelle, überlegen ständig, ob es Unfall oder Mord war, ob sie aufgeben sollen oder nicht. Darunter leidet das Erzähltempo des Romans, es geht kaum voran.  Dass die Aufklärung kommen wird weiß man, da parallel aus der Sicht der sechs Beteiligten in Rückblenden erzählt wird, aber dabei werden natürlich die entscheidenden Details aufgespart, was diesmal forciert wirkt, hingegen bei Eine ganz andere Geschichte Strategie des Mörders war, um die Ermittler hinters Licht zu führen.
Die Parallelhandlung, Barabrottis Beziehung zu Marianne und seine Verhandlungen mit Gott, überzeugte mich diesmal auch weniger, trotz des gewohnt guten Erzählstils.

 Håkan Nesser, Die Einsamen. Random House 2011.

Tuesday, August 27, 2013

Chinese Venice: Wuzhen


This Chinese card (sent by Eric) shows a view of Wuzhen, a historic scenic town, part of Tongxiang, located in northern Zhejiang Province. It is printed on brown cardboard and shows a photo filtered to look like a painting, an interesting and unique style. I received another one similar in style a while ago (sent by Chenxi):


Sunday, August 25, 2013

Håkan Nesser - Das zweite Leben des Herrn Roos

Auch der dritte Band von

Nesser und so wird die Idylle zerstört und Barbarotti bekommt Arbeit.
Man muss sich schon auf die Erzählweise und die stillen kleinen Botschaften des Romans einlassen, denn sonst - und dies beweisen einige der Rezensionen - erlebt man Das zweite Leben des Herrn Roos als eben sterbenslangweilig.
Barbarotti tritt mehr in den Hintergrund, er wird als Ermittler kaum für den Fortschritt der Erzählung benötigt, da Herr Roos und Anna diese aus ihrer Sicht erzählen. Nur angerissen wird, wie sich sein Leben weiterentwickelt hat, es ist reicher geworden - und so betrachtet er das glücklose Leben von Herrn Roos mit einer Art erleichtertem Mitleid - ihm hat das Leben bessere Karten ausgeteilt und er ist glücklich mit seiner Großfamilie und Marianne, aber ist sich bewusst, dass es auch anders hätte ausgehen können.
Gelesen wird der dritte Barbarotti gewohnt großartig von Dietmar Bär, sogar Asunanders loses Gebiss kann man heraushören, beeindruckend.


Håkan Nesser, Das zweite Leben des Herrn Roos. btb, München 2011.

Saturday, August 24, 2013

Andrew Vachss - Strega

After reading Flood, Vachss' first novel about Burke, I also bought the second one, Strega, which was first published 1987. But it took me a while to actually read it.
Strega isn't any less dark or brutal than Flood. Vachss elaborates on Burke's character and life story. We get to know about his time in prison and about the contacts he made there. Some background stories of his collection of bizarre friends make them (even) more likable. 
Burke's new case is simple but seems unmanageable, even for him. Strega, a woman of Italian decsent and with a very strong will, wants him to find a photo. The photo is in Burke's language "kiddie porn" and shows the child of a friend of Strega. He doesn't want this case but Strega forces it on him in a way that points directly at Burke's "weaknesses". He is very empathetic and has to fight his own fears to finally fulfill his task. 
As child abuse is Vachss' main topic he illuminates  another sick aspect of it in Strega. One of Burke's leads is a rich pedophile who agrees to meet him to tell him about the wonderful love between men and boys and tries to justify this kind of "relationship". Burke reacts with total disgust and with this terrible display of the sick logic that's invented by the abusers to defend their crime against the children the whole justification is dismissed. 
Apart from all the darkness of the story and the topic it was a very good read, well-written, a thrilling plot and great characters.

Thursday, August 22, 2013

Terry Pratchett - Mort

I revisited this discworld novel (read about the plot of Mort here) and I still love it.
As in most Pratchett novels the characters are funny and well-rounded. I still think the idea of Death talking in capital letters is hilarious, even the "anthropomorphic personification" itself is ingenious. And he/it has problems with his/its job and is not satisfied with the "life" he/it leads?! Terribly funny.
If you look more closely you can wonder why reality has to heal itself when something unexpected happens and why people only see or believe what they expect - not necessarily what is really around them. So what's reality? Life's what you make it?
There is - as usual with Pratchett's novels - more behind the funny story and characters.


Sunday, August 18, 2013

Wiebke Lorenz - Allerliebste Schwester

In Lorenz' Roman heiratet Eva nach dem Selbstmord ihrer Zwillingsschwester Marlene deren Mann Tobias und lebt Marlenes Leben, ist aber offensichtlich unglücklich.
Nach der Todgeburt ihres Sohnen eskaliert die Situation, sie beginnt, ihre tote Schwester zu sehen und mit ihr zu sprechen. Parallel dazu entfremdet sie sich von Tobias und beginnt aus der unerträglichen Situation auszubrechen. Als Simon, ein ehemaliger Bekannter ihrer Schwester, auftaucht, trifft sie sich heimlich mit ihm. In den Gesprächen mit ihrer Schwester findet sie heraus, dass auch diese aus der Ehe mit Tobias ausbrechen wollte und eine Affäre mit Simon hatte. Gleichzeitig erinnert sich Eva an ihre eigene Affäre mit Tobias, bevor ihre Schwester starb.
Im Epilog erfährt man dann noch Marlenes Sichtweise auf die Geschehnisse am Abend ihres eigenen Todes.
Der Roman ist flüssig geschrieben und leicht lesbar, mit 240 Seiten ist er auch nicht sehr umfangreich. Nachvollziehbar ist die Schizophrenie von Eva, man glaubt ihr, dass sie die Schwester sieht.
Die Story selbst hingegen ist schwach, die überdeutlichen Parallelen im Leben der Schwestern nerven. Vor allem der Epilog wirkt vollkommen aufgesetzt - wie kann die tote Marlene selbst zu Wort kommen und sogar ihren Tod selbst schildern? Unklar.
Eine grundlegende Aussage des Romans fehlt und als alleinige, umfassende Darstellung von Schizophrenie - Krankheitsbild und Ursachen - ist die Geschichte unzureichend.
Keine Leseempfehlung. 

Wiebke Lorenz, Allerliebste Schwester. Blessing, München 2010.

Håkan Nesser - Eine ganz andere Geschichte

Håkan Nesser gehört schon langen zu meinen absoluten Lieblingskrimiautoren, wobei er zunehmend nicht allein diesem Genre zugeordnet werden kann, was vor allem seine Barbarotti-Serie zeigt. Eine ganz andere Geschichte ist der zweite Roman dieser Reihe.
Erzählt wird, wie so oft bei Nesser und wie auch schon in Mensch ohne Hund, auf zwei Ebenen: Zum einen lesen wir einen Bericht über Ereignisse in Frankreich aus dem Jahr 2002 aus dem Blick eines Mörders, zum anderen verfolgen wir Barbarottis Mordermittlungen in Kymlinge in Schweden 2007.
Die erste Ebene liefert die vermeintlichen Hintergründe und das Motiv für die Morde, die 2007 geschehen. Außerdem erhält Barbarotti Briefe vom Mörder, in denen dieser die Morde voraussagt.
Dennoch bleibt die Geschichte für das Ermittlungsteam schwer greifbar, unlogisch, die Briefe verwirren.
Parallel dazu entwickelt Nesser den Charakter von Barbarotti weiter, welcher im ersten Band erst sehr spät im Roman auftauchte.Er erhält mehr Tiefgang, Nesser entwickelt familiäre und soziale Bindungen und Barbarotti wird greifbarer und menschlicher.
Angesichts der Krisen, die er im Zuge des Romans erlebt (der Fall, eine berufliche Beurlaubung, seine Tochter in London, die er vermisst, und die unklare Zukunft mit seiner Partnerin Marianne), deprimieren ihn zwar, aber dank seiner patenten Kollegin, analysiert er dieser Probleme mit der Hilfe einer Therapeutin - ein gesundes Verhalten, das Nessers früherem Inspektor Van Veeteren nicht möglich war.
Nesser entwickelt auch seine Nebencharaktere weiter, es sind die Sonderlinge und Außenseiter, die schließlich die Spuren und Hinweise finden, die den Fall zur Aufklärung bringen.
Der Titel ist sehr treffend gewählt, denn es ist "eine ganz andere Geschichte" als die augenscheinliche bzw. die, die der Mörder versucht zu verkaufen - der Leser weiß, dass es so sein muss, auch schon früher im Roman, aber die Aufdeckung positioniert Nesser erst af den letzten Seiten und erzählt sie knapp und gerafft.
Der Roman endet mit einem Cliffhanger auf der privaten Ebene des Ermittlers - wird Marianne dem Zusammenleben mit Barbarotti zustimmen, nachdem außer ihren eigenen zwei Kindern auch noch die drei von Barbarotti dazukommen?

Håkan Nesser, Eine ganz andere Geschichte. btb, München 2008.


Tuesday, August 13, 2013

Mary Kay Andrews - Sommerprickeln

Und dann und wann sind da diese Audiobooks, die man irgendwie zuende anhört, obwohl man sie als Buch nach 50 Seiten in die Ecke gepfeffert hätte. Fairerweise vermutlich erst nach 100, denn der Anfang von Sommerprickeln (bei dem Titel hätte ich gewarnt sein sollen) ließ zunächst noch Möglichkeiten offen. Eine amerikanische Kleinstadt, deren Hauptarbeitgeber eine Getränkefirma ist, die eine Art Kirschcola vertreibt. Die klassischen Charaktere: Die fiese Klanchefin, verstrittene Geschwister, die zwei besten Freundinnen, die gescheiterten Eheleute, die aber eigentlich happy-ever-after hätten werden sollen... Bestenfalls hätte es ein bisschen Rita Mae/Sneaky Pie Brown-mäßig werden können, vielleicht ohne Leiche. Aber statt dessen verflachen alle Ideen von Mary Kay Andrews im Banalen, die Dialoge sind ebenso vorhersehbar wie die Handlung und das Happy End. Gruselig. Vor allem ausgewälzt auf über 500 Seiten (14 Stunden!), wenngleich sich der Plot auch in 150 hätte abreißen lassen können. Sogar das "skandalöse" Aufdecken aller Geheimnisse zieht sich zäh in die Länge und der Nachsatz mit dem Beziehen des hach-so-niedlichen Cottages des nun hach-so-glücklichen Paares und achja, jetzt ist sie natürlich auch noch schwanger und der Firma geht es auch so gut...
So nacherzählend bekomme ich nachträglich noch Brechreiz, kein Prickeln.
Ich weiß wieder einmal, warum der Liebesroman nicht mein Genre ist, auch wenn ich es immer mal wieder damit versuche. Das ist einfach nur schwadronierender, seichter Bla. Literatur mag man es jedenfalls nicht nennen.

Mary Kay Andrews, Sommerprickeln. Random House Audio 2013.


Friday, August 09, 2013

Val McDermid - Ein Ort für die Ewigkeit

Val McDermid schildert in Ein Ort für die Ewigkeit den Fall eines verschwundenen Mädchen in einem englischen Dorf 1963. Die Komissare kommen nur langsam voran, da die Dorfgemeinschaft nur zögernd die Ermittlungen unterstützt. Schließlich erhärten sich die Verdachtsmomente, bis sich herausstellt,dass der Stiefvater das Mädchen sexuell missbraucht hat. Als sich Blutspuren und ein Revolver finden, wird er verurteilt und hingerichtet, ohne dass die Leiche des Mädchens gefunden wurde.
35 Jahre später rollt eine Journalistin den Fall wieder auf und befragt Komissare und Zeugen, um über den spektakulären Fall ein Buch herauszubringen. Dabei stellt sich heraus, dass Beweise manipuliert wurden und das Opfer noch lebt.
McDermids schnörkelloser Erzählstil und der kontinuierliche Spannungsaufbau bis zur Auflösung haben mir gut gefallen, die Charaktere sind glaubhaft und man hat das Dorf mit diesen Familienverstrickungen lebhaft vor Augen.

Wednesday, August 07, 2013

Graham Greene - Der dritte Mann

Graham Greene schrieb Der dritte Mann 1949. Im Vorwort dieser Ausgabe steht im ersten Satz:
"Der dritte Mann wurde nicht geschrieben, um gelesen, sondern um gesehen zu werden."
Die Idee zu der Geschichte entwickelte sich als visuelle Idee: Bevor das Drehbuch verfasst wurde, schrieb Greene diese Novelle als Vorlage, den Film dabei schon im Kopf und in der Planung. Die Story ist entsprechend nahezu identisch mit dem Filmplot, einige Namensänderungen wurden noch vorgenommen, bevor der Film von Carol Reed mit Orson Wells in der Hauptrolle erfolgreich verfilmt wurde. Am eindrucksvollsten sind dabei sicher die Szenen in der Wiener Unterwelt.
Als Lesestoff empfand ich Story als sehr zäh, Lesefreude kam nicht auf. Die Identitätsverschiebungen des Protagonisten, der unterschiedliche Namen erhält, je nachdem welcher Aspekt seines Charakters ihn gerade zu seinen Handlungen antreibt, der aber wiederum nicht der Ich-Erzähler ist, waren eher anstrengend als spannend. Wäre es länger als die schlappen 122 Seiten gewesen, hätte ich es sicher nicht zuende gelesen.

Graham Greene, Der dritte Mann. SZ Bibliothek Band 29, München 2004.

Sunday, August 04, 2013

Ken Follett - Winter der Welt

Winter der Welt ist der zweite Roman in Ken Folletts Trilogie um die Geschichte des 20. Jahrhunderts. Mit 1025 Seiten ist er fast exakt genauso lang wie Sturz der Titanen.
Einige Rezensenten werfen Follett Oberflächlichkeit und/oder Plagiat vor, einige meinen, er würde wichtige historische Ereignisse unwichtigen Liebes- und Sexgeschichten unterordnen.
Es ist eine Frage der Zielsetzung und die ist, so meine Meinung, bei Ken Follett in allen Romanen konsistent und konsequent: Er will seine Leser unterhalten. Er ist kein Historiker, auch wenn er sich nach eigener Aussage um historische Korrektheit stets bemüht.
Ob nun in seinen Krimis oder seinen historischen Romanen, immer schlägt er einen leichten Ton an, durchmischt schwerwiegende und teils brutale Geschehnisse mit gefühlsbetonten Passagen. Was wäre Die Säulen der Erde ohne die Liebesgeschichte von Tom und Ellen?
Dass seine Romane von ihrer Länge jeden Rahmen sprengen, fällt weniger ins Gewicht, wenn man bedenkt, dass sie so konzipiert ist, dass man in sie hineingezogen wird, mit den Charakteren lange Jahre durchlebt und mitlebt. Darauf kann man sich einlassen - oder eben auch nicht, dann sollte man vielleicht die Finger von Ken Follett lassen.
Ich bin kein Fan seiner Romane, betrachtet man den Umfang seines Werks (20+ Romane), so habe ich nur einige wenige gelesen.
Reizvoll an der Jahrhundert-Trilogie finde ich nach wie vor gerade die Kombination aus leichter Unterhaltung - umgesetzt durch die Lebens- und Liebesgeschichten der Familien der verschiedenen Nationen (Deutschland, Großbritannien, Russland, USA) - und den historischen Geschehnissen. Von letzteren ist mir häufig nur meine eigene, also die deutsche Perpektive bekannt, so dass es interessant ist, die Sichtweise der anderen Nationen einzunehmen. Trotz der immensen Seitenzahl ist auch Winter der Welt ein Pageturner gewesen, der sich gut und schnell lesen ließ.
Der letzte Band der Trilogy (Edge of Eternity) soll Ende 2014 erscheinen, so Follett auf seiner mehrsprachigen Website.

Ken Follett, Winter der Welt. Lübbe, Köln 2012.

Monday, July 29, 2013

Tess Gerritsen - Blutmale

In Tess Gerritsens sechstem Roman um die Ermittler Jane Rizzoli und Maura Isles geht es um harte Themen: Sünde und Teufel!
Ein Serientäter versieht seine Opfer mit umgedrehten Kreuzen und anderen, teils satanistischen Symbolen. Ein Vereinigung besonderer Art hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Böse/den Teufel in der Welt zu erforschen - dieser Mephisto-Club (so auch der Originaltitel) drängt sich in die Recherche der Mordreihe.
Das Böse kommt in Form des Täters auch selbst zu Wort, er beschreibt die Taten, die er bereits in seiner Jugend begangen hat, so dass die Hintergrundgeschichte nach und nach aufgedeckt wird.
Gleichzeitig stehen Rizzoli und Isles vor neuen privaten Problemen:
Maura liebt einen Priester (was sich in den vorangegangenen Bänden bereits abzeichnete) und "versündigt" sich, wohingegen Rizzoli das Auseinanderbrechen der Ehe ihrer Eltern miterleben muss. Zudem geraten die beiden auch noch in Streit, bzw. missverstehen sich...
Ihre Ermittlungen wirken dabei fast nebensächlich, so dass es nicht verwunderlich ist, dass der Täter dann mit Hilfe dessen Cousine gefasst wird, die der Mephisto-Club ausfindig macht und die das eigentliche Ziel des Täters ist (á la "ich weiß, was du damals getan hast"). Der Showdown fällt, wie inzwischen schon zur Gewohnheit geworden bei Gerritsen, sehr krass und blutrünstig aus.
Insgesamt fällt auf, dass die gewohnte (gute) Ermittlungsarbeit des Teams fehlt, diese wird ihnen aber auch teils entrissen. Außerdem etwas viel Mythos/Mysterisches - in der Gesamtheit aber spannend.

Tess Gerritsen, Blutmale. RandomHouseAudio 2009.

Sunday, July 28, 2013

John Green - Die erste Liebe [nach 19 vergeblichen Versuchen]

Colin ist hochbegabt und sozialer Außenseiter. Das Außergewöhnlichste an ihm sind seine 19 Ex-Freundinnen, die alle den Namen Katherine tragen. Die letzte hat ihn gerade verlassen und er ist untröstlich.
Sein Freund Hassan - Muslim, dick und ein bisschen antriebsschwach - ist der einzige, der Colins Art erträgt und ihm auch bei diesem 19. Liebeskummer noch zuhört. Er ist es auch, der den Roadtrip vorschlägt, mit dem Die erste Liebe [nach 19 vergeblichen Versuchen] von John Green beginnt. Die beiden ungleichen Freunde stranden in einem Kuhdorf namens Gutshot und treffen dort auf Lindsey. Lindsey ist selbstbewusst, anpassungsfähig und sozial clever, aber dennoch unsicher, was ihre eigene Zukunft betrifft.
Alle drei Charaktere sind interessant, ungewöhnlich, aber dennoch glaubhaft. John Greens Roman ist ein Adoleszenzroman, die drei müssen ihre Defizite erkennen und sich mit ihnen auseinandersetzen, um sich weiterzuentwickeln. Der Erzählstil ist ungewöhnlich, entsprechend Colins Hochbegabung wimmelt es von abstrusen (und größtenteils nutzlosen) Fakten und seltsamen mathematischen Konstruktionen, und humorvoll. Die teils absurden Geschehnisse machen beim Lesen Freude und dennoch kann man der Geschichte aufgrund der wunderbaren Protagonisten Bedeutung abgewinnen und freut sich über das optimistische Ende.
Mir hat der Roman Spaß gemacht, wenngleich mich Das Schicksal ist ein mieser Verräter stärker berührt hat.
PS.: Der deutsche Titel ist kein Glücksgriff.

John Green: Die erste Liebe [nach 19 vergeblichen Versuchen]. Hanser, München 2008.

Tuesday, July 23, 2013

James Bowen - Bob, der Streuner

Diese Autobiographie des ehemals obdachlosen und drogenabhängigen James Bowen rangiert in diesem Sommer in den deutschen Bestsellerlisten ganz weit oben (Kategorie Sachbuch).
James Bowen schildert in schlichter Sprache offen seine Erlebnisse. Noch in der Methadontherapie lebt er in einer Sozialwohnung in London. Mit Straßenmusik hält er sich über Wasser, als ihm eines Tages ein rotgetigerter Kater zuläuft. Er ist krank und unterernährt und sitzt zwei Tage herrenlos in seinem Treppenhaus, bevor Bowen sich seiner annimmt. Um den Kater medizinisch zu versorgen und zu ernähren, muss er sich anstrengen, die entsprechenden Mittel aufzubringen, aber viel gravierender und einschneidender für Bowen ist die Verantwortung für ein Lebewesen, die er nun übernimmt.
Mehrmals versucht er, den Kater in die Freiheit zurück zu entlassen, dieser entscheidet sich zu bleiben und sogar ihm zu folgen, wenn dieser in die Stadt aufbricht.
Der Streuner entpuppt sich als wahrer Publikumsmagnet, da er nicht nur auf Bowens Schulter sitzt, sondern sich auch dekorativ in den Gitarrenkasten positioniert. Der Erfolg beschert Bown auch Neider unter den anderen auf der Straße, so dass er auch viele problematische Situationen erleben muss.
Eindrücklich schildert er, wie sehr ihm die Freundschaft zu Bob und die Verpflichtung, die er damit eingegangen ist, geholfen hat, sein Leben in den Griff zu bekommen.
Es ist eine anrührende Geschichte und James Bowen ist der Erfolg zu gönnen, den er nun mit dem Buch hat und der ihm hoffentlich auch finanziell hilft, seinen Weg weiterzugehen. Sprachlich hat das Buch natürlich Schwächen - aber ich denke, darum geht es hier vielleicht weniger.


James Bowen, Bob, der Streuner. Die Katze, die mein Leben veränderte. Bastei Lübbe, Köln 2013.

Can't You Sleep, Little Bear?


This is a card sent by Doke from the Netherlands. It's an illustration from the book Can't You Sleep, Little Bear? by Martin Waddell. It was first published in 1988 and the illustrator is Barabara Firth.
The Little Bear is afraid of the dark but Mama Bear can assure him that there's nothing to be afraid of so he can go to sleep.
Lovely water colour illustrations. 




Monday, July 22, 2013

Anna Gavalda - Ein geschenkter Tag

Anna Gavalda hat einen Schreibstil, der mir sehr gefällt, ohne dass ich genau sagen könnte, woran das liegt oder was ihn ausmacht.
Zudem erzählt sie kleine, alltägliche und wahre Geschichten.
Ein geschenkter Tag handelt von vier Geschwistern mit sehr unterschiedlichen Lebenswegen und Problemen. Wir erfahren gerade genug über sie, um zu erkennen, dass sie alle an der Schwelle zu einer Entscheidung oder Veränderung stehen.
In dem Moment, in dem drei von ihnen eine schrecklich spießige Hochzeit besuchen sollen, brechen sie aus und besuchen den vierten. Sie erleben einen wunderbar unbeschwerten Tag, haben Spaß wie Kinder, sprechen und schweigen miteinander. Es ist tatsächlich ein Tag, den sie geschenkt bekommen, und aus dem sie verändert hervorgehen. Sie übernehmen mehr Verantwortung für ihr Leben, jeder auf seine Art, aber es endet auch etwas.
Eine kurze und leise Erzählung, typisch Gavalda, schön.

Anna Gavalda, Ein geschenkter Tag. Fischer, Frankfurt am Main 2010.

Miau Miau

This card sent by Natasha from Ukraine reminded me of an old children song. It's about a cat (supposedly) who asks another cat to follow him (or her) outside on the roof at night to sing.
Miau, miau, hörst du mein Schreien?
Miau, miau, ich will dich freien!
Folgst du mir aus den Gemächern,
singen wir hoch auf den Dächern.
Miau, komm geliebte Katze,
miau, reich mir deine Tatze.
It has a really nice melody and can be sung as a canon as well.
The artist of the picture is Katya Dudnik.

Sunday, July 14, 2013

Bjarne Reuter - So einen wie mich...

Bjarne Reuter ist dänischer Kinderbuchautor, So einen wie mich kann man nicht von den Bäumen pflücken, sagt Buster erschien bereits 1987. Der Roman wurde 2005 als Band 23 in die Reihe "Junge Bibliothek" der Süddeutschen Zeitung aufgenommen.
Buster ist anders - er ist Optimist und Lebenskünstler, obwohl seine Voraussetzungen im Leben nicht die besten sind: Sein Vater ist ein arbeitsloser Zauberkünstler, dem er dennoch nacheifert, seine Mutter versucht die Familie zu ernähren und seine Schwester wird wegen einer Körperbehinderung geärgert. Buster selbst eckt in der Schule durch seine Art immer wieder an, findet aber auch Verbündete, die ihn unterstützen. Seine Konflikte überspielt er oft durch Flucht in Fantasiewelten, was es ihm möglich macht, auch tragische und schmerzliche Situation durchzustehen.
Seine Lebensfreude ist beim Lesen ansteckend, man möchte diesen verrückten Jungen gern kennenlernen und mit ihm befreundet sein, ihm Mut machen auf seinem Lebensweg.
Tatsächlich ist es der anrührende Charakter Busters, der dieses Buch interessant macht, die Handlung - die kleinen und großen, aber doch alltäglichen Hürden des Jungen - dagegen vermag wenig zu fesseln. In Zeiten von durchaus actionreicheren Kinder- und Jugendbüchern merkt man Reuters Roman sein Alter an.

Bjarne Reuter, So einen wie mich kann man nicht von den Bäumen pflücken, sagt Buster. SZ - Junge Bibliothek, München 2005.
 

Friday, July 12, 2013

Ursula Poznanski - Fünf

Nach Erebos interessierte mich, was Ursla Poznanski außerdem verfasst hat und stieß auf Fünf, das in der lokalen Stadtbibliothek auszuleihen war.
Fünf ist ein Kriminalroman um die Ermittlerin Beatrice Kaspary. Auf einer Kuhwiese wird eine Leiche gefunden, auf deren Füßen Koordinaten eintätowiert wurden. Die Koordinaten führen zu einer Plastikbox mit einer abgetrennten Hand und einem Rätsel. Bald wird klar, dass der Mörder die Polizei zu einer Art Geocaching-Jagd auffordert.
Parallel zur Ermittlung wird auch die persönliche Geschichte von Beatrice Kaspary erzählt - ihre Familiensituation und die Ereignisse, die dazu führten, dass sie Polizistin wurde.
Poznanskis Idee, die moderne Schatzsuche des Geocachings als Grundlage für einen Mordfall zu nehmen, ist interessant und funktioniert weitestgehend gut.
Die Verbindungen zur persönlichen Geschichte Poznanskis erschienen mir allerdings manchmal etwas zu forciert, so als ob jeder Thriller auch immer einen zerrütteten Ermittler haben müsste, der persönlich vom Geschehen betroffen ist. Hier wäre weniger mehr gewesen. Unzufrieden machte mich stellenweise das wechselhafte Tempo der Handlung - manchmal actionreich, dann wieder zäh. Das ist vielleicht für eine Ermittlung authentisch, aber tat dem Erzählfluss nicht gut. Wäre es kein Audiobook gewesen, hätte ich vermutlich an manchen Stellen vorgeblättert.
Insgesamt zwar eine gute Idee, aber in der Umsetzung eher durchschnittlich.

Ursula Poznanski, Fünf. Argon 2012.

Sunday, July 07, 2013

Arnaldur Indriðason - Eiseskälte

In den vorangegangenen Bänden von Arnaldur Indriðason war sein früherer Ermittler Erlendur abwesend, es wurde davon gesprochen, er sei in den Ostfjorden, seiner früheren Heimat.
Eiseskälte erzählt die Geschichte dazu. Der eifrige Leser der Reihe weiß bereits, dass Erlendur - selbst noch ein Kind - seinen kleinen Bruder bei einem Schneesturm in den Bergen aus den Augen verloren hat. Er wurde nie gefunden und diese Tatsache lässt Erlendur keine Ruhe. Er kampiert in dem halbverfallenen Elternhaus und trifft auf unterschiedliche Menschen. Er wird dabei an die Geschichte der ebenfalls verschwundenen Matthildur erinnert und sein Ermittlerinstinkt treibt ihn zu weiteren Recherchen an. So verweben sich die Geschichten der zwei Verschwundenen, in Rückblenden wird sowohl die Geschichte von Erlendurs Familie und ihrem Umgang mit dem Verlust des Bruders als auch die Geschehnisse um das Verschwinden Matthildurs erzählt, während Erlendur mit Augen- und Zeitzeugen spricht. Parallel dazuerzeugt Indriðason eine mystische Komponente, Erlendur wird von Träumen heimgesucht, in denen er einem Wanderer begegnet und auch die Stimme seines Bruders hört. Doch erst nach der Aufklärung des - wie sich herausstellt - Mordes an Matthildur, seine letzten Fall, kann er endgültige Ruhe finden.

Der Roman stellt anrührend dar, wie sehr die Ungewissheit über den Verbleib eines Menschen, ein Leben beeinflussen kann, trotz vieler Jahre können weder Erlendur noch Matthildurs Geliebter vergessen noch Ruhe finden. Die Ermittlungen Erlendurs sind wie auch schon bei früheren Bänden konsequent und logisch, seine Hartnäckigkeit bringt ihn zum Ziel, wenngleich das Tempo in Eiseskälte auch eher gemächlich ist. Indriðason scheint vor allem die Atmosphäre wichtig gewesen zu sein, Spannung steht nicht im Mittelpunkt. So findet sein Charakter Erlendur ein eher ruhiges und nachdenkliches Ende. Passend. 

Arnaldur Indriðason, Eiseskälte. Lübbe, Köln 2012.

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I wrote an English version of this review for goodreads, here it is:

In the previous novels of Arnaldur Indriðason his famous detective Erlendur was away, it was mentioned that he is visiting in his former homecountry, the East Fjords.
"Strange Shores" tells the story tells of this visit. The reader of the complete series already knows that Erlendur lost his little brother in a snowstorm as a child. The brother was never found and Erlunder never fully got over this loss.
He camps in the half-collapsed childhood home and meets some people of the area. He is reminded of the story of another missing person, Matthildur. His instincts drive him to investigate her case.
Indriðason interweaves the stories of the two missing persons, in flashbacks you get to know on the one hand the story of Erlendur family and how they cope with their loss and on the other hand Matthildur's story. Erlunder speaks to eye and contemporary witnesses.
Parallel to this Indriðason creates a mystique atmosphere when Erlendur is hanuted by dreams in which he meets a stranger and hears the voice of his dead brother. But it's only after he discovers Matthildur's fate and finds out she was murdered and solves this last case taht he can find peace.
The novel shows touchingly how not knowing about a missing person's fate can influence a whole life. Although so many years have passed neither Erlunder nor Matthildur's lover can find peace. As in the other novels Erlendur's investigations are consequent and logical, his persistency helps him to solve the case although the tempo of "Strange Shores" is rather slow.
Indriðason focuses on the atmosphere, suspense isn't his main goal.
This way Erlendur's character finds a calm and contemplative end.
Quite suitable.

Saturday, July 06, 2013

Jo Nesbø - Die Larve


Im Laufe der letzten Monate habe ich mich durch die Bände von Jo Nesbøs Harry Hole Serie gehört. Auch Die Larve ist spannend bis zur letzten Minute, komplex und verstrickt. Harry ist einmal mehr an seinen emotionalen und physischen Grenzen. Nach Jahren in Hongkong kehrt er zurück, um in einem speziellen Fall zu ermitteln: Oleg, Sohn seiner Ex-Lebensgefährtin Rachel, ist für den Mord an einem Drogendealer verhaftet worden... Harry darf zwar nicht zurück in den Polizeidienst, nutzt aber seine alten Kontakte, um sich Schritt für Schritt der Wahrheit anzunähern.
Großartiges Finale für einen großartigen Ermittler. Mehr wird nicht verraten.

Jo Nesbø, Die Larve. Hörbuch Hamburg 2011.

Interview mit Jo Nesbø:

Saturday, June 29, 2013

Tommy Jaud - Resturlaub

Da mir Hummeldumm von Tommy Jaud gut gefallen hatte, lieh ich mir auch das Audiobook Resturlaub aus, in der Erwartung einer ähnlich witzigen Geschichte. Vielleicht nutzt sich Jauds Humor schnell ab oderer hat in Hummeldumm tatsächlich einfach besser geschrieben... jedenfalls fand ich Resturlaub nur mäßig.
Ein frustrierter fränkischer PR-Futzi für eine lokale Biermarke kriegt eine vorgezogene Midlife-Crisis und fürchtet seine Einkerkerung in Ehe und Eigenheim. Am Flughafen auf dem Weg mal wieder nach Mallorca in den alljährlichen Urlaub mit den immergleichen Freunden täuscht er torschlusspanisch einen Überfall vor, so dass er - angeblich seines Passes beraubt - zurückbleibt. Er nimmt den nächsten Flug nach Buenos Aires und denkt, er trennt sich von Freundin und Freundeskreis und lässt alles zurück, um ein neues Leben zu beginnen. Es folgen entsprechend Eskapaden in der fernen Großstadt - wobei sich der Protagonist beständig dadurch auszeichnet von sich selbst und der Welt keine Ahnung zu haben, sodass es beinahe schmerzt - um dann mit Hilfe seines besten Freundes gerade noch die Kurve zu kriegen, um in sein altes Leben zurückzukehren, das ihm nun natürlich als das einzig Wahre erscheint. Schlichter kann man eine Geschichte nicht stricken. Vermutlich war auch Hummeldumm nicht komplexer, da haben mich aber die schrulligen Charaktere und die Rahmenstory der Gruppenreise bei Laune gehalten, wenngleich der Protagonist auch dort ausreichend ahnungslos ist.
Zwar liest auch Christoph Maria Herbst das Buch mit seinen Dialekten sehr gut, dennoch vermochte mich die Story schlichtweg nicht zu überzeugen. Gähn.

Tommy Jaud, Resturlaub. Argon 2011.

Saturday, June 22, 2013

Jonathan Stroud - Valley - Tal der Wächter

Valley - Tal der Wächter von Jonathan Stroud beginnt und endet als eine Märchenerzählung für Kinder: "Wenn du versprichst, gut aufzupassen, erzähl ich dir noch einmal von der Schlacht am Troldfelsen."
Das Tal ist bewohnt von zwölf Familien, deren Vorfahren als Helden das Tal gesichert haben vor den Trolden, Unwesen, die nun hinter den Mauern des Tals bleiben müssen. Diese Heldengeschichten sind die eine Erzählebene des Romans, in der anderen wird die Geschichte von Hal Svensson erzählt, einem Nachfahren des Helden Sven. Der glaubt fest an die Helden und die Troldgeschichten und will genauso tapfer sein wie seine Ahne. Wie so oft bei Stroud, ist Hal selbst kein echter Held, kein strahlender Charakter. Vielmehr ist er klein und dunkel gewachsen, zwar intelligent, geht aber mit seinen Streichen und seinem Verhalten seinen Mitmenschen auf die Nerven, er ist schlichtweg unbeliebt und auch unsympathisch. Auch der Leser kann ihn nur schwer ins Herz schließen, den Großteill des Buches habe ich mich daher durchkämpfen müssen, da die Story auch nur sehr langsam in Bewegung kam.
Bei einem Treffen der zwölf Häuser gibt es nach einem Streich von Hal Streit, sein Onkel wird von Hord Hakonsson ermordet. Hal zieht aus, dessenTod zu rächen und erlebt erste Abenteuer, merkt aber auch, dass Heldentum nicht ganz so einfach ist. Seine wahre Stärke und Mut kann er erst beweisen, als Hord Hals Familie und Haus bedroht und dabei kommt Hal auch einem großen Geheimnis der Helden auf die Schliche.
Wirklich spannend war nur das letzte Viertel des Romans, ich war mehrfach kurz davor, das Buch aufzugeben. Ich bin froh, dass Stroud am Ende doch noch die Kurve bekommen hat, da ich den Autor seit seiner Bartimäus-Trilogie sehr schätze. Der Protagonist ist gut konstruiert, aber der Plot ist streckenweise zäh und krankt auch an den zunächst sehr unsympathischen Entscheidungen Hals, die dieser aber wohl durchmachen muss, um daran zu wachsen.
Eine Leseempfehlung würde ich definitiv nicht aussprechen.

Jonathan Stroud, Valley - Tal der Wächter. cbj, München 2009.


Wednesday, June 19, 2013

Jo Nesbø - Leopard

Der Schneemann war in Teilen schon verstörend, in Nesbøs achtem Roman um Harry Hole erreichen die Schilderungen der Brutalität des Serienmörders neue Höhen: Wir erleben gleich zu Beginn die Ermordung aus der Opferperspektive, ein verstörender Anfang.
Nach den traumatischen Ereignissen um den Schneemann ist Harry Hole in Leopard noch tiefer in der Gosse als zuvor. Er ist nach Hong Kong geflohen, macht Schulden mit Pferdewetten und statt Alkohol ist es nun Opium. Trotzdem fällt dem Osloer Dezernat nichts Besseres ein, als ausgerechnet dieses Wrack zurückzuholen, um die neuen Serienmorde aufzuklären. Hole will auch nicht, aber zugleich ist sein Vater schwer erkrankt, also fliegt er mit Kaja, seiner neuen Kollegin, zurück und gerät sogleich in das Netz der Intrigen zwischen dem Mordderzernat und dem Kriminalamt - es geht um Zuständigkeiten und Machtverhältnisse.
Wie auch in den vorangegangenen Bänden glauben die Ermittler mehrmals, den Täter gefunden zu haben, bis sich in letzter Sekunde herausstellt, dass es doch ganz anders ist. Dabei nimmt Nesbø in der fast 700 Seiten starken Geschichte niemals das Tempo herunter, sogartig geht es voran. Im Showdown muss Harry allerdings erneut Übermenschliches leisten, um zu überleben und den Täter zu fassen. Dies ist meiner Meinung nach ein Spannungstrick, den Nesbø gar nicht nötig hätte, denn der Leopard trägt sich allein schon durch die rasant-spannende Ermittlungstätigkeit seines Protagonisten und hätte so ein Ende gar nicht nötig.

Jo Nesbø, Leopard. HörbuchHamburg 2011.

Sunday, June 09, 2013

Buchchallenge 20/13 - erfüllt!

Die Vorgabe für die Buchchallenge 20/13 von Mandy (bookaholicasworld) waren 20 Kategorien, von denen 13 erfüllt werden sollten. Die Challenge habe ich als sehr lesemotivierend empfunden, wodurch ich jetzt im Juni bereits alle 20 Kategorien erfüllt habe. Hier ist eine kleine Collage meiner gelesenen Bücher, dahinter noch einmal die Auflistung der Kategorien und die von mir gewählten Titel (etwas detaillierter zu finden auf der Challenges Seite). Alle Rezensionen sind unter dem Label book challenge abrufbar.
Statistisch gesehen
  • habe ich nur sechs der 20 als tatsächliches Buch gelesen, die übrigen waren e-books. 
  • sind nur drei der 20 Bücher auf Englisch.
  • sind es in Bezug auf das Genre neben "normalen" Romanen vier Thriller, fünf Kinder-/Jugendbücher, drei Bücher mit biographischem Hintergrund, drei Klassiker, zwei Sachbücher und zwei Satiren.
  • sind das zusammen 6376 Seiten.

  1. Ein Buch mit mindestens 500 Seiten
    Jussi Adler Olsen: Verachtung
    Der vierte Band der Carl-Moerk-Reihe hat 544 Seiten.
    ausgelesen am 17.1.2013
  2. Ein Buch, dessen Cover dir gar nicht gefällt
    J.K. Rowling: A Casual Vacancy
    Natürlich ist man gespannt, ob Rowling auch noch etwas anderes als Harry Potter schreiben kann, aber das Cover ist in der Tat hässlich, oder?
    ausgelesen am 13.4.2013
  3. Ein Buch, das mit dem Buchstaben “Z” im Titel beginnt
    David Nicholls: Zwei an einem Tag

    ausgelesen am 10.2.2013
  4. Ein Buch in dem mindestens ein Tier vorkommt.
    Jutta Richter: Ich bin hier bloß der Hund

    ausgelesen am 13.3.2013
  5. Ein Buch, das mittlerweile seit einem Jahr auf deinem SuB liegt
    Markus Orths: Lehrerzimmer
    Dieses Buch lag seit mindestens vier Jahren herum.ausgelesen am 30.5.2013
  6. Ein Buch, das schon einmal gelesen wurde oder gebraucht ist
    Heinrich Böll: Irisches Tagebuch

    Ich habe es vor vielen Jahren bereits gelesen, eigentlich wollte ich es zu meiner Irlandreise das zweite Mal lesen, nun wurde es Teil der Challenge.ausgelesen am 15.2.2013
  7. Ein Buch mit einem schwarz-weißen Cover
    Timur Vermes: Er ist wieder da

    ausgelesen am 13.3.2013
  8. Ein Buch, das du abgebrochen und nie beendet hast
    Isabel Abedi: Isola
    Ich hatte es bereits einmal angefangen als Bibliotheksleihe und dann wieder weggelegt und abgegeben, weil es mir nicht so besonders zusagte, als e-book beendet.ausgelesen am 10.1.2013
  9. Ein Buch, dessen Autor weder deutsch- noch englischsprachiger Herkunft ist
    Arnaldur Indridason: Abgründe
    Die Wahl fiel auf den
  10. Ein Buch, dessen Erscheinung du kaum erwarten konntest
    Kathy Reichs: Code
    Ich freute mich - zu recht - sehr auf den dritten Band der Virals-Reihe.
    ausgelesen am 7.1.2013
  11. Ein Buch, das alle Vokale [a, e, i, o, u] im Titel enthält
    Suzanne Collins: Die Tribute von Panem - Gefährliche Liebe 

    ausgelesen am 18.2.2013
  12. Ein Buch von einem kleinen/unbekannteren Verlag
    Gerd König: Astrid Lindgren
    In der Stadtbibliothek gab es ein kleines Büchlein aus dem Down to Earth Verlag.ausgelesen am 21.3.2013
  13. Ein Buch, das vor dem 21. Jahrhundert veröffentlicht wurde (bis 1999)
    Lewis Carroll: Alice's Adventures in Wonderland

    Ein Klassiker aus dem Jahr 1865 (!) , den ich immer schon einmal (und auch im Original) lesen wollte.ausgelesen am 4.5.2013
  14. Ein Buch, dessen Autor oder Genre dich bisher nicht begeistern konnte
    Keigo Higashino: Verdächtige Geliebte

    Japanische Literatur ist bisher absolutes Neuland, bis auf einen vereinsamten Murakami, an dessen Titel ich mich nicht einmal mehr erinnern kann, kenne ich keine japanischen Autoren. ausgelesen am 28.3.2013
  15. Ein Buch, das eine andere Person wahllos aus deinem SuB fischt
    Alina Bronsky: Scherbenpark

    ausgelesen am 26.1.2013
  16. Ein Buch, dessen Autor den Nobelpreis erhalten hat
    John Steinbeck: Tortilla Flat
    Ich wollte schon immer mal mehr von John Steinbeck lesen, der den Preis 1962 bekommen hat.
    ausgelesen am 29.5.2013
  17. Ein Buch, das du lesen möchtest, bevor der Film erscheint
    Suzanne Collins: Die Tribute von Panem - Tödliche Spiele

    ausgelesen am 26.1.2013
  18. Ein Buch, das im Titel eine Fantasy-Gestalt enthält
    Juli Zeh: Adler und Engel

    ausgelesen am 25.5.2013
  19. Ein Buch, das auf einer wahren Begebenheit basiert
    Patrick Swayze und Lisa Niemi: The Time of My Life
    Auf dieses Buch bin durch die Rezension einer anderen Challenge-Teilnehmerin gestoßen.ausgelesen am 9.6.2013
  20. Ein Buch lesen, in dem es um das Thema BÜCHER geht
    Ulrich Greiner: Leseverführer

    ausgelesen am 18.1.2013

Patrick Swayze & Lisa Niemi - The Time of My Life

Eine der Aufgaben für meine Buchchallenge 20/13 war es, ein Buch zu lesen, das auf einer wahren Begebenheit beruht. Eine Biographie ist da naheliegend und nachdem eine andere Challenge-Teilnehmerin das Buch gelesen hatte, entschied ich mich für die Lebensgeschichte The Time of My Life von Patrick Swayze. Nahezu jedes Mädchen meiner Generation liebte Swayze aufgrund von Dirty Dancing, ich mache da keine Ausnahme. Von diesem Fanaspekt einmal abgesehen, ist seine Lebensgeschichte durchaus interessant.
Über seine Karriere als Tänzer wusste ich zuvor wenig, auch nichts über seine zahlreichen Unfälle, die ihn mehrfach an Schmerz- und emotionale Grenzen brachten. Relativ offen berichtet er auch über seine depressiven Phasen, die beruflichen Zweifel und seinen Alkoholismus. Gleichzeitig wird deutlich, was für eine Kämpfernatur er gewesen sein muss, dies Tiefs immer wieder zu überwinden. Dabei betont er immer wieder, wie viel Kraft ihm die Liebe seiner Frau und zu seiner Frau dabei geholfen hat. Diese Liebe scheint trotz der durchaus vorhandenen Krisen außergewöhnlich gewesen zu sein, über 30 Jahre Ehe sind in einer Künstlerehe eher selten. Am Ende des Buches beschreibt Swayze seinen immer noch anhaltenden Kampfgeist, gegen den Bauchspeicheldrüsenkrebs anzukämpfen und dem Leben immer noch mit Optimismus entgegenzusehen. Den Kampf verlor er erst nach erstaunlichdn 20 Monaten am 14.9.2009, wohingegen die meisten dieser Krebsart nach wenigen Wochen erliegen.
Mir hat das Buch gut gefallen, es war natürlich leichte Lektüre und an einigen Stellen ist spürbar, das hier sicher einige Dinge weggelassen wurden, die Swayze nicht veröffentlichen wollte. Dennoch hat man den Eindruck eines offenen, aufrichtigen Gesprächs, es ist nicht die aufpolierte Geschichte eines Superstars, sondern die eines Menschen, der viele Talente und großen Lebenswillen besaß.

 Patrick Swayze & Lisa Niemi, The Time of My Life. Piper, München 2009.

Saturday, June 08, 2013

Klüpfel/Kobr - Herzblut





Unni Wilhelmsen - Live


As Unni reports on her website that in 2008 she did one concert in Bodø Kulturhus, accompanied by a local rhythm group and sinfonic orchestra. She sang some of her songs in rearranged versions and some cover songs. Those included some jazz classics and other cover versions, for example Joni Mitchell's "Both Sides Now" or "Cry Me a River". The concert was recorded but until now Unni didn't think about releasing it as an album. But here it is - and it's lovely!
I can't say which song is my favourite - they are all beautifully orchestrated, some with simple piano accompaniment, others with strings and some lovely sax or flute solos. Together with Unni's stunning voice it's a whole album full of goosebumps songs, very moving, at least for me.

Friday, June 07, 2013

Paola Predicatori - Der Regen in deinem Zimmer

Der Regen in deinem Zimmer von der italienischen Autorin Paola Predicatori (Buchhändlerin, in Mailand lebend) war ein Geschenk des Zufalls, der Titel sprach mich an.
Die Geschichte von Alessandra, die mit 17 ihre Mutter an den Krebs verliert und mit der trauernden Großmutter hilflos zurückbleibt, ist sehr anrührend. Abwechselnd spricht sie einerseits im persönlichen Du mit der Mutter über die Dinge, die sie vermisst oder an die sie sich erinnert oder erinnern will, andererseits berichtet sie mit genauen Datumsangaben über ihren Alltag und was sie nach dem Tod der Mutter gegenüber ihren Mitschülern empfindet. Die alten Freundschaften mit den Mädchen ihrer Klasse ist sie emotional entwachsen, diese können ihr nichts bieten und sie wendet sich instinktiv und ohne nachzudenken ab. Sie setzt sich einfach an den Tisch des einzigen Menschen in der Klasse, mit dem niemand Kontakt hat. Dass sich daraus tatsächlich Freundschaft oder Liebe entwickeln könnte, damit rechnet Alessandra nicht, zu sehr entfernt fühlt sie sich vom Leben, und auch Gabriele scheint bereits (zu) viele Verletzungen erlitten zu haben.  
Der Regen in deinem Zimmer ist ein sehr leises Buch, das schlichte, aber beeindruckende Bilder in den Kopf zaubert und die Trauer, den Verlust und das Trotzdem-Weiterleben-Müssen, ein schweres Thema, aus der Sicht eines noch sehr jungen Menschen beleuchtet und dennoch neue Perpektiven aufzeigt, wie es weitergehen kann, ohne dabei den Weg wirklich zu kennen.

"Hin und wieder spürte ich die Sonne auf der Haut, die sich aus den zerzausten Wolken befreite. Dazu den Wind und deine Worte. Was hast du zu mir gesagt? Was hast du mir erzählt? Wenn ich mich nur an alles erinnern könnte.
In jener Zeit waren wir unsterblich. Das Leben erschien uns so lang.
Ich spürte die Sonne und den Wind und deine Worte auf der Haut, und nichts anderes zählte."
 
Paola Predicatori, Der Regen in deinem Zimmer. Aufbau-Verlag, Berlin, 2013.

Saturday, June 01, 2013

Peaceful Waters

postcrossing card sent by Larry, USA
Restless hearts, it has been a long time
Out here on the journey, for a glimpse of paradise
It´s getting hard to find a place to go
Where peaceful waters flow